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Leben der Väter und Märtyrer
ursprünglich in englischer Sprache verfaßt von Alban Butler

für Deutschland bearbeitet von Dr. Räß und Dr Weis




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über die Legenden der Heiligen

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Der heilige Kilian, Bischof von Würzburg und Märtyrer (9. Juli)
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Der heilige Kilian - Gedenktag ist der 9. Juli

angeblich am 9. Juli 689

Schon hatte das Christentums in mehreren Gegenden unseres deutschen Vaterlandes Wurzel gefaßt; am Rheine und an der Donau, in Schwaben, Bayern und Österrich standen christliche Kirchen und blüten christliche Gemeinden, nur im heutigen Franken war das Licht des christlichen Glaubens noch nicht aufgegangen. Es gab wohl schon hie und da einzelne Christen, aber die Mehrzahl der Bewohner waren noch Heiden. Da kam vom fernen Irland der heilige Kilian mit seinen zwei Gefährten, dem Priester Koloman und dem Diakon Totnan. Kilian war von christlichen, vornehmen Eltern fromm erzogen und in einem der Klöster Irlands im Christentume wohl unterrichtet worden. Er hatte Anfangs im Sinne, in der Einsamkeit nur auf das Heil seiner eigenen Seele bedacht zu sein; allein als er einst die Worte Jesu betrachtete:

„Wer mir nachkommen will, der verläugne sich selbst, nehme sein Kreuz und folge mir nach;”
da kam ihm der Gedanke, er sei von Gott berufen, sich auch um das Heil der Seelen seiner Mitmenschen anzunehmen und demnach den Heiden in fremden Ländern das Evangelium zu verkünden. Als er zum Priester geweiht war, entdeckte er, sein Vorhaben zweier seiner Freunde, dem Priester Koloman und dem Diakon Totnan, lud sie ein mit ihm zu ziehen und da diese einwilligten, reiste er nach Frankreich; als er da hörte, daß in Franken noch die tiefste Unwissenheit im christlichen Glauben herrschte, zog er dahin und kam in die Gegend von Würzburg. Mit betrübten Herzen sah er, daß das Volk dasselbst in finsterer Abgötterei begraben liege und unter anderen Götzen die falsche Göttin Diana verehrte. Hier nun wollte Kilian bleiben und dem verblendeten Volke die Augen öffnen; allein er glaubte hierzu einer besonderen Sendung zu bedürfen und reiste daher zuvor nach Rom zum damaligen Papste Conon, einem ehrwürdigen Greise, der ihn prüfte und zum Bischof weihte, damit er in jenen Ländern gesetzt war, die Rechte eines Bischofs auszuüben, Priester und Kirchen weihen könne. Die beiden Gefährten Lilians ermahnte der Papst zum treuen Georsame und ihnen seinen Segen erteilend entließ er die drei Glaubensprediger mit den Worten:
„Ziehet hin
Fanget euer Werk mit Gott an und vollendet es mit Gott; euer Lohn wird groß seine im Himmel, ewigen Freuden warten dort euer.”

Kilian zog mit seinen Gefährten zurück nach Franken, wo sie zuerst die deutsche Sprache erlernten und mit Gebet und Betrachtung auf ihr heiliges Werk sich vorbereiteten. Nachdem Kilian sie Sprache inne hatte, trat er unter den Heiden auf und verkündete ihnen mit himmlischer Salbung und Kraft die heilige Lehre Jesu. Seine Worte machten tiefen Eindruck, und da Kilian zugleich Kranke heilte und andere Wunder vor ihren Augen tat, so glaubten viele und ließen sich taufen.

Der Ruf von den drei fremden Männern und ihren Taten kam auch zu den Ohren des Franken Herzogs Gosbert. Begierig diese Männer zu hören, ließ er sie an seinen Hof kommen. Kilian erschien und legte ihm die ganze beseligende Lehre Jesu vor Augen. Staunend hörte ihm Gosbert zu, sein Herz war ergriffen, er sah seinen Irrtum ein, wollte aber nicht gleich der Abgötterei entsagen, sondern die Sache reiflich überlegen und entließ Kilian freundlich mit dem Bedeuten, er werde ihn zu seiner zeit rufen lassen. Dieser zog mittlerweile im Lande herum, und streute unverdrossen und ungehindert den Samen des göttlichen Wortes aus, der reichliche Früchte trug. nach einiger zeit begab sich der herzog, dem die Wahrheit keine Ruhe mehr ließ, öfters in der Stille der Nacht zu Kilian, unterredete sich mit ihm und ließ sich endlich am Osterfeste öffentlich mit vielen Vornehmen seines Hofes taufen. Eine große Menge Volkes folgte seinem Beispiele.

Groß war hierüber die Freude Kilians, aber Eines lag ihm dabei noch schwer auf dem Herzen, wovon er dem Herzoge nicht eher etwas sagen wollte, als bis er von der christlichen Religion vollkommen überzeugt war. Der Herzog hatte nämlich Geila das Weib seines Bruders, zur Ehe; er lebte also in Blutschande. Tief betrübt hierüber wartete Kilian einige Zeit, bis der Herzog dies etwa selbst einsehen würde, und da dieses nicht geschah, flehte er zuvor zu Gott um Hilfe und trat dann mit den Worten zu dem Herzoge:

„Es ist nicht erlaubt, daß du das Weib deines Bruders zur Ehe habest.”
Gosbert erschrak und sprach: „Ich kenne gar wohl die Worte, welche du mir gesagt, aber ich habe diese Frau sehr lieb. Du legst mir eine schwere Wahl vor; jedoch will ich sie aus Liebe zu Gotte verlassen, wenn ich sie nicht besitzen darf; allein ich muß jetzt in den Krieg ziehen, wenn ich zurück komme, wollen wir miteinander überlegen, ob es denn notwendig sei, daß ich das Weib entlasse; ” darauf zog er mit seinen Soldaten ins Feld.

Geila hatte bald gehört, was gegen sie im Werke sei. Sie war ein stolzes, herrschsüchtiges Weib und konnte den Gedanken nicht ertragen, den Herzog und seinen Hof meiden zu müssen. Deshalb faßte sie den schrecklichen Entschluß, den heiligen Bischof und seine Gefärten zu ermorden, stellte sich aber unterdessen recht freundlich gegen den arglosen Bischof. Am Hofe des Herzogs befanden sich zwei leichtfertige Diener, die wegen ihrer Sittenlosigkeit den heiligen, strengen Bischof nicht leiden konnten und sich auch nicht taufen ließen. Diesen Bösewichtern entdeckte sie ihr Vorhaben und bot ihnen eine große Summe Geldes an, wenn sie den Bischof samt seinen Gefährten ermordeten und ihre Leichname samt den Büchern und Kirchengeräten sogleich verscharren würden, damit nichts an den Tag komme. Die beiden Schelme willigten ein lauerten nur auf ein Gelegenheit, um die schäusliche Tat zu vollziehen.

Der heilige Kilian ahnte nicht die Gefahr, die ihm drohte. In einem Gesichte aber wurde ihm sein Tod von Gott angekündet. Gegen Morgen, da er halbwachend auf seinem harten Lager ruhte, sah er einen Mann von herrlicher Gestalt vor sich stehen, der also zu ihm sprach:

„Freund Kilian! stehe auf; ich will nicht, daß du länger mehr arbeitest. Nur noch ein Kampf steht dir bevor, du wirst aber mit mir den Sieg erringen.”
Er sprach’s und verschwand. Kilian stand eilends auf, und seinen nahen Tod jetzt ahnend, rief er seine Gefährten und sprach zu ihnen:
„Brüder, lasset uns wachsam sein; bald wird der Herr kommen und an der Türe anklopfen; seien wir auf unserer Hut, damit er uns nichts schlafend treffe! Füllen wir unsere Lampen mit dem Öle guter Werke; lassen wir es nicht ausgehen und sehen wir uns nicht erst dann um solches um, wo wir keines mehr bekommen werden. ”
Die beiden frommen Gefährten fanden sich durch diese Worte getröstet, und bereiteten sich mit ihrem frommen Bischofe mit heiliger Freude auf den Tod vor.

Der heilige Kilian hatte eine Halle des Schlosses zu seinem Betsaale eingerichtet. Hier hielt er Gottesdienst, predigte und spendete die heiligen Sakramente, und hier betete er auch täglich mit dem Priester Koloman und dem Diakon Totnan die kirchlichen Tageszeiten. Als nun die drei ehrwürdigen Männer früh Morgens hier beteten und die Psalmen sangen, drangen plötzlich die beiden Meuchelmörder mit blinkenden Schwertern auf sie ein und riefen:

„Auf Befehl der Herzogin müßt ihr sterben.”
Sanft entgegnete ihnen Kilian:
„Ach meine Freunde, wozu seid ihr gekommen? Ihr werdet den Befehl vollziehen, wir aber eilen zu einem besserem Leben. Möge Gott euch und denen, die euch gesandt, verzeihen.”

Jetzt zückten die Mörder Schwert und durchbohrten den heiligen Bischof und seine beiden Gehilfen. Dieses geschah im Jahre 689. Die Leichname verscharrten sie samt Büchern, heiligen Kleidern, Kelchen und anderen Kirchengeräten in eine tiefe Grube, die sie an der Stelle des Mordes gemacht hatten, und die Herzogin ließ dann das Gerücht verbreiten, die fremden Priester seien fort gewandert, und den Betsaal ließ sie in einen Pferdestall umwandeln, damit ja von dem Morde nichts an den Tag komme.

Eine edle Witwe, Namens Burgunda, die der heilige Bischof bekehrt und getauft hatte, hielt sich seitdem nahe am Betsaale in einem kleinen Zimmer auf, wo sie wie in einer Klosterzelle lebte. An jenem Morgen, an dem der heilige Bischof mit seinen Gehilfen ermordet wurde, wachte und betete sie noch. Sie hörte die Heiligen singen, dann plötzlich schweigen und in der Meinung, es müsse im Betsaale etwas Außerordentliches vorgefallen sein, stieg sie hinab. Als sie in die Halle trat, fand sie einige frische Blutstropfen an den Wänden. Sie merkte nun, daß die heiligen Männer ermordet wurden, trocknete das Blut mit ihrem weißen Tüchlein auf und ging dann in ihre Zelle zurück, getraute sich aber nicht von der schrecklichen Tat etwas zu erzählen aus Furcht vor der Herzogin, deren Rachgierde sie kannte.

Doch was Menschen so geheim hielten und nicht entdeckten, das brachte der gerechte Gott ans Tageslicht. Als der herzog zurückkam und hörte, daß der heilige Bischof fortgezogen sei, ließ er im ganzen Lande nach ihnen suchen, aber man fand keine Spur von ihnen. Jetzt kam dem Herzog der Argwohn, die Herzogin Geila habe sie aus dem Wege geräumt. Er stellte sie zur Rede, aber das listige Weib beredete ihn, der Sache nicht weiter nachzuforschen und beruhigte ihn vollkommen. Allein „nichts ist so fein gesponnen, es kommt doch noch an die Sonnen,” sagt ein altes Sprichwort! — Einer der Mörder, von Gewissensbissen geängstigt, fand Tag und Nacht keine Ruhe mehr; von Wut und Raserei ergriffen, lief er durch die Strassen der Stadt und schrie jammernd:

„O Kilian, o Kilian, wie sehr verfolgst du mich? Ein Feuer in mir verzehrt mich; immer sehe ich das Schwert vor meinen Augen, das von deinem Blute trieft!”

Endlich zewrbiß er sich die Zunge und seine Glieder und starb eines grauenvollen Todes. Als der andere Mörder dieses hörte, stürzte er sich vor Verzweiflung in sein eigenes Schwert, mit dem er den Heiligen getötet hatte.

Die gottlose Geila ergriff ebenfalls die rächende Hand Gottes. Sie kam von Sinnen und verzweifelnd schrie sie laut auf:

„Ach Kilian, wie schrecklich verfolgst du mich! Ach Koloman, du zündest mir das feuer an! Ach Totnan, du trägst Holz zu! Laßt ab, laßt ab, ich erkenne euch als Sieger. Ich unterliege der Schmach und dem Entsetzen, die mich überfallen.”
An allen ihren Gliedern verrenkt, starb sie in Raserei.

Die Leichname der heiligen Märtyrer blieben lange unentdeckt. Endlich wurden sie durch eine besondere Offenbarung frommer Christen, die gehört hatten, die heiligen Gebeine seien unter dem Boden des ehemaligen Betsaales begraben, entdeckt und erhoben. Man fand die Gebeine mit den noch unversehrten Meßkleidern und Büchern in einer Grube, legte sie in eine prächtige Kiste und setzte sie dann feierlich in der Domkirche bei, welche Bischof Burkhard zu Würzburg erbauen ließ. Die Stadt und das Bistum Würznurg verehrt den heiligen Kilian, der mit einem Schwerte in der Hand abgebildet wird, als Patron.

Quelle: Legende von den lieben Heiligen Gottes, nach den besten Quellen neu bearbeitet und herausgegeben von Georg Ott, Stadtpfarrer in Abendsberg (1863)

Bild: Holzstich aus dem Buch Legende von den lieben Heiligen Gottes (1863)

Heilige, Seelige im Monat Juli -
  1. • Rumoldus
    • Galus
    • Theobald
    • Aaron und Julius
    • Theodorich
    • Carilephus
    • Leonor
    • Eparchius oder Cybar
    • Simeon, Salus
  2. • Mariä Heimsuchung
  3. • Phokas
  4. • Ulrich
  5. Wilhelm
    Petrus
  6. • Goar
    • Godoleva
  7. • Willibald
  8. • Elisabeth
  9. • Kilian
  10. • Felizitas
  11. • Pius I.
  12. • Johannes Gualbertus
  13. • Heinrich
  14. • Kamillus von Lellis
  15. • Bonaventura
  16. • Eustathius
  17. • Alexius
  18. • Symphorosa
    • Friederich
  19. • Vinzenz von Paul
  20. • Margaretha, Marina
  21. • Viktor
  22. • Maria Magdalena
  23. • Franziskus Solanus
    • Brigitta von Schweden
  24. • Christina
  25. • Jakob der Größere
    • Christophorus
  26. • Anna
  27. • Pantaleon
  28. • Nazarius, Zelsus
  29. • Martha
  30. • Julitta
  31. • Ignatius von Loyola
    • Batho von Freising
    Johannes Kolumbini



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