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Leben der Väter und Märtyrer
ursprünglich in englischer Sprache verfaßt von Alban Butler

für Deutschland bearbeitet von Dr. Räß und Dr Weis




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Die Geburt Christi
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Das Fest der gnadenreichen Geburt unseres lieben Herrn und Heilandes Jesu Christi -

Der Festtag, Gedenktag, Verehrungstag ist der 25. Dezember

* unbekannt     

Der Fluch, den der unendlich heilige und gerechte Gott über Adam und seine Nachkommen im Paradies ausgesprochen, hatte bereits viertausend Jahre auf dem ganzen Menschengeschlecht gelastet. Aber den entsetzlichen Fluch, den die Gerechtigkeit ausgesprochen, begleitete fort und fort durch alle Jahrhunderte die Barmherzigkeit mit der Verheißung , daß einst ein Retter, ein Erlöser kommen werde und diesen Fluch von Adam`s Geschlecht wieder hinweg nehmen werde.
— Nach langem sehnsuchtsvollen Harren, nachdem endlich die Menschheit die verderblichen Folgen und die ganze Größe von Adams Sünde und Schuld an sich selbst erfahren und die Tiefe der Wunden, die sie sich selbst durch ihre Missetaten schlug, ohne sie heilen zu önnen, eingesehen hatte, erst dann ging die Verheißung in Erfüllung.
— Ein Schrei nach Erlösung stieg von allen Gegenden der Erde zum Himmel empor, und siehe, der Himmel öffnete sich, und aus dem Schoße des ewigen Vaters stieg sein gleichwesentlicher ewiger Sohn hernieder zur trauernden Erde, und war durch die Kraft des heiligen Geistes Mensch im Schoße der reinsten Jungfrau Maria. Nur Maria, die Gebenedeite unter allen Weibern, die den Erlöser der Welt unter ihrem Herzen trug, nur der heilige Joseph, dem ein Engel es entdeckte, nur die frommen Ehegatten Zacharias und Elisabeth, denen es Maria bei ihrer Heimsuchung selbst kund gemacht, wußten um das freudenvolle, wunderbare Geheimnis der Menschwerdung des göttlichen Heilandes. Aber in den alten heiligen Büchern der Juden stand schon lange geschrieben, daß der Messias oder Christus, der Gesalbte, kommen werde, wenn kein König aus Juda`s Geschlecht mehr auf dem Throne David`s sitze, und deutlich konnte man darin lesen, daß Bethlehem der glückliche Ort sein werde, wo er zur Welt kommen sollte. Selbst die Heiden ahnten das Geheimnis und redeten von einem Herrscher, der aus Judäa stammen werde.

Fast neun Monate waren vorüber, seitdem Maria, die hochbegnadigte Jungfrau, das göttliche Kind unter ihrem Herzen trug, als der römische Kaiser Augustus, dem auch das Judenland unterworfen war, einen Befehl ausgeben ließ, dem zufolge alle Untertanen seines Reiches an bestimmten Orten, je nach der Lage ihrer Provinzen, Städte und Familien sich mußten einschreiben lassen, um so dadurch die Zahl der Bevölkerung kennen zu lernen. Diese Zählung wurde auch in Judäa vorgenommen, und zwar nach Stämmen und Geschlechtern. Darum mußte im Falle einer Volkszählung Jeder in seinem Stammorte sich aufzeichnen lassen. Maria und Joseph stammten in gerader Linie vom König David ab, demnach mußten sie nach Bethlehem ziehen, dem Stammorte des königlichen Geschlechts David. So hatte Gott Alles auf die Geburt seines Sohnes eingeleitet, und bediente sich sogar eines fernen Regenten, der fast die ganze Welt seinem Zepter unterworfen hatte, um gegen dessen Wissen und Willen seinen heiligen Plan in Erfüllung zu bringen und Maria an den Ort zu führen, den er schon lange durch die Phropheten als die Geburtsstätte des Erlösers hatte voraus verkünden lassen. Die Reise fiel gerade in eine schlimme Jahreszeit; der Winter nahte nahte bereits und der Weg war weit. Doch Joseph tat Alles, was liebende Sorgfalt für die gebenedeite Mutter des Heilandes ihm eingab, um die Beschwerden der Reise zu mildern. Ein Esel, den er an der Hand führte mußte sie auf seinem Rücken tragen. Ein kleiner Vorrat von Lebensmitteln hing in einem Korbe am Sattel. In der einen Hand den Reisestock, in der anderen den Zügel, schritt Joseph fürbaß. Der kalte Wind strich über die Fluren, düstere Wolken verhüllten des Himmels Blau. Maria, die zarteste Jungfrau und Mutter, mußte viel ungemach dulden; aber sie ertrug Alles mit Ergebung in Gottes Willen, der auch diese Reise angeordnet hatte.
— Im stillen, aber freudigen Sehnen gedachte sie der nahen Stunde, wo sie das Antlitz des holdesten Himmelskindes sehen, wo sie den Heiland der Welt in ihre Arme schließen durfte.
— Tief versenkt im Gebet und Betrachtung, fühlte sie nichts von der rauhen Witterung, dem harten Wege. Endlich nach 5 Tagen kam sie mit Joseph glücklich in Bethlehem an.

Diese Stadt, wegen ihrer Lage in der fruchtbarsten Gegend des Landes Euphrata, die Fruchtbare genannt, war der Geburtsort des heiligen Königs und Phropheten David, daher auch Davids-Stadt genannt. Hier hatte er die Lämmer seines Vaters geweidet, hier hatte ihn Samuel zum König gesalbt, hier hatte er sich auch eine Burg gebaut, die aber damals, als Joseph und Maria durch Bethlehems Tor zogen, schon fast ganz verfallen war, und Reisenden zur Herberge und Hirten mit ihren Schafen bei schlimmer Witterung zum Zufluchtsort diente. In der Stadt, die kaum tausend Einwohner zählte, waren bereits alle Häuser und Herbergen mit Männern und Frauen der verschiedenen Stämme gefüllt. Schon war die Sonne untergegangen, die Nacht brach an. Joseph klopfte besorgt an die Haustüren seiner Bekannten, aber niemand wollte ihm öffnen. Wo er immer um ein Nachtlager bat, wurde er abgewiesen. Niemand wollte ein Frau aufnehmen, die mit jedem Augenblick dem Gebären nahe war, und so dem ganzen Hause eine Ungelegenheit machen konnte.
— Joseph ging nun mit bekümmerte Herzen in die öffentliche Herberge, aber auch da fand er schon Alles überfüllt und kein Plätzchen, wo Maria hätte ruhen können. So ging schon jetzt in Erfüllung, was Johannes im Anfange seines Evangeliums schreibt: „Der Herr kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.” Schon war es Nacht und noch hatten die beiden heiligen Personen kein Obdach. Joseph wäre mit dem schlechtesten Winkel zufrieden gewesen, aber wo sollte er die heilige Mutter des Herrn unter bringen? Groß war die Not; da gedachte er der verfallenen Bure David`s, außerhalb der Stadt. Dort war ein Stall in einen Felsen gehauen.
— Joseph begab sich mit Maria dahin; aber auch den Stall fanden sie schon besetzt von einem Ochsen und einem Esel; mit diesen Tieren mußten sie den elenden Stall teilen. Es war höchste Zeit, daß Maria doch ein, wenn auch noch so ärmliches, Lager fand. Bereits war es Mitternacht, als sie in heiliger Entzückung in einem Winkel des Stalles ohne Schmerz und ohne Hilfe ihr göttliches Kind zur Welt brachte. Wer wird die selige Wonne zu schildern vermögen, und das Mitleid, das Maria empfand, als sie den Schöpfer der Welt in ihren Armen erblickte, der aus Liebe zu uns ein kleines Kind geworden und den sie nun in Windeln eingewickelt in die Krippe leget! „O Könign des Himmels, Herrin der Welt, Bewahrerin der Geheimnisse Christi, Zeugin aller seiner Werke,” ruft der heilige Bonaventura aus, gib dein andächtiges und mildes Gefühl uns kund, das dein Herz unter so vielen und so großen heiligen Geheimnissen beseligte. Wie war dir zu Mute, o gebenedeite Jungfrau, wenn du die süße Würde deiner Arme anblicktest, die den Himmel selbst stützte! Was gedachtest du, wenn du die Brüste ihm reichtest und mit deiner jungfräulichen Milch ihn nährtest, der die Engel speiset und alle Geschöpfe ernährt! Als du gesehen hast, wie er weinte und klagte und wie sein zarter Leib von Kälte zitterte, dessen Hände die Blitze des Himmels lenken! O, was mußtest du empfinden, so oft du bedachtest, wie Großesder Herr an dir getan, und welche Gnade du in seinen Augen gefunden hattest, daß du aus allen Frauen, die je geboren wurden und geboren werden, die Einzige warst, die zur Mutter Gottes und zur Königin des Himmels erkoren wurde! Mit welchen Augen blicktest du Jenen an, der dich so huldreich angesehen hatte! Wie herzinniglich danktest du ihm! Wie süße Gesänge sangst du ihm! Mit welch` großer Liebe und Holdseligkeit sprachst du zu ihm und bedeckst ihn mit Küssen deines jungfräulichen Mundes! Auch der heilige Joseph schloß das holdeste Kindlein in seine Arme, wie der heil. Bernard sagt, und liebkoste es mit innigster Herzensglut. Und die Engel stiegen vom Himmel herab, um ihren Gott und König anzubeten und durch Loblieder seine Ehre zu besingen. Und ein Teil von Ihnen schang sich dann wieder empor in die Lüfte und schwebte im strahlenden Lichtglanze hinüber das stille Tal, wo arme Hirten bei ihren Herden Nachtwache hielten.

Einer von Ihnen stieg nieder zur Erde, stand plötzlich vor den Hirten, die umleuchtet von der Herrlichkeit Gottes sich fürchteten. Der Engel aber sprach zu ihnen:

„Fürchtet euch nicht; denn ich verkünde euch eine große Freude, die allem Volke widerfahren wird; denn heute ist euch in der Stadt David`s der Heiland geboren worden, Christus, der Herr. Und dies soll euch zum Zeichen sein: Ihr werdet ein Kind finden, in Windeln eingewickelt und in einer Krippe liegend.”

Und sogleich war bei dem Engel eine Menge himmlischer Heerschaaren, welche Gott lobten und sangen:

„Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden, die eines guten Willens sind.”(Luk. II. 8, 15.)

Gott wollte, daß sein Sohn, obgleich in der Verborgenheit und der tiefsten, Erniedrigung geboren, von den Menschen erkannt würde, und gleich bei seinem Erscheinen die Erstlinge ihrer Huldigung empfange. Welches sind aber die Begnadigten, welche das heiligste Kind zum Ersten sehen, dem erwarteten Erlöser ihre Huldigung darbringen dürfen? Es sind nicht die großen dieser Erde, nicht die Fürsten und die Weltweisen, nicht die Reichen und Vornehmen; Gott wählet unbekannte, einfältige, arme aber fromme Leute, die, demütig vom Herzen, keinen Stolz und Hochmut kennen, die jene Demut und Weltverachtung schon üben, welche zu lehren und durch sein Beispiel u zeigen, der Sohn Gottes auf die Erde kam. Diese begnadigten frommen Männer waren Hirten, die arm am zeitlichen Gute, aber reich an Tugenden, auserwählt waren, den neugeborenen Heiland zu schauen. Siehe, wie Jesus die Armut im Geiste, die Demut lieb hat, o liebe auch du und übe diese Tugend!

Als die Engel verschwunden waren und die Hirten von ihrem Erstaunen sich erholt hatten, sprachen sie zu einander:

Laßt uns nach Bethlehem gehen, und das sehen, was zu uns gesprochen worden ist und der Herr uns angezeigt hat.

Und sie kamen eilends zum Orte, wo das Kind war. Eilends kamen sie, getrieben von dem Verlangen, das ewige Wort Gottes, welches für uns Mensch geworden it, zu sehen. Und sie fanden Maria und Joseph, und das Kind in der Krippe liegen. Als sie in den Stall eintraten und von himmlischem Lichtglanze umstrahlt das göttliche Kind sahen, warfen sie sich auf ihre Knie nieder und beteten es an.
— Der heilige Glaube lehrte sie, daß dieses arme Kind in Windeln Derjenige sei, essen Thron der Himmel und dessen Fußschemmel die Erde ist, den die Phropheten den Wunderbaren, den Heiligen, Gott mit uns nennen.
— Glaublich werden sie auch dem göttlichen Kinde Gaben von ihrer Armut dargebracht, haben; das Beste aber, was sie opferten, war wohl ihr Herz. Andere Gaben als das Herz verlangt ja Jesus nicht.
— Falle auch du, lieber Leser, heute im Geiste mit den Hirten vor dem Christkindlein nieder, bete es in tiefster Ehrfurcht an; denn es ist dein Gott und Herr, dein Heiland und Erlöser, und weihe dich seinem Dienste. Sage ihm mit kindlicher Einfalt , daß du es liebest, daß du es lieben willst über Alles, gelobe ihm Treue bis in den Tod!
— Nachdem die Hirten sich an dem Anblicke des holden Kindes sattsam erfreut hatten, kehrten sie wieder zu ihren Herden zurück und priesen und lobten Gott über Alles, was sie gesehen und gehört hatten. Sie erzählten es dann weiter, und Alle, die es hörten, verwunderten sich über die Dinge, welche die Hirten ihnen erzählt hatten. Maria aber, die seligste Mutter des Herrn, behielt alle diese Worte und überlegte sie in ihrem Herzen.

Betrachte und überlege auch du, christliche Seele! die geheimnisvolle, heilige Geburt des Christkindleins. Gehe mit mir im Geiste nach Bethlehem. Dieses im alten und und neuen Testamente gefeierte Städchen, zwei Stunden von Jerusalem entfernt, steht noch und ist von etwa 3000 Christen bewohnt. Die heilige Geburtsstätte ist einige hundert Schritte vom Orte Bethlehem entfernt. Eine Eine von der heiligen Kaiserin Helena erbaute, in ihrer alten Gestalt vorhandene Kirche bedeckt die Höhle, wo Jesus Christus das Licht der Welt erblickte. In der heiligen Felsengrotte, welche 12 Fuß unter dem Boden der Kirche liegt, führen zwei Treppen 15 Stufen hinab. Der Raum der Höhle beträgt 30 Fuß in der Länge, 11 Fuß in der Breite und etwas über 9 Fuß Höhe. Zweiunddreißig Lampen verbreiten einen eigentümlichen Schein. Die Wände und der Boden dieser Höhle, welche den Stall und die Krippe umschließt, sind mit schönen, weißen Marmorplatten belegt, die an einigen Stellen das untere Felsengestein durchblicken lassen. Tief unten gegen Morgen ist die Hauptkammer der Höhle, die Kapelle der Geburt des Herrn. Ein Stern von weßem, mit Jaspis ausgelegtem Marmor, den ein silbernen Strahlenglanz umgibt, in welchem die Wort stehen:

HIC DE VIRGINE MARIA
JESUS CHRISTUS NATUS EST.

Hier ist von der Jungfrau Maria
Jesus Christus geboren worden,

bezeichnet die Stelle, wo die geheimnißvolle Geburt geschah. Eine dabei an den Felsen gelehnte Marmortafel, die durch drei Lampen erleuchtet wird, bezeichnet den Ort, wo Christus zuerst das Licht der Welt erblickte. Sechs bis sieben Schritte von dieser Stätte steigt man zweimal 3 Stufen zu dem Ort hinab, wo die Krippe stand. Der blendene Schein starker Wachskerzen, die auf grßen silbernen Leuchtern brennen, bestrahlt den ausgehöhlten Marmorblock, der die Krippe andeutet, von der die schlichten Hirten anbetend knieten. Die eigentliche Krippe von Holz, in welche Maria das heilige Kindlein legte, wird jetzt in Rom in der Kirche Maria der Größeren bewahrt. Gegenüber dem Orte, wo die Krippe war, ist der Altar der heiligen drei Könige. Die Felsenöhle ist im Besitze der Franziskaner, die hier über einer Tafel von Marmor, welche als Altar dient und über der Krippe auf zwei Säulen ruht, das heiligste Opfer darbringen und Tag und Nacht des Herrn Lob singen.
— Nichts vermag die Empfindungen zu schildern, welche die frommen Pilger in dieser heiligen Höhle erfüllen, wo Alles, unzählige Wachskerzen, die bei Festlichkeiten daselbst brennen, zahlreiche strahlende, silberne Lampen, die Geschenke frommer Fürsten, prachtvolle von Gold funkelnde Stickereien, Gesänge der vielen Geistlichen und die lieblichen Töne einer heiligen Musik mit dem großen Geheimnisse im vollkommenen Einklange stehen. Hier kniete die heilige Helena und bedeckte in seliger Andacht die heilige Krippe mit ihren Küßen; hier brachte der heilige Hieronymus viele Jahre zu und benetzte unaufhörlich mit seinen Tränen die heilige Stätte, hier kniete der fromme König Gottfried von Bouillon und erflehte sic jenen ausdauernden Mut, womit er das heilige Grab des Herrn aus den Händen der Ungläubigen befreite; hier lagen schon tausende und tausende von frommen Pilgern aus allen Ständen, um zu beten, zu weinen, und Gottes unendliche Liebe zu uns Menschen zu betrachten.

Nur diese unendliche Liebe gibt uns den Schlüssel zur Erkenntnis dieses unaussprechlichen Geheimnisses, daß nämlich Gottes Sohn Mensch geworden, und daß er sich so tief erniedrigte, daß er die Gestalt eines schwachen, hilflosen Kindes annahm, dessen Wohnung ein Stall, dessen Wiege eine Krippe, dessen Bett Stroh und dessen Kleidung einige armselige Windeln sind.
— Sein heiliges Erlösungswerk beginnt Jesus schon mit dem Augenblick seiner Geburt, um unsere drei schlimmsten Feine, Augenlust, Fleischeslust und die Hoffart des Lebens u ertöten.
— Augenlust oder die Liebe zum Reichtume, das unordentliche Verlangen nach Hab und Gut ist der erste Feind des Christen. Nach der Anordnung Gottes ist irdischer Besitz, Geld und Gut unseren Händen bloß anvertraut, und wir sollen sie zur Unterstützung der Notleidenden verwenden. Aber wie viele fügen sich dieser Ordnung? Die meisten Menschen hängen an Geld und Gut, in ihren Besitz ihr ganzes Herz. Sich Vermögen zu erringen oder das selbe zu vermehren ist fast ihr einiges Streben. Gewinn- und Habsucht, schändlicher Geiz besitzt ihr Herz; Geld und Gut ist ihr Gott, den sie anbeten, dem sie Ehre, Ruhe, Leben und selbst ihre Seele zum Opfer bringen. Diese Habsucht, diese sündhafte Geldgier, diesen schändlichen Mamonsdienst verdammt das Christkind im armen Stalle, in der Krippe. Der Sohn Gottes, dem alle Kronen der Erde, alle Schätze der Welt gehören, wollte in der bittersten Armut, in der nicht einmal das Kind des niedrigsten Bettlerszur Welt kommt, geboren werden, um uns die vergänglichen Güter der Welt zu verleiden, und unser Herz davon loszureißen.
— Wenn du lieber Leser, vermögend bist, und das arme Kindlein im Stalle betrachtest, so gedenke, daß eben dieses arme Kind einst dein Richter sein und dich zur Rechenschaft ziehen wird, wenn du dein Herz dem Mitleide und der Barmherzigkeit gegen deine armen Mitmenschen verschlißest und dein Hab und Gut zum einzigen Gegenstande deiner Sorgen und Mühen und deiner Liebe machest! Um des armen Christkindleins wegen gib den Armen gerne und lindere ihre Not! Und wenn du arm bist, so tröste dich mit dem armen Kinde im Stalle; sei zufrieden mit dem, was dir Gott beschert, murre nicht, sondern vertraue auf den Herrn, der dich nie verläßt
— Gerade im Stande der Armut kannst du am ersten deine Seele retten, während der Reichtum so vielen zur Schlinge wird, um sie in die Hölle zu ziehen!

Der zweite Feind der Christen ist die Fleischeslust, jene unordentliche Neigung, die Triebe des Fleisches zu befriedigen, den Leib sündhaften Gelüsten hinzugeben. Den Genuß diesersündhaften Lüste zu verdammen und die Unbild zu sühnen, womit die Menschen das Bild Gottes in sich durch Wollüste auslöschen, fängt Jesus gleich bei seinem Eintritte in die Welt an, zu leiden. Er wird in einer harten Jahreszeit geboren, hartes Stroh ist sein Bett, die Milch einer armen Jungfrau seine Nahrung. O wie Vieles mußte das Christkindlein entbeeren, das selbst dem ärmsten Kinde nicht abgeht! Wie kannst du, christliche Seele, diese harte Buße des heiligen Kindes Jesu sehen und noch ein weichliches Leben führen wollen? Vergebens gelangest du auf einem anderen Wege als auf dem der Buße, der Abtötung, der Entsagung in den Himmel. Der Weg, den Jesus gegangen, war nicht mit Rosen bestreut, aber wohl mit Kreuz und Dornen. Die Welt geht freilich einen anderen Weg: den Weg der Lust und Freude. Aber sagt der heilige Bernard: „Entweder ist Christus oder die Welt im Irrtum!” Kann aber Christus, die ewige Wahrheit irren? Nur der Gedanke daran wäre schon Gotteslästerung! Wie willst du dir also die Seligkeit versprechen, wenn du im Wohlleben, in Weichlichkeit, in Unmässigkeit, in Üppigkeit, im Taumel sinnlicher, fleischlicher Lust deine Tage verlebst? Wird dich das arme, weinende Christkindlein auf seinem harten Stroh nicht verdammen?... O züchtige deinen Leib, wie der heilige Paulus, bekämpfe deine bösen Neigungen, unterdrücke deine bösen Triebe, sei doch nicht Sklave deines Fleisches! Christus hilft dir überwinden, und wird dich als Sieger krönen!

Der dritte Feind des Christen ist der Stolz. Er ist die Hauptquelle unserer Sünden, die gefährlichste Krankheit unserer Seele. Der Stolz, der Hochmut, der Eigendünkel, die Hoffart ist jener Feind, den sehr viele Menschen gar nicht kennen und der zahllose Seelen in ewiges Verderben stürzt. Der Stolz ist überall, er steckt im Bettlerkleide und im Fürstengewande, er prangt auf dem Throne und in der Bauernhütte, er verbirgt sich unter das Priesterkleid und wohnt selbst im Kloster.
— Er ist die furchtbare Mutter der Heuchelei, der Prahlerei, der Rechthaberei, der Eingebildetheit, des Ehrgeizes, der Verachtung des Nächsten, des Zornes und der Rachsucht. Um nun diesen Stolz und seine Folgen zu sühnen, verhüllt der Sohn Gottes seine ewige Herrlichkeit und nimmt Knechtsgestalt an. Er erscheint in der tiefsten Erniedrigung; hinausgestossen von den Menschen ist ein Stall seine Wohnung, arme verachtete Hirten huldigten ihm am ersten. Dieß aber tut Jesus, dies läßt er sich gefallen, um unseren Stolz zu demütigen, um uns zu lehren, vom Herzen demütig zu sein. Nur den Demütigen, denen, die sich erniedrigen und erniedrigen lassen, ohne aber eine niedrige Gesinnung zu hegen, hat Jesus das Himmelreich versprochen.

Die heilige katholische Kirche feiert zum Andenken an die gnadenreiche Geburt des Herrn am 25 Dezember alljährlich das heilige Weihnachtsfest. Denn genau an diesem Tage um Mitternacht im Jahre der Welt 4004 geschah dies große Ereignis. Weihnacht heißt das Fest, weil diese Nacht der Sohn Gottes durch seine Geburt geweiht und geheiligt hat, daher auch eilige Nacht.
— An diesem Tage liest jeder Priester drei heilige Messen zum Andenken an die dreifache Geburt des Sohnes Gottes, an seine ewige Geburt aus dem Schooße des Vaters, an seine Geburt aus der allerseligsten Jungfrau, an seine Geburt in unseren Herzen durch Glaube und Liebe. Die erste heilige Messe, in der Mitternachtsstunde, deutet auf die Geburt Christi im Fleische; die zweite, bei dem ersten Schimmer der Morgenröte, auf die Geburt des Heilandes im Herzen des Gerechten und erst die dritte — beim hellen Tage — deutet auf dessen Geburt aus dem Schooße des himmlischen Vaters.
— Wohne, so es dir möglich ist, mit recht inniger Andacht diesen drei heiligen Messen bei, bete mit den Engeln in tiefster Ehrfurcht an den Sohn Gottes im Schoße des Vaters, mit den Hirten in der armen Krippe und bereite ihm dein Herz durch innige Reue über deine Sünden und durch inbrünstige Liebe, damit er darin einkehre und Wohnung nehme!

Quelle: Legende von den lieben Heiligen Gottes, nach den besten Quellen neu bearbeitet und herausgegeben von Georg Ott, Stadtpfarrer in Abendsberg (1863)

Heilige, Seelige im Monat Dezember -
  1. • Eligius
    • Marinus, Theklanus
  2. • Bibiana
  3. • Franz Xaver
    • Konrad
  4. • Barbara
  5. • Sabas
    • Johannes de Britto
  6. • Nikolaus v. Myra
  7. • Ambrosius
  8. • Mariä Empfängnis
  9. • Petrus Fourier
    • Leocadia
    • Cyprian o. Subran
    • Wulfhilda
  10. • Eulalia
  11. • Damasus I.
    • Fuscian, Victoricus, u.
      Gentian

    Daniel
  12. • Epimachus, Alexander
    • Finian
  13. • Lucia
    • Berthold
    • Ottilia, Odilia
  14. Spyridon
  15. • Christina
  16. • Adelheid
  17. • Sturmio
    • Begga
  18. • Wunibald
  19. Nemesion
    Thimotheus
  20. Dominicus v. Silos
  21. • Thomas, Apostel
    Petrus Canisius
  22. • Flavian
  23. • Victoria von Rom
    • Servulus
  24. • Adam und Eva
    • Tharsilla u. Aemiliana
  25. • Geburt Christi
    Anastasia
  26. • Stephanus
  27. • Johannes (Apostel)
    • Walto
  28. • Fest d. unsch. Kinder
  29. • Thomas
  30. Sabinus
  31. • Silvester, Sylvester
    • Columba von Sens



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