Der heilige Soldat Marinus, Märtyrer - aus Cäsarea in Palästina
Festtag, Gedenktag ist der 3. März
* unbekannt
† Im Jahre 262 in Palästina
Die Martergeschichte des heiligen Marinus wird von dem Geschichtsschreiber Eusebius in dem siebenten Buche seiner Kirchengeschichte erzählt, und überzeugt uns, daß selbst im dritten Jahrhunderte noch manche Christen blos durch die feindselige Gesinnung der Stadthalter und anderen Unterobrigkeiten, wenn auch keine kaiserlichen Befehle sie dazu veranlaßten, ihr Leben im Martertode vollendeten.
Die Kirche Jesu Christi erhielt unter dem Kaiser Gallienus, der seinem Vater Valerian in der Regierung folgte, die erwünschte Ruhe;
allein die günstige Gesinnung des Kaisers schützte den Marinus nicht vor der Verfolgungswut des Achäus, der im Jahre 262 Stadthalter in Palästina war.
Marinus war ein Kriegsmann, hatte schon lange unter den Truppen des Kaisers in Palästina mit Ehren gedient, war mit verschiedenen Ehrenzeichen geziert, und genpß die allgemeine Achtung.
Als ihn mit Rücksicht auf sein Alter und auf seine Verdienste die Reihe traf, die Stelle eines Hauptmannes zu erhalten, stellte sich ein Mitbewerber dar, der, um zu seinem Zwecke zu gelangen, sich niedriger Veräterei bediente.
Er ging zu dem Stadthalter, zeigte ihm an, daß Marinus ein Christ sei, und erklärte, daß der selbe die Ehrenbezeichnung der Hauptmannstelle nicht erhalten dürfe, weil er als Christ dem Kaiser zu opfern sich weigere.
Der Stadthalter fragte darauf den Marinus um sein Bekenntnis; und als er solches für Jesus Christus abgelegt hatte, ließ er ihm drei Stunden Zeit zu bedenken, ob er auf seinem Bekenntnis beharren wolle.
Marinus geht aus der Gerichtsstube weg, und die göttliche Vorsehung läßt ihn eben mit dem Bischofe von Cäsarea, Theoteknus, zusammen kommen.
Diesem erzählt er, was vorgegangen sei.
Der fromme Bischof ermuntert ihn zur Standhaftigkeit.
Während des Gespräches kommen sie zu einer christlichen Kirche.
Theoteknus erfaßt die Hand des Kriegsmannes, und führt ihn hinein bis zum Altare.
Da zeigt er zuerst auf das Kriegskleid, mit welchem Marinus bekleidet ist und auf das Schwert, welches er trägt;
Dann deutet er auf das Buch der heiligen Evangelien hin, welches er von dem Altare herunter genommen hatte, und fordert ihn auf, daß er zwischen beiden wählen solle.
Marinus besinnt sich keinen Augenblick, streckt seine rechte Hand aus, und ergreift mit großer Ehrerbietung das Evangelienbuch.
Darüber hoch erfreut, spricht der Bischof: „Halte also, halte fest an dem einzig wahren Gott.
Er wir dir Stärke geben, standhaft auf seinem Bekenntnisse zu verharren. Gehe hin in Frieden!”
Eingeweiht zum Kampfe verließ Marinus nun die Kirche.
Kaum war er auf die Straße gekommen, als er seinen Namen durch einen Herold laut rufen hörte.
Es war die Ladung vor dass Gericht; denn die drei Stunden Bedenkzeit waren verflossen.
Er eilte, sich vor den Richter zu stellen.
Mit freudigerem Mute, als zum letzten Male, legte er das christliche Bekenntnis ab, worauf der Stadthalter das Todesurteil aussprach, und ihn ohne weiteren Aufschub enthaupten ließ.
Bei diesem Martertode gab Asterius, ein römischer Ratsherr, der die Gunst der Kaiser genoß, und sowohl seines vornehmen Standes als auch seiner Reichtümer wegen sehr angesehen war, einen herrlichen Beweis seiner treuen Anhänglichkeit an das Christentum.
Er war bei dem Martertode des heiligen Marinus zugegen.
Im Angesichte des ganzen Volkes, ohne Rücksicht auf seine kostbare weiße Kleidung, die er eben an hatte, nahm er den blutenden Leichnam des vollendeten Märtyrers auf seine Schultern, trug ihn weg, und besorgte dessen Beerdigung.
Nach dem Berichte des Rufinus, wurde er deswegen sogleich zur Verantwortung gezogen, und der Marterkrone ebenfalls gewürdigt.
Der Soldatenstand ist ein sehr ehrwürdiger Stand, der unsere Achtung verdient.
Ihm verdanken wir die Ruhe im Innern unseres Vaterlandes und die Sicherheit vor auswärtigen Feinden.
Ehrenwürdig muß dieser Stand in den Augen eines jeden Vernünftigen sein, der es einsieht, welche Beschwerden mit dem selben verbunden sind, und der es begreift, daß der Krieger die selben nur für Fürst und Vaterland, also auch für das Wohl seiner Mitbürger trägt.
Indessen ist nur der Soldat unserer Hochachtung wert, der mit unerschrockenem Mute und pünktlicher Erfüllung der Pflichten seines Berufes Religion und Tugend verbindet, weil nur dieser der gute Soldat ist.
Ohne Religion und ohne Tugend ist er eine wahre Geißel im eigenen und im fremden Lande, im Frieden und im Kriege.
Er entehrt seinen hohen Beruf und schändet den ganzen ehrwürdigen Stand, dem er angehört.
Der Krieger ist der Achtung wert,
Wenn er des Kriegers Pflicht erfüllt,
Als Krieger auch die Tugend ehrt,
Und für das Gute Liebe fühlt.
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„Wie wissen, daß wir, so lange wir uns in diesem Leibe befinden, in der Fremde und nicht beim Herrn sind...wir sind aber doch wohlgemutet und wünschen...aus dem Leibe aus zuwandern und beim Herrn daheim zu sein.” —
II. Kor.V, 6.8.
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„Verlange nur einmal ernstlich, einst selig zu sterben; dann wirst du auch gewiß mit Gottes Hilfe zur Seligkeit gelangen.”
Quellen:
- Leben und Taten der Heiligen - Eine Legenden-Sammlung für das christkatholische Volk von Michael Sitzel, Beichtvater des Mutterhauses der barmherzigen Schwestern zu München (1839)
- Encyklopädie der katholischen Theologie und ihrer Hilfswissenschaften (1850) von
- und weitere
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