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Der heilige Nikolaus von Tolentino, Augustiner-Einsiedler
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Der heilige Nikolaus von Tolentino, - Augustiner-Einsiedler

Der Festtag, Gedenktag, Verehrungstag ist der 10. September

* unbekannt      am 10. September 1308

Im Jahre 1245 knieten zwei rechtschaffene, christliche Eheleute am Grabe des heiligen Bischofs Nikolaus zu Bari, im Königreich Neapel. Sie waren weit hergekommen und beteten mit innigster Andacht. Ihre Ehe war zwar glücklich, auch hatten sie ihr Auskommen, aber sie hatten kein Kind. Deshalb verlobten sie sich zur Wallfahrt nach Bari, um durch Fürbitte des heiligen Bischofs Nikolaus, der so viele Betrübte schon getröstet, von Gott das Geschenk eines Kindes zu erhalten. Ihr Gebet fand Erhörung; Amota, so hieß das fromme Eheweib, gebar einen Knaben, dem die Eltern in der heiligen Taufe aus Dankbarkeit den Namen des heiligen Nikolaus geben ließen. — Den Knaben als ein wunderbares Geschenk des Himmels betrachtend, erzogen ihn die frommen Eltern auch für den Himmel. Sie hatten aber dabei wenig Mühe; denn der heilige Nikolaus war immer stille, freute sich, wenn die Mutter mit ihm betete, floh den Umgang mit anderen Kindern, begab sich gerne in die Kirche, hörte den Reden erfahrener, christlicher Männer aufmerksam zu und verwandte seine Zeit auf die Erlernung der Wissenschaften. Geistliche Bücher zu lesen war seine Freude, und den Armen wohl zutun, sein Vergnügen. Er teilte mit ihnen, was er hatte, und tröstete sie mit liebevollen Worten. Wer ihn sah, gewann ihn lieb. Besonders leuchtete aus seinen Augen eine wunderbare Unschuld und Reinheit des Herzens. Aber er floh auch alles, was nur im Geringsten die Schamhaftigkeit verletzen konnte, weibliche Personen sah er nicht an und wöchentlich fastete er dreimal, um die Triebe seines Fleisches zu bändigen.

Noch hatte er seine Studien nicht vollendet, als er in seiner Vaterstadt St. Angelo zum Chorherrn ernannt wurde. Sein Streben nach Vollkommenheit wurde jetzt noch größer; aber sein Verlangen, sich ganz dem Herrn hinzuopfern, konnte er in dieser neuen Stelle nicht erfüllen. Immer mit dem Gedanken beschäftigt, der Welt gänzlich abzusterben, hörte er einst einen Augustinermönch über die Betrachtung der Welt, die verderbt sei und zum Verderben führt, mit den eindringlichsten Worten predigen. Die Worte des Predigers bestärkten Nikolaus in seinem Entschlusse und kaum war die Predigt geendet, nahte er sich dem frommen Ordensmanne, öffnete ihm sein Herz und bat ihn um seine Fürsprache, damit er in den Orden der Augustinereinsiedler aufgenommen werde. Derselbe gewährt ihm die Bitte, und Nikolaus erhielt die Erlaubnis, in das Augustinerkloster zu Tolentino einzutreten.

Niemand im Kloster wußte, welch` ein gottseliger Diener Gottes unter ihnen wandle. Als aber Nikolaus anfing, die schwersten Bußwerke zu üben, als sie sahen, wie er den Gehorsam, die Verachtung seiner selbst, die brüderliche Liebe, die Geduld und Sanftmut im höchsten Grade besaß und mit allen Kräften dem lieben Heiland Jesus nach wandelte, da wurden sie von Bewunderung ergriffen und zu gleichen Eifer entflammt. Alle seine Mitbrüder sah er für seine Herren an, jedem diente er wie ein Knecht; das Mühsamste, das Verächtlichste tat er am liebsten. Niemals sah man ihn mürrisch, verdrißlich oder gar zornig. Gegen Lob und Tadel war er ganz gleichgültig, immer leuchtete aus seinem Gesichte Freundlichkeit und kindlicher Sinn. Sein Fasten war erstaunlich. Das ganze Jahr hindurch aß er kein Fleisch, noch Fische, Eier, Obst, auch wenn er krank war. Viermal in der Woche nahm er nur Brot und Wasser zu sich und dies sehr wenig. Einst von einer tödlichen Krankheit ergriffen, sollte er aus Gehorsam Fleisch zu sich nehmen. Er kostete ein wenig davon und bat dann demütig den Obern, er möge mit seinem Gehorsame zufrieden sein und ihn nicht zwingen, seinen Vorsatz, kein Fleisch zu essen, zu brechen, denn Gott könne ihm ja auch ohne Fleisch und Arzt die Krankheit hinweg nehmen, was auch geschah.

Um die jungfräuliche Reinigkeit unversehrt vor Gottes Thron zu bringen, hielt er seinen Leib in strengster Zucht. Nachts schlief er auf bloßer Erde, ein Stein war sein Kopfkissen, um seinen Leib trug er eine eiserne Kette. Er geißelte sich bis auf`s Blut und quälte seinen Leib auch sonst noch wie seinen ärgsten Feind. Fast die ganze Nacht brachte er im Gebete zu, und da der Satan das Gebet überhaupt, absonderlich aber das Gebet der heiligen Diener Gottes über Alles haßt, und deshalb zu hindern versucht, so verursachte er dem Heiligen in diesem gottgefälligen Geschäfte Störungen aller Art. In einer Nacht kniete der Heilige, seiner Gewohnheit nach, in der Kirche am Altare und betete. Da warf Satan die brennende Lampe auf die Erde, daß sie zerschmetterte, und vom Dache der Kirche die Ziegel herab schleudernd, erregte er einen solchen Lärm, daß man glaubte, die Kirche falle zusammen. Der Heilige ließ sich durch diese und ähnliche Erscheinungen des bösen Geistes nicht irre machen; ja auch dann, als Satan ihn einige Tage nachher so schlug, daß sein Körper voller Striemen war, ließ er sich vom Gebete nicht abhalten. In einer Nacht mißhandelte der Satan den Heiligen so stark, daß man ihn wie tot liegend fand, und er Zeit seines Lebens hinkte.

Dies mag dir, lieber Leser dieser Zeilen, wohl wunderbar vorkommen; allein ließ sich ja Jesus, der Sohn Gottes, selbst vom Tempel versuchen und durch dieses bösen Geistes Anreizung von den Juden an das Kreuz schlagen! Auch erzählt die heilige Schrift, daß Gott zugelassen hat, daß der Teufel den frommen Diener Job mit dem Aussatz schlug und mit allerlei Trübsal quälte. Gott läßt dem Satan diese Gewalt zur Prüfung seiner Auserwählten und zu seiner Verherrlichung, denn Satan wird besiegt, muß Gottes Macht und seine Ohnmacht erkennen, und die Heiligen vermehren dadurch den Glanz ihrer Krone. — Dieses war auch bei dem heiligen Nikolaus der Fall. Der Satan mußte mit Schande abziehen, der Heilige aber wurde reicher an Gnaden, die sich oft wunderbarer Weise kund gaben.

Durch sein Gebet kam er besonders den armen Seelen im Fegefeuer zu Hilfe und er sah öfters viele dieser Seelen nach Darbringung des heiligen Meßopfers und während er betete, aus den Flammen zum Himmel emporsteigen und hörte sie Dank sagen. Wenn er die heilige Messe las, erglühte sein Antlitz, aus seinen Augen flossen reichliche Tränen und von allen Seiten drängte sich das Volk herbei, um ihn am Altare zu sehen, und an seiner glühenden Andacht sich zu erbauen und seines Gebetes teilhaftig zu werden. Die Kranken und Betrübten zu trösten, und Feinde zu versöhnen, hatte er die wunderbarste Gabe. Dreißig Jahre lang lebte er in Tolentino. In dieser Zeit verkündete er beinahe jeden Tag das Wort Gottes und unzählbat sind die Sünder, die sich auf seine Predigten bekehrten, und die er dann im Beichtstuhle mit Gott versöhnte.

Seine überaus strengen Bußwerke, die er keinen Tag unterließ, und seine unausgesetzten Arbeiten hatten endlich seine Kraft gebrochen. Er war bis zum Gerippe abgemagert und nur sein Geist hielt den hinfälligen Körper noch aufrecht. Sechs Monate vor seinem Tode hörte er einige Nächte hindurch einen himmlischen Gesang; sein Tod wurde ihm vorausgesagt, dessen Stunde er auch seinen Brüdern verkündete. Bald darauf wurde er krank. Freudig trug er alle Schmerzen, bat seine Brüder und die Obern des Klosters um Vergebung wegen seiner Fehler, und begehrte dann die heiligen Sterbesakramente zu empfangen.

„Ich will,” sprach er, „die heilige Wegzehrung empfangen, damit ich auf der weiten Reise, die ich jetzt mache, nicht kraftlos werde. Ich will das Brot der Engel genießen, damit der Herr, wann er mich von dieser Welt hinwegnimmt und mich von der Erde erhebt, mich unterstütze und mich in den Himmel übersetze, von dem er herabgestiegen ist. Der herr ist meine Hilfe und ich werde meine Feinde nicht achten.”

Als er die heiligen Sakramente empfangen hatte, verlangte er ein Kruzifix, in welches ein Partikel des wahren Kreuzes Christi eingeschlossen war und welches er immer hoch verehrte. — Als man ihm das Kreuz brachte, betrachtete er es mit Freude strahlenem Antlitze und flehte zu Jesus, er möge ihn durch die Kraft seines Leibes vor jeder Gefahr im letzten Kampfe bewahren. Als ihn die Brüder fragten, warum er freudig zum Himmel schaue, gab er zur Antwort:

„Mein Herr Jesus erschien mir, sich auf seine Mutter und unseren heiligen Vater Augustinus stützend, und sagte: „Du guter und getreuer Knecht, gehe ein in die Freude deines Herrn,” und mit den Worten: „Vater, in deine Hände empfehle ich meine Geist,” schlummerte er sanft hinüber in die bessere Welt, am 10. September 1308.”

Er wird abgebildet mit einem Lilienstrauß in der Hand und einem Sterne auf der Brust, in schwarzer Mönchskleidung. In einer Nacht nämlich sahen die Bewohner von Tolentino einen wunderbar leuchtenden Stern aus der Gegend des Geburtsortes des Heiligen emporsteigen, gegen Tolentino wandern und dort über dem Altare, wo der Heilige die heilige Messe zu lesen pflegte, stille stehen. Auch nach seinem Tode erschien der Stern alle Jahre an dem Tage, wo der Heilige starb, über seinem Grabe zur Freude und zum Troste des Volkes, welches herbei eilte, um dort zu beten und Hilfe zu erlangen.

Papst Eugen IV. schrieb ihn in das Verzeichnis der Heiligen.

Quelle: Legende von den lieben Heiligen Gottes, nach den besten Quellen neu bearbeitet und herausgegeben von Georg Ott, Stadtpfarrer in Abendsberg (1863)

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