Der heilige Rupert (Ruprecht, Hrodpert) - Bischof von Salzburg
- Festtag, Gedenktag ist der 27. März
- * in
- † im Jahre 718
Unter jenen frommen, glaubenseifrigen Männern, welche aus fernen Ländern nach Deutschland zogen, um aus reiner Liebe zu Jesus und dem heile unsterblicher Seelen daselbst das Licht des heiligen Evangeliums zu verbreiten, zeichnet sich auch der heilige Rupert aus. Ihm hat Bayern und auch ein teil des heutigen Österreichs gar viel zu verdanken. —
Er stammte aus dem königlichen Geschlechte der Merowinger in Frankreich, und da er, wie sein Lebensbeschreiber erzählt, ein gerader, frommer, gerechter Mann war, vorsichtig in seinen Urteilen, weise in seinen Entschlüssen, aufrichtig in seinen Reden, und besonders voll der Liebe Gottes und des Nächsten, so wurde er zum Bischofe von Worms erhoben.
Als Bischof hatte er es nun besonders mit den Vornehmen zu tun, die statt an Tugenden voran zu leuchten, tief in Lastern versunken waren.
Er hörte nicht auf, seine Stimme zu erheben und ihr gottloses Leben zu tadeln und zu strafen.
Aber statt sich zu bessern, fingen sie an, den frommen Bischof zu verfolgen, und da auch die Irrgläubigen, deren es damals viele gab, mit ihnen gemeinschaftliche Sache machten, weil sie den frommen Bischof haßten, so mußte er Worms verlassen.
Gerade um diese zeit lebte in Bayern der edle Herzog Theodo II. und seine Schwester Regintrudis.
Theodo war schon vom heiligen Emmeram im christlichen Glauben unterrichtet, aber noch nicht getauft; viele der Großen aber aus dem Bayernvolke und eine Menge gemeiner Leute lebten noch im Götzendienste.
Theodo hätte gerne gesehen, daß sein Volk das Christentum annehme, aber er hatte leider keinen christlichen Priester, der das Evangelium hätte verkünden können.
Da hörte er von dem frommen Bischof Rupert.
Er sandte nun Männer vom edelsten Adel seines Landes an ihn ab und ließ ihn einladen, nach Bayern zu kommen, um sein Volk zum christlichen Glauben zu bekehren.
Rupert folgte aber der Einladung nicht gleich; er sandte zuvor einige Geistliche nach Bayern, damit sie wohl auskundschafteten, ob man dort wirklich gute Herzen fände zur Aufnahme des heiligen Evangeliums.
Diese taten, wie ihnen geheißen war, und erstatteten dem heiligen Manne günstigen Bericht.
Jetzt machte er sich auf den Weg nach Regensburg, wo damals der Herzog Theodo seine Residenz hatte.
Dieser zog mit einem glänzenden Hofstaate dem Heiligen entgegen und begrüßte ihn mit aller Ehrfurcht.
Kaum war Rupert in Regensburg angekommen, als er sogleich anfing, mit allem Eifer die christliche Lehre zu verkünden.
Regintrudis und die Großen des Reiches nahmen nun den christlichen Glauben an; auch Herzog Theodo ließ sich taufen, sowie seine ganze Familie.
Hierauf durchreiste Rupert das Land, um den Zustand des Volkes kennen zu lernen; aber leider fand er fast überall Unglauben und Aberglauben, selbst unter denen, die schon Christen waren.
Unermüdet streute er nun den Samen des heiligen Wortes Gottes aus, und da er einsah, daß ein Bischof einen festen Sitz haben müsse, damit das Volk ihn finden und sich Rat und Belehrung holen könne, so erbaute er sich zuerst eine kleine Wohnung und eine Kirche am Wallersee, wo jetzt Seekirchen steht.
Einige Zeit danach kam er auch in die Berge von Salzburg, wo er eines Tages ein schönes, weites Tal antraf, durch welches ein Fluß dahin strömte.
Am Ufer des Flusses bemerkte er prachtvolle Trümmer von Gebäuden, wie von einer zerstörten Stadt.
Dies waren die Überreste der ehemaligen Helfenburg, lateinisch Juvavium, welche die Römer erbaut, die wilden Heruler aber zerstört hatten.
Hier hatte einst das Christentum schon herrlich geblüht und Rupert beschloß, da seinen Bischofssitz aufzuschlagen.
Herzog Theodo schenkte ihm den Ort und eine weite Strecke des umliegenden Landes.
Rupert baute nun mit Hilfe seiner Geistlichen, die er mitgenommen, und neubekehrten Christen eine schöne Kirche und die nörigen Gebäude für sich und die Seinigen und legte so den Grund zur heutigen Stadt und dem Erzstifte Salzburg.
Damals gehörte Salzburg noch zu Bayern und Rupert war nun der einzige Bischof des großen Landes, welches er Christo gewinnen sollte.
da er nun wenige Priester hatte, reiste er in sein Vaterland Frankreich und kehrte von das mit zwölf vorzüglich frommen und gelehrten Priestern zurück.
Mit diesen unternahm er es nun, das ganze bayerische Volk zu bekehren.
Er zog daher mit ihnen aus und verteilte sie durch das ganze Land.
Wohin sie kamen und predigten, entstanden nun christliche Gemeinden und Rupert baute ihnen dann Kirchen und stellte einen Geistlichen an.
In Salzburg selbst errichtete er ein großes Kloster, um würdige Priester heranzubilden, auch auf einem Berge bei Salzburg ließ er für Klosterfrauen ein Gebäude errichten; diesen setzte er die fromme Ehrentrudis, seine Nichte als Äbtissin vor, welche sich mit ihren frommen Mitschwestern ganz besonders Armer, verwahrloster Kinder annahm, die selben kleidete, nährte und unterrichtete; ebenso liebevoll pflegte sie auch die Kranken.
Herzog Theodo hatte die größte Freude an dem reichen Segen, den Rupert über sein Volk verbreitete, und als das Ende seines Lebens heran nahte, ließ er seine Söhne vor sein Sterbebett kommen, verteilte das Land unter sie und mahnte sie dringend, gut und weise zu regieren, dem jüngsten seiner Söhne aber, Theodebert mit Namen, der die Gegend von Salzburg erhielt, gab er den besonderen Auftrag, den heiligen Bischof Rupert zu ehren und ihn in Allem zu unterstützen, was immer zur Beförderung der christlichen Religion dienen konnte.
Theodebert befolgte treu die Mahnung des sterbenden Vaters.
Sogleich nach dem Tode des selben, suchte er den heiligen Bischof auf, der eben in der waldigen Gegend von Bongau (dem heutigen Pongau) eine Kirche einweihte.
Es war noch alles Land rings um die Kirche lauter Wildnis, der Boden aber war fruchtbar.
Theodebert schenkte nun diese Gegend dem heiligen Bischof und blieb ihm immer mit Ehrfurcht und Liebe ergeben.
Nicht lange danach befiel den Heiligen eine Ahnung, daß er bald sterben werde.
Er durchreiste daher noch einmal sein großes Bistum, ermahnte alle Gemeinden zur Treue gegen Jesus und die Geistlichen zur eifrigen Erfüllung ihrer Pflichten.
Als die heilige Fastenzeit heran nahte, kam er wieder nach Salzburg zurück und wurde bald darauf sehr krank.
Am heiligen Ostertage betrat er, den Tod schon im Herzen, noch einmal den Altar, feierte mit rührender Andacht das heiligste Opfer und reichte sich dann selbst die heiligste Wegzehrung zur Reise in die Ewigkeit.
In seine Wohnung zurück gekehrt, legte er sich nieder, ließ seine Geistlichen vor sich kommen, mahnte sie nochmal zur Gottseligkeit, bestimmte den frommen Vitalis zu seinem Nachfolger und gab dann mit heiterem Angesicht seinen Geist auf am 27. März 718.
An seinem Sterbebett stand auch seine fromme Nichte Ehrentrudis:
Als der letzte Augenblick kam, sprach er zu ihr:
„Bete für mich, meine Schwester, mein Stündlein kommt.”
In Tränen schwimmend warf sich ihm Ehrentrudis zu Füßen und bat ihn, er möge im Himmel flehen, daß auch sie bald sterben dürfe.
Der Heilige versprach es.
Und siehe da, kurze Zeit danach, als der Heilige verschieden war, hörte Ehrentrudis, als sie gerade für das Heil ihres abgeschiedenen geistlichen Vaters betete, eine Stimme, die sie rief.
Nach wenigen Tagen entschlief auch sie gottselig im Herrn und wird jetzt als heilig verehrt.
Rupert wird abgebildet in bischöflicher Kleidung, einen Salzkübel neben sich, weil er der Gründer von Salzburg gewesen ist.
Quellen:
Legende von den lieben Heiligen Gottes, nach den besten Quellen neu bearbeitet und herausgegeben von Georg Ott, Stadtpfarrer in Abendsberg (1863)
Holzstiche aus dem Buch:
Lebensbeschreibungen der Heiligen Gottes von P. Matthäus Vogel sowie aus
Legende von den lieben Heiligen Gottes, nach den besten Quellen neu bearbeitet und herausgegeben von Georg Ott, Stadtpfarrer in Abendsberg (1863)
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