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Eine Legende über den hl. Alexius von Karl Borromäus Bestlin (1857)
Der heilige Alexius - Gedenktag ist der 17. Juli
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† am 17. Juli 417 ?
Alexius lebte zu Rom und erhielt von seinem Vater, einem reichen Senator daselbst,als einziger Sohn ein ausgezeichnete Erziehung.
Schon in früher Jugend zeichnete sich Alexis durch seine Wohltätigkeit aus, die er allen Notleidenden und Unglücklichen zu Teil werden lies.
Mit den fortschreitenden Jahren zog die Liebe sein ganzes Herz zu Gott hin, so daß er nur an himmlischen Dingen seine Freude fand; der einzige Gedanke an ein unendliches Glück, das ihm die Liebe bereitete, erhob ihn so sehr über alle vergänglichen Güter der Erde, daß er nur noch für die Ewigkeit lebte.
Darum steigerte sich seine Liebe zu jener Entäußerung, die von der Welt Nichts will, um Alles nur in Gott zu haben.
Als seine Eltern in ihn drangen, in Ehestand zu treten: leistete er ihrem Wunsche in so weit Folge, daß er sich mit der ihm bestimmten Braut vermählte.
Er floh aber verkleidet in eine entfernte Gegend und lebte als Einsiedler in der Nähe einer Kirche, die der allerseligsten Jungfrau geweiht war.
Sobald er die Aufmerksamkeit seiner Nachbarn auf sich zu ziehen glaubte: entfernte er sich, um aller Aufmerksamkeit der Menschen zu entgehen.
Aber ein Sturmwind brachte das Schiff, das er bestiegen, in den Hafen der Stadt Rom.
Daselbst hat er seinen eigenen Vater, der ihn freilich nicht mehr erkannte, um Aufnahme in sein Haus.
Da erwählte der Heilige, ohne sich zu erkennen zu geben, einen engen Verschlag unter der Treppe zu seinem Aufenthalte, und nährte sich mit grober Kost.
Die Diener des Hauses behandelten ihn wie einen Blödsinnigen, neckte und höhnten ihn, gaben ihm Maulschellen, überhäuften ihn mit Schimpfnamen, begossen ihn mit Spülwasser und Unflath.
Solche Schmach duldete der Erbe des reichen Hauses! Und was litt er erst, da er täglich seinen Vater und seine Mutter sah, sowie seine Braut!
O wie oft hätte er sich ihnen in die Arme werfen mögen: aber nein! Wer Vater und Mutter mehr liebt, als mich, ist meiner nicht wert!
So verlebte der der Heilige 17 Jahre im väterlichen Hause: da verkündete eine himmlische Stimme während eines feierlichen Hochamtes in der Peterskirche, daß am Freitage ein Heiliger die Erde verlassen werde.
Es ist Alexius.
Man fand ihn entseelt in seinem engen Gemache unter der Treppe mit einem Schreiben in der Hand, worin er sich für den Sohn des Hauses erklärte, der Alles verlassen hatte, um den Himmel zu gewinnen.
Auf dem aventinischen Berge wurde er unter außerodentlichem Zuströmen des Volkes begraben.
Sein Leichnam ward 1216 daselbst aufgefunden, und es erhebt sich nun über demselben eine prachtvolle, dem hl. Alexius und Bonifacius geweihte Kirche.
Lehre: Der Herr hat gesagt: Selig sind die Armen im Geiste, denn ihrer ist das Himmelreich! Das sind die Demütigen, die um Jesu willen alle Schmach und Unbild ertragen;
es sind Die, welche um Christi willen das Zeitliche verlassen, oder doch ihre Seele nicht daran hängen, sondern mit freudiger Hand mitteilen, oder wenn sie kein zeitlichen Gut besitzen, auch kein Verlangen danach haben.
Anmuthung: Jesus, mein Schatz, o meine süße Liebe! verwunde und entflamme Du dies Herz, daß es für Dich nur glühe, Dich nur liebe!
H. Petrus Alcantara.
Frage: Was sagt ihr zu der Behandlung des Heiligen von Seiten der Diener des Hauses?
Quelle: Legende der Heiligen für die katholische Schulen und katholische Familien von Karl Borromäus Bestlin, Stadtpfarrer in Weil der Stadt (Wiesensteig, 1857)
Bild: Holzstich aus dem Buch Legende von den lieben Heiligen Gottes (1863)
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