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Leben der Väter und Märtyrer
ursprünglich in englischer Sprache verfaßt von Alban Butler

für Deutschland bearbeitet von Dr. Räß und Dr Weis




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Die heilige Martha (29. Juli)
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Die heilige Martha -

Festtag, Gedenktag oder auch Verehrungstag genannt ist der 29. Juli

* im Bethanien, dem heutigen Orte El-Azarjeh in Palästina

in Frankreich

Eine der ersten Früchte der Predigten des götttlichen Heilandes war die Bekehrung der beiden Geschwister Lazarus und Martha, welche zu Bethanien, unweit der Stadt Jerusalem, ein Haus besassen und vornehmen und reichen Standes waren. Martha war wirklich das, was ihr Name bedeutet, nämlich „Gebieterin des Hauses, Haushälterin.” Sie führte das Hauswesen, wachte über die Dienstboten, besorgte die Küche, nahm die Gäste auf und pflegte sie. Sie war hierin sehr eifrig und genau und eine ihrer schönsten Eigenschaften glänzte dabei hervor, nämlich ihre Gastfreundschaft. Ihr Haus stand jedem Wanderer offen und mit emsiger Liebe pflegte sie die Aufgenommenen. Als sie Jesum Christus kennen gelernt hatte, da wurde ihre Liebe reiner und feuriger. So oft Jesus einkehrte und er tat es dies öfter, weil die beiden Geschwister gottselig lebten, war dies ein Freudentag für sie. Nur eines tat ihr wehe, daß nämlich ihre Schwester Maria Magdalena den Heiland noch liebte. Doch bald sollte ihr Gebet erhört werden; Magdalena folgte dem Rufe der Gnade, entsagte der sündhaften Lust und gab sich ganz dem Heilande hin. Von nun an war das Haus der drei Geschwister wie ein Tempel Gottes; himmlischer Friede wohnte darin und Jesus belohnte den Eifer seiner drei Freunde oft mit seiner Gegenwart.

Einst, als Jesus wieder einkehrte und zu Mittag speisen wollte, da gab sich Martha alle erdenkliche Mühe, den geliebten Heiland aufs Beste zu bewirten. Magdalena aber dachte nur an den Herrn, setzte sich zu seinen Füßen und hörte aufmerksam seinen Worten zu. Hierüber aber wurde die geschäftige Martha ungehalten, sie hätte gerne gesehen, wenn ihre Schwester ihr beigestanden wäre, und sie beklagte sich deshalb bei dem Herrn und sprach:

„Fragst du nicht danach, daß mich meine Schwester allein dienen läßt? Sag`ihr doch, daß sie mir helfe!”

Aus diesen Worten der guten Martha geht hervor, daß sie den Herrn nicht bloß als Gast, sondern als den Herrn des Hauses Betrachtete; und daß sein Wille die Richtschnur ihrer Handlungen war. Jesus kannte das gemütliche Herz der frommen Martha; er wollte sie gerne auf den Weg der Vollkommenheit leiten und besorgt um ihr Heil sprach er zu ihr:

„Martha, Martha, du machest die Sorge und bekümmerste dich um sehr viele Dinge. Eines nur ist notwendig. Maria hat den besten Teil erwählt, der ihr nicht genommen wird.”

Mit diesen Worten tadelte Jesus nicht den emsigen Fleiß der guten Martha, womit sie ihn bedienen wollte; er wollte sie und alle, die eine tätiges, arbeitsames Leben führen, nur darauf aufmerksam machen, daß sie nämlich das eine Notwendige — sich zu Heiligen und dadurch selig zu werden — nicht außer Acht lassen sollten. Auch bei der Arbeit soll der Christ nicht vergessen, daß er Alles tun soll, zur Verherrlichung Gottes, und daß die Geschäfte nicht das Ziel unseres Strebens sein dürfen, was uns unruhig machen und von Gott nun abziehen würde, sondern daß unser einziges Ziel, dem Alles untergeordnet sein muß, Gottes Ehre und unser Heil sein müße.

Wer dieses einzige Ziel nicht aus den Augen läßt, der wird auch seine anderen Standespflichten zu erfüllen nicht unterlassen; der wird sich vertrauensvoll Gott hingeben und alle überflüßige Sorge fahren lassen.

Martha liebte den Heiland herzinniglich; ihre Liebe war eben die Ursache, daß sie nur darauf dachte, wie sie ein recht gutes Mahl herstellen könne, aber vor lauter kümmerlicher Geschäftigkeit veregaß sie, die Gegenwart des Herrn und sein Heiliges Wort zu genießen; ihre Liebe war noch nicht rein, das Hauswesen lag ihr noch zu sehr am Herzen und deshalb mahnte sie der Heiland, an das Eine Notwendige zu denken: denn alle Arbeiten, alle Geschäfte hören einmal auf und sind dann vergeblich gewesen, wenn wir sie nicht in Gott und für Gott getan und unsere Seele und Seligkeit vergessen hätten. —

Martha nahm die Worte des Heilandes mit Demut an und gab sich zufrieden. Als sie das Mahl bereitet hatte, bediente sie den Herrn mit zärtlicher Liebe und setzte sich dann auch zu seinen Füßen, um seine himmlischen Worte zu vernehmen. Liebreich antwortete der Herr auf ihre Fragen und jedes seiner Worte verschloß sie in ihrem Herzen, um es Frucht bringen zu lassen. Wie wirksam aber das Wort des Herrn bei der heiligen Martha gewesen, zeigte sich bei dem Tode und der Auferweckung ihres Bruders Lazarus. Dieser war kurze Zeit vor dem leiden Christi gefährlcih krank geworden. Sogleich sendeten Martha und ihre Schwester einen Boten an den Herrn ab und ließen ihm nur sagen:

„Derjenige, den du lieb hast, der ist krank.”

Sie glaubten, daß es hinreichend sei, dem Heilande nur die Krankheit ihres Bruders anzuzeigen und sie hofften von seiner Güte, daß er ihm gewiß helfen werde. Allein wider ihr Erwarten kam ihnen Jesus nicht gleich zu Hilfe. Er wollte durch die Auferweckung das Lazarus, den die vornehmen Juden, die Christgelehrten und Priester gar gut kannten, noch vor seinem Tode einen feierlichen Beweis seiner göttlichen Macht ablegen. Lazarus mußte also sterben und wurde nach Art der Juden in reine Leichentücher gewickelt, unter allgemeiner Trauer in die Familiengruft gesenkt. Groß war der Schmerz der beiden Geschwister; viele der vornehmen Juden kamen von der Stadt Jerusalem, um sie zu trösten und an ihrer Trauer Teil zu nehmen; Jesus aber erschien nicht. Endlich nach vier Tage brachte man der betrübten Martha die Nachricht, daß der Heiland mit seinen Jüngern komme. Sogleich eilte Martha ihm entgegen und sprach zu ihm:

„Herr, wärest du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben! Aber auch jetzt weiß ich, daß Alles was du von Gott begehrest, Gott dir geben wird.” Jesus sprach zu ihr: „Dein Bruder wird auferstehen.” Martha verstand den Herrn nicht und erwiderte: „Ich weiß wohl, daß er auferstehen wird bei der Auferstehung am jüngsten Tage.” Jesus aber entgegnete: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, wenn er auch schon gestorben ist. Und jeder, der da lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit. Glaubst du es?” Mit kindlichem Vertrauen und in Gegenwart der Juden, die ihr gefolgt waren, sprach sie: „Ja, Herr, ich glaube, daß du Christus bist, der Sohn des lebendigen Gottes, der in diese Welt gekommen ist. ”

Eine geheime Ahnung sagte ihr, daß Jesus etwas besonderes vorhabe, und ihrer Schwester gedenkend, die in tiefe Trauer um den geliebten Bruder versenkt im Hause saß, eilte sie innerlich bewegt zu ihr und sagte ihr leise in das Ohr:

„Der Meister ist da und ruft dich.”

Kaum hatte dies Wort Magdalena vernommen, als sie sich eilends erhob und zu Jesus eilte, der noch an der Stelle stand, wo Martha ihn verlassen hatte und nicht weit vom Grabe Lazarus entfernt war. Sie warf sich zu seinen Füßen und sprach wie ihre Schwester:

„Herr, wärest du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben.”

Als nun Jesus die beiden Schwestern und die sie umgebenden Juden weinen sah, weinte auch Er und ging tief bewegt zur Grabeshöhle, wo der Leichnam des Lazarus sich befand. Vor der Höhle lag ein großer Stein. Der Heiland befahl, ihn hinwegzunehmen. Da rief Martha besorgt aus:

„Herr, er riecht schon, denn er liegt schon vier Tage im Grabe,” Jesus aber sprach zu ihr: „Habe ich nicht gesagt, wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen” Sie hoben als den Stein weg. Jesus aber richtete seine Augen empor und sprach: „Vater, ich danke dir, daß du mich erhört hast. Ich weiß wohl, daß du mich allezeit erhörest; aber ich sage es um des Volkes willen, das umhersteht, damit sie glauben, daß du mich gesandt hast.” Und nachdem er dies gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: „Lazarus komm hervor!” Sogleich kam der Tote heraus, an Händen und Füßen mit Tüchern umwunden und sein Angesicht mit einem Schweißtuche verhüllt. Und Jesus sprach: „Löset ihn ab und entledigt ihn, daß er gehen kann.”

Lazarus war damals 30 Jahre alt, als ihn Jesus von den Toten erweckte. Die Freude der beiden Schwestern, den Dank des erweckten Bruders kann ich nicht beschreiben; hatten früher schon die drei Geschwister Jesum geliebt, so weihten sie sich jetzt ganz seinem Dienste. Drei Tage vor seinem Leiden wohnte Jesus bei dieser gottseligen Familie, indem er bei tags nach Jerusalem in den Tempel ging, Abends wieder zurück kehrte,um zu übernachten, weil ihm die Juden, besonders wegen Erweckung des Lazarus, nach dem Leben strebten.

Die Heilige Schrift erwähnt von der heiligen Martha nichts weiteres. Unzweifelhaft ist es aber, daß auch sie den innigsten Anteil an den Leiden und dem Tode ihres geliebten Heilandes genommen hat. Die Heilige Überlieferung erzählt uns aber, da´sie mit ihrem Bruder und ihrer Schwester Magdalena von den Juden verfolgt, auf ein altes, gebrechliches Fahrzeug gebracht und den Wellen des Meeres preisgegeben wurde. Aber Gottes Hand leitete das Schifflein gefahrlos über das Meer nach Marseille in Frankreich; dort begab sich Magdalena in die Einöde und führte dreißig Jahre lang ein bußfertiges Leben. Lazarus verkündete Christum den Gekreuzigten und wurde später zum Bischof erhoben, die heilige Martha aber suchte mit ihrer Magd Marcella die ledigen Frauenspersonen Christo zu gewinnen. Es gelang ihr, durch liebreichen Unterricht viele Jungfrauen nicht nur zur Aufnahme des heiligen Glaubens, sonder auch zur Liebe der jungfräulichsten Reinigkeit zu bewegen. Sie wählte sich einen abgelegenen Ort, wo selbst sie eine Wohnung baute und da mit gottseligen Jungfrauen ein von der Welt abgeschiedenes Leben führte.

Dreißig Jahre brachte sie in dieser Wohnung zu; sie fastete beständig und enthielt sich gänzlich vom Genuße des Fleisches und Weines. Das Gebet war ihr die süßeste Freude, denn da konnte sie sich im Geiste mit ihrem geliebten Heilande unterhalten. Sein Leben, sein Leiden und sein Tod war der Gegenstand ihrer fortwährenden Betrachtung, und sie hatte nur mehr den Einen Wunsch, auf ewig mit Jesus vereinigt zu werden. Ein Jahr vor ihrem Tode wurde ihr auch der Tag ihres Hinscheidens geoffenbart; dies war eine Freudenbotschaft für sie. Ein Fieber befiel sie, welches das ganze Jahr fort dauerte und nach und nach alle ihre Lebenskräfte verzehrte. Je mehr aber die Hülle ihres jungfräulichen Leibes abzehrte, desto mehr erschwang sich ihr Geist zu Gott dem Herrn. Die Schmerzen der Krankheit achtete sie für nichts; immer heiteren Antlitzes lag sie auf dem harten Bette; Jesus, der Gekreuzigte, versüßte ihr alle Leiden. Acht Tage vor ihrem seligen Ende vernahm ihr Ohr eine himmlische Musik; Engel sangen ihrer Schwester Magdalena das Sterbelied und begleiteten ihre Seele in die glänzende Wohnung des Himmels. Martha sah sie mit heiligem Entzücken, umgeben von Engeln, in den Himmel ziehen. O wie gerne wäre auch sie diesen Weg gegangen! Doch bald sollte ihr Verlangen erfüllt werden. Christus, der Herr, selbst würdigte sich, ihr zu erscheinen, und sprach also zu ihr:

„Komm, meine Vielgeliebte! Du hast mich auf Erden in dein Haus aufgenommen, nun will ich dich aufnehmen in meine ewige, himmlische Wohnung.”

Die heilige Dienerin des Herrn gehörte jetzt nicht mehr der Welt an; auf der mit Asche bestreuten Erde liegend, mit zum Himmel gewendeten Augen, freudestrahlenden Angesichts rief sie aus:

„In deine Hände, o Herr! empfehle ich meinen Geist,”

und verschied dann sanft wie eine Schlafende, ohne Angst des Todes zu fühlen.

Ihr heiliger Leichnam ruht gegenwärtig in einer schönen unterirdischen Kapelle zu Taraskon. Ihr Haupt wird in einer prachtvollen Büste von vergoldetem Silber aufbewahrt.

Quelle: Legende von den lieben Heiligen Gottes, nach den besten Quellen neu bearbeitet und herausgegeben von Georg Ott, Stadtpfarrer in Abendsberg (1863)

Bild: Holzstich aus dem Buch Legende von den lieben Heiligen Gottes (1863)

Heilige, Seelige im Monat Juli -
  1. • Rumoldus
    • Galus
    • Theobald
    • Aaron und Julius
    • Theodorich
    • Carilephus
    • Leonor
    • Eparchius oder Cybar
    • Simeon, Salus
  2. • Mariä Heimsuchung
  3. • Phokas
  4. • Ulrich
  5. Wilhelm
    Petrus
  6. • Goar
    • Godoleva
  7. • Willibald
  8. • Elisabeth
  9. • Kilian
  10. • Felizitas
  11. • Pius I.
  12. • Johannes Gualbertus
  13. • Heinrich
  14. • Kamillus von Lellis
  15. • Bonaventura
  16. • Eustathius
  17. • Alexius
  18. • Symphorosa
    • Friederich
  19. • Vinzenz von Paul
  20. • Margaretha, Marina
  21. • Viktor
  22. • Maria Magdalena
  23. • Franziskus Solanus
    • Brigitta von Schweden
  24. • Christina
  25. • Jakob der Größere
    • Christophorus
  26. • Anna
  27. • Pantaleon
  28. • Nazarius, Zelsus
  29. • Martha
  30. • Julitta
  31. • Ignatius von Loyola
    • Batho von Freising
    Johannes Kolumbini



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