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Leben der Väter und Märtyrer
ursprünglich in englischer Sprache verfaßt von Alban Butler

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Der heilige Bruno von Köln
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Der heilige Bruno von Köln - Stifter des Karthäuserordens

Der Gedenktag ist der 6. Oktober

  • * um das Jahr 1035 in Köln
  •   am 6. Oktober 1102 in La Torre bei Squillace (Italien)

Der Ursprung des Karthäuserordens
Es war in der Mitte des Juni 1084, da stiegen sieben Männer, in rauhe Kleidung gehüllt, auf lange Stäbe gestützt, schweigend die steilen, mit turmhohen Fichten bewachsenen Felsen von Chartreuse — Karthaus — hinauf. Durch eine dunkle Kluft führtführt sie der Weg, eiskalter Wind strömt ihnen entgegen, zu ihren Füßen stürzt ein wilder Gießbach in das Tal hinab; endlich erreichen sie einen freien Platz am Fuße eines hohen Berges, ringsum ist alles stille und die heilige Stille ladet zum Gebet ein. Die sieben Männer fallen auf die Knie und flehen inbrünstig zu Gott. Dann beginnen sie aus Holzstämmen sich Hütten zu bauen und ein Bethaus, und als die harte Arbeit vollbracht war, richteten sie sich ein, da zu wohnen, fern von der Welt, nur Gott dienend, im Gebete und Buße Tag und Nacht. Dies ist der Ursprung des Karthäuserordens, sein Stifter der heilige Bruno.

Die Legende des heiligen Bruno
Er war geboren um das Jahr 1035 zu Köln am Rhein. Seine Eltern waren edle Bürgersleute der Stadt, von der harten Faust genannt. Schon als kleiner Knabe zeigte er stillen Ernst und verschmähte Kurzweil und Spiel. Unter den Augen seiner frommen Eltern wuchs er empor in reiner Unschuld; er lernte gleißig in der Schule St. Kunibert, und in`s Jünglingsalter gekommen, machte ihn der heilige Bischof Hanno von Köln zum Kanonikus seiner Kirche. Noch mehr wollte er lernen, denn gr0ß war sein Verlangen nach Wissen. Deshalb begab er sich nach Reims in Frankreich, wo damals eine berühmte Schule war, an der gelehrte Geistliche die zahlreiche Jugend bildeten. Bald zeichnete sich Bruno vor allen Schülern aus; denn mit allem Fleiße studierte er Tag und Nacht. Aber die Wissenschaft machte ihn nicht stolz; er betete auch viel zu Gott, und das hielt ihn in der Demut und verlieh seinem Herzen die reine Liebe zum Herrn. Der Erzbischof von Reims erkannte des jungen Bruno Frömmigkeit und Gelehrsamkeit und erwählte ihn zum Aufseher der Schulen. Viele Jünglinge leitete er zur Gottseligkeit und führte sie mit hoher Weisheit ein in die Hallen der Wissenschaft. Mehrere seiner schüler, unter diesen befand sich auch der spätere Papst Urban II., verbreiteten seinen Ruf in die entferntesten Länder, von allen Seiten eilten junge Leute herbei, den Heiligen zu hören. Man nannte ihn überall eine Leuchte der Kirche, einen Lehrer der Lehrer, die Zierde seiner Zeit, das Muster aller Rechtschaffenen.

Nun starb der fromme Erzbischof Gervasius von Reims, der den Heiligen viel liebte und schätzte, und ein böser Mann wurde sein Nachfolger, der seine Herde hart bedrängte und Frevel häufte. Bruno schwieg nicht, er mahnte und warnte den gottlosen Bischof, und da es nicht fruchtete, trat er mit noch einem guten Freunde in einer Kirchenversammlung öffentlich als Ankläger des Bischofs auf. Darüber ergrimmte der böse Oberhirt, verfolgte den Heiligen und seine Freunde, und ließ sogar ihre Häuser niederreißen, ihre Einkünfte einziehen und ihre Stellen verkaufen. Der Heilige aber flüchtete sich in eines Grafen Schloß, der ihm wohl geneigt war.

Das ausschweifende Leben des unglücklichen Bischofs hatte das Herz des Heiligen schon lange tief verletzt, die Welt mit ihrer sündhaften Lust, welche so viele Menschen arm und elend macht, war ihm zum Ekel geworden; er hatte sie nie geliebt und schon von Kindheit an nach dem Besitze des höchsten Gutes sich gesehnt. So kam er denn auf den Gedanken, mit der Welt gänzlich zu brechen und in tiefster Einsamkeit seinem Gott und Herrn zu dienen. Eines Tages sprach er über die Untreue und den Trug der Welt und über die immer dauernde Glückseligkeit des Himmels mit seinen Freunden, dem Domprobst Rudolf und dem Domherrn Fulcius. Ihnen wurde im Laufe des Gesprächs wundersam ums Herz, eine heiße Sehnsucht nach Einsamkeit befiel sie, und so beschlossen sie, die Welt zu verlassen. Doch nur der heilige Bruno verharrte standhaft in seinem Entschluß, die beiden anderen wankten und gingen einen anderen Weg. Der Heilige sah sich jetzt mit seinem Plane allein, aber vertrauend auf Gottes Hilfe legte er alsbald Hand ans Werk. Er legte sein Amt nieder, gerade als man ihn zum Bischof erheben wollte, entsagte Allem, was er besaß und da sich wieder einige Gleichgesinnte ihm angeschlossen hatten, zogen sie sich an einen abgeschiedenen Ort im Bistum Langres zurück. Hier beriet er sich mit seinen Gefährten über die zu wählende Lebensregel und sie kamen überein, als arme Einsiedler, weit entfernt von Menschen, in tiefster Zurückgezogenheit zu leben.

Zur selben Zeit lebte zu Grenoble der große Diener Gottes, Bischof Hugo, der in seinem Bistume schauerliche, fast unzugängliche Gebirgswälder besaß. Dies wußte Bruno, und so wandte er sich mit sieben seiner Gefährten an diesen frommen Bischof, ihm um seinen Rat und Beistand bittend. Der Bischof nahm sie freundlich auf, denn ein wunderbares Gesicht ward ihm deshalb zu Teil, Er sah nämlich im Geiste Gott den Herrn, wie er in einer Einöde seines Bistums, Karthaus genannt, einen schönen Tempel baute und dann sah er sieben zirkelrunde Sterne aus der Erde empor steigen, die ihm voran gingen und ihn den Weg zum Tempel zeigten. Dies Gesicht offenbarte er dem heiligen Bruno und seinen Gefährten, küßte sie ganz herzlich, lobte ihr Vorhaben, wies ihnen die Karthause zum Wohnplatze an, und versprach ihnen treulich zu helfen. Nach einigen Tagen führte er sie selbst der Gegend zu, wo sie ihre Niederlassung gründen sollten. Es war ein schauerlich wüster Ort, fern von den Wohnsitzen der Menschen, kalt und unfruchtbar. Der Bischof schenkte ihnen urkundlich den ganzen Wald, und sogleich begann Bruno mit seinen Gefährten kleine Zellen zu bauen, und in der Mitte der selben eine Kirche. Anfänglich lebten sie zwei in einer Zelle, bald aber hatte jeder seine eigene.

Das Leben der Karthäuser:
Sie hielten fast immer das strengste Stillschweigen untereinander. Nur durch Zeichen machten sie sich verständlich. Die ganze Woche brachten sie einsam in ihren Zellen zu oder in einem kleinen Gärtchen, das ihre Hütte umgab; alle Sonnabende mußten sie vor dem Prior Rechenschaft ablegen, ob sie das Stillschweigen gewissenhaft beobachteten. Unter ihrer rauhen Kleidung trugen alle ein häresnes Bußhemd, ihr Bett war Streu und eine Decke von Schaffellen. Ihr Leben war ein beständiges Fasten; krank wie gesund aßen sie kein Fleisch, ihr Brot bestand aus Weizenmehl und Kleien. An Sonn- und Donnerstagen lebten sie von Eiern und Käse; an Dienstagen und Samstagen aßen sie gekochte Kräuter, in den übrigen tagen genossen sie Brot und Wasser. Salz sah man selten auf ihren Tischen. Nur einmal täglich genossen sie ihr spärliches Mahl, Festtage ausgenommen. Bücherabschreiben in ihren Zellen war ihr Erwerb. Nur zum Absingen der Vesper und der Metten versammelten sie sich in der Kirche; ihr Gesang war feierlich, ernst, langsam und voll himmlischer Andacht. In ihren Zellen herrschte die größte Armut; auch in ihrer Kirche fand man weder Gold noch Silber; nur der Kelch durfte von Silber sein. An Sonn und Festtagen lasen die Priester die heilige Messe. Kam es mit einem Bruder zum Sterben, so wurde er auf geweihte Asche gelegt, man sprach die Gebete der Kirche über ihn, und war er verschieden, wurden 30 Tage hindurch in Gegenwart seiner Leiche heilige Messen für seine Seele gelesen; am Tage seiner Beerdigung durften die Brüder mit einander reden, um sich zu trösten. Aber beim Tode eines Priors mußten sie drei Tage lang fasten und beten, um Erleuchtung zur Wahl eines wüdigen Nachfolgers.

Das war und ist noch heut zu Tage das Leben der Karthäuser. Allen ging der heilige Bruno mit gutem Beispiele voran und obgleich man hätte meinen sollen, ein so hartes Leben müßte Jedermann abschrecken, kamen doch aus Nah und Fern Männer herbei, welche um Aufnahme baten und Buße tun wollten für ihre Sünden. Auch ein reicher Graf wohnte lange unter den frommen Brüdern, um Gott mit neuem Eifer dienen zu können. Als er fortging, bot er ihnen ein reiches Geschenk zum Lohne für ihre Liebe; sie aber wiesen das selbe zurück mit der Begründung, Geld könne ihnen nichts nützen.

Nachdem so sechs Jahre der heilige Bruno in tiefster Einsamkeit gelebt hatte, nur von dem frommen Bischof Hugo von Grenoble zuweilen besucht, berief ihn der Papst Urban II., der sein Schüler gewesen und seine Gelehrsamkeit kannte, zu sich nach Rom, damit er ihm mit seinem Rate beistehe in der Leitung der Kirche. Aber nur mit tiefster Wehmut verlies der Heilige seine Einsamkeit, nur der Gehorsam konnte ihn dazu vermögen. Seine Brüder weinten bitterlich, als er von ihnen ziehen wollte; sie waren untröstlich und mehrere ließen nicht nach zu bitten, bis er sie mitziehen ließ. Mit der größten Hochachtung nahm der Papst zu Rom den Heiligen auf. Er mußte bei ihm wohnen, den übrigen Brüdern wies er eine eigene Wohnung an, wo sie nach ihrer Regel leben konnten. Allein diese fanden in der großen Stadt jene tiefe Stille nicht, wie im Walde der Karthause, und zogen mit Bewilligung des Heiligen wieder heim in ihre geliebte Einöde. Bruno wäre gerne mitgegangen, allein der Papst lies ihn nicht ziehen, gestattete ihm aber nach einiger Zeit, in eine Wüste Kalabriens zu gehen, um dort als Einsiedler zu leben. Es erging dem heiligen Bruno wie einem Fische, der außer dem Wasser nicht leben kann, und der sich nur erfreut, wenn er im frischen Quellwasser schwimmen kann. Im war die Einsamkeit die Lebensquelle, dort war er mit seinem Gott und Herrn vereint, dort konnte er nach Herzenslust beten, betrachten und lobsingen.

Einige fromme Männer, an die er rührende Briefe über die Eitelkeit der Welt schrieb, schlossen sich ihm wieder an, und mit ihnen begann er wieder sein früheres strenges Leben.

Da geschah es, daß eines Tages der Graf Roger von Sizilien auf der Jagd zur Zelle des Heiligen kam. Verwundert, hier in Mitte des Waldes eine Menschenwohnung zu treffen, trat er in die Hütte und fand den heiligen Bruno. Bald wurde er mit dem heiligen Mann bekannt und von seinem gottseligen Gespräche sehr erbaut. Er bot ihm reiche Geschenk an, die aber der Heilige anzunehmen sich weigerte. Aber auch der gute Wille, seinem heiligen Diener wohl zu tun, sollte von Gott belohnt werden. Graf Roger lag mit einem mächtigen Feinde im Kampfe. Einer seiner Anführer faßte den Plan, den Grafen zu verraten, und ihn in die Hände des Feindes zu liefern. In der Nacht nun vor dem tage, wo der Verrat geschehen sollte, ruhte der Graf auf seinem Feldbette. Da sah er im Traume den heiligen Bruno mit ganz zerrissenen Kleidern, und bittere Tränen weinend. Verwundert fragte er ihn, aber der Heilige weinte nur noch mehr. Als er zum zweiten Male fragte, erhielt er die Antwort:

„Ich weine wegen des Lebens so vieler Christen und besonders um dein Leben; dennoch stehe auf und ergreife die Waffen, vielleicht wird Gott es fügen, daß du dein und deiner Soldaten Leben rettest.”

Der Graf gehorcht, ruft seine Obersten herbei und ergreift die Waffen. Als dies der Verräter merkte, floh er mit seinen Genossen. Der Graf aber eilt ihnen nach, verwundet mehrere, nimmt andere gefangen und erkennt nun die Wahrheit des nächtlichen Traumes, indem ihm der Heilige erschien und warnte. Bald darauf besuchte der Graf den heiligen Bruno in seiner Zelle, und dankte ihm, daß er auch seiner in der Ferne nicht vergessen, und ihn gerettet habe aus großer Gefahr. Doch Bruno wies demütig die Ehre von sich und sprach, er habe den Engel Gottes gesehen, der die Fürsten im Kriege beschirme. Auch diesmal wollte der Graf den Heiligen reichlich beschenken, doch der Heilige schlug es aus und nahm nur den wüsten Wald zum Geschenke an, in welchen des Heiligen Zelle stand, um da ein Kloster zu gründen. Diesem Kloster, das sich bald mit neuen Brüdern bevölkerte, stand der heilige Bruno noch mehrere Jahre vor, bis endlich der Tod nahte, um ihn in die ewigen Hütten heim zu holen. Im September des Jahres 1101 wurde er krank. Vor seinen um sein Sterbebettlein versammelten Brüdern legte er eine öffentliche Beichte von seinem ganzen Leben ab, dann betete er ein feierliches Glaubensbekenntnis, in dem er besonders seinen Glauben an das heiligste Sakrament hervor hob, und am 6. Oktober des selben Jahres gab er dann sanft seinen Geist auf. nach mehr als 400 Jahren fand man seinen Leib noch unverletzt im Grabe.

Der Heilige Bruno wird abgebildet im weißen Karthäusergewande.

Quelle: Legende von den lieben Heiligen Gottes, nach den besten Quellen neu bearbeitet und herausgegeben von Georg Ott, Stadtpfarrer in Abendsberg (1863)

Heilige, Seelige im Monat Oktober -
  1. • Remigius v. Reims
  2. • Leodegar
  3. • Dionysius v. Athen
  4. • Franziskus v. Assisi
  5. • Placidus
  6. • Bruno von Köln
  7. • Thais
  8. • Pelagia
  9. Ludwig Bertrand
    • Günther, Einsiedler
    • Dionysius v. Paris
  10. Franziskus v. Borgias
  11. Probus
    Tarachus
    Andronikus
  12. • Maximilian
  13. Eduard
    • Reginbald, Bischof
  14. Kallistus
  15. Theresia
  16. Gallus
  17. Margaretha Maria
    • Johannes v. Lykopolis
    • Anscharius, Ansgar
  18. • Lukas, Evangelist
    Paul
  19. Petrus
  20. Wendelin
  21. Ursula
  22. -
  23. • Johannes Kapistran
    Ignatius
  24. Armella
  25. Crispin u. Crispinianus
  26. Evaristus
  27. Frumentius
  28. • Simon,
    • Judas, Thddäus
  29. Narcissus
  30. Marcellus
  31. Wolfgang



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