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Leben der Väter und Märtyrer
ursprünglich in englischer Sprache verfaßt von Alban Butler

für Deutschland bearbeitet von Dr. Räß und Dr Weis




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über die Legenden der Heiligen

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Der heilige Johannes Gualbertus, Ordenstifter (12. Juli)
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Der heilige Johannes Gualbertus - Gedenktag ist der 12. Juli

* um 995 bei Florenz (Italien)
12. Juli 1073 in Passignano bei Siena (Italien)

Der heilige Franziskaner-Bruder Johannes Kapistranus erzählt in einer seiner Predigten, die er mit himmlischer Begeisterung vor hunderten Jahren in Deutschland gegen die Türken hielt, folgende Geschichte in damaliger einfacher Sprache:

Es war ein Herr, der hatte einen Bruder, der war Ritter, und der Herr hatte einen Knecht, der tötete ihm seinen Bruder und nahm ihm sein Pferd und was er hatte und ging davon. Der Herr stellte ihm lange nach und einmal da ging er in das Kloster jenseits Florenz auf dem Berg St. Benedikten Ordens, da begegnete ihm der Knecht in einem tiefen Weg, da fällt er ihn an, da fiel ihm der Knecht zu Füssen und bat um Gnade, da sprach der Herr: „Nein, du hast mir meinen Bruder getötet, du mußt auch sterben; ich will aber meine Hände nicht waschen in deinem Blut, ich will dich dem Richter übergeben, der soll mit dir tun, wie mit einem Mörder.” Der Knecht, der sprach: „Ach nein, mein lieber Herr! ich bitte euch durch das Sterben unsers Herrn, geht doch mit mir zu dem Kloster; gibt euch das Kreuz nicht ein Zeichen, so tut danach mit mir nach eurem Willen.” Da sprach der Herr: „Wie bist du ein Prediger worden, so komm mit mir.” Da sie zu dem Kloster eingingen, da war ein Kruzifix gemalt auf ein Brett, da stunden sie hin, da sprach der Herr: „Mein Herr Jesus Christus, soll ich dem Mörder vergeben, so gib mir ein Zeichen.” Da neigte sich die gemalte Bildnis von dem Holz gegen ihn, das sahen viele Menschen, da ward große Andacht; also umfing er selben Knecht in seine Arme und sprach: „Der Friede Jesu sei mit dir, mein aller liebster Bruder,” und gingen beide in das Kloster und wurden Mönche und andächtige Brüder, der Eine ist heilig und heißt — Johannes Gualbertus.

So erzählt der heilige Bruder Johannes Kapistran die Bekehrung des berühmten Ordensstifters Johannes, dessen Fest die katholische Kirche heute begeht. Er war in Florenz (Italien) gebürtig aus adeligem Geschlechte. Von seinen Eltern fromm erzogen und wohl unterrichtet, gab er sich in seiner Jugend leichtsinnig eitlen Vergnügungen hin. Es wäre seine Seele zu Grund gegangen, hätte sich Gott seiner nicht wie Eingangs erzählt, so wunderbar erbarmt. Als er dem Mörder seines Bruders um Jesu willen verziehen hatte, begehrte er demütig die Aufnahme in das dem heiligen Märtyrer Minias geweihte Benediktiner Kloster. Allein der Abt gestattet ihm nur, weil er sein bisher weichliches Leben kannte, zur Probe, daß er in weltliche Kleidung den Übungen der Mönche beiwohne. Kaum hatte der Vater von dem Schritte seines Sohnes gehört, als er voll Zorn in das Kloster stürmte und mit heftigem Ungestüm seinen Sohn zurückverlangte. Johannes aber war fest entschlossen, das Kloster nicht zu verlassen; er findet in einer Zelle ein abgetragenes Mönchskleid, mit diesem eilt er in die Kirche, legt es auf den Altar, schneidet sich dann im Gegenwart der Mönche die Haare ab, legt das Kleid an und stellt sich dann in die Mitte der Mönche, die ihm ihre Zustimmung geben. Als der Vater diese Standhaftigkeit bemerkte und zugleich die Veranlassung der Bekehrung seines Sohnes vernahm, konnte er seine Rührung nicht mehr zurückhalten, gab ihm seinen Segen und ermahnte ihn zur beharrlichen Ausdauer in dem Orden.

Johannes hatte nun der Welt Lebewohl gesagt und fing an, sich ganz nach dem Geiste Jesu zu bilden. Bald hatte er durch beständige Abtötung seiner Sinne und Neigungen, durch anhaltendes Gebet einen vollkommenen Sieg über sich errungen. Ihm war es wirklich ernst um seine Heiligung und es gelang ihm mit der Gnade des Herrn, all die schönen Tugenden der demut, der Sanftmut, des Gehorsams, der Keuschheit, der Friedfertigkeit etc. sich anzueignen, so daß er nach einem Jahr schon, da gerade der Abt gestorben war,von den Brüdern, die ihn ungemein lieb gewonnen hatten, zu seinem Nachfolger gewählt wurde.

Allein Johannes hielt sich dieser Würde für durchaus unwürdig; er weigerte sich beharrlich sie anzunehmen, und da ein anderer, ehrgeiziger Mönch nach dieser Würde strebte und sogar durch Bestechung dieselbe erlangen wollte, verlies er mit einem eifrigen Ordensbruder das Kloster und begab sich in die Einöde nach Kamaldoli, wo damals der heilige Romuald seinen strengen orden gegründet hatte. Hier blieb er nur kurze Zeit; der Geist Gottes, der ihn leitete, führte ihn in das Tal Vallumbrosa, Schattental genannt, wegen des dichten Waldes, der eine halbe Tagesreise von Florenz entfernt war, zwei Einsiedler, die ihn einluden, mit seinem Gefährten hier zu bleiben. Johannes folgte der Einladung und legte nun mit diesen Einsiedlern den Grund zu dem Orden „der grauen Väter”, wie das Volk sie nannte, welche nach der strengen Regel des heiligen Benedikt lebten. Obschon in diesem Orden die größte Armut herrschte und die strengste Buße beobachtet wurde, kamen doch bald zahlreiche Schüler, welche hier nach Vollkommenheit streben wollten und Johannes wurde der erste Abt. Er forderte von denen, welche aufgenommen werden wollten, die härtesten Proben der Selbstverleugnung. So mußten sie eine Zeit lang die Schweine hüten und die Ställe derselben mit ihren Händen reinigen. Nach dem Probejahre erhielten sie eine graue, grobe Kutte, und vor Ablegung der Gelübde mußten sie drei tage ununterbrochen auf der Erde ausgestreckt liegen und das Leiden Christi betrachten. Johannes war sehr sanften Herzens, aber in der Handhabung der Klosterzucht sehr strenge; den geringsten Fehler bestrafte er, dagegen liebte und behandelte er die eifrigen Brüder wie ein Vater. Ganz besonderes Mitleid hatte er gegen die Kranken und Armen. Bei jedem Kloster, deren er mehrere selbst errichtete, erbaute er auch ein Krankenhaus, in welchem Arme und Kranke Aufnahme und zärtliche Pflege erhielten. Kein Armer ging ohne Hilfe von ihm fort, selbst das Kirchengeräte verkaufte er, um die Armen zu unterstützen. Durch Nichts unterschied er sich von den Brüdern, als durch seine tiefste Demut. Er nahte sich nur dem Altare, wenn er die heilige Kommunion empfing; erwollte kein kirchliches Amt, nicht einmal die niederen Weihen annehmen, weil er sich für unwürdig hielt, obwohl ihn Gott mit der Wundergabe begnadigte. Bei einer großen Teuerung, wo er für seine Armen gar kein Stücklein Brot mehr hatte, vermehrte er durch sein Gebet die noch wenigen Brote der Brüder und sättigte damit eine große Anzahl Hungriger. Viel Kranke heilte er plötzlich. Mehreren sagte er die Zukunft vorher.

Gott, der alle züchtigt, die er lieb hat, schickte auch ihm viele Leiden. Er war beständig krank, und durch den Eifer, wodurch er überall in den Klöstern eine heilsame Zucht einführen wollte, zog er sich viele Feinde zu, von denen einer sogar ihm das Leben nehmen wollte. Er duldete Alles aus Liebe zu Jesus und der Ruf seiner Heiligkeit verbreitete sich nach und nach in die ganze christliche Welt. Selbst der heilige Papst Leo IX. kam zu ihm, um ihn zu sehen und sich mit ihm zu unterreden. Bereits hatte er zwölf Klöster seines Ordens gestiftet, als ein heftiges Fieber ihn befiel und ihm dem Tode nahe brachte. Er ließ die Brüder und alle Vorsteher um sein Krankenbett versammeln, ermahnte sie zur brüderlichen Eintracht und Liebe, empfing dann die heiligen Sakramente und mit den Worten:

„Meine Seele dürstet nach Gott! wann werde ich kommen und erscheinen vor dem Angesichte des Herrn,”

gab er seinen Geist auf am 12. Juli 1073 im Alter von 74 Jahren. Papst Cölestin III. hat ihn heilig gesprochen. Seine Grabschrift verfertigte er selbst und sie lautet also:

„Ich Johannes glaube und bekenne jenen Glauben den die Apostel gepredigt und die heiligen Väter in den ersten vier Kirchenversammlungen bestätigt haben.”

Wie sehr Johannes die Armut liebte und dieselbe seinen Brüdern einschärfte, davon nur einige Beispiele. Er wollte, daß alle Klostergebäude ohne Pracht gebaut werden und nicht größer als gerade nötig war. Eines Tages besuchte er eine Klostergemeinde, die wider seinen Willen Gebäude schöner hatten bauen lassen. Bei diesem Anblicke ergriff sein Herz großer Schmerz.

„Ihr habt, sprach er zu den Brüdern, Geldsummen aufgewendet, die man den Armen hätte geben, und Paläste gebaut, worin Vornehme wohnen können, so aber wird es nicht bleiben.”

Dann wandte er sich zu einem an den Klostermauern vorbeifließenden Bach und bat Gott, durch denselben die Gebäude zu vernichten. Und siehe, sogleich schwoll der Bach zu einem großen Strom an, der Bäume und Steine mit sich fortriß und mit seinen brausenden Fluten die Gebäude stürzte und in seinen Wellen fortwälzte. Bestürzt sahen die Brüder das Wunder und wollten nun an einem anderen Orte sich ansiedeln, aber der Heilige sprach zu ihnen, daß sie hier bleiben und nach der Ordensregel ihre Wohnungen bauen möchten, sie hätten dann von dem Bache nichts mehr zu fürchten.

In einem andern seiner Klöster, die er gegründet, hatten die Brüder aus Habsucht von einem Manne, der um Aufnahme nachsuchte, all seine Güter, mit Umgebung rechtmäßiger Erben, gefordert und wirklich hierüber eine Urkunde von seiner Hand erhalten. Allein der Heilige ließ sich, sobald er davon erfahren, die Urkunde zeigen, zerriß sie dann voll Abscheu über diesen Erwerb vor den Augen der Brüder und drohte mit der Strafe Gottes. Kaum hatte sich der Heilige entfernt, als auch schon in einem teile das Klosters Feuer ausbrach. Die Begleiter des Heiligen baten ihn umzukehren und zu helfen, er aber wollte nicht einmal umschauen, um das Feuer zu sehen, und eilte in seine Zelle zurück.

es war aber dies Strenge des Heiligen damals notwendig, weil die Habsucht selbst unter den Priestern sehr um sich gegriffen hatte und es gelang auch dem Heiligen, dieses Laster in der ganzen Gegend auszurotten.

Der heilige Johannes Gualbertus wird im grauen Ordenskleide, mit einem Bilde Christi in der Hand, abgebildet.

Quelle: Legende von den lieben Heiligen Gottes, nach den besten Quellen neu bearbeitet und herausgegeben von Georg Ott, Stadtpfarrer in Abendsberg (1863)

Bild: Holzstich aus dem Buch Lebensbeschreibungen der Heiligen Gottes (1864 ?)

Heilige, Seelige im Monat Juli -
  1. • Rumoldus
    • Galus
    • Theobald
    • Aaron und Julius
    • Theodorich
    • Carilephus
    • Leonor
    • Eparchius oder Cybar
    • Simeon, Salus
  2. • Mariä Heimsuchung
  3. • Phokas
  4. • Ulrich
  5. Wilhelm
    Petrus
  6. • Goar
    • Godoleva
  7. • Willibald
  8. • Elisabeth
  9. • Kilian
  10. • Felizitas
  11. • Pius I.
  12. • Johannes Gualbertus
  13. • Heinrich
  14. • Kamillus von Lellis
  15. • Bonaventura
  16. • Eustathius
  17. • Alexius
  18. • Symphorosa
    • Friederich
  19. • Vinzenz von Paul
  20. • Margaretha, Marina
  21. • Viktor
  22. • Maria Magdalena
  23. • Franziskus Solanus
    • Brigitta von Schweden
  24. • Christina
  25. • Jakob der Größere
    • Christophorus
  26. • Anna
  27. • Pantaleon
  28. • Nazarius, Zelsus
  29. • Martha
  30. • Julitta
  31. • Ignatius von Loyola
    • Batho von Freising
    Johannes Kolumbini



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