Der heilige Guntram - König von Burgund
- Festtag, Gedenktag ist der 28. März
- * in Frankreich um 525
- † 28. März im Jahre 593 in Chalon-sur-Saône, Frankreich
Das Frankenreich wurde nach dem Tode Clotar`s I. unter seine 4 Söhne aufgeteilt. Die Aufteilung erfolgte im Jahre 561.
Unser Heiliger war Einer der Söhne von Frankreichs König Clotar`s I. (Lothar) und erhielt Orleans (Orlean) und Burgund zu seinem Anteile.
Clotar`s I. Frau war zu dem Zeitpunkt die heilige Radegunde, die jedoch nicht Guntrams Mutter war. Siehe dazu auch unter der Legende der heiligen Radegunde.
Aber die Brüder lebten nicht lange in Eintracht; sie wollten ihr Reich, Einer auf Kosten des Andern, besonders nachdem Einer davon gestorben ist, vergrößern.
Wie sehr auch Guntram die Habsüchtigen ermahnte, doch keinen Bruderkrieg zu führen: so wurde er, statt daß seine Brüder ihm Gehör gaben, von ihnen angegriffen.
Er jedoch, mit Gott kämpfend, besiegte sie und eroberte einen großen Teil ihrer Länder.
Mit Recht hätte er den Preis seiner Siege seinem Reiche einverleiben können: aber er gab alles eroberte Land wieder zurück.
Nach dem Tode seiner Brüder, die meuchlerischer Weise gemordet worden, hätte er sich zum alleinigen Herrn des ganzen Frankenreiches erheben können.
Allein er, der Gerechte und Gottesfürchtige, suchte vielmehr die hinterlassenen Kinder seiner Brüder in ihrem Erbe zu erhalten.
Er fürchtete Gott, der auch an den Großen der Erde das Böse straft und ein Rächer ist alles Unrechts, das an Waisen verübt wird.
Ist es auch zu seiner Zeit Etwas Gewöhnliches gewesen, daß rohe Gewalt das Recht nicht achtet, sondern Alles nimmt und raubt, was sie bezwingen kann: so erscheint die Gerechtigkeitsliebe des Heiligen in noch schönerem Glanze, als er dem allverbreiteten Laster entgegen getreten ist.
Über seine Beamte und Kriegsleute hielt er strenge Aufsicht und gestattete keine Ungerechtigkeit und Bedrückung.
Wo eine Klage gegen die selben sich erhob: ließ er genaue Untersuchung anstellen und die Schuldigen zur verdienten Strafe ziehen.
Für Arme und Leidende sorgte er durch Stiftungen wohltätiger Anstalten. Seine Ehrfurcht vor dem Herrn offenbarte der dadurch, daß er seine Diener, die Bischöfe und Priester ehrte.
Die heilsamen Anordnungen, welche die Bischöfe trafen, und unter diesen besonders eine über die Heilighaltung der Sonn- und Feiertage, führte der Heilige mit Eifer und Weisheit aus.
Der heilige Guntram, König von Burgund, verwendete seine königlichen Schätze reichlich zur Hilfe Notleidender und zur Zierde der Gotteshäuser, um einen glückseligen Tod und nach demselben beim Gerichte Gottes Gnade zu erlangen.
Im Schlafe ward ihm von Gott ein großer, verborgener Schatz gezeigt, den er sogleich ausgraben ließ, aber ebenfalls wieder unter die Armen und an die Kirchen verteilte, um sich dafür einen Schatz im Himmel zu hinterlegen.
Er war ein wahrer Landesvater, an dem sein Volk mit aller Liebe und Ehrfurcht hing.
Deshalb war sein Tod, der im Jahre 593 erfolgte, Ursache allgemeiner aufrichtiger Trauer.
Quellen:
- Legende der Heiligen für katholische Schulen und katholische Familien von Karl Borromäus Bestlin, Stadtpfarrer in der Stadt Weil (1857)
- Leben und Taten der Heiligen - Eine Legenden-Sammlung für das christkatholische Volk von Michael Sitzel, Beichtvater des Mutterhauses der barmherzigen Schwestern zu München (1839)
- und andere
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