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Leben der Väter und Märtyrer
ursprünglich in englischer Sprache verfaßt von Alban Butler

für Deutschland bearbeitet von Dr. Räß und Dr Weis




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Der heilige Gerhard, Bischof und Märtyrer
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Der heilige Gerhard, Bischof und Märtyrer -

Der Festtag, Gedenktag, Verehrungstag ist der 24. September

  • * 10. Jahrhundert in Venedig     
  • gestorben am 24. September 1046 in Ofen, Budapest.
  • 1030 erfolgte die Bischofsweihe des Heiligen Gerhard
  • Heiligsprechung: erfolgte im Jahr 1083

Um das Jahr 1030, als der heilige König Stephan das damals noch wilde Land Ungarn regierte, zogen zwei arme Pilger die Heerstraße gen Stuhlweissenburg. Das Ziel ihrer Pilgerfahrt war das heilige Grab zu Jerusalem. Dort wollten sie beten, weinen, und ihr Herz an der Liebe Jesu entzünden. Beide Pilger waren aus dem Orden des heiligen Benedikt, und dem Einen, der Gerhard hieß, sah man die Treuherzigkeit und ungeheuchelte Frömmigkeit schon am Gesichte am. Sie waren Italiener, aus Venedig gebürtig, in der heiligen Wissenschaft wohl bewandert und in allen klösterlichen Tugenden wohl begründet. Als sie die Stadt betraten und die Kirchen dort besuchten, die der heilige Köniog Stephan hatte erbauen lassen, wurde Jedermann von ihrer Andacht gerührt. Dem Könige wurde hiervon Nachricht gebracht und dieser ließ die beiden Männer zu sich kommen. Kaum hatte der heilige König Gerhard gesehen und mit ihm gesprochen, als er sein Herz zu ihm hingezogen fühlte. Gute, gottliebende Herzen verstehen sich gleich. Der heilige König, der eben daran war, seine wilden, der Abgötterei noch ergebenen Ungarn für Christentum zu gewinnen, suchte daher den frommen Gerhard in seinem lande zu zurück zu halten und als ein gottgesandtes Werkzeug zur Verbreitung des Christentums zu gebrauchen. Er ließ daher die Gefährten des Heiligen abziehen, Gerhard aber ließ er nicht fort, ließ ihn sogar bewachen, und ruhte nicht eher, als dieser einwilligte, zu bleiben und dem Könige zu gehorchen. Jedoch wollte er nicht am Hofe wohnen, sondern erbaute sich in einer Einöde, Beel genannt, eine kleine Einsiedelei und brachte dort mit einem Mönche, Namens Maurus, sieben Jahre im Gebete und strenger Buße zu.

Alle Heiligen, welche Gott zu großen Dingen berufen hat, haben sich zuerst nach dem Beispiele Jesu dazu vorbereitet. Erst wenn ihr Herz vom Feuer der Liebe brannte und fest begründet war in der Tugend, traten sie auf und legten Hand an`s Werk, oder wurden von der Hand Gottes auf den Leuchter gestellt.

Als der heilige König Stephan seine Feinde besiegt, den Frieden hergestellt und vom Heiligen Vater zu Rom die Erlaubnis erhalten hatte, in seinem Reiche bischöfliche Sitze zu errichten, rief er den heiligen Gerhard aus seiner Einsamkeit hervor. Ungerne verließ er seine geliebte Einsamkeit, aber gehorsam dem Rufe des Herrn, begann er mit feurigem Eifer das Evangelium zu verkünden. — Endlich erhob ihn der König zum Bischof von Chasnad, das acht Stunden von Temesvar entfernt liegt. Der Heilige weigerte sich diese Würde anzunehmen; er wäre lieber der Welt unbekannt geblieben, allein er mußte gehorchen, und weil er so demütig war und Gott immer und überall die Ehre gab, so segnete ihn der Herr auch wunderbar in seinen Arbeiten für das Heil der Seelen. Die Heiden in seiner Diözese wurden durch seine Predigten dem Lichte des heiligen Glaubens zugeführt; mit Liebe hörten sie sein Wort; jene Christen, welche noch unwissend waren, unterwies er innerhalb eines Jahres ziemlich vollkommen in der Lehre Jesu. Dabei bewies er mit diesen unbändigen, wilden Menschen, die nur mit Bären und Wölfen umzugehen wußten, und denen Bogen, Schwert und Pferd das Liebste war, die größte Geduld. seine Liebe ermüdete nicht, waren auch die Anstrengungen noch so groß. Von Ort zu Ort ging er gewöhnlich zu Fuß; wenn er sich zuweilen fahren ließ, so geschah es, um ungehinderter lesen oder betrachten zu können. Als die drei Tugenden, Glaube, Hoffnung und Liebe in den Herzen seiner Schäflein allmälig zu blühen anfingen, erhoben sich auf seine Anregung in allen Städten Gotteshäuser. Vor allen Kirchen zeichnete sich die St. Georgs Kirche zu Chasnad aus, mit einem schönen Muttergottesaltar, wo er zur Ehre der gebenedeitesten Jungfrau alle Samstage ein feierliches Hochamt hielt. Vor diesem Altare stand ein silberne Rauchfaß, welches jeden Tag und Nacht mit dem kostbarsten Rauchwerk versehen wurde, zu welchem Ende er zwei gottesfürchtige Männer bestellte, welche wechselweise die Kohlen und alles andere dazu Nötige besorgen mußten.

Seine Liebe und Andacht zur heiligen Gottesmutter kannte keine Grenzen. So oft er selbst oder Jemand Anderer den heiligen Namen Maria aussprach, entblößte er sein Haupt und beugte sein Knie; auch wollte er, daß man die seligste Jungfrau nur „unsere Gebieterin” heiße. Auch der heil. König Stephan hatte gleiche Ehrfurcht vor der Himmelskönigin, und von der Zeit an, da der heilige Bischof Gerhard und dieser heilige König lebten, schreibt sich in Ungarn der Gebrauch, daß man dort den Namen Maria selten und nur mit der größten Ehrfurcht aussprach, daß man bei Nennung dieses heiligen Namens das Haupt und die Knie beugt, und den weiblichen Kindern in der heiligen Taufe aus Ehrfurcht den Namen Maria nicht gibt. Niemals schlug der heilige Bischof etwas ab, was man von ihm im Namen Maria verlangte, wenn es nur nichts Sündhaftes war.

Während der Tag und Nacht mit dem Seelenheile seiner Herde beschäftigt war, führte er das strengste Leben und bekämpfte sich unaufhörlich. Unter seinen Kleidern von grober Wolle trug er ein Bußhemd, oft fastete er und jeden Fehler bestrafte er an sich mit der größten Strenge. Als einst einer seiner Fuhrknechte einen unvorsichtigen Fehltritt beging, ließ er sich vom Zorn übereilen und den Knecht züchtigen; aber alsbald erkannte er seine Übereilung, fiel dem Knechte zu Füßen, küßte ihn und legte sich selbst eine harte Buße auf. Wenn er den Tag in seinen Amtsverrichtungen zugebracht hatte, widmete er die Nacht dem Gebete oder dem Dienste der Kranken. Gegen diese leidenden Glieder Christi hatte er das zärtliche Mitleid. Die Aussätzigen umarmte er; oft ließ er sie in sein eigenes Bett legen und in seinem Gemache ihre Wunden und Geschwüre verbinden.

Wenn es nur immer die Umstände erlaubte, zog er sich in die Einsamkeit zurück. War er auf Reisen, so nahm er gewöhnlich seine Nachtherberge in einem Walde oder einem abgelegenen Orte. Er ließ auch Einsiedeleien oder kleine Hütten, von den Städten entfernt, an stillen Orten erbauen, um bei seinen Visitationen darin zu wohnen. Er tat dies, wie er selbst sagte, um ruhig beten und betrachten zu können, und sich neue Kräfte für seine Seele dadurch zu sammeln. — Als er einst in einer Einöde übernachtete, hörte er um Mitternacht singen. Es war eine Magd, die eine Handmühle drehte, und die sauere Arbeit sich durch Gesang versüßte. Der Bischof stand auf, fragte, was das für ein Singen wäre, und als er es vernahm, lobte er die treue, gute Magd und beschenkte sie reichlich.

Auf solch` erbauliche Weise lebte der heilige Bischof, geliebt und geehrt vom Volke, dem er das schönste Beispiel gab, und unter dem immer mehr die heilige Zucht und der lebendige Glaube erblühte. Mit Freuden unterstützte den Eifer des heiligen Bischofs der heilige König Stephan. Allein, als dieser gottselige Herr starb, wurde Peter, sein Neffe, sein Nachfolger, der sich aber nur durch Ausschweifungen und Grausamkeit auszeichnete, und deshalb von seinen eigenen Untertanen, welche der heilige Gerhard vergeblich zum gehorsam mahnte, vertrieben wurde. Dafür aber wurden sie gestraft; denn der Edelmann Abbas, den sie zum König wählten, war ebenfalls von grausamer Gemütsart. Er ließ alle Adeligen umbringen, und bedrückte das Volk, welches nun freilich seinen Fehltritt bereute. — Gemäß dem Gebrauche, welchen König Stephan eingeführt hatte, mußte Ungarns Regent von einem Bischofe an einem hohen Festtage gekrönt werden. Abbas ließ daher den heiligen Gerhard an seinen Hof kommen, damit er diese Feier vollziehe. Allein derselbe hatte bereits die Entthronung des Königs Peter für ungerecht erklärt und den Aufruhr des Volkes mißbilligt; er weigerte sich also, mit dem unrechtmäßigen Besitzer der Herrschaft in Verkehr zu treten und drohte ihm sogar mit der Strafe des Himmels, wenn er sich fernerhin den Königstitel anmaße. Leider gab es aber andere Bischöfe, welche sich gebrauchen ließen, die Krönung zu vollziehen. Nach 2 Jahren traf die vom heiligen Bischof Gerhard angedrohte Strafe ein. Abbas wurde seines Thrones beraubt und endete sein Leben schmachvoll auf dem Blutgerüste. — Peter wurde zurückberufen, aber nach zwei Jahren wieder vertrieben. Nun wurde Andreas, ein Verwandter des heiligen Königs Stephan, zum König gewählt, aber unter der scheuslichen Bedingung, das Christentum in Ungarn auszurotten und die Abgötterei wieder herzustellen. Es gab nämlich unter den Ungarn noch viele Heiden, die das Christentum grimmig haßten. — Andreas willigte in die gottlose Bedingung ein. Ihm war eine vergängliche Krone lieber als die ewige Seligkeit! O, was tut der Mensch nicht Alles aus Ehrfurcht und Herrschsucht! Kaum hatte der heilige Gerhard davon gehört, so begab er sich mit noch drei anderen Bischöfen nach Stuhlweissenburg, um den König zu bewegen, sein ruchloses Versprechen zu widerrufen. Als die vier Bischöfe zu Giod, einem orte an der Donau, angelangt waren, las Gerhard die heilige Messe und sagte dann zu seinen Gefährten:

„Heute werden wir alle des Martertodes sterben.”

Die Vorhersagung traf ein. Die Bischöfe, Gerhard an der Spitze, setzten ihre reise fort, und da sie über den Donau-Fluß setzen wollten, wurden sie vom Herzog Vatha, dem grimmigsten Verteidiger der Abgötterei und unversöhnlichem Feinde des heil. Stephan, der mit einer Rotte auf sie lauerte, angegriffen, und mit Steinen beworfen. Der heilige Gerhard duldete ruhig die Schmach, aber das reizte die Wut der Heiden noch mehr. Sie rissen ihn aus dem Wagen zu Boden und warfen von allen Seiten Steine auf ihn. Er aber kniete sich nieder und betete, wie einst der heilige Märtyrer Stephan, für seine Feinde. Da durchbohrte ihm ein Wurfspieß das Herz; noch betend, gab er seinen Geist auf am 24. September 1046. Zwei der Bischöfe teilten mit ihm die Ehre des Martertodes, der dritte wurde von dem herbei geeilten neuen König den Mördern entrissen. Dieser ging später, gewiß auf die Fürbitte des heiligen Gerhard, in sich, tat Buße und suchte das Heidentum in seinem Lande zu vertilgen.

Der Leib des heiligen Gerhard wurde in der Hauptkirche zu Chasnad beigesetzt, und später nach Venedig, in sein Geburtsort, gebracht, wo er noch in der Kirche zu unserer lieben Frau in Murano verehrt wird.

Der heilige Gerhard wird abgebildet in bischöflicher Kleidung, den Bischofsstab und eine Lanze in der Hand, oder auch mit entblößtem Haupte vor einem Muttergottesbilde knieend.

Quelle: Legende von den lieben Heiligen Gottes, nach den besten Quellen neu bearbeitet und herausgegeben von Georg Ott, Stadtpfarrer in Abendsberg (1863)

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