www.fleurop.de
Suchbegriff(e) eingeben:

Heiligenlegenden im Jahresverlauf oder von A - Z
Januar
Februar
März
April
Mai
Juni
Juli
August
September
Oktober
November
Dezember
A B C
D E F
G H I
J K L
M N O
P Q R
S T U
V W X
Y Z

Weitere Legenden


Leben der Väter und Märtyrer
ursprünglich in englischer Sprache verfaßt von Alban Butler

für Deutschland bearbeitet von Dr. Räß und Dr Weis




Hier entsteht ein Nachschlagewerk
über die Legenden der Heiligen

Ein Service von
www.feiertagsseiten.de



468x60

Infos hinzufügen  |  Druck Version  |  PDF Version  |  Buchtips  |  Zurück
Translate this page into English Translate this page into English   |   Traduction française de cette page Pressure Version

Der heilige Goar, Priester und Einsiedler (6. Juli)
Copyright © by www.heiligenlegenden.de
Der heilige Goar - Gedenktag ist der 6. Juli

angeblich am 6. Juli 575

Der heilige Einsiedler Goar, auch Gwer genannt, am Rheine wohlbekannt und noch heute hochverehrt, war in Aquitanien von vornehmen Eltern geboren. In einem Alter von ungefähr 24 Jahren verließ er seine Heimat und sein Vaterland, ging über den Rhein nach Deutschland und ließ sich in der Nähe der Stadt Trier an einem einsamen Orte nieder, wo er sich eine Zelle und mit der Erlaubnis des dortigen Bischofs Felix ein kleines Kirchlein erbaute. Er war schon Priester und brachte nun seine Leben mehrere Jahre unter Beten, Wachen und Fasten zu. Er blieb aber nicht immer in seiner Zelle; an den Ufern des Rheines wohnten noch gar viele Heiden; ihr trauriges Schicksal konnte er nicht ansehen; er wollte sie dem guten Hirten Jesus zuführen, deßhalb wanderte er von Ort zu Ort und predigte ihnen die Lehre vom Kreuze. Seine Worte fanden Eingang bei ihnen, wozu die Gabe der Wunder, welche ihm Gott verlieh, mächtig betrug. Eine Menge dieser Unglücklichen bekehrte sich und ließ sich taufen. Auch sein heiliges Leben öffnete vielen die Augen. Täglich las er in seinem Kirchlein das heiligste Meßopfer, worauf er sich stundenlang vorbereitete, dann betete er den ganzen Psalter Davids. War dies geschehen, dann nahm er ein Liebesmahl mit den Fremden und Armen ein, deren täglich mehrere bei ihm zusprachen.

Die Türe seiner Zelle stand jedem Wanderer, jedem Notleidenen offen; er teilte mit ihnen das Almosen, das ihm gespendet wurde, und bediente sie so freundlich und liebevoll, als wäre in ihnen Jesus Christus selbst zugegen. Viele Preßhafte fanden bei ihm Heilung und kein Trostloser ging ohne Trost und Beruhigung von ihm weg.

Aber wie Gott alle prüft, die aufrichtig nach Vollkommenheit streben, so kam auch das Feuer dieser Prüfung über den heiligen Priester Goar. Der Teufel fühlte seine Macht und sah, wie viele Herzen durch ihn seinen Einfluß entrissen wurden; deswegen suchte er ihn zu verderben und leider fand er zu diesem Werke sogar Gehilfen am bischöflichen Hofe von Trier.

In dieser Stadt lebte damals ein Bischof, der seiner heiligen Würde nicht eingedenk war und ein lockeres Leben führte. Auch Bischöfe können fallen, wenn sie das Gebet und die Wachsamkeit unterlassen. Wie aber der Herr ist, so sind gewöhnlich auch die Diener; daher auch die Hausgenossen des Bischofs nicht gar christlich lebten. Eines Tages nun kamen zwei Bediente des Bischofs, dem die Gottseligkeit des Priesters Goar ein Dorn im Auge war, zur Zelle des heiligen, nicht deshalb, um sich an seinem heiligen Beispiele zu erbauen und seine guten Lehren zu vernehmen, sondern um etwas auszuspähen, was Grund zu einer Anklage geben könnte. Der Heilige nahm sie arglos und liebevoll auf, bewirtete sie freundlich und machte seine gottseligen Übungen fort. Allein wo der Schalk im Herzen sitzt, da ist er auch in den Augen. Die beiden Späher hielten Alles, was der heilige tat, für Heuchelei; besonders mißfiel ihnen, daß er die Fremden und Armen so freigebig bewirtete und sie durch eindringende Reden zur Gottseligkeit mahnte. Sie kehrten nun nach Hause zurück und brachten bei dem Bischof die schwersten Beschuldigungen gegen den Heiligen vor. Der Bischof glaubte und befahl ihnen, hinzugehen und Goar zu ihm zu rufen. Die beiden Schälke vollzogen den Befehl, verheimlichten aber dem Heiligen ihre Anklagen, heuchelten ihm tiefe Verehrung und meldeten ihm einen Gruß vom Bischof mit dem Beisatze, daß er zu ihm kommen möchte, denn er wünschte ihn zu sehen. Goar war sehr erfreut hierüber, erquickte sie mit Speis und Trank und bereitete ihnen ein gutes Lager; die Nacht hindurch betete er und sang das Lob Gottes. Als es Tag geworden, las er die heilige Messe, setzte dann den beiden Gästen ein reichliches Frühstück vor und wartete, ob nicht etwa Fremde kämen, um sie ebenfalls auszuspeisen. Aber jetzt brachen die beiden Schelme mit dem was sie schon lange im Herzen hatten, los.

„An diesem Mahle nehmen wir keinen Anteil, denn dieses ist unsinnige Verschwendung und Schwelgerei”, sprachen sie. Der Heilige antwortete ganz gelassen: „Es steht nicht gut mit einem Hause, wo die Gottesfurcht mangelt. Hättet ihr Gottesfurcht, so würdet ihr, was die Liebe tut, auch mit Liebe annehmen und genießen.”

Während er noch sprach, kamen zwei Fremdlinge; sogleich setzte der Heilige diesen gastfreundlich die Speise vor, welche sie mit Dank genossen. Jetzt wollten aber die lieblosen Schelme nicht mehr länger bleiben, Neid und Mißgunst trieb sie fort; sie verlangten einige Speise mit auf den Weg und luden den Heiligen ein, mit zum Bischof zu gehen. Er willfahrte ihnen, gab ihnen Speise in den Sack und zog mit ihnen, auf dem Wege betend und Psalmen singend. Gegen die Mittagszeit spüren die beiden Diener des Bischofs Hunger und Durst. Sie laufen zu einem nahen Bach, um dort unter dem Schatten der Bäume von ihrem Vorrat zu essen und aus der Quelle zu trinken. Aber wie erstaunen sie, als sie den Sack leer und die Quelle vertrocknet sehen! Gott hatte ihnen zur Strafe entzogen, was sie vorher nicht genießen wollten, sie erkannten auch ihr freventliches Urteil über den Heiligen und baten ihn um Verzeihung und Hilfe, denn Hunger und Durst plagte sie sehr.

der Heilige erbarmte sich ihrer, er fiel nieder auf seine Knie, und betete, und siehe da, drei Hirschkühe kamen aus dem Gehölze hervor, ließen sich vom Diener Gottes melken und eilten dann wieder zum Walde zu. Mit der Milch labten sich die Schmachtenden. Auch fanden dieselben wieder Speise im Sacke und Wasser im Bache. Jetzt gingen den bösen Menschen freilich die Augen auf, aber sie sagten doch dem Heiligen nichts von dem was sie getan und was seiner warte.

Sie gingen mit Goar in die Stadt Trier; dort begab sich dieser sogleich in die Kirche, um, wie er gewohnt war, zu beten, Die beiden Bedienten aber eilten sogleich zum Bischof und erzählten ihm Alles, was sie gesehen. Der Bischof aber, bei dem gerade seine Geistlichen versammelt waren, wollten ihnen nicht glauben, sondern hielt dafür, daß ein Mensch, der schon früh Morgens Mahlzeiten halte und so viel auf das Essen halte, kein wundertätiger Heiliger, vielmehr ein Heuchler und ein Zauberer sein müsse. Als nun der heilige Priester in das Zimmer trat, warf ihm der verblendete Bischof dies Alles vor. Der Heilige aber beteuerte ruhig seine Unschuld und bezeugte, daß er nie aus Eßlust, sondern nur aus Liebe zu Jesus die Fremdlinge beherbergt und gespeist, und daß Gott die Wunder gewirkt, um die beiden Bedienten auf bessere Gesinnung zu bringen.

Während Goar noch redete, brachte ein Kirchendiener ein kleines Kindlein im Arme herbei, das er an der Kirchtüre gefunden und welches eine gottvergessene Mutter dort ausgesetzt hatte. Da fiel dem Bischof ein, das Kind als Zeugen wider Goar zu benützen; er sprach:

„Wenn das, was Goar getan hat und spricht, aus Gott ist, so soll er uns sagen, wer der Vater und die Mutter dieses Kindes sind; kann er es nicht, so ist sein Tun eitel Zauberei und er ist des Todes schuldig. ”

Vergeblich weigerte sich Goar, auf solche Art Gott zu versuchen; auch wollte er die Würde und die Ehre des Bischofs nicht in Schande bringen; denn er sah voraus, was da kommen werde. Da seine Bitten und Beteuerungen kein Gehör fanden, fiel er nieder zum Gebet und beschwor das Kind, im Namen der heiligsten Dreifaltigkeit zu sagen, wer seine Eltern seien. Da öffnete das kleine, noch unmündige Kind seinen Mund und sagte deutlich:

„Rustikus (dies war der Bischof) ist mein Vater und Flavia heißt meine Mutter.”
Wie vom Blitze getroffen stürzt sogleich der Bischof zu den Füssen des heiligen Mannes und spricht:
„Goar, du bist ein Heiliger, Gottes Gnade ist mit dir; mich aber hat Gottes Hand getroffen. Niemand als die Schuldige, ich und ein Diener wußten um die böse Tat.”

Längere Zeit stand der heilige Priester sprachlos da, es schmerzte ihn, den Bischof unverschuldet beschämt zu haben und seufzend sprach er: „Warum hast du mich gezwungen, dich zu offenbaren? Wie viel besser wäre es gewesen, deine Schuld insgeheim zu beichten, als bekannt werden zu lassen? Wie viel besser hättest du durchBuße deine jetzige Strafe abgewendet? ” Nichts geschieht so geheim, daß es nicht offenbar werde! Hierauf mahnte der Heilige mit ernsten Worten den tief gefallenen Bischof zur Umkehr zu Gott und versprach für ihn sieben Jahre Lang zu beten und Werke der Buße zu üben. Der Bischof weinte und nahm sich die Worte des Heiligen zu Herzen, dieser aber kehrte wieder in seine Zelle zurück.

Der König Siegbert von Austrasien hatte von der wunderbaren Begebenheit gehört, ließ daher den heiligen Goar nach Metz kommen, wo er residierte, und wollte aus seinem Munde den ganzen Verlauf der Sache hören. Allein der Heilige wollte sich um keinen Preis dazu verstehen, zu offenbaren, was dem Rufe und der Ehre des Nächsten und gar seines Bischofs Schaden bringen konnte. Der König, der schon Alles wußte, erzählte ihm hierauf, was sich zugetragen und fragte ihn dann, ob sich die Sache so verhalte? der Heilige Priester antwortete:

„Weil Euere Majestät schon Alles erzählten, so ist nicht notwendig, daß ich noch etwas sage.”

Diese Antwort erbaute den König, und weil er den gefallenen Bischof nicht mehr in seinem Amte lassen wollte, trug er dem Heiligen statt dessen die bischöfliche Würde an. Allein er widersetzte sich der Absicht des Königs aus allen Kräften:

„Lieber sterben will ich, sprach er, als das Amt eines Bischofs anzutreten, der noch lebt und so mich versündigen gegen die Satzungen der heiligen Kirche. ”

Er redete hierauf dem Könige zu, daß er den Bischof zwar auf einige Zeit zur Übung der Buße seines Amtes entlasse, ihm danach, wenn er Buße getan, vergebe, damit auch Gott ihm einst vergebe. Der König wollte nicht einwilligen, bestand darauf, daß Goar Bischof werde, gab ihm aber zwanzig Tage Bedenkzeit, nach deren Verlauf er sich erklären müsse, ob er die bischöfliche Würde übernehme. Der Heilige kehrte nun in seine Zelle zurück und flehte ohne Unterlaß zu Gott, daß er ihn von der großen Würde eines Bischofs befreien wolle. Gott erhörte auch sein Flehen; es ergriff ihn ein heftiges Fieber, das sieben Jahre dauerte und ihm solche Schmerzen verursachte, daß er keinen Fuß aus der Zelle mehr setzen konnte. Diese sieben Jahre der Schmerzen opferte er, wie er versprochen, für den gefallenen Bischof auf, der nun reumütig Buße tat. Als die sieben Jahre vorüber waren, wurde er plötzlich wieder gesund. Kaum hatte König Siegbert davon gehört, so ließ er sogleich dem Heiligen seinen früheren Antrag wegen der Bischofswürde machen. Allein Goar ließ dem Könige sagen, er möge sich keine Mühe mehr geben, denn er werde seine Zelle nicht mehr verlassen außer im Sarge; dann ließ er den König bitten, er möge seine Einsiedelei in Schutz nehmen und bat die geistlichen Obern um zwei Priester, welche ihm in seinem Todeskampfe beistehen und ein Grab bereiten sollten. Seine Bitte wurde gewährt; noch drei Jahre mußte der Heilige große Leiden erdulden, die er aber mit unerschütterlicher Geduld aus der Hand Gottes annahm, bis er endlich unter dem Beistande der zwei Priester seinen Geist aufgab im Jahre 575

Sein Leichnam wurde in der Kapelle der Einsiedelei beigesetzt und sein Grab durch viele Wunder verherrlicht; an der Stelle der Einsiedelei entstand nach und nach ein ansehnlicher Ort, St Goar genannt, der heute noch steht.

Der heilige Goar wird abgebildet in Einsiedlerkleidung, aber auch mal mit drei Hirschkühen neben sich.

Quelle: Legende von den lieben Heiligen Gottes, nach den besten Quellen neu bearbeitet und herausgegeben von Georg Ott, Stadtpfarrer in Abendsberg (1863)

Heilige, Seelige im Monat Juli -
  1. • Rumoldus
    • Galus
    • Theobald
    • Aaron und Julius
    • Theodorich
    • Carilephus
    • Leonor
    • Eparchius oder Cybar
    • Simeon, Salus
  2. • Mariä Heimsuchung
  3. • Phokas
  4. • Ulrich
  5. Wilhelm
    Petrus
  6. • Goar
    • Godoleva
  7. • Willibald
  8. • Elisabeth
  9. • Kilian
  10. • Felizitas
  11. • Pius I.
  12. • Johannes Gualbertus
  13. • Heinrich
  14. • Kamillus von Lellis
  15. • Bonaventura
  16. • Eustathius
  17. • Alexius
  18. • Symphorosa
    • Friederich
  19. • Vinzenz von Paul
  20. • Margaretha, Marina
  21. • Viktor
  22. • Maria Magdalena
  23. • Franziskus Solanus
    • Brigitta von Schweden
  24. • Christina
  25. • Jakob der Größere
    • Christophorus
  26. • Anna
  27. • Pantaleon
  28. • Nazarius, Zelsus
  29. • Martha
  30. • Julitta
  31. • Ignatius von Loyola
    • Batho von Freising
    Johannes Kolumbini



Die Heiligenlegenden    (http://www.heiligenlegenden.de)
Copyright © by Josef Dirschl, www.heiligenlegenden.de    -    info@heiligenlegenden.de
ALLE RECHTE VORBEHALTEN / ALL RIGHTS RESERVED
Suchmaschinenoptimierung mit Ranking-Hits

Haftungshinweis:
Hiermit distanziere ich mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf meiner Homepage und mache mir diese Inhalte nicht zu eigen. Diese Erklärung gilt für alle auf dieser Website angebrachten Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.