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ursprünglich in englischer Sprache verfaßt von Alban Butler

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Die heilige Katharina von Genua, Witwe (15. September)
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Der heilige Katharina von Genua, - Witwe

  • Der Festtag, Gedenktag, Verehrungstag ist der 15. September und in machen Regionen auch der 14. September
  • * 5. April 1447 in Genua     am 15. September 1510 in Genua
  • Seligsprechung: durch Papst Clemens V. im Jahre 1675 Selig gesprochen
  • Heiligsprechung: durch Papst Klemens XII. im Jahre 1737 Heilig gesprochen

Die Heiligenlegende :

„Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.” Diese Worte des Liebesjüngers hat nicht leicht ein Menschenherz so tief erfaßt und geübt, als die heilige Katharina von Genua, so genannt, weil diese Stadt ihr Geburtsort gewesen ist. Ihre Eltern, aus dem Stamme der Grafen Fieschi und Lavagna, erzogen sie mit treuer Sorgfalt. Sie durften aber nicht viel Mühe auf sie verwenden, denn Katharina fand sich schon als kleines Kind wunderbar zu Gott hingezogen. Sie war gerne allein und liebliche Bilder von den lieben Engeln, die mit ihr umgingen und von dem guten Vater im Himmel, mit dem sie in kindlicher Einfalt redete, ihr erzählten, traten dann vor ihre reine Seele. Wenn sie von Gott sprechen hörte, war sie Aug und Ohr, und von nichts redete sie lieber als von der Liebe Gottes. Als Mädchen von acht Jahren faßte sie ein herrliches Mitleid zu Jesus, dem Gekreuzigten, oft betrachtete sie sein Bild. Alsdann flossen Tränen über Tränen aus ihren Augen, ihr Herz ergriff tiefer Schmerz, und sie verlangte für Jesus recht viel leiden zu dürfen. Daher verließ sie Nachts heimlich ihr weiches Bett, und legte sich auf den Boden, ein Stück harten Holzes unter ihrem Kopfe. Schon mit ihrem zwölften Jahre wußte sie das innerliche Gebet zu üben, und ihr Inneres brannte dann immer vom Feuer der Liebe. Kein Wunder also, daß Katharina an dem Treiben der Welt keine Freude fand und schon mit dreizehn Jahren verlangte, in ein Kloster aufgenommen zu werden. Allein wegen ihrer Jugend wurde ihr die Aufnahme versagt. Sie setzte also im väterlichen hause ihr stilles in Christo verborgenes Leben fort bis zu ihrem sechzehnten Jahre, wo sie wider ihren Willen aus Gehorsam gegen ihre Eltern sich mit dem Edelmanne Julian Adorno verehelichen mußte. Dieser Herr war ein gottvergessener Wollüstling, dem Trunke und Spiele ergeben, und deshalb auch harten, rohes Gemütes. Er hielt seine Frau wie eine Sklavin und ließ sie fast nie aus dem Hause gehen, während er in Saus und Braus dahin lebte. Ihr sittsames, gottseliges Leben verachtete und verhöhnte er, und ihren guten, sanften Worten begegnete er nur mit Rohheit. Katharina betete Tag und Nacht, um das Herz ihres Mannes für Gott zu gewinnen, und behandelte ihn mit der zärtlichsten Liebe; aber Alles war vergebens. Da fiel sie endlich in eine solche Schwermut und Traurigkeit, daß sie ganz abmagerte und allen Umgang mit Menschen vermied. Dieser Zustand dauerte fünf Jahre lang. Da sie hierin keinen Frieden fand, so lies sie sich von einigen Frauen bewegen, diesen Frieden in Gesellschaften und weltlichen Belustigungen zu suchen. — Wie es ihr hierin erging, erzählt sie selbst in einem von ihr verfassten Büchlein, „die Gespräche” genannt.

„Die Seele” sagt sie, „willigte in Alles ein, was der Leib begehrte. Allein die Begierlichkeit des Leibes wurde von Tag zu Tag größer. Wenn die Seele nicht täglich in neue Belustigungen, welche der Leib verlangte, einwilligte, so murrten die Begierden und ließen ihr keine Ruhe. Endlich überließ sich die Seele, ohne mehr dagegen zu streiten, den Belustigungen der Welt gänzlich. Allein sie konnte hierin nicht satt werden und je mehr sie glaubte, durch den genuß von immer neuen Freuden würde sie befriedigt werden, desto mehr fand sie sich betrogen”

Sie fand nirgends, was sie suchte — den seligen Frieden, nach welchem ihre Seele sich sehnte. Ihr Herz blieb leer, und obwohl sie bei dem Genuße der Vergnügungen keine großen Fehltritte tat und nie in eine schwere Sünde willigte, so ging es doch nicht ohne Fehler ab. Sie fühlte auch immer mehr und mehr ihr Elend, sie sah sich gebunden von den Banden des Leibes, sie hielt sich wie eine aus ihrem Lande Verirrte und beladen von zahllosen Sünden, ohne sich helfen zu können.

In diesem Jammer sandte ihr Gott einen Strahl seines himmlischen Lichtes und gab ihr zu erkennen, wie nur Er allein sie von diesem Elende befreien könne. Ganz zerknirscht und innerlich zerschlagen, besuchte sie eines Tages ihre Schwester Bibiana, die in einem Kloster dem Herrn diente und klagte ihr, ihr Leid. Diese gab ihr den Rat, ihren Beichtvater, einem frommen, heilserfahrenen Manne, das Herz zu öffnen. Sie befolgte diesen Rat und als sie im Beichtstuhl nieder kniete, da traf sie ein so heller Strahl des göttlichen Lichtes, in welchem sie klar ihr ganzes Elend und die überaus große Güte Gottes plötzlich erkannte, daß sie ohnmächtig zu Boden sank und nur die Worte hervorbringen konnte:

„Ach nicht mehr die Welt, nicht mehr Sünden! Keine Sünde mehr! ”

Nachdem sie sich wieder erholt hatte, legte sie eine genaue Generalbeicht an und hierauf fand sie sich von einem solchen Feuer der Liebe ergriffen, daß sie zu sterben vermeinte, und zu Hause angekommen nichts als weinen konnte. Bald darauf stellte sich ihrem Geiste der göttliche Heiland dar, wie er voll Blut und Wunden sein Kreuz dahin schleppte und zu ihr sprach:

„Siehe, all dies Blut ist dir zu Liebe und zur Tilgung deiner Sünden geflossen.” Außer sich vor Schmerz hierüber, rief sie aus: „O Liebe! nimmer, nimmer mehr sündigen! Ich bin bereit, aller Welt meine Sünden zu bekennen, wenn es also dienlich ist.”

Vierzehn Monate lang standen ihre Sünden und ihr weltliches Leben ihr in allerlei schmerzlichen Bildern vor Augen. Einmal zeigte ihr der Herr den Ort der Strafe, wohin sie würde gekommen sein, wenn sie auf ihrem verkehrten Wege beharrt hätte, worüber sie so sehr in Angst geriet, daß sie glaubte, die Erde müsse sich auftun und sie verschlingen, Ein andersmal zeigte ihr Jesus seine inbrünstige Liebe, die er immer zu ihr getragen, wie er mit großer Geduld auf sie gewartet, wie oft sie in Todesgefahr gewesen und er sie bewahrt habe, um sie noch selig zu machen. Er ließ ihr erkennen die vielen Eingebungen, womit er sie gewarnt und die sie nicht angenommen, und welch tausenderlei Mittel er angewendet, um sie an sich zu ziehen. Auch zeigte er ihr, wie seine Liebe gegen den Menschen doch so groß sei, daß er ihn mit Geduld ertrage, so lange er lebt, mag er auch ein noch so großer Sünder sein. Wenn nun Katharina diese grenzenlose Liebe sah, dann hörte man sie jammernd rufen:

„O Herr und Gott, nimmer mehr Welt, nimmer mehr Sünde!”

und sie bekam dann eine solche Verachtung und einen solchen Haß gegen sich selbst, daß sie ihren Leib mit der strengsten Buße züchtigte. Sie gönnte ihm keine Ruhe, weder bei Tag noch bei Nacht. Nicht einmal das Notdürftigste aß sie; während der Advent- und Fastenzeit genoß sie gar nichts, nur zu Zeiten einen Trunk Wasser mit Salz und Essig vermischt. Drei und zwanzigmal nahm sie in der vierzigtägigen Fasten gar keine Speise zu sich, doch ging sie, um alle Sonderlichkeit zu vermeiden, zu Tische, und wenn man sich verwunderte, daß sie nicht esse, sagte sie:

„O wenn ihr eine andere Sache kennet, die ich in mir fühle, ihr würdet selbige weit höher schätzen.”

Sie meinte nämlich die Liebe, die in ihrem Herzen brannte. Trotz dieser Fasten blieb sie doch frisch und gesund, denn sie hatte eine andere Speise, die sie fast täglich mit dem größten Heißhunger genoß, und diese war — die hochheilige Kommunion! So oft sie den Leib des Herrn empfing, war sie von einem geheimen Feuer durchglüht und ihre Glieder wurden so heiß, daß kaltes Wasser aufkochte, wenn sie bisweilen ihre Hände und Füße eintauchte. Oft, besonders nach der heiligen Kommunion, ward sie verzückt und dann forderte sie alle Geschöpfe mit lieblicher Stimme auf, mit ihr den Herrn zu loben und zu preisen. „Wie, rief sie aus, seid ihr denn nicht alle Geschöpfe meines Gottes? Liebet ihn daher und preiset ihn aus allen Kräften. O Liebe, wer könnte es wehren, dich zu lieben? Mitten im Weltgewirre wird nichts die Glut meiner Seele auszulöschen vermögen. Ich weiß, daß die Liebe Alles besiegt.” Dieses Liebesfeuer brannte manchmal so heftig in ihr, daß man sie fast nicht anrühren konnte und es ddäuchte ihr, als habe sie eine Wunde am Herzen, welches ihr dabei so heftig klopfte, daß sie es mit der Hand halten mußte.

Im Anfange ihrer Bekehrung übte sie sich auch in aller Art von Liebeswerken. denn die wahre Liebe Gottes besteht nicht in süßen Gefühlen, sondern sie will tätig sein, sie will tun und leiden. Sie hatte kein Vermögen mehr, denn ihr Mann hatte Alles durchgebracht. Dennoch wollte sie den Armen gerne helfen und hierin kamen die Frauen zu Hilfe, welche sich in der Bruderschaft von der Barmherzigkeit genannt, befanden. Diese gaben ihr Geld und Lebensmittel, um sie unter die Armen zu verteilen. Sie diente den Kranken wie eine Magd, reinigte sie von Unflat, wusch ihre Kleider und tröstete sie mit wunderbar lieblichen Worten. Einstmals besuchte sie eine kranke weibliche Person im Spitale, die an einem ansteckenden Fieber todkrank darniederlag, und sagte zu ihr: „Sprich den heiligen Namen Jesus aus.” Als sie aber bemerkte, daß die Kranke diese Worte nicht aussprechen konnte, obwohl sie den Mund hierzu bewegte, küßte sie vor Liebe die Kranke und zog sich dadurch selbst die Krankheit zu. In der Art und Weise ihre Liebeswerke auszuüben, hatte ihr der Herr selbst bestimmte Vorschriften gegeben.

Er sagte zu Ihr:

  1. Will ich, daß du versuchst, was gehorsam sein heißt, damit du wahrhaft demütig dich allen Geschöpfen unterwirfst.
  2. Will ich, daß du arbeitest zum Unterhalte deines Lebens.
  3. Wenn du gerufen wirst, um Barmherzigkeit zu üben an Armen und Kranken, so sollst du dich dessen niemals weigern. Sogleich sollst du eilen und die Kranken reinigen, ohne zu fragen, wer der sei, der dich ruft, noch auf deine eigenen Geschäfte zu schauen.
  4. Ich will gar nicht, daß du einige Wahl hast. Der Wille eines anderen soll dein Wille sein; du sollst gar keinen Willen haben, denn ich will in dir ertöten alle Lust und Unlust.
  5. Wenn ich sehe, daß du bei einem Werke, das ich sich tun heiße, noch einen Widerwillen empfindest, so werde ich dich darin so lange übenm, bis jede Empfindung in dir verschwunden ist.
  6. Ich will, daß du einen jeglichen Menschen liebest und zwar alle gleich, sowohl Arme als reiche, Freunde oder Feinde, Fremde oder Verwandte.

Ungefährt drei Jahre lang verharrte sie in diesen Übungen, danach wurde sie ersucht, mit ihrem Manne, der alles Vermögen durchgebracht hatte, im großen Spitale zu Genua zu wohnen. Dort mußte sie den Vorstehern des selben wie eine Dienstmagd untertänig sein; kaum, daß sie den Mund öffnen durfte. Sei wohnte mit ihrem Manne, der allmählig zu Erkenntnis kam, in einem Kämmerlein in aller Stille und Gelassenheit. Wurde ihr ein Werk aufgetragen, so vollbrachte sie es mit aller Treue, obwohl man all ihre Arbeit nicht achtete. Lange Zeit lebte sie in diesen armen, demütigen Stande ohne Klagen, immer die Liebe Gottes brennend im Herzen.

Nachdem sie diese Prüfung durchgemacht hatte, wurde sie zur Vorsteherin des Spitals erwählt. Ihr Mann war bereits gestorben. Sie hatte es durch ihr Gebet, ihre Sanftmut und Geduld so weit gebracht, daß dieser so der Wollust ergebene Mann mit ihr wie Bruder und Schwester in Enthaltsamkeit lebte und in den dritten Orden trat. Vor dem Ende seines Lebens wurde er noch von Gott mit einer schmerzlichen Krankheit heimgesucht, die ihn leider oft in große Ungeduld versetzte. Katharina befürchtete, seine Seele möchte verloren gehen und verschloß sich deswegen in eine Kammer, wo sie mit Traänen zu Jesus, der süßen Liebe ihres Herzens, flehte, er möge doch diese Seele nicht verloren gehen lassen.

„O meine Liebe, rief sie, ich verlange diese Seele von dir; schenke mir diese Seele, denn du kannst sie mir schenken.”

Kaum hatte sie etwa eine halbe Stunde im Gebete angehalten, als sie innerlich die Versicherung erhielt, daß sie erhört sei. Sie trat in die Kammer und fand ihren Mann wirklich ganz verändert und völlig ergeben in Gottes heiligen Willen. nachdem er eine Generalbeichte abgelegt hatte, starb er, versehen mit den heiligen Sakramenten, als reumütigen Büßer.

Als Vorsteherin des Spitals tat sie Alles, was nur in ihren Kräften stand, um die Armen und Kranken recht gut zu versorgen. Und obwohl sie bei ihren vielen Geschäften immer von der göttlichen Liebe angezogen wurde, und ihr Geist sich zu himmlischen Dingen erhob, beobachtet sie doch die genaueste Ordnung, und, was als ein Wunder anzusehen war, nie fehlte es dem Spital an den nötigen Mitteln.

Bereits hatte sie 35 Jahre durchlebt und davon über 10 Jahre in strengster Buße, voll der brennendsten Liebe gegen Gott und den Nächsten, begnadigt vom Herrn mit hohen Gaben, abgestorben der ganzen Welt und sich selbst, nur lebend mehr in und für Jesus, so daß sie mit dem Apostel sagen konnte: „Micht mehr ich lebe, sondern Christus in mir,” und dennoch sichte sie der Herr mit den schmerzlichsten Krankheiten heim, die keine Feder beschreiben kann. Beängstigungen, Kämpfe, brennendes Feuer quälten ihren Leib und die Glieder des selben. Kein Arzt konnte helfen oder ihr Erleichterung verschaffen. Öfters nahm ihr der Schmerz Gesicht und Sprache. und wenn sie wieder zu sich kam und die Umstehenden ihr Mitleid zeigten, lächelte sie, sagte ihnen, sie möchten wegen ihr nicht unruhig sein, und wohl zusehen, daß sie fromm lebten, denn, setzte sie hinzu: „Der Weg Gottes ist schmal!” Während der entsetzlichen Peinen konnte sie weder Essen noch Trinken. Als sie eines Tages viel Blut auswarf und man ihren Mund mit frischen Wasser auswusch, konnte sie auch nicht ein Tröpflein genießen. Oft verlangte sie vor unerträglichem Durst nach Wasser und wenn man es ihr zum Mund brachte, konnte sie nichts davon kosten.

Während sie aber wie in einem Meere von Schmerzen versenkt da lag, ohne sich regen zu können, war sie doch in ihrem Innern voll des Friedens, des Trostes un der Freude. Ihr Wille war mit dem göttlichen Willen ganz vereinigt und ihr Herz wußte nichts als von Liebe zu Jesus, ihrem göttlichen Bräutigam. Sie hatte befolgt, was Jesus einst in einem Gesichte von ihr verlangte. Er sprach nämlich zu ihr:

„Meine Tochter! sprich nimmer mehr, ich will oder ich will nicht. Sprich nimmer mehr „mein,” sondern allzeit „unser.” Entschuldige dich nimmer, sondern sei stets bereit, dich anzuklagen. Wenn du betest, so dage immer: Dein Wille geschehe in allen Dingen, und zu deiner Stütze nimm „die Liebe,” denn diese bedarf keiner Hilfe und kann alles ohne Furcht und Beschwerde tun, so daß ihr auch der Martertod lieblich scheinet.”

Diese Ergebung und diese Liebe, welche Jesus von ihr verlangte und die sie auch immer bis zum Tode übte, war es auch, welche ihr solche Geduld in ihren Schmerzen, solche Freude in ihren Peinen gewährte. Jesus wollte sie ganz reinigen von jedem Flecken. Er wollte sie abschälenvon allem Irdischen und sie ging mit Freuden in dies Verlangen ein. Daher kam es denn auch, daß sie mitten in den Schmerzen mit einer solchen Lieblichkeit, Kraft und Salbung von der göttlichen Liebe sprach, daß Alle, die sie hörten, bis zu Tränen gerührt und wunderbar angeregt wurden. Viele Menschen kamen von Nah und Fern, um sie zu hören und mit ihr zu reden. Sie durchschaute auch die Falten des Herzens und entdeckte, was sie gesehen. Oft wurde ihr Antlitz glänzend hell, und sie führte dann Reden, die die Herzen wie Pfeile durchdrangen. Öfters verlieh ihr der Herr auch liebliche Tröstungen. Eines Tages schaute sie starr eine Stunde lang gegen die Wand und lächelte dabei so süß und lieblich, daß man daraus schließen mußte, sie habe im Herzen große Freude. Als sie wieder zu sich kam und man sie fragte, gab sie zur Antwort:

„Der Heiland gab mir ein Fümklein der Freuden des ewigen Lebens zu kosten,” und darüber mußte sie vor Entzücken lächeln. Weiter sagte sie nichts davon als nur die Worte: „ Herr , mache mit mir Alles was dir beliebt.”

Von den Schmerzen, womit sie in den letzten tagen ihres Lebens heimgesucht wurde, will ich nichts weiter melden. Sie war völlig mit Christo dem Herrn gekreuzigt; entsetzlicher Durst und brennende Hitze quälten sie Tag und Nacht. Nichts als die heilige Kommunion konnte sie genießen und das heiligste Sakrament war auch ihre einzige Erquickung. Einige Tage vor ihrem Ende wollte man ihr eine Herzstärkung reichen. Aus Gehorsam, den sie immer mit der größten Genauigkeit bis zu ihrem letzten Atemzuge übte, nahm sie die selbe. Allein darüber wurde sie so gepeinigt und so schwach, daß sie wie tot da lag. Als sie wieder zu sich kam, ließ sie die Fenster öffnen, damit sie den Himmel ansehen könnte, und wie es Nacht geworden, ließ sie verschiedene Lichter anzünden und stimmte dann mit leiser, schwacher Stimme den Gesang an:

„Komm Schöpfer, heiliger Geist!” Als der Gesang geendet war, hielt sie längere Zeit ihre Augen zum Himmel empor, ihr Antlitz strahlte in himmlischer Glut und freudig rief sie aus: „Wohlan, lasset uns hingehen, lasset uns hingehen,” und setzte dann hinzu: „Nein, nicht mehr Erde, nicht mehr Erde.”

Endlich nahte die Stunde ihrer Auflösung; das Feuer, das in ihrem Innern brannte, hatte ihr Geblüt ganz in Glut versetzt. Sie warf beständig eine Masse des selben aus und dies war so brennend heiß, daß die Schalen, in denen man es auffing, angebrannt wurden. Am Morgen des 13. Septembers reichte man ihr die heilige Kommunion und nun blieb sie ganz in Gott versenkt und immer von der göttlichen Liebe redend bis zwei Uhr nach Mitternacht. Als man sie wieder fragte, ob sie die heilige Kommunion empfangen wolle, und sie merkte, daß die Stunde, wo sie dieses heilige Mahl gewöhnlich empfing, noch nicht da sei, deutet sie mit ihrem Finger zum Himmel, als wollte sie sagen, daß sie dort mit dem Lamme Gottes das himmlische Mahl halten werde, und verschied dann sanft im Herrn im Jahre der Gnade 1510.

Papst Klemens XII. versetzte sie in die Zahl der Heiligen.

Sie wird abgebildet in Matronenkleidung, ein brennend Herz und ein Kruzifix in der Hand.

Quellen unter anderem: Legende von den lieben Heiligen Gottes, nach den besten Quellen neu bearbeitet und herausgegeben von Georg Ott, Stadtpfarrer in Abendsberg (1863)

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