Der heilige Eduard, König von England und Märtyrer -
- Festtag, Gedenktag ist der 18. März
- * 963
- † am 18. März 978 in England
Eduard, ein Sohn Edgars, Gebieters von ganz England, folgte seinem Vater 975 in der Regierung nach, als er erst 13 Jahre alt war.
Er richtete sich in allem nach dem Rat des heil. Dunstan, welcher ihn auch krönte.
Seine Regierung war ein Spiegel aller Tugenden; er zeichnete sich besonders aus durch Sittenreinheit, Frömmigkeit, Bescheidenheit, Milde und Liebe gegen die Armen.
Seine Untertanen fanden sich von Tag zu Tag beglückter, unter der Herrschaft eines so guten Fürsten zu leben: aber sein frühzeitiger Tod wurde bald für sie eine Quelle der Tränen.
Seine Stiefmutter Elfriede hatte sich seiner Krönung widersetzt und alle Mittel angewandt, um ihren Sohn Ethelred, der damals erst 7 Jahre alt war, auf den Thron zu bringen.
Da ihre Ränke fehl schlugen, faßte sie einen unversöhnlichen Haß gegen Eduard und beschloß, ihn aus dem Weg zu räumen.
Der junge König gab seiner Stiefmutter, obgleich er ihre Gesinnungen kannte, dennoch bei jeder Gelegenheit die unzweideutigsten Beweise seiner Ehrfurcht und Liebe.
Er benahm sich gegen Ethelred, wie gegen den zärtlichst geliebten Bruder und sein betragen war umso bewunderungswürdiger, weil es fern von einer Verstellung war, sondern ihm nur ein gerades und aufrichtiges Herz zum Grunde lag.
Elfride war dadurch nicht gerührt; der Geist der Rache und der Ehrfurcht trat mit Füßen die geheiligten Gesetze der Natur und der Religion.
Eduard hatte schon drei und ein halbes Jahr regiert, als er auf einer Jagd in dem nahe bei Wareham, in der Grafschaft Dorset, gelegenen Wald, seiner Stiefmutter einen Besuch abstattete.
Elfriede aber, statt eine solche Ehre zu würdigen, führte den schauderhaften Entschluß aus, den sie schon lange vorher gefaßt hatte.
Kaum erblickte sie denjenigen, dessen Untergang sie geschworen hatte, in ihren Händen, als sie ihn durch einen ihrer Bediensteten auf unmenschliche Weise meucheln ließ.
Der Himmel aber entdeckte den Leichnam des unglücklichen Fürsten, den man in einem Sumpf geworfen hatte und verherrlichte ihn durch mehrere wunderbare Heilungen.
Er wurde beerdigt in der Kirche zu Unserer lieben Frau zu Mareham, von wo er drei Jahre darauf in das Kloster Chastsbury versetzt wurde.
Mehrere Kirchen begehrten und erhielten von seinen Reliquien.
Der Tod des heil. Eduard ereignete sich am 18. März, an welchem Tag auch in de, römischen Märtyrerbuch seiner erwähnt wird.
Elfriede, die von Gewissensbissen gemartert und durch die Wunder, welche auf die Fürbitte des Heiligen geschahen, erschüttert wurde, ging ernstlich in sich und faßte den festen Entschluß, ihren Frevel durch aufrichtige Buße zu sühnen.
Sie verließ die Welt und stiftete die Klöster Wherwel und Ambresbury; in dem Ersten nahm sie ihren Aufenthalt und brachte dort die übrigen Lebenstage heilig zu.
Ihr Sohn Ethelred, den sie als König sehen wollte, war ein feiger und unglücklicher Fürst.
England war unter seiner Herrschaft jeder Art von Elend und Überfällen, besonders der Dänen, preisgegeben.
Quellen:
- Leben der Väter und Einsiedler nebst anderen vorzüglichen Heiligen, ursprünglich in englischer Sprache verfaßt von Alban Butler. — Nach der französischen Übersetzung von Godescard für Deutschland bearbeitet und sehr vermehrt von Dr. Räß, Professor der Theologie und Direktor im bischöfl. Seminar in Mainz und Dr. Weis, Geistlicher Rat und Canonicus am hohen Dom in Speier —
aus dem 4. Band von 1823, Seite 114.
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