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Leben der Väter und Märtyrer
ursprünglich in englischer Sprache verfaßt von Alban Butler

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Die heilige Pulcheria, Jungfrau und Kaiserin (10. September)
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Der heilige Pulcheria, - Jungfrau und Kaiserin

Der Festtag, Gedenktag, Verehrungstag ist der 10. September

* 19. Januar 399 in Konstantinopel, (Istanbul)      453

Heilige, die in der Einsamkeit eines Klosters oder in der Verborgenheit der Wüste gelebt, Heilige, die als Bischöfe und Priester dem Herrn gedient, gibt es viele, aber weniger gibt es, die mitten im Glanze eines fürstlichen Hofes, umgeben von einer Schar schmeichelnder Diener, und umringt von rauschenden und blendenden Vergnügungen und Freuden ihre Unschuld rein bewahrt und das Wohlgefallen und die Gnade des Herrn niemals durch eine Sünde verloren haben. Unter diese Wenigen gehört die heilige Kaiserin Pulcheria, welche der heilige Bischof Cyrillus „die keuscheste Braut Christi, die Zierde des Erdkreises, den Schmuck der Kirche; ” die Väter des Konzils von Chalcedon: „die Wächterin des Glaubens, die Stifterin des Friedens, die Bekämpferin der Ketzer, die neue Helena” nannten.

Sie war die Tochter des Kaisers Arkadius. Erst neun Jahre alt, war sie schon eine Waise. Allein Gott, der sie als Werkzeug seiner heiligen Pläne gebrauchen wollte, zog gnadenvoll ihr Herz an sich, verlieh ihr frühe schon die Gabe der Weisheit, Liebe zum Gebete und zur Einsamkeit und männlichen Mut. Ihren kleinen Bruder Theodosius, der einstens Kaiser werden sollte, lehrte sie, wie eine fromme Mutter, beten, unterrichtete ihn in der heiligen katholischen Religion, führte ihn fleißig in die Kirche und brachte ihm alles bei, was ihn zu einem frommen Fürsten machen konnte. Ebenso vertrat sie Mutter- und Vaterstelle an ihren zwei kleineren Schwestern. Sie hatte den göttlichen Heiland Jesus so lieb, daß sie ihm das Gelübde machte, immer Jungfrau zu bleiben, und auch ihre beiden Schwestern dazu vermochte, das selbe zu tun. Im Alter von 15 Jahren wurde sie mit ihrem Bruder Theodosius zur Würde einer Beherrscherin des Reiches erhoben, und mußte nun im Namen des Bruders das Land regieren. Obwohl nun Kaiserin, immer beschäftigt mit den wichtigsten Angelegenheiten des Reiches, wegen ihrer Weisheit allgemein bewundert und gelobt, blieb sie doch immer demütig und bescheiden. Wenn sie irgend eine wichtige Einrichtung traf, so tat sie dies immer im Namen ihres Bruders, damit dieser die Ehre hätte, sie aber unbeachtet bliebe. Der kaiserliche Palast, früher ein Ort prachtvoller Feste, war unter ihrer Aufsicht wie ein Kloster an strenger Zucht und Ordnung. In ihr und ihrer Schwestern Gemach durfte keine Mannsperson eintreten. Männer sah und sprach sie nur öffentlich. Wenn die Staatsgeschäfte sie nicht hinderten, betete, las oder verrichtete sie mit ihren Schwestern Handarbeit. Auch kasteiete sie ihren Leib durch fasten und Nachtwachen, und entsagte mit Freuden den vergnügungen des Hofes. Wenn sie irgend einen Befehl zu geben, ein wichtiges Geschäft zu vollbringen hatte, flehte sie zuvor zu Gott um Erkenntnis, fragte dann weise Männer um Rat, und dann erst ging sie an die Ausführung. Obwohl sie eine schwache Jungfrau war, so regierte sie doch das weite Reich mit solcher Weisheit und Kraft, daß die Untertanen nie so zufrieden und glücklich, und der römische Name von den fremden Völkern nie so gefürchtet und geehrt war, als unter ihrer Herrschaft. Sie war wahrhaft eine Zierde des Erdkreises.

Als ihr Bruder Theodosius das zwanzigste Jahr erreicht hatte, suchte sie für ihn eine würdige Gattin. Dies war die schöne und geistreiche Athenais, die, da sie noch ein Heidin war, den christlichen Glauben annahm und nach empfangener Taufe vom Kaiserlichen Jüngling zur Ehe genommen wurde. In der heiligen Taufe erhielt sie den Namen Eudoria. Diese Frau nun ließ sich unglückseliger Weise durch einen Schmeichler am Hofe gegen die sanfte und wohlmeinende Pulcheria aufreizen und faßte den Plan, sie zu stürzen. Deshalb begünstigte sie auch die Ketzer, welche damals zahlreich waren, sich aber vor Pulcheria fürchteten, die am heiligen katholischen Glauben festhielt und ihn aus allen Kräften in Schutz nahm. Ja sie ging endlich soweit, Pulcheria ganz aus der Gunst und Liebe ihres Bruders des Kaisers Theodosius, zu verdrängen, und gab ihm deshalb den Rat, seine Schwester zur Diakonissin einer Kirche zu machen, und dadurch von seinem Hofe zu entfernen. Doch der heilige Bischof Flavian willigte in das Ansinnen des Kaisers nicht ein, sondern entdeckte vielmehr den abscheulichen Plan der heiligen Pulcheria, und diese, welche sich schon lange nach Ruhe und Einsamkeit sehnte, und den Frieden über alles liebte, zog sich auf ein Landgut zurück, wo sie fern von der Welt dem Gebete, der Lesung und Betrachtung der heiligen Schrift oblag, und im innigster Vereinigung mit Gott lebte.

Mittlerweile aber wich auch der Segen Gottes mit der Entfernung der heiligen Pulcheria von der Regierung des Kaisers und vom Reiche. — Die Ketzer durften frei und ungehindert ihre schändlichen Lehren verbreiten und die guten Katholiken verfolgen. Überall entstand Verwirrung und Unordnung. Pulcheria schmerzte dies wohl; allein sie hatte sich dem Willen Gottes vollkommen ergeben. Sie wollte die Welt vergessen — und auch von der Welt vergessen sein. Daher hatte sie auch keinen Groll gegen die Kaiserin und ihren Bruder Theodosius, den sie herzlich bedauerte, weil er sich so betrügen ließ. Indessen wurde die Verwirrung im ganzen Lande allgemein, Gewalttaten über Gewalttaten von Seiten der Ketzer häuften sich, es schien um die Wahrheit geschehen zu sein. Da wandte sich der heilige Papst Leo an die heilige Pulcheria, und forderte sie in mehreren Briefen auf, die Sache Gottes und seiner heiligen Kirche zu verteidigen.

Nun durfte sie nicht länger mehr in der geliebten Einsamkeit weilen. Sie machte sich auf, begab sich an den Hof des Kaisers und verlangte eine Unterredung mit ihm. Ihr kaiserlicher Bruder ließ sie vor sich, und nun zeigte sie ihm so klar, wie sehr er betrogen und in welchen Abgrund des verderbens man ihn zu stürzen versucht habe, daß er den Ratgeber der Kaiserin Eudoria, einem Kämmerling, verbannen und dann hinrichten ließ. — Bald darauf starb der Kaiser; Eudoria, seine Gemahlin, zog sich in das heilige Land zurück, wo sie bußfertig lebte und starb, und die heilige Pulcheria wurde nun Alleinherrscherin des morgenländischen Reiches. Da aber das Reich ringsum von Feinden bedrängt war, und sie, als schwaches Weib, der Gefahr nicht gewachsen war, so drangen die Großen des Reiches in sie, sich zu verheiraten. Das war eine neue Prüfung für die edle Jungfrau, denn sie wollte ihrem Verlöbnis treu bleiben. Endlich sah sie sich genötigt, dem Marcian, einem erfahrenen, gottesfürchtigen und glaubenseifrigen Kriegsmanne die Hand zu reichen. Er war Witwer und zeichnete sich durch außerordentliche Liebe zu den Armen aus. Bevor sie aber mit ihm getraut wurde, entdeckte sie ihm, daß sie dem Heilande versprochen habe, immer Jungfrau zu bleiben, und daß sie also auch in der Ehe dieses Gelübde halten wolle. Der fromme Marcian willigte ein und verpflichtete sich, mit ihr wie Joseph und Maria zu leben. Beide hatten kein anderes Ziel im Auge, als die Untertanen glücklich zu machen, überall im Reiche Religion und Frömmigkeit zu befördern, heilig zu leben und selig zu sterben.

Als sie sahen, welch schreckliches Unheil die Ketzerei im Lande anrichtete und die ganze Kirche verwirrte, gingen sie freudig auf den Vorschlag des Papstes ein, ein allgemeines Konzil zu berufen. Dies versammelte sich auch in der Stadt Chalcedon, im Jahre 451. Vier Gesandte des Papstes und 250 Bischöfe waren zugegen, auch der Kaiser Marcian wohnte mehreren Sitzungen bei, und die Ketzerei, welche gegen die Gottheit Christi, seine heilige Menschwerdung, gerichtet war, wurde einstimmig verdammt. Die heilige Pulcheria und ihr Gemahl wurden als Verteidiger des heiligen Glaubens allgemein gelobt und gepriesen, und diese bemühten sich auch, die Beschlüsse des Konzils überall geltend zu machen.

So gelang es endlich der heiligen Kaiserin, die Ruhe im reiche wieder herzustellen und dem Drange ihres Herzens, recht viel Gutes zu stiften, Genüge zu leisten. Sie erbaute Kirchen, stiftete Spitäler und stattete sie reichlich aus. Die Armen besuchte sie selbst und half ihren Nöten ab. Wenn ihr die Staatsgeschäfte Zeit ließen, zog sie sich zurück, um beten, geistliche Bücher lesen, die Kirchen besuchen zu können. Gott verlieh ihr auch reichliche Gnaden. In einer Erscheinung, die sie im Gebete hatte, wurde ihr das Grab der vierzig Märtyrer gezeigt. Sie erhob mit größter Feierlichkeit ihre Gebeine und ließ sie in einem kostbaren Sarge beisetzen.

Endlich, 54 Jahre alt, rief sie Gott zu sich, um ihr zu lohnen, was sie für die Erhöhung seiner heiligen Kirche getan. In ihrem Testament zeigte sie sich als wahrhafte Mutter der Armen. All ihre Güter, über die sie frei verfügen konnte, vermachte sie den Notleidenen und Kranken. — Ihr Gemahl, Marcian, befolgte pünktlich ihren letzten Willen und starb 2 Jahre danach, gesegnet von allen Untertanen seines Reiches.

Sie wird abgebildet im kaiserlichen Ornate, eine Lilie in der Hand.

Quelle: Legende von den lieben Heiligen Gottes, nach den besten Quellen neu bearbeitet und herausgegeben von Georg Ott, Stadtpfarrer in Abendsberg (1863)

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