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Die heilige Seraphia und Sabina (3. September)
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Die heilige Seraphia und Sabina -

Der Festtag, Gedenktag, Verehrungstag der heiligen Seraphia ist der 3. September

* unbekannt.

Seraphia am 3. September 119; Sabina am 21. August des Jahres 120

Heiligsprechung: unbekannt

Die heilige Sabina war die Gattin eines vornehmen Römers. Im Heidentum geboren und erzogen, machte sie es wie alle vornehmen und reichen Römerinen, sie lebte nur für die Welt, liebte Pracht und Wohlleben, brachte ihre Zeit am Putztische oder in Gesellschaften zu, und quälte zum Zeitvertreib ihre Sklavinen mit hunderterlei launenhaften Befehlen. Als ihr Mann starb, zog sie sich auf ein Landgut im Umbrien zurück, und verlebte dort nach Art der römischen Matronen im Genuße weltlicher Vergnügungen ihre Tage. — Doch hatte der unsaubere Götzendienst ihr Herz nicht verdorben, und ihr offener Sinn für Gutes und Schönes ging im Strudel der Welt-Freuden nicht ganz zu Grunde. Sie gehörte zu jener Sorte von römischen Frauen, die der damaligen Weltweisheit huldigten, von eingebildeten Tugenden viel redeten, den niedrigen Pöbel mit seinem rohen Götzendienste verachteten, und sich selbst gewisse Grundsätze bildeten, nach denen sie ihr Leben einrichteten. Von den schönen Tugenden des Christentums, wie Jesus sie gelehrt und geübt und zur Nachahmung empfohlen hat;

von der lieblichen Demut und Sanftmut, vom freudigen Gehorsam, von erbarmender Liebe gegen die Kranken und Armen, von Feindesliebe war ihr nichts bekannt. Sie haßte zwar das Unrecht, sie kannte aber nur Gerechtigkeit gegen ihre Gleichen; die Sklaven, ihre Diener und Mägde, durften von keinem rechte reden. Sie galten, nach der damaligen Ansicht, im ihrem Auge nur als eine Sache, die man verkaufen, verschenken, mißhandeln und vernichten kannte, wie man wollte. Doch ahmte sie die römischen Matronen darin nicht nach, daß sie ihre Sklavinen grausam behandelte. Eine derselben hatte sogar ihr Zutrauen gewonnen, und Gott bediente sich ihrer, um ihr die Augen zu öffnen und sie zu seinem Kinde zu machen.

Seraphia, so hieß die Sklavin, war eine Christin. Gebürtig zu Antiochia in Syrien, war sie, auf welche Weise ist unbekannt, in das Haus der Sabina gekommen. — Mit mehreren Mädchen ihres Alters, sämtlich Heiden, mußten sie ihre Herrin bedienen. Bald erregte ihr Benehmen die Aufmerksamkeit ihrer Frau. Sie war nicht leichtsinnig und flatterhaft wie die übrigen; sie verschmähte Eitelkeit und Putz, verachtete Pracht und Glanz, und war immer zufrieden mir ihrem schlichten, aber reinlichen Gewand. Wenn ihr Sabina ein abgelegtes Kleid schenkte, so sah man gewiß damit bald ein armes Mädchen gekleidet. — Sie schmeichelte niemals ihrer Frau, lobte sie nicht, wo sie eher zu tadeln war, und ließ sich niemals herbei, Etwas zu tun, was gegen das christliche Gesetz war, auch wenn es ihre Frau mit allem Ernste forderte. — Demütig und ruhig, aber auch mit festem Mute sagte sie dann ihrer Frau, daß sie dies nicht tun dürfe, und dies Gottes heiliges Gesetz nicht billige. Im übrigen gehorchte sie pünktlich, tat Alles, auch das Schwerste, willig, gerne und freudig; diente mit gewissenhfater Treue und duldete mit der größten Sanftmut jede Verachtung und Mißhandlung, ohne im Geringsten sich zu beklagen. Zorn und Rachgierde kannte sie nicht; jede Beleidigung vergaß sie mit herzlicher Freude; und gerade jene, die ihr Unbilden zufügten, liebte sie am Meisten. Sie diente aber nicht blos ihrer Herrschaft mit der gewissenhaftesten Treue, sondern auch ihren Mitsklaven. Tausend kleine Liebesdienste erwies sie ihnen; immer hatte sie Trost für ihr Leiden bereit, und was in ihren Kräften stand, tat sie, ihr Los zu erleichtern. Besonders lieb hatte sie die Armen und Kranken; für sie sparte sie sich den letzten Bissen vom Munde; jede Gelegenheit benutzte sie, um ihnen helfend beizuspringen. — Die zarteste Sittsamkeit und Keuschheit leuchtete aus ihren Blicken, Reden und Handlungen. Sorgfältig vermied sie alle jene Lustbarkeiten, womit die Dienerschaft sich vergnügte. Die Einsamkeit war ihr das Liebste; dort lag sie auf den knien und betete, und oft sah die Sonne sie noch knien vor ihrem harten Lager, das sie während der ganzen Nacht nicht berührt hatte. hatte sie Erlaubnis aus dem Hause zu gehen, dann schlich sie sich in jene Wohnungen, wo die Christen sich versammelten, um dem heiligsten Opfer beizuwohnen und den christlichen Unterricht zu hören. Zweifach gestärkt mit dem Brote des Wortes Gottes kehrte sie dann wieder nach Hause zurück, um frohen Mutes neuerdings ihr Tagewerk zu beginnen.

Dieses Leben ihrer Sklavin kam Sabina auffallend und sonderbar vor; ihr eigentümliches Benehmen, das so seltsam gegen das aus der übrigen Sklaven abstach, machte Eindruck auf sie. Sie fühlte sich gedrungen, Seraphia darüber zur Rede zu stellen. Diese, welche beständig für die Bekehrung ihrer Herrin gebetet hatte, kam ihrem Verlangen freudigst entgegen und enthüllte ihr mit wunderbarer Weisheit nach und nach die Geheimnisse der christlichen Religion. Sie sprach mit ihr von Jesus, unserem Heiland, von seiner unendlichen Liebe zu uns Menschen, die ihn bewogen hat, für uns arme Sünder Mensch zu werden; sie erzählte ihr seine Geburt, sein Leben, Leiden und Sterben; sie erklärte ihr seine himmlische Lehre und verglich sie mit den Ungereimtheiten des Heidentums, und zeigte ihr, wie nur die Lehre Jesu das Sehnen des Herzens stillen, es wahrhaft hier und dort selig machen könne.

„Eine arme, unwissende Sklavin,” fuhr Seraphia fort, „kann, hohe Herrin! das Verlangen deines Geistes nach besserer Einsicht in die Geheimnisse und beseligenden Lehren unserer heiligen Religion nicht genug befriedigen; willst du mehr hören, dann komme mit mir in die Versammlung der Christen, vernimm unsere Priester und lasse dich von Ihnen unterrichten.”

Sabina war erstaunt über das herrliche Bild, welches ihr die arme Magd vom Christentum beschrieb. Sie hatte so Etwas noch nie gehört, nie geahnt. Ein heißes verlangen, die Christen in ihren Versammlungen zu sehen, entbrannte in ihrem Herzen. In einer dunklen Nacht stieg sie heimlich mit Seraphia hinab in die Katakomben, wo bei den Gräbern ihrer Brüder die Christen heimlich ihren Gottesdienst feierten. Was sie da sah und hörte, erregte ihre Verwunderung. Solche Liebe kannte das Heidentum nicht; solche Worte, die sie da hörte, vernahm sie noch nie. Sie widerstand nicht länger der Gnade, ließ sich unterrichten, taufen und wurde eine Christin. Jetzt war Seraphia nicht mehr ihre Sklavin, sondern ihre geliebte Schwester, und diese hatte nicht Worte genug, ihren Dank gegen Gott über die Bekehrung ihrer Herrin auszudrücken. Sabina kostete jetzt die Süßigkeit der heiligen Religion Jesu in ihrer ganzen Fülle. Die Liebe zu Jesus brannte in hellen Flammen in ihrem Herzen, seitdem sie das unaussprechliche Glück hatte, zum Erstenmal sein hoch heiliges Fleisch und Blut in der heiligen Kommunion zu empfangen. — Sie schenkte all ihren Sklaven die Freiheit; ihr Vermögen gehörte den Armen; wohltun war ihre höchste Freude, Gebet und Betrachtung ihre Wonne. Das Band der innigsten Schwesterliebe vereinigte sie mit ihrer geliebten Seraphia, die mit heiliger Freude sah, wie ihre treue Herrin von Tag zu Tag zu nahm in christlicher Frömmigkeit.

Unterdessen brach unter Kaiser Hadrian plötzlich eine Verfolgung der Christen aus. — Der Kaiser hielt die Christen für Juden, die er wegen ihrer immerwährenden Auflehnungen haßte. Schon war der heilige Eustachius, seine Frau und Kinder ein Opfer der Verfolgung geworden, schon hatte die Witwe Symphorosa mit ihren sieben Söhnen für Jesus geblutet. — Seraphia, die treue Magd und eifrige Christin, war Tag und Nacht beschäftigt, den Verfolgten beizustehen, als der Stadthalter Beryllus auch sie ergreifen ließ. Kaum hatte Sabina davon gehört, als sie sogleich zum Statthalter Beryllus eilte und sich von ihm die Gnade erbat, mit ihrer Magd auch die Ketten zu tragen und für Christus zu sterben. Der Statthalter aber, dem ihre hohe Geburt und ihr großes Ansehen nicht unbekannt war, nahm ihre Bitte nicht an. Er stellte sich, als halte er sie für wahnsinnig, und ließ sie unter Spott und Hohn über das Christentum aus dem Gerichtssaal führen. — Seraphia wurde vor Gericht gestellt, und, da sie standhaft ihren Glauben bekannte, dem scheuslichen Mutwillen roher Soldaten preisgegeben. Aber Jesus duldete nicht, daß seine reine Braut befleckt würde. Als die Soldaten es wagten, ihr zu nahen, wurden sie mit plötzlichem Starrkrampf geschlagen; alle ihre Glieder waren gelähmt. Von Mitleid ergriffen, betete Seraphia für sie und verhalf ihnen wieder zur Gesundheit. Abermals vor Gericht gestellt, versuchte Beryllus alle Mittel , die mutige Sklavin abtrünnig zu machen; jedoch vergeblich. Er ließ sie geißeln und foltern, allein Seraphia blieb Christo treu. Nun schrie das Volk: „Fort mit der Zauberin; zum Tode mit ihr!” Das Urteil wurde auch vollzogen. Hinausgeschleppt auf die Richtstätte wurde sie mit Prügeln totgeschlagen am 3. September 119.

Sabina beweinte bitterlich den Tod ihrer geliebten Schwester in Christo. Sie hatte jetzt keine Freude mehr auf Erden. Ihr einziges Verlangen war, bei Jesus mit Seraphia vereinigt zu sein. Nach einem Jahre wurde ihr Verlangen erfüllt. Sie wurde gefänglich eingezogen und nach kurzem Verhöre wegen ihres Glaubens an Jesus, den Gekreuzigten, enthauptet am 21. August des Jahres 120. Noch steht eine schöne Kirche in Rom, welche im Jahr 430 gebaut wurde und ihren Namen trägt.

Sabina und Seraphia werden abgebildet mit dem Schwerte in der Hand.

Quellen:

  • Legende von den lieben Heiligen Gottes, nach den besten Quellen neu bearbeitet und herausgegeben von Georg Ott, Stadtpfarrer in Abendsberg (1863). Jetzt auch digitalisiert und nochmals neu überarbeitet von Josef Dirschl (2008)
  • Bild: mit freundlicher Unterstürtzung von Meike Mohrhenn
    gepostet am 27.07.2008 21:04 von Meike Mohrhenn
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