Der heilige Julian, Märtyrer in Cilicien (Türkei) -
- Festtag, Gedenktag ist der 16. März
- * zu Anazarbus in Cilicien (Türkei)
- † am 16. März Anfang des 4. Jahrhunderts
Julian erblickte das Licht der Welt zu Anazarbus in Cilicien; sein Vater war Senator in derselben Stadt.
Er erlernte die schönen Wissenschaften und trat nachher in den geistlichen Stand.
Während der diokletianischen Verfolgung fiel er in die Hände eines Richters, der weniger einem Menschen, als einem wilden Tiere glich.
Als dieser sah, daß Julius Standhaftigkeit den grausamen Qualen trotzte, versuchte er in durch einen langsamen Martertod zu besiegen.
Jeden Tag wurde vor den Richterstuhl geführt, wo, um ihn zu gewinnen, mal Versprechungen, Drohungen und Peinigungen angewandt wurden.
Ein ganzes Jahr lang ließ ihn der Richter durch alle Städte Ciliziens schleppen, in der Meinung, ihn dadurch größerer Schande preis zugeben.
Aber ohne es zu wissen, erhöhte er immer mehr den Triumph des Heiligen, verschaffte ihm sogar noch Gelegenheiten, durch sein Beispiel und seine Reden die Christen im Glauben zu bestärken.
Man erschaudert bei Erzählung der Martern, welche Julian ausstehen mußte.
Die Schergen zerfleischten seinen Leib so fürchterlich, daß sein Gebein entblößt wurde und man sogar seine Eingeweide sah.
Dann wurde er gegeißelt und mit Wunden bedeckt, die sie mit brennenden und ausgelöschten aber noch glimmenden fackeln berührten.
Aber all diese verschiedenen Peinigungen vermochten die Standhaftigkeit des Julian nicht zu erschüttern.
Der Richter gab sich endlich besiegt indem er ihn zum Tode verdammte.
Jedoch wollte er noch einen neuen Beweis für seine wilde Grausamkeit ablegen.
Da er gerade zu Aega einer Stadt in Cilicien, sich befand, befahl er, den Heiligen, nachdem man ihn in einen Sack mit Skorpionen, Schlangen und Vipern eingenäht hatte, ins Meer zu werfe.
Eusebius berichtet uns, daß der heilige Ulpian zu Tyrus eines ähnlichen Martertod starb, da man ihn mit einem Hund und einer Natter in einen ledernen Sack schloß und so ins Meer versenkte.
Diese Todesart hatten die römischen Gesetze gegen die Vatermörder verfügt, aber sie war so schauderhaft, daß man sogar vermied, sie an diesen Bösewichten auszuliefern.
Das Meer gab den Leichnam des heiligen Märtyrers den Menschen wieder zurück und die Gläubigen brachten ihn nach Alexandrien, dann nach Antiochien.
In dieser Stadt hielt der heil. Chrysostomus die Lobrede des heil. Julian auf dessen Grab, worin er sagt, daß man bei den Reliquien dieses Heiligen, sowohl von den Krankheiten des Körpers, als auch der Seele geheilt wurde.
Die Märtyrer wollten lieber ihre Güter, ihre Freunde, selbst ihr Leben dahingeben, als an Gott meineidig zu werden.
Sie waren alle beseelt von dem Geist des großen Apostels und jeder von ihnen sagte, nach seinem Beispiel:
"Wer wird mich trennen von der Liebe Jesu Christi? Kronen, Reichtümer, Vergnügen, eure Lockungen werden nicht im Stande sein, mich von dem meinen Gott schuldigen Gehorsam loszureißen und ihre Qualen, Kerker, Folterbänke, und du, o Tod, unter welcher Gestalt du dich immer mir zeigen magst, ihr werdet nie im Stande sein, meine Standhaftigkeit zu erschüttern.
;it einem Wort, nichts wird mich trennen von der Liebe Christi."
So sollte jeder Christ gestimmt sein.
Quellen:
- Leben der Väter und Einsiedler nebst anderen vorzüglichen Heiligen, ursprünglich in englischer Sprache verfaßt von Alban Butler. — Nach der französischen Übersetzung von Godescard für Deutschland bearbeitet und sehr vermehrt von Dr. Räß, Professor der Theologie und Direktor im bischöfl. Seminar in Mainz und Dr. Weis, Geistlicher Rat und Canonicus am hohen Dom in Speier —
aus dem 4. Band von 1823, Seite 52.
- Legende von den lieben Heiligen Gottes, nach den besten Quellen neu bearbeitet und herausgegeben von Georg Ott, Stadtpfarrer in Abendsberg (1863)
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