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Leben der Väter und Märtyrer
ursprünglich in englischer Sprache verfaßt von Alban Butler

für Deutschland bearbeitet von Dr. Räß und Dr Weis




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Der heilige Phokas, Bischof und Martyrer (3. Juli)
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Der heilige Phokas - Gedenktag ist der 3. Juli

† im Jahre 303

Der heilige Phokas war geboren zu Sinope, einer vor Alters berühmten Stadt. Ein kleiner Garten, an einem Tore der Stadt gelegen, war all seine Habe. Er baute ihn mit eigener Hand und so wenig er ihm auch eintragen mochte, so warf er doch so viel ab, daß er davon leben und mit den Armen etwas teilen konnte. Neben dem Garten befand sich seine kleine Hütte, in welche er jedermann, der klopfte, freundlich aufnahm. Was er besaß, das teilte er bereitwillig mit seinen Gästen. Er war ja ein treuer, katholischer Christ und freute sich deßhalb, seinen Nebenmenschen Gutes erweisen zu können. Aber eben deßwegen, weil er ein treuer Anhänger Jesu und seiner heiligen Kirche war, entging er auch den Nachforschungen der Verfolger nicht. Wenn auch die Feinde seine niedere Herkunft verachteten, so haßten sie desto mehr seine christliche Gesinnung und seinen Glaubensmut.

Kaum war er als Christ angezeigt, so wurden alsbald Soldaten ausgesendet, nicht um ihn vor den Richterstuhl zu schleppen, sondern ihn sogleich töten. Die Soldaten kannten aber weder den frommen Gärtner, noch auch seine Wohnung. Sie glaubten, er wohne in der Stadt. Als sie nun bei dem Stadttore anlangten, kehrten sie müde von dem Marsche bei dem Gärtner ein und baten ihn um einige Erquickung. Phokas nahm sie liebevoll auf, setzte ihnen vor, was er hatte und lud sie freundlich ein, bei ihm die Nacht zu bleiben. Sein liebevolles Benehmen gewann das Herz der Soldaten, und als sie während des Nachtessens, von Phokas gefragt wurden, warum sie nach Sinope zögen, sagten sie ihm offen, daß sie den Gärtner Phokas aufsuchen und töten sollten und baten ihn, er möchte ihnen bei ihren Nachforschungen Beistand leisten.

Wohl hätte nun Phokas sich flüchten können, allein er wollte für Jesus sterben. Deshalb antwortete er ruhig den Soldaten:

„Ich kenne den Mann den ihr suchet; nur einen Tag gönnet mir noch und ich werde euch denselben ausliefern. Bis dahin bleibet bei mir und zehret von meinem geringen Vorrat.”
Die Soldaten gewährten ihm gerne den Aufschub und der heilige Gärtner benützte nun diese Zeit, um ein Grab zu graben, und Alles, was zu seinem Leichenbegängnisse notwendig war, herzurichten; die ganze Nacht brachte er dann im Gebete zu. Bei Tagesanbruch trat er vor die Soldaten hin und sprach:
„Ich bin Phokas, den ihr suchet; tut was euch befohlen ist.”
Vom Staunen ergriffen standen die Soldaten wie leblos da. Sie konnten sich nicht entschließen, ihre Hände in sein Blut zu tauchen, da er sie gar so freundlich beherbergt und bewirtet hatte. Doch Phokas voll verlangen nach dem Martertod drang in sie, ihren Auftrag zu vollziehen.
„Jene, sprach er, die euch senden, töten mich; ihr seid ja nur Werkzeuge und vollzieht nur die Befehle.”
Nach langem Zureden brachte er endlich die Soldaten, die an Gehorsam gewöhnt waren, dahin, daß sie ihn enthaupteten und seinen Leichnam in das Grab senkten, das er sich selbst gegraben. In der Folge wurde über demselben eine Kirche gebaut, welche im ganzen Morgenlande berühmt war.

Die heldenmütige Tat des heiligen Gärtners, welche wenige ihres Gleichen hat, verbreitete seinen Ruhm über die ganze Erde. Besonders war es der heilige Bischof Alsterius von Amisäa, welcher das Lob des heiligen Märtyrers überall verkündete. In einer Predigt, die er in einer Kirche hielt, wo Reliquien des heiligen Phokas sich befanden (es war im Jahre 400), sprach er:

„Jene prachtvolle Kirche (bei Sinope), welche den Leib des heiligen Phokas besitzt, gibt den Trauernden Trost und den Kranken die Gesundheit; sie ist gleichsam ein öffentliches Rüsthaus, das allen Notleidenden offen steht; alle Orte, wo sich nur ein Teilchen seiner Gebeine befindet, sind durch Wunder berühmt und Gegenstand der Verehrung der Christen. ”
Die Römer, welche das Haupt des Heiligen besitzen, ehren ihn wie den heiligen Petrus und Paulus. Die Schiffer auf allen Gewässern rufen ihn bei heftigen Stürmen um seinen Beistand an, betrachten ihn als ihren Patron, führen beständig seinen Namen im Munde und geben immer einen Teil ihres Verdienstes zu seiner Ehre unter dem Namen: „Teil des heiligen Phokas” den Armen.

So hat Gott das Grab des Armen Gärtners verherrlichet, welche Herrlichkeit wird er erst im Himmel genießen.

Der heilige Phokas wird abgebildet als Gärtner mit dem Schwerte in der Hand.

Was ist das Grab in den Augen des katholischen Christen?
Der heilige Phokas machte sich sein Grab selbst; ihm kam dies nicht schauerlich vor, denn er was schon lange mit dem Tode vertraut und freute sich auf den Augenblick, wo dies Grab seinen Leib aufnehmen würde. Er war ja ein katholischer Christ; im Lichte des heiligen Glaubens verliert das Grab alle seine Schrecken; der von diesem himmlischen Lichte erleuchtete Christ hält das Grab nur für die Schlafstätte, welchen schönen Namen schon die ersten Christen ihren Grabstätten gaben; Jesus selbst nannte den Tod nur einen Schlaf. Wie der schlafende früh Morgens erwacht zu neuem kräftigen Leben, so erwacht am Morgen des Auferstehungstages der tote Leib des frommen Christen, geweckt durch die allbelebende Stimme des Sohnes Gottes zum ewigen Leben.

Für den müden Arbeiter, für den abgematteten Wanderer, für den Unglücklichen, für den Kranken ist der Schlaf so süß; es ruhen aus die müden Glieder un der geängstigte Geist; aber leider folgt auf den Schlaf und die nächtliche Ruhe wieder neue Müdigkeit, neue Sorgen und Kümmernisse, neuer Schmerz: Im Grabe aber ist für den frommen Christen ewige Ruhe, daher die ersten Christen ihre Gräber auch Ruhestätten, Friedhöfe nannten, und gewöhnlich auf die Tafeln oder Steine, womit sie die Gräber schlossen, den Namen des Verstorbenen mit den Worten: „In pace”, im Frieden, setzten. Der Leib ruht im Grabe bis zur Auferstehung, um dann mit der Seele vereinigt ewig zu ruhen im Reiche Gottes. Auch das Samenkorn muß zuvor in der Erde ruhen und verfaulen, aber die geheime Lebenskraft, die ihm verborgen ist, steigt allmälig aus der Fäulnisß hervor und strebt empor, dem Lichte zu, um zur Frucht zu reifen. So wird als Samenkorn der Leib des Christen in die Erde gelegt, er verfault, aber er trägt den Keim der Auferstehung in sich, und die Allmacht des Herrn ruft ihn zum ewigen Leben. Daher wird auch der Begräbnisort der Christen Gottesacker genannt. Im Auge des katholischen Christen ist also das Grab wie eine Ackerfurche, in welcher sein Leib ruht wie ein Samenkorn. Wie Gott das Samenkorn nicht vergißt, so vergißt er auch der Leiber der Seinigen nicht. Er wird sie zu seiner zeit zum neuen Leben erwecken. Kommt das Samenkorn nicht in die Erde, so wird es nimmer mehr zum neuen Leben erwachen; darum ist denn auch das Grab im Auge des katholischen Christen die Türe zu einem neuen ewig glückseligen Leben. Da hindurch muß jeder Mensch, ob er will oder nicht; der fromme Christ fürchtet aber diese dunkle Türe nicht, sie führt ihn ja zum ewigen Lichte himmlischer Klarheit. Daher wird auf das Grab des katholischen Christen das Kreuz gesetzt, wie eine Inschrift auf die Türe, die da lautet: Ich bin der Weg, der Eingang zum ewigen Leben!

Wenn du dieses betrachtest, wie es dein heiliger Glaube dich lehrt, wirst du dann, christliche Seele, das Grab fürchten? O denke oft an das Grab und du wirst auch wie der heilige Phokas getrost dem Tode entgegengehen. Es möchte daher recht heilsam für dich sein, wenn du öfters den Gottesacker besuchtest und dort die lebhaft vorstellst, wie bald auch du tief unten in kalter Erde ruhen, und wenn du gottselig lebest, dort ausruhen wirst wie ein müder Wanderer, um einst zu erwachen in neuer Schöne, zu einem neuen, ewigen Leben!

Quelle: Legende von den lieben Heiligen Gottes, nach den besten Quellen neu bearbeitet und herausgegeben von Georg Ott, Stadtpfarrer in Abendsberg (1863)

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Heilige, Seelige im Monat Juli -
  1. • Rumoldus
    • Galus
    • Theobald
    • Aaron und Julius
    • Theodorich
    • Carilephus
    • Leonor
    • Eparchius oder Cybar
    • Simeon, Salus
  2. • Mariä Heimsuchung
  3. • Phokas
  4. • Ulrich
  5. Wilhelm
    Petrus
  6. • Goar
    • Godoleva
  7. • Willibald
  8. • Elisabeth
  9. • Kilian
  10. • Felizitas
  11. • Pius I.
  12. • Johannes Gualbertus
  13. • Heinrich
  14. • Kamillus von Lellis
  15. • Bonaventura
  16. • Eustathius
  17. • Alexius
  18. • Symphorosa
    • Friederich
  19. • Vinzenz von Paul
  20. • Margaretha, Marina
  21. • Viktor
  22. • Maria Magdalena
  23. • Franziskus Solanus
    • Brigitta von Schweden
  24. • Christina
  25. • Jakob der Größere
    • Christophorus
  26. • Anna
  27. • Pantaleon
  28. • Nazarius, Zelsus
  29. • Martha
  30. • Julitta
  31. • Ignatius von Loyola
    • Batho von Freising
    Johannes Kolumbini



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