www.fleurop.de
Suchbegriff(e) eingeben:

Heiligenlegenden im Jahresverlauf oder von A - Z
Januar
Februar
März
April
Mai
Juni
Juli
August
September
Oktober
November
Dezember
A B C
D E F
G H I
J K L
M N O
P Q R
S T U
V W X
Y Z

Weitere Legenden


Leben der Väter und Märtyrer
ursprünglich in englischer Sprache verfaßt von Alban Butler

für Deutschland bearbeitet von Dr. Räß und Dr Weis




Hier entsteht ein Nachschlagewerk
über die Legenden der Heiligen

Ein Service von
www.feiertagsseiten.de



468x60

Infos hinzufügen  |  Druck Version  |  PDF Version  |  Buchtips  |  Zurück
Translate this page into English Translate this page into English   |   Traduction française de cette page Pressure Version

Die heilige Euphrasia, Jungfrau
Copyright © by www.heiligenlegenden.de
Die heilige Euphrasia, Jungfrau - (Euphraxia)

  • Festtag, Gedenktag ist der 13. März
  • * um 380
  • † um das Jahr 410

Was fromme, gottesfürchtige Eltern vermögen, wenn sie in der Erziehung ihrer Kinder recht einztächtig zusammenwirken, das kannst du an der heiligen Jungfrau Euphrasia sehen. Sie waren von hoher Geburt, reich und hatten nur dies einzige Kind; aber sie machten es nicht wie so manche Eltern, die ihre Kinder wie die Affen lieben, ihnen Alles nachsehen und in allen Stücken nach ihrem Willen tun, nein, sondern sie hatten schon nach der Geburt ihres Töchterleins den Entschluß gefaßt, das selbe nur für Gott zu erziehen. Kaum hatte also das Kind zu plaudern angefangen, so lehrten sie es die heiligen Namen Jesus und Maria auszusprechen, faltetem ihm die kleinen Händlein zusammen und beteten mit Ihm zum Himmelvater. Bei jeder Gelegenheit erinnerten sie ihr Kind an die Güte Gottes, von dem Alles empfange und lehrten es so recht dankbar gegen Gott sein. Immer und immer sagten sie zu ihm, daß Gott alles sieht und alles weiß, und daß es ja nichts Böses vor Gottes heiligem Angesichte tun solle. So wuchs also das kleine Mädchen in aller Unschuld empor, von ihren guten Eltern wie von zwei heiligen Schutzengeln bewacht. da starb der Vater und die Mutter mußte für Euphrasia allein sorgen. Dies wurde ihr aber sehr schwer, denn man setzte ihr sehr stark zu, sich wieder zu verheiraten; selbst die Kaiserin, ihre Base, riet ihr zu einer neuen Heirat. Doch sie blieb ihrem Vorsatz, unverehelicht zu bleiben, getreu, und um aller Unruhe los zu werden, ging sie mit ihrer Tochter nach Ägypten, wo sie große Besitzungen hatte. In der Nähe eines Klosters, in welchem 139 Jungfrauen ein gar armes, gottseliges Leben führten, schlug sie ihre Wohnung auf. Die Klosterfrauen lebten nur von Kräutern und Gemüse, das sie in einem Garten bauten. Sie aßen nur am Abend nach Sonnenuntergang. Mehrere brachten zwei und drei Tage ohne Speise zu. Ihr Kleid bestand aus grober Wolle, ihr Bett war ein härenes Bußkleid auf bloßer Erde, Handarbeiten und Gebet war ihre tägliche Beschäftigung. Im ganzen Kloster herrschte der tiefste Friede und herzliche Eintracht. Das Beispiel der Nonnen machte auf Mutter und Tochter einen großen Eindruck. Sie wollten den armen Frauen aus ihrem Vermögen einen beträchtlichen Teil geben, aber die Äbtissin nahm nichts an, indem sie sagte: „Wir haben ja allen Gütern der Welt entsagt, um den Himmel zu erkaufen. Wir sind arm und verlangen in der Armut zu sterben.” Sie nahm nur Öl zum ewigen Licht in der Kirche und Weihrauch zum Gottesdienste. Als Euphrasia 7 Jahre alt war, kam ihr das Verlangen, in dieses Kloster zu treten. Sie entdeckte ihren Wunsch der Mutter und diese weinte vor Freude, als sie dies hörte. Sie selbst führte ihre Tochter zur Oberin und bat um die Aufnahme. Die Oberin willigte ein und gab Euphrasia das Bild des Heilandes in die Hände. Sie küßte mit Inbrunst das Bildnis mit den Worten: „Ich gelobe für die übrige Zeit meines Lebens mich ganz meinem Heiland zu weihen.” Ihre Mutter führte sie dann zu einem anderen Bild des Gekreuzigten und verrichtete folgendes Gebet: „Nimm, o Herr, dies Kind unter deinen Schutz; es liebt und sucht nur dich, und empfiehlt sich daher nur dir allein.” Dann wandte sie sich zu ihrer Tochter und sagte: „Möge dich Gott immer in der Furcht seines heil. Namens erhalten.” Alsdann übergab sie weinend das Kind den Händen der Oberin und entfernte sich.

Du darfst nicht glauben, lieber Leser, daß Euphrasia nur aus kindlicher Einfalt so gehandelt hat. Sie war wohl erst ein Mädchen von 7 Jahren, aber sehr verständig und vom heiligen Geiste erleuchtet. Die Oberin stellte ihr alle Beschwerden des Klosters vor, das strenge Fasten, die harte Arbeit, das beschwerliche Nachtwachen, die große Armut; allein Euphrasia ließ sich nicht abschrecken, sie wollte Alles leiden und hingeben, nur um Christum zu gewinnen. Daß es ihr wahrhaft ernst gewesen, wirst du bald sehen.

Einige Zeit nachher, da Euphrasia in das Kloster getreten war, wurde ihre Mutter krank. Sie eilte an das Krankenbett ihrer lieben Mutter und pflegte sie mit aller Liebe. Da diese sah, daß ihr Tod heran nahte, sprach sie zu ihrer Tochter folgende rührende Abschiedsworte: „Fürchte Gott, ehre deine Schwestern und betrachte dich als ihre Dienerin. Denke nie daran, was du in den Augen der Welt warst und sage nicht einmal zu dir selbst, daß du aus kaiserlichem Blute entsprossen bist. Sei demütig und arm auf Erden, damit du verdienst, die Herrlichkeit und Schätze des Himmels zu empfangen.” Nach einigen tagen entschlief die fromme Mutter selig im Herrn.

Kaum hatte der Kaiser zu Konstantinopel, ihr Verwandter, ihren Tod vernommen, als er Euphrasia aus dem Kloster abholen und einem vornehmen Manne, dem er sie versprochen, zur Ehe geben wollte. Allein Euphrasia wollte von keiner Ehe etwas wissen. Deshalb schrieb sie auch dem Kaiser folgenden Brief:

„Ich gehöre Jesu Christo an und kann mich also keinem anderen Manne mehr überlassen. Mein einziges Verlangen ist, daß die Welt auf mich ganz vergesse. Nur um die Gnade bitte ich den Kaiser, meine Güter unter die Armen auszuteilen und meine leibeigenen Knechte und Mägde frei zu lassen, damit ich frei von allen irdischen Sorgen meinem Gott ungehindert dienen kann. Betet für mich zum Herrn, daß ich seiner würdig lebe; um die nämliche Gnade bitte ich auch die Kaiserin.”

Diesen Brief las der Kaiser Theodosius, so hieß er, in öffentlicher Ratsversammlung vor und konnte sich dabei der Tränen nicht enthalten; auch die Ratsherren wurden tief gerührt und riefen aus: „Wahrlich, Euphrasia ist ein heiliger Zweig von einem heiligen Stamme.” Der Wille der Heiligen wurde pünktlich vollzogen. Nachdem sie aber auf diese Weise ihre zeitlichen Angelegenheiten geordnet hatte, vergaß sie nach dem Wunsche ihrer frommen Mutter so ganz die Welt, daß man hätte glauben sollen, sie wäre immer arm und verlassen gewesen, sie hätte nie in der Welt gelebt. Schon seit dem zwölften Jahre hatte sie sich angewöhnt, nur einmal des Tages und zwar zu Abend zu essen, bisweilen blieb sie bis zum dritten Tage ohne Speise. Gerade die niedrigsten Arbeiten im Kloster verrichtete sie am liebsten und bei all dem blieb sie immer gesund und von blühender Wohlgestalt. Man schrieb dieses einem Wunder der Gnade zu. Die Oberin, welche ihren großen Eifer und ihr Verlangen sah, immer vollkommener zu werden, legte ihr strenge Prüfungen auf, die sie aber alle mit Freuden über sich nahm. Eines Tages befahl sie ihr, einen großen Steinhaufen von einem Orte zu einem anderen zu tragen. Die Heilige gehorchte ohne Widerrede dreißig tage nacheinander. Wie weit es Euphrasia in der Demut gebracht hatte, zeigt folgendes Beispiel. Eine Klostermagd mit Namen Germana, welche sie wegen ihres Eifers beneidete, fragte sie einst, warum sie den alle Tage faste und nur einmal in der Woche esse, ob sie sich etwa dadurch vor den Schwestern auszeichnen wolle. Euphrasia antwortete: daß sie nichts ohne den Willen der Oberin tue. Nun schalt die Magd Euphrasia eine Heuchlerin, welche sich nur so stelle, um einmal Oberin zu werden. Ohne ein Wort zu sagen, warf sich die Heilige der Magd zu Füßen und bat sie um Vergebung und ihr Gebet. Die Oberin erfuhr den Vorfall, gab der Germana einen scharfen verweis und schloß sie auf einige Zeit von der Gemeinschaft der Schwestern aus. Euphrasia aber bat so lange und so inständig für sie, bis ihr die Strafe nachgelassen wurde. Siehe, so machen es diejenigen, welche eine rechtschaffene Liebe Gottes und des Nächsten im Herzen haben; „Diese Liebe, sagt der Apostel, ist geduldig, langmütig und gütig; sie denkt nichts Böses, sie erfreut sich nicht über die Ungerechtigkeit, erfreuet sich aber über die Wahrheit; sie leidet Alles, sie glaubt Alles, sie hofft Alles sie trägt Alles!” O daß auch ich und du eine solche Liebe hätten!

Die heilige Euphrasia, von Gott auch mit der Gabe der Wunder begnadigt, starb im 30. Jahre ihres Alters im Jahre 410.

Sie wird in Nonnenkleidung abgebildet, einen Stein in der Hand haltend.

Quellen:
Legende von den lieben Heiligen Gottes, nach den besten Quellen neu bearbeitet und herausgegeben von Georg Ott, Stadtpfarrer in Abendsberg (1863) und weitere Quellen.

Heilige im Monat März -
  1. • Eudoria (Eudokia)
    • Suitbert (Suidbert)
    David
    • Leo
    • Monan
    • Albinus von Angers
  2. • Karl von Flandern
    • Ceadda (Chad)
    • Marnan
  3. • Kunigunde, Kaiserin
    • Marinus, Märtyrer
  4. • Kasimir von Polen
    • Lucius
    • Basin
    • Petrus
    • Hadrian v. St. Andrews
  5. • Johann Joseph v. Kreuz
    • Hadrian und Eubul
    • Kiaran (Kenerin)
    • Gerasimus
    • Theophilus
    • Eusebius
    • Virgilius
  6. • Koletta, Coleta
    • Reginbald, Bischof
    • Baldred
    • Cadrool
    • Kineburga, Kineswida
    • Fridolin
    • Rosa von Viterbo
  7. • Perpetua
    • Felicitas
    • Thomas von Aquin
  8. • Johannes von Gott
    • Apollonius u. Philemon
    • Sennan
    • Felix
    • Julian
    • Duthac
  9. • Katharina von Bologna
    • Pacian
    Franziska von Rom
  10. • Simplicius, Papst
    • Vierzig Märtyrer
  11. • Eulogius von Cordoba
  12. Fina
  13. • Euphrasia, Jungfrau
  14. • Mathildis, Mathilde
    • Bonifacius von Roß
  15. • Zacharias
  16. • Megingoz von Würzburg
    • Heribert von Köln
    • Julian von Cilicien
    • Finian
    • Eusebia
    • Gregor
  17. • Gertrud von Nivelles
    • Patrizius, Patrick
  18. Zyrillus, Cyrill
    • Eduard von England
    • Alexander v. Jerusalem
    Narzissus
  19. • Joseph, Josephitag
  20. • Wolfram von Sens
    • Ambrosius von Sienne
  21. • Nikolaus von Flüe
    • Serapion, der Sindonite
    • Benedikt von Nursia
  22. • Paulus von Narbonne
    • Lea
    • Deogratias
    • Katharina von Schweden
    Basilius von Ankara
  23. • Toribio, Turribius
  24. • Gabriel, Erzengel
    • Katharina von Schweden
    • Simon von Trient
  25. • Mariä Verkündigung
  26. • Ludgerus, Ludger
    • Johannes von Lykopolis
  27. • Rupert, Ruprecht
  28. • Guntram
    • Sixtus III., Papst
  29. • Jonas
    • Barachisus
    • Regulus
    • Zosimus
  30. • Acacius, Achatius
    • Guido (Wido)



Die Heiligenlegenden    (http://www.heiligenlegenden.de)
Copyright © by Josef Dirschl, www.heiligenlegenden.de    -    info@heiligenlegenden.de
ALLE RECHTE VORBEHALTEN / ALL RIGHTS RESERVED
Suchmaschinenoptimierung mit Ranking-Hits

Haftungshinweis:
Hiermit distanziere ich mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf meiner Homepage und mache mir diese Inhalte nicht zu eigen. Diese Erklärung gilt für alle auf dieser Website angebrachten Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.