Der heilige Heinrich II. - Gedenktag ist der 13. Juli
* 6. Mai 978
† in Grona am 13 Juli 1024 und beigesetzt wurde in seinem selbst erbauten Dom zu Bamberg
Das Beispiel der ehelichen Jungfräulichkeit, welches Maria und Joseph gegeben, hat selbst auf dem Throne Nachahmung gefunden, wie Kaiser Heinrich der Heilige beweist, der mit seiner Gemahlin Kunigunde (siehe 3. März) in Jungfräulichkeit gelebt.
Beide hatten Gott ewige Jungfrauschaft gelobt, und der Kaiser stellte auf dem Sterbebette seine heilige Gemahlin ihrer Verwandtschaft wieder zurück, indem er sie bei der Hand hielt und sprach:
„Diese ist mir von euch, oder vielmehr von Christus unserm Herrn anvertraut worden: nun gebe ich euch die selbe als unbefleckte Jungfrau wieder zurück.”
Solche Reinigkeit, sowie seine übrige Tugenden hat er unter Anderem auch aus der Betrachtung des Todes gewonnen.
Als er eines Abends 995 betend am Grabe seines Erziehers, des heiligen Wolfgang, Bischofs von Regensburg kniete: rief ihm eine Stimme zu:
„Lies die über dem Grabe geschriebenen Worte.”
Da standen zwei Worte: „Post sex” d.h. "nach sechs!"
Da glaubte Heinrich, damals noch Herzog von Bayern, nach sechs Tagen müsse er sterben, und bereitete sich ganz gottergeben auf seinen Tod vor.
Es verflossen 6 tage, es verstrichen 6 Wochen, und Heinrich starb nicht; auch 6 Monate verliefen, und er lebte noch; da dachte er nach 6 Jahren werde er doch sterben, und so übte er sich immer in der Vorbereitung auf den Tod.
Heilsame Übung! Aber diese Zahl hatte nichts mit seinen Tod, sondern seine Erwählung zum römischen Kaiser bedeutet.
Papst Benedikt VIII. selbst überreichte ihm die Kaiserkrone sowie den goldenen Reichsapfel mit dem Kreuze darauf, als Zeichen, daß Christus Herr über die ganze Welt sei, und der Kaiser in seinem Namen regiere; ein Sinnbild, welches von nun an immer neben der Krone, Scepter und Schwert der kaiserlichen Würde eigentümlich verblieb.
Heinrich zeichnete sich besonders durch Frömmigkeit aus; er gab sich alle Mühe, die Religion in seinem Reiche und im Wandel seiner Völker herrschend zu machen.
Zu diesem Zwecke stiftete oder stellte er Kirchen und Klöster her, begabte solche freigebig mit den nötigen Einkünften, und ernannte zu den erledigten Stellen nur fromme und gelehrte Männer.
Das Bistum Bamberg namentlich mag die schönste seiner Stiftungen sein, sowie die Erbauung der prachtvollen Domkirche daselbst.
Auch nach Aussen sorgte er für die Verbreitung der christlichen Religion; nach Böhmen, Polen, bis tief in den Norden sandte er Glaubensboten oder Missionare.
Dem Könige von Ungarn, Stehpan, gab er die eigene Schwester zur Gemahlin, wodurch er die Hauptveranlassung zur Bekehrung dieses Volkes wurde.
Im Jahre 1024 am 14. Juli raffte ihn der Tod hinweg, nachdem er 52 Jahre gelebt, und 22 Jahre mit Ruhm und Kraft geherrscht.
Frage: Was bedeutet der Reichsapfel?
Lehre: Denke dir jeden Tag: Morgen mußt du sterben, und dann ist das Gericht, das ein allheiliger und allwissender Richter hält! Sterben und vor dem Richter stehen und gerichtet sein, und je nach Erfund beseligt oder verdammt werden, ist Alles auf Einmal.
In allen deinen Werken gedenke an die letzten Dinge, so wirst du in Ewigkeit nicht sündigen.
Quelle: Legende der Heiligen für die katholische Schulen und katholische Familien von Karl Borromäus Bestlin, Stadtpfarrer in Weil der Stadt (Wiesensteig, 1857)
Bild: Holzstich aus dem Buch Legende von den lieben Heiligen Gottes (1863)
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