www.fleurop.de
Suchbegriff(e) eingeben:

Heiligenlegenden im Jahresverlauf oder von A - Z
Januar
Februar
März
April
Mai
Juni
Juli
August
September
Oktober
November
Dezember
A B C
D E F
G H I
J K L
M N O
P Q R
S T U
V W X
Y Z

Weitere Legenden


Leben der Väter und Märtyrer
ursprünglich in englischer Sprache verfaßt von Alban Butler

für Deutschland bearbeitet von Dr. Räß und Dr Weis




Hier entsteht ein Nachschlagewerk
über die Legenden der Heiligen

Ein Service von
www.feiertagsseiten.de



468x60

Infos hinzufügen  |  Druck Version  |  PDF Version  |  Buchtips  |  Zurück
Translate this page into English Translate this page into English   |   Traduction française de cette page Pressure Version

Der heilige Bischof Januarius, und seine Genossen, Märtyrer
Copyright © by www.heiligenlegenden.de
Der heilige Bischof Januarius - und seine Genossen, Märtyrer

Der Festtag, Gedenktag, Verehrungstag ist der 19. September

* unbekannt  

Wenn du am 1 Mai oder am 19. September nach Neapel kommen und in die dortige herrliche Kathedrale oder Domkirche eintreten würdest, so würde sich deinen Blicken ein wunderbares, großartiges Schauspiel darbieten. Die weite Kirche ist nämlich an diesen Tagen mit Neugierigen und Andächtigen aus allen Ländern und Nationen gefüllt. Die Einen kommen, um zu schauen, die Anderen, um zu beten oder irgend ein Gelübde zu erfüllen. Es werden nämlich an diesen Tagen in einer prachtvollen Kapelle und auf einem Altare, der von Gold und Silber und edlen Steinen glänzt, das Haupt und das Blut des heiligen Januarius, des wundertätigen Schutzpatrons der Stadt, zur Verehrung ausgesetzt. Auf der Evangelienseite des Altars steht das Haupt des Heiligen und auf der Epistelseite das Blut in zwei alten Glasgefäßen, von denen das Eine größer ist. Sobald die Glasgefäße dem Haupte gegenüberstehen, fängt das vertrocknete und zum Teile am Glase angeklebte Blut flüssig zu werden und zu wallen an. Nimmt man die Fläschchen aus der Nähe des Hauptes hinweg, so wird es augenblicklich dick und fest. Obwohl auf dem Altare eine große Menge Wachskerzen brennen, ist doch das Glas der Gefäße immer kalt. Dieses Wunder, welches seit mehr als 1000 Jahren sich ununterbrochen erneuert und noch immer fort dauert, zieht immer eine ungeheurere Menge Menschen herbei, welche es mit Augen sehen. Die gelehrtesten Männer haben die Sache untersucht, und müssen gestehen, daß die Hand des Herrn hier im Spiele ist. Besonders aber sind es die Bewohner von Neapel und der Umgebung, welche an den obengenannten tagen schaarenweise in der Kapelle des Heiligen erscheinen und mit der glühenden Andacht ihre Gebete verrichten. Es führt sie nämlich das innigste Dankgefühl und die Kraft der Fürbitte des Heiligen hierher. Gar oft schon haben sie den augenscheinlichsten Schutz des heiligen Januarius in großen Nöten erfahren. Es liegt in der Nähe Neapels der Berg Vesuv, in dessen Innern beständig Feuer brennt und glüht. Fast alle Jahre steigt das Feuer aus dem Innern herauf, lodert in ungeheuren Flammen empor und mit entsetzlichem Getöse speit dann der Berg glühende Steine, schwarze Asche und eine fließende Feuerglut aus, welche über die Seiten des Berges herab strömt, und Alles, was im Wege ist, verheert und verbrennt. Während das Feuer flammt und sich ergießt, erhebt oft die Erde, und die Häuser, Kirchen und Palläste bersten, stürzen zusammen und begraben die Bewohner unter ihrem Schutte, oder die schwarze Asche bedeckt weitum die ganze fruchtbare Gegend und zerstört, was der Fleiß der Menschen angebaut hat. Angst und Schrecken ergreift dann Menschen und Tiere, und furchtbar ist der Jammer der Bedrängten. Aber in dieser Not wenden sich die Bewohner Neapels an ihren Schutzpatron Januarius, und ihr Flehen blieb nie unerhört. So drohte der feuerspeiende Berge im Jahre 685 Stadt und Umgebung zu zerstören, die Asche, welche er auswarf, verdunkelte den Tag bis nach Konstantinopel hin, die Bewohner aber flehten zu ihrem Schutzheiligen und wurden gerettet. Das selbe geschah in den Jahren 1631 und 1698. Im Jahre 1707 ergoß sich ein breiter Feuerstrom vom Berge herab und setzte Alles in Schrecken. man trug nun den Sarg des heiligen Januarius in eine Kapelle am Fuße des Berges und alsbald hörte die feuerströmung auf, die Dunkelheit verschwand und des Abends sah man wieder die Sterne am Himmel glänzen.

Kein Wunder also, wenn die Neapolitaner eine solche Liebe und kindliche Verehrung gegen ihren heiligen Schutzpatron haben, aber er verdient auch wegen seines heiligen Lebens und Todes diese Verehrung.

Der heilige Januarius war gebürtig aus Neapel und Bischof in Benevento, als unter den Kaisern Diokletian und Maximian die heftigste Verfolgung ausbrach, welche je die Christen zu dulden hatten. — der Statthalter zu Puteoli hatte die beiden Diakonen Sosius und Proklus und noch zwei tugendhafte Männer verhaften und in den Kerker werfen lassen. Der heilige Januarius hatte den Diakon Sosius überaus lieb, weil er ein weiser und heiliger Mann war und das Vertrauen seines heiligen Bischofs vollkommen verdiente, der ihn gar oft um Rat fragte und die besten Aufschlüße von ihm auch erhielt. Kaum hatte also der heilige Januarius gehört, daß sein Freund und mehrere andere Christen im gefängnisse schmachten, da trieb ihn teils die Liebe, teils auch die Sorge für seine Schäflein an, sie zu besuchen, zu trösten und ihnen jedwede Hilfe zu leisten, ohne zu fürchten, daß man auch ihn gefangen nehmen, foltern und töten werde. — Die wahre Liebe fragt nämlich nicht länger, und ist stärker als der Tod. Es sehnte sich auch der Heilige, für Christus zu leiden und zu sterben, und es tat ihm wehe, daß er, der Vater, geschont bleiben, seine Kinder aber der Ehre der Marter teilhaftig werden sollten.

Mittlerweile hatte der Statthalter Drakontius an Timotheus einen Nachfolger erhalten, und als dieser erfuhr, daß ein ausgezeichneter Mann von Benevento gekommen sei, um die gefangenen Christen zu besuchen, so gab er den Befehl, ihn augenblicklich gefangen zu setzen und nach Nola, wo er wohnte, abzuführen. Es geschah. Januarius und mit ihm zwei Geistliche, welche ihn begleiteten, wurden festgenommen und nach Nola geführt. Dort zeigte ihm der Statthalter den Befehl der Kaiser, „den Göttern zu opfern oder zu sterben.” Januarius weigerte sich mit Abscheu, solches zu tun, und wurde nun in einen Feuerofen geworfen. Allein wie die drei Jünglinge zu des Propheten Daniels Zeit blieb auch er vom Feuer verschont und lobte Gott mit lauter Stimme mitten im Feuer. Wütend hierüber befahl nun der Statthalter, den Heiligen auf die Folter zu spannen. M;it schrecklicher Grausamkeit wurde der Befehl vollzogen. Alle Glieder des Heiligen wurden aus ihren Gelenken gerissen, doch standhaft bekannte er seinen Glauben an Jesus.

In der Meinung, er müße seinen Geist aufgeben, nahm man ihn von der Folter herab und warf ihn in das Gefängnis. Dort aber wurde er nach kurzem Gebete geheilt. Nach einiger Zeit zog der Statthalter nach Puteoli. Der heilige Bischof Januarius und seine zwei treuen Begleiter wurden an seinen Wagen mit Ketten angebunden, und mußten gleich Pferden vor dem selben herlaufen, grausam von dem Wagenlenker gepeitscht. In Puteoli angelangt, wurden sie zu den oben genannten Dienern Jesu eingekerkert, denen schon das Urteil gesprochen war, den wilden Tieren vorgeworfen zu werden. — Auch über den heiligen Januarius und seine Gefährten wurde das nämliche Urteil verhängt. Wie freuten sich die sieben heiligen Bekenner, als sie im Kerker einander sahen, wie lobten sie Gott, daß sie miteinander für ihn sterben und die Krone erringen konnten! Ehe sie abgeführt wurden zum Schauspielhaus oder Amphitheater, das heute noch in seinen Ruinen sichtbar ist, und 40 tausend Menschen fassen konnte, warteten schon der Statthalter und das Volk mit Begierde auf die Bekenner, um sich an ihren grausamen Martern zu weiden. Jetzt treten sie in den Kreis, der heilige Januarius an der Spitze; freudigst blicken sie umher; schon brüllen die Löwen und Tiger und rütteln vor Hunger an den Türen ihrer Behältnisse. Nun gibt der Statthalter das Zeichen, die Tore öffnen sich, und heraus stürzen die wilden Bestien in weiten Sprüngen, ihre Opfer zu zerfleischen. Doch welch`ein wunderbares Schauspiel! Die heiligen Bekenner liegen auf ihren Knien und beten; furchtlos erwarten sie die Tiere, die mit entsetzlicher Wut auf sie los stürzen, aber plötzlich, wie von einer unsichtbaren Macht gehalten, stille stehen, freundlich mit dem Schweife wedeln und zu den Füßen der Heiligen, wie sanfte Lämmer, sich niederlegen, ohne ihnen das geringste Leid zu tun. — Alles Volk erstaunte; der Stadthalter aber schrieb dies Wunder der Zauberei zu und befahl, die sieben Bekenner zu enthaupten. Kaum aber hatte er den Befehl gegeben, als er plötzlich mit Blindheit geschlagen wurde. Doch der heilige Januarius, der zeigen wollte, wie der Christ auch seine Todfeinde noch liebe, erbarmte sich seiner, betete, machte das Kreuz über ihn, und sogleich wurde er wieder sehend. Diese Wunder machten den tiefsten Eindruck auf das Volk, und viele bekannten Christum. Der gottlose Statthalter aber, wütend, sich besiegt zu sehne und fürchtend, bei den Kaisern in Ungnade zu fallen, widerrief sein Urteil nicht, sondern ließ die Bekenner wirklich enthaupten.

Noch zeigt man in Puteoli den Stein, auf welchem der Heilige Januarius kniete, als er den Todesstreich empfing. Die Leiber des Diakon Proklus und seiner Gefährten Eutyches und Acutius wurden in Puteoli mit allen Ehren von den Christen begraben und später zu Ehren des Proklus eine herrliche Kirche gebaut, wo sein Leib jetzt ruht. Der heilige Leib des Sosius kam nach Misenum, und der heilige Leib des Januarius nebst seinen beiden Gefährten wurde zuerst nach Benevento übertragen, und hierauf in der Stadt Neapel beigesetzt. Dort ruhte er hochverehrt von den Einwohnern fünf hundert Jahre lang. Da geschah es, daß Cico, Fürst von Benevento, die Stadt Neapel belagerte und den Bewohnern so sehr zusetzte, daß sie ihr Leben und ihre Freiheit nicht anders als durch Hingabe des Leibes ihres heiligen Patrons Januarius retten konnten. Unter den bittersten Tränen der Einwohner Neapels führte der Sieger den Leib des Heiligen im Triumphe hinweg und setzte ihn im Jahre 825 ehrfurchtsvoll in Benevento bei. — Später wurde er heimlich in der Abtei Monte Vergine unter dem Hochaltare aufbewahrt, wahrscheinlich, weil die Bewohner von Neapel Alles versuchten, um den heiligen Leib wieder in Besitz zu erhalten. Da fand man ihn 1480, als man den Altar renovierte. König Ferdinand von Neapel, der diesen Schatz zu besitzen wünschte, wandte sich nun an den Papst Alexander VI., und durch diesen erhielt er die Vollmacht, den heiligen Leib zu erheben und nach Neapel zu versetzen. Unbeschreiblich war der Jubel, als in feierlicher Prozession der Leib des Heiligen in die Stadt Neapel übertragen wurde. Sogleich hörte auch die Pest, welche damals herrschte, auf. In der Kathedral-Kirche wurde eine prachtvolle Kapelle erbaut, und dort ruht nun der Leib des Heiligen, das Haupt aber und die gläsernen Gefäße mit seinem Blute befinden sich in einer anderen herrlichen Kapelle, der „Schatz” genannt, welche die Stadt, aus Dankbarkeit für die im Jahre 1529 durch die Fürbitte des Heiligen erlangte Befreiung von der Pest, erbauen ließ. Die vielen Wunder, welche beständig daselbst sich ereignen, bestätigen das Wort des heiligen Sängers David: „Wunderbar ist Gott in seinen Heiligen.”

Der heilige Januarius wird abgebildet in bischöflicher Kleidung, von wilden Tieren umgeben, einen glühenden Ofen neben sich.

Quellen unter anderem: Legende von den lieben Heiligen Gottes, nach den besten Quellen neu bearbeitet und herausgegeben von Georg Ott, Stadtpfarrer in Abendsberg (1863)

Leider habe ich für diese Seite noch keine weiteren Legenden und Bilder und bitte daher um Mithilfe

Heilige, Seelige im Monat September -
  1. • Ägidius
  2. Ingrid
  3. • Seraphia
  4. • Rosalia
  5. • Laurentius
  6. • Magnus
  7. • Regina
  8. • Mariä Geburt
  9. • Korbinian
  10. • Nikolaus
    • Pulcheria
  11. • Felix und Regula
    Paphnutius
  12. • Mariä Namen
    • Guido
  13. • Amatus
    • Notburga
  14. • Fest der Kreuzerhöhung
  15. • Mariä sieben Schmerzen
    • Katharina
  16. • Cornelius
  17. • Lambert
  18. • Joseph
  19. • Januarius
  20. • Eustachius
  21. • Matthäus
  22. • Mauritius
    • Emmeram
  23. • Thekla
  24. • Gerhard
  25. Firminus
  26. • Cyprian
    • Justina
  27. • Vinzenz von Paul
  28. Wenzeslaus
  29. • Michael
  30. Hieronymus



Die Heiligenlegenden    (http://www.heiligenlegenden.de)
Copyright © by Josef Dirschl, www.heiligenlegenden.de    -    info@heiligenlegenden.de
ALLE RECHTE VORBEHALTEN / ALL RIGHTS RESERVED
Suchmaschinenoptimierung mit Ranking-Hits

Haftungshinweis:
Hiermit distanziere ich mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf meiner Homepage und mache mir diese Inhalte nicht zu eigen. Diese Erklärung gilt für alle auf dieser Website angebrachten Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.