Der heilige Johannes von Gott - Johannes von Gott
- Festtag, Gedenktag ist der 8. März
- * 1495 in Monte-Major in Portugal
- † am 8. März im Jahre 1550 in Granada in Spanien
- Seligsprechung: 1630
- Heiligsprechung: 1691
Zu Monte-major im Königreich Portugal ist der heil. Johannes geboren im Jahre 1495.
Seine Eltern waren arm: aber sie hielten den kleinen Johannes zum fleißigen Gebete und zur Verehrung der seligsten Jungfrau Maria an.
Aus Drang, fremde Länder zu sehen, verließ er die Heimat, kam nach Oropesa in Neukastilien, wo er zum Hüten der Schafe verwendet wurde.
In seinem Hirtenstande führte er ein gottseliges Leben, und gelobte, die Jungfräulichkeit zu bewahren.
Es erwachte in ihm aufs Neue sein Hang, in die Fremde zu wandern; er ließ sich anwerben, und nahm an mehreren Feldzügen sowohl gegen die Franzosen als auch gegen die Türken teil.
Als Soldat wurde er nachläßig im Dienste Gottes, und führte bald, überwunden durch schlechte Beispiele und schamlose reden seiner Kameraden, ein lasterhaftes Leben.
Doch erweckte ihn Gottes Gnade wieder; nachdem er entlassen war, wurde er Schäfer bei einer vornehmen Frau in Andalusien.
Da gedachte er in der Bitterkeit seines Herzens seiner Verirrungen und entschloß sich, Gottes Gerechtigkeit vorzüglich durch Werke der Barmherzigkeit zu sühnen.
Dazu bot sich ihm zuerst eine Gelegenheit dar, als er einen verbannten portugiesischen Edelmann traf, der erkrankte.
Bald war das vermögen des Kranken aufgezehrt; Johannes pflegte ihn Tag und Nacht ohne Belohnung, ja, er nährte ihn samt seiner Familie mit dem Tagelohne, dem er verdiente.
Später zog er nach Granada und kam dadurch, daß er täglich Holz sammelte, und es auf dem Markte verkaufte, zu einigem Vermögen.
Jetzt mietete er ein Haus, in welches er Kranke aufnahm.
Mit einem Korbe auf dem Rücken und zweien Töpfen unter den Armen ging er am Abende durch die Strassen Granadas, und rief mit lauter Stimme:
„Tut Gutes, liebe Brüder! tut Gutes!”
Und reichliche Almosen kamen in seinen Korb, so, daß er einen Spital einrichten konnte.
Der Bischof von Tuy in Gallizien, der nach Granada gekommen, sah sein Werk als ein Werk Gottes an, gab dem heil. Johannes den Beinamen von Gott, und ermunterte ihn, einen Orden zu stiften.
So wurde der Grund zum Orden der barmherzigen Brüder gelegt.
Außer der Krankenpflege ging seine Sorgfalt dahin, Diejenigen, welche in die Schlinge der Verführung geraten waren, aufzunehmen und zu Gott zurück zu führen.
Eine schwere Krankheit überfiel den Heiligen in seinem 55. Lebensjahre; Alles, Groß und Klein, Reich und Arm war über die drohende Gefahr bestürzt, den frommen Diener des Herrn durch den Tod zu verlieren; die Geistlichkeit, der ganze Adel Granadas kam, ihn an seinem Krankenbette zu besuchen.
Johannes verschied noch vor dem Altare knieend, den 8. März 1550.
Quelle: Legende der Heiligen für katholische Schulen und katholische Familien von Karl Borromäus Bestlin, Stadtpfarrer in der Stadt Weil (1857) und weitere
Holzstich aus dem Buch: Legende von den lieben Heiligen Gottes, nach den besten Quellen neu bearbeitet und herausgegeben von Georg Ott, Stadtpfarrer in Abendsberg (1863)
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