Der heilige Petrus, Bischof v. Policastro, Abt v. Cave in Italien -
- Festtag, Gedenktag ist der 4. März
- * aus dem Geschlecht von Pappacarbone von Salerno
- † am 4. März 1123
Der heilige Petrus, entsprossen aus dem edlen Geschlecht der Pappacarboni von Salerno, hatte zu seinem Oheim väterlicher seits den heil. Alpherus oder Alfier, Stifter und erster Abt des Klosters Cave, in derselben Provinz und wurde unter der Aufsicht dieses gottesfürchtigen Mannes welcher im Jahr 1050 starb, erzogen.
Unter dem Abt Leo, dem Nachfolger seines Oheims, legte er die Klostergelübde ab und widmete sich allen Bußübungen mit solchen Eifer, daß es schien, als wollte er die alten Einsiedler in ihrer strengen Lebensart nachahmen.
Bald fand er die Regel des Klosters Cave zu gelinde und zog sich, während der Fastenzeit, mit einigen Broten ausgestattet, auf den Hügel eines benachbarten Berges zurück, wo er alle Gemeinschaft mit den Menschen vermied und in steter Betrachtung göttlicher Dinge blieb.
Einige Zeit darauf hörte er viel Lob und Erbauliches von der Abtei Cluny in Frankreich.
In heißer Sehnsucht nach höherer Vollkommenheit, zu der er in diesem berühmten Kloster gelangen zu können glaubte, entschloß er sich, dahin zu gehen.
Begleitet von den Segenswünschen seines Abtes und in Gesellschaft einiger Brüder des Klosters Cave, machte er sich etwa um das Jahr 1068 auf den Weg und kam glücklich zu Cluny an, wo er von Hugo VI. Abt des Klosters, sehr freundschaftlich aufgenommen wurde.
Petrus blieb dort 5 Jahre, nicht nur um sich mit der Ordensregel bekannt zu machen, sondern auch um sie mit größten Eifer in Ausübung zu bringen.
Nach Verlauf dieser Zeit schickte ihn der heil. Hugo wieder in sein Kloster nach Cave zurück, mit allen Beweisen der Achtung und Liebe.
Die Meinung, welche man von seinen Tugenden und Wissenschaften gewonnen hatte, war so groß, daß ihn, kurze Zeit nach seiner Rückkehr aus Frankreich, die Geistlichkeit und das Volk von Policastro zum Bischof verlangten und ihn, durch Vermittlung des Fürsten Gisulfus I. von Salerno, auch erhielten.
Petrus suchte sich an das, mit diesem beschwerlichen Amte dort und da verbundene geräuschvolle Leben zu gewöhnen, aber die Liebe zur Einsamkeit und zum beschaulichen Leben führten ihn bald wieder zu seiner ersten lebensweise zurück.
Er legte deswegen seine Bischofswürde nieder und ging wieder in sein Kloster um in stiller Abgezogenheit sein Heil zu wirken.
Mit unglaublicher Freude empfing ihn der Abt Leo und ernannte ihn sogleich zum Vorsteher des Klosters.
Die Ordensbrüder verbanden ihre Bitten mit denen des Abtes, um Petrus zur Annahme dieser Stelle zu nötigen; doch bald bereuten die es wieder.
Er wollte den Orden nach der Regel reformieren, die er zu Cluny hatte kennen gelernt.
Da er aber sah, daß sie sich gegen ihn auflehnten und selbst dem guten Abt Leo auf ihre Seite zu ziehen suchten, der ihnen seither mit großer Nachsicht vorgestanden hatte, verließ er sie, um allen Streit zu vermeiden und zog sich in ein Kloster zurück, mit einigen Ordensbrüdern, die mit der Verbesserung, die er ihnen vorgeschlagen hatte, zufrieden waren.
Inzwischen gingen Leo und die übrigen Ordensbrüdern in sich, erkannten ihr Unrecht und baten ihn, wieder zurückzukehren, mit dem Versprechen, ihm in allem zu folgen.
Er glaubte ihnen und hatte bald die Freude, zu sehen, daß die Ordensregel von Cluny, die man früher wegen ihrer Strenge verworfen hatte, nun allgemein angenommen wurde.
So legte er den Grund zu der herrlichen Kongregation von Cave in Italien.
Der Ruf seiner Heiligkeit verschaffte ihr einen solchen Zuwachs, daß man täglich Personen aus allen Ständen in diesen Orden, als einen sicheren Hafen des Heils, treten sah.
Er legte mehr als 3000 das Ordenskleid an, unter diesen waren noch mehr Reiche und Angesehene, als Personen ans den niederen Klassen des Volkes.
Diejenigen die durch Krankheit oder Dienste gehindert waren, die Welt zu verlassen, versetzten das was ihnen noch mangelte, durch Geschenke und reichliche Almosen, womit unser Heiliger die Ordensbrüder und noch viele auswärtige Armen mit dem nötigen Unterhalt versah. —
Die Kirchen und Häuser dieser neuen Kongregation verbreiteten sich schnell durch das ganze Königreich Neapel, durch ganz Sizilien und das römische Gebiet.
Man zählt er deren über 333, worunter 26 Klöster in Conventualen, eben so viele Abteien und Priorate und das Übrige lauter Pfarreien waren, die den Religiösen von Cave versehen wurden.
Diesen herrlichen Beginn verdankte der heil Petrus seiner unermüdeten Wachsamkeit, und dem gottseligen Eifer, mit welchem er alle auf den Weg der Tugend zu geleiten sich bestrebte, auch muß man gestehen, daß er unnachahmlich zu sein schien in seiner Gebetsglut und in seiner Abtötung; die Beharrlichkeit, womit er sich stets in einer Lebensweise erhielt, die beinahe alle menschlichen Kräfte übersteigt, galt für ein beständiges Wunder, das Gott in ihm wirkte, zu Gunsten derjenigen, denen seine Erhaltung so notwendig war.
Als er eines Tages im Jahr 1118 sich länger als gewöhnlich bei der Betrachtung göttlicher Dinge aufhielt, glaubten die Brüder, es würde ihm irgend etwas zugestossen sein, sie gingen daher in seine Zelle und fanden ihn auf den Boden dahin gestreckt, sie glaubten, er sei tot und dies um so mehr, weil er schon sehr alt war und ihn beinahe alle körperliche Kräfte verlassen hatten.
Jedoch erholte er sich wieder von diesem Zustande, legte aber bei dieser Gelegenheit seine Würde als Abt von Cave in die Hände eines würdigen Nachfolgers nieder.
Nach diesem Vorfall lebte er noch 5 Jahre und starb dann am 4. März 1123 in seinem 85. Lebensjahr.
Sein Körper wurde in der Begräbnisstätte seiner Vorgänger und des heil. Alpherus beigesetzt und durch viele Wunder, die seine Heiligkeit bewährten, verherrlicht.
Er wurde nur in den Ordenshäusern von Cluny verehrt und in der Kongregation von Cave.
In den Martyrologien der Benediktiner und einiger anderen Kirchen Italiens und Frankreichs findet man jedoch ebenfalls seinen Namen am 4 März.
Quellen:
- Leben der Väter und Einsiedler nebst anderen vorzüglichen Heiligen, ursprünglich in englischer Sprache verfaßt von Alban Butler. — Nach der französischen Übersetzung von Godescard für Deutschland bearbeitet und sehr vermehrt von Dr. Räß, Professor der Theologie und Direktor im bischöfl. Seminar in Mainz und Dr. Weis, Geistlicher Rat und Canonicus am hohen Dom in Speier —
aus dem 3. Band von 1823, Seite 365
Neu überarbeitet und digitalisiert von www.heiligenlegenden.de (2009)
- und Internetrecherchen
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