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Der Heilige Eligius, Goldschmied und Bischof
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Der heilige Eligius, - Goldschmied und Bischof

Der Festtag, Gedenktag, Verehrungstag ist der 01. Dezember

* unbekannt      um 1 Uhr Nachts, am 1. Dezember 659

In dem kleinen Flecken Chatelac, 2 Stunden von Limoges entfernt, einer Stadt in Frankreich, lebten um das Jahr 588 zwei fromme, gottesfürchtige Eheleute, Eucherius und Terrigia mit Namen, die der liebe Gott mit zeitlichen Gütern wohl gesegnet, und was noch mehr ist, mit einem gar frommen Kinde beschenkt hatte. Eligius, so hieß der Knabe, war die Freude seiner Eltern wegen seiner Unschuld, Einfalt und seines kindlichen Gehorsams. Mit innerer Wonne nahmen sie war, wie der Knabe von Tag zu Tag, so wie an Alter, so auch an schönen Tugenden zunahm. Er betete gerne, wohnte mit der Andacht eines Engels der heiligen Messe bei, vermied sorgfältig den Mutwillen und die Ausgelassenheit so vieler Knaben und floh den Müssiggang. Nebst dem, was Knaben seines Standes in der Schule lernen, und was sie auf Befehl der Eltern zu Hause tun müssen, zeigte er viele Lust und Freude zum Zeichnen und zum Anfertigen von kleinen Schnitz- und Bildhauerarbeiten. Deshalb gaben ihn seine Eltern zu einem Goldschmied, Abbo mit Namen, zu Limoges wohnhaft, in die Lehre. Dieser Mann war zugleich Münzmeister und wegen seiner Kunstfertigkeit, noch mehr wegen seiner Kunstfertigkeit, noch mehr aber wegen seiner Rechtlichkeit und seines Eifers für die Religion, weitum bekannt. Von ihm erlernte der junge Eligius dieselbe Fertigkeit in seinem Handwerke und ahnte auch dessen Rechtschaffenheit und christliche Frömmigkeit nach.

O wie viel Gutes könnten doch die Lehrmeister stiften, wenn sie sich eifriger um ihre Lehrlinge annehmen und Elternstelle an ihnen vertreten würden! Wie viele Lehrmeister meinen, daß es schon hinreiche, wenn ihre Lehrlinge fleißig arbeiten; um ihre arme Seele aber kümmern sie sich nicht. Sie halten sie nicht an zum Gebete, zur Anhörung des Wortes Gottes, zum christlichen Unterricht, bewahren sie nicht vor schlechter Kameradschaft, und lassen so das junge Herz verderben und zu Grund gehen! Welche Verantwortung aber einst bei Gottes Gericht für solche Lehrmeister!

Von solcher Art war der Lehrmeister des jungen Eligius nicht. Er behandelte ihn wie sein eigenes Kind, und bildete ihn nicht bloß zum rechtschaffenen Künstler, sondern auch zum rechtschaffenen Christen. Jedermann hatte den wohl gestalteten Jüngling von hohem Wuchse, roten Wangen, krausen Haaren und seltenem Anstande lieb und wert. Jedermann bewunderte seinen tugendhaften Wandel, seine Bescheidenheit, seine Dienstfertigkeit, seine glühende Liebe zu den Armen, und seinen lebendigen Glauben. Bereits hatte er sein dreißigstes Jahr erreicht, als er nach Paris kam, wo er sich durch seine Kunstfertigkeit und sein liebeswürdiges Benehmen und bei vielen guten Freunden auch die Achtung und Zuneigung des königlichen Schatzmeisters Bobo gewann, der ihn manche kostbare Arbeit anfertigen ließ.

König Klotar II. war eben Willens, einen prächtigen Thronsessel machen zu lassen. Zu dieser Arbeit empfahl ihm nun der Schatzmeister den Goldschmied Eligius, de aus den Hände des Königs viel Gold und Edelsteine erhielt, um daraus ein prachtvolles Meisterwerk zu bilden. Eligius machte sich mit allem Fleiße an die Arbeit, flehte zu Gott um seinen Segen, und brachte ein herrliches Kunstwerk zu Stande. Er übergab das selbe dem Könige, aber wie erstaunte dieser, als er statt einen Thronsessel zwei von der kunstvollsten Arbeit vor seinen Augen sah.

Eligius hatte nämlich an dem vom Könige erhaltenen Golde so viel gespart, daß er davon noch einen Thronsessel fertigen konnte. Er machte es freilich nicht wie so manche Handwerker, welche die Überbleibsel des Materials, das ihnen zur Bearbeitung übergeben wird, für sich behalten, und diese Ungerechtigkeit mit dem Namen "Handwerksvorteil" bedecken. Fremdes Eigentum nehmen oder zurückbehalten, beides ist Diebstahl! Davon war Eligius überzeugt, und da er eine zarte Gewissenhaftigkeit hatte, so wollte er den König um keinen Preis betrügen.

Der König bewunderte diese seltene Redlichkeit und gedachte, den Diener Gottes Eligius zu seinem Münzmeister zu erheben. Er sollte ihm deshalb den Eid der Treue schwören. Schon war das Reliquien-Kästchen bereit, auf welches Eligius die Hand legen und den Eid leisten sollte, als er dem Könige mit aller Bescheidenheit erklärte, daß er zu sehr Gottes Gerichte fürchte und die Wahrheit liebe, als daß er einen Schwur ablegen wolle. Vergeblich drang der König in ihn; er fing zu weinen an, daß man in die Treue eines Christen Zweifel setzen könne und weigerte sich standhaft, die heiligen Reliquien zu berühren und den Eid zu schwören. Endlich gab der König nach, erstaunt über die große Gewissenhaftigkeit und Gottesfurcht des Heiligen, erhob ihn zu seinem Münzmeister, räumte ihm eine Wohnung in seinem Palaste ein, und schenkte ihm von nun an alles Vertrauen. Eligius setzte nun sein Handwerk am Hofe des Königs fort. Er prägte Goldmünzen, von denen man noch mehrere hat, die seinen Namen tragen, und verfertigte aus Silber und Gold prachtvolle Särge, in welche die Gebeine mehrerer Heiligen, als: des heiligen Severin, des heiligen German, der heiligen Genovesa und anderer Heiligen aufbewahrt wurden. Auch verzierte er auf die kunstvollste Weise die Gräber des heiligen Martin und de heiligen Dionysius.

Sein Aufenthalt am Hofe des Königs , das hohe Ansehen, welches er daselbst hatte, der Umgang mit den Großen und Mächtigen, die ihn eben so ehrten, ändete nichts in der frommen Gesinnung des heiligen Dieners Gottes.
— Er blieb demütig und bescheiden wie zuvor, und verrichtete seine Arbeit, als wenn er ein gewöhnlicher Handwerker sei. In seiner Werkstätte hatte er immer ein geistliches Buch neben sich offen liegen, um von Zeit zu Zeit während der Arbeit sein Herz wieder mit frommen Gedanken zu erfrischen, und seinen Geist mit heiligen Kenntnissen zu bereichern. Viele kostbare Bücher befanden sich in seinem Zimmer, obenan die heilige Schrift, die er immer und immer wieder las.
— Täglich wohnte er dem heiligsten Meßopfer bei; so oft er aus- oder einging, bezeichnete er sich nach der Sitte frommer Christen mit dem heiligen Kreuze. Seine Nahrung war einfach und gering; seine Dienstfertigkeit weit und breit bekannt. Immer war er bereit zu helfen, wo er konnte.
— Als er zuerst am Hofe des Königs erschien, trug er kostbare und zuweilen seidene Kleider, die damals selten und sehr teuer waren; dabei war seine Weste mit Gold gestickt und sein Gürtel mit Edelsteinen besetzt. Aber unter diesem prachtvollen Gewande trug er ein härenes Bußkleid, um seinen Leib vor jeder Befleckung zu bewahren.

Mitten im Glanze eines prachtvollen Hofes lebte er wie der frömmste Christ, Gott aber wollte ihn zu einer höheren Stufe der Heiligkeit führen. Durch die täglichen Betrachtungen welche er über die ewigen Wahrheiten anstellte, lernte er immer mehr seine Gebrechen kennen und Tag und Nacht rief er zum Herrn um Vergebung. Als er nun in einer Nacht, da er wieder inbrünstig um Verzeihung seiner Sünden gebeten hatte, vor Mattigkeit einschlief, däuchte ihm, es stehe ein ehrwürdiger Mann bei ihm, der zu ihm sprach:

"Eligius, dein Gebet ist erhört, siehe das Zeichen hiervon!"

Eligius wachte auf, und bemerkte um sich einen lieblichen Geruch. Von den heiligen Reliquien, die er in schönen Kästchenen an der Wand ober seiner Lagerstädte aufgestellt hatte, war ein wohlriechender Balsam auf den Mantel herabgeträufelt und hatte das ganze Zimmer it dem angenehmsten Geruche erfüllt. Voll Freude hierüber entdeckte er dies wunderbare Ereignis seinem Freunde Audön, einem jungen Edelknaben, den er wie seine Seele liebte. Beide entschlossen sich von nun an, Gott dem Herrn auf das Treueste zu dienen.

Eligius verteilte seine Kleider und alle seine Kostbarkeiten unter die Armen, hüllte sich in grobe Gewande und umgürtete sich mit einem Stricke. Die Heiligen, deren Gebeine er in Gold und Silber faßte, waren sein Vorbild. Seine Barmherzigkeit gegen die Armen war grenzenlos. Was er sich von seiner Arbeiterübrigte, gehörte ihnen. König Dagobert, der Nachfolger König Klotars, war ihm sehr gewogen und beschenkte ihn öfters mit schönen Kleidern und anderen Kostbarkeiten. Aber Alles gab er den Armen. Wenn irgend ein Fremder nach der Wohnung des Goldschmiedes Eligius fragte, erfolgte die Antwort: "Gehet nur dahin, wo ihr die Armen versammelt sehet, dort werdet ihr seine Wohnung treffen. Immer folgte ihm ein Haufen Elender nach, unter die er Nahrung und Geld verteilte. Jeden Tag speiste er mehrere in seinem eigenen Hause und bediente sie selbst. Manchmal geschah es, daß er Alles verteilt hatte und zum Mittagstische nichts mehr vorhanden war. Wenn dann seine Dienstboten ihre Besorgnis laut werden ließen, beruhigte er sie mit der Hindeutung auf Gottes Vorsehung, und er fand sich nicht getäuscht. Entweder schickte der König oder ein anderer guter Freund unvermutet ein Geschenk, womit er dann dem Mangel abhalf.

Wurde ein Missetäter hingerichtet, so besorgte er sein Begräbnis; schmachteten Gefangene im Kerker, so bemühte er sich um ihre Befreiung. Hörte er, daß irgendwo Sklaven verkauft werden sollten, ging er hin, und kaufte oft Hundert auf einmal los. Diese Unglücklichen setzte er dann in Freiheit und ließ ihnen die Wahl, entweder in ihr Vaterland zurückzukehren, oder bei ihm zu bleiben, oder in ein Kloster zu gehen. Mehrere bleiben bei ihm die er dann unterrichtete und zur Tugend anleitete. Einer derselben, Thilo mit Namen,lebte so gottselig, daß er als ein Heiliger verehrt wird. Seine Dienstboten und Gesellen hatte an ihm einen Vater. Sie beteten mit ihm und sangen bei Tag und Nacht mit ihm die Tageszeiten. Mehrere von Ihnen wurden fromme Priester, einer erlangte sogar die Marterkrone.

Dieser gottselige Wandel seines Münzmeisters machte auf den König Dagobert den größten Eindruck. Besonders gefiel ihm an Eligius seine Redlichkeit, seine Aufrichtigkeit und sein Freimut, womit er ihm immer die Wahrheit sagte. Er bediente sich oft seines Rates und Eligius hinwieder benützte das Vertrauen des Königs, um denselben zur Ausübung guter Werke zu mahnen und anzuregen.

Wie es aber allen Heiligen ergangen, so auch dem heiligen Eligius. Sein frommes Leben gefiel den Höflingen nicht, die Liebe des Königs erregte ihren Neid, sie versuchten es daher durch allerlei lieblose Nachreden, den Heiligen um die Achtung des Königs zu bringen. Allein ihr Vorhabenmißlang und König Dagoberts Begehren gegen Eligius stieg immer höher und seine Freigiebigkeit gegen ihn wurde immer größer; der Heilige jedoch wurde nicht reicher. Es war ihm nicht genug die Armen, die Fremdlinge, die Kranken zu unterstützen, er wollte auch seinen Werken Dauer geben, und stiftete und erbaute mehrere Klöster, wo Arme, Pilger und Kranke immer Pflege und Wart fanden. Der König hatte ihm ein schönes Haus in Paris geschenkt, das er aber sogleich in ein Frauenkloster umwandelte. Als er die Klostergebäude vollendet hatte, wo Dreihundert Nonnen Unterkunft fanden, nahm er war, daß ein Fuß breit Boden mehr gewonnen worden, als der König bewilligt hatte. Voll Gewissensbisse hierüber warf sich Eligius dem König zu Füßen, und flehte unter vielen Tränen um Verzeihung, als hätte er ein großes Verbrechen begangen. Der König, staunend über eine solche Gewissenhaftigkeit, verdoppelte seine Schenkung und sprach zu seinen Hofleuten: "Sehet, wie treu jene handeln, die dem Heiland nachahmen. Meine Diener und Beamten nehmen mir gewissenlos ganze Grundstücke weg, während Eligius zittert, daß er ein zollbreit Landes sich unwissend zu eigen gemacht." Der König sah immer mehr ein, welch einen treuen Diener er an Eligius habe, und bediente sich seiner zu den wichtigsten Angelegenheiten. Eligius entsprach auch ganz den Absichten des gut meinendes Königs, und da er wußte, daß Thron und Reich am glücklichste seien,wenn die heilige Religion geehrt und geschätzt sei, so arbeitete er mit seinem Freunde Audön unermüdet daran, den Glauben aufrecht zu erhalten und zu verbreiten, die Würde der Geistlichen zu erhöhen, und die heilige Kirche von allen Gebrechen zu reinigen. Im Vereine mit dem heiligen Sulpicius und Desiderius, die mit ihm am Hofe lebten und die beide später berühmte Bischöfe wurden, bekämpfte er unablässig die falschen Lehren, welche damals in Paris verbreitet wurden, und gab allen, die ihn sahen und mit ihm umgingen, das schönste Beispiel eines von seinem heiligen Glauben durchdrungenen Katholiken.

Gott verherrlichte ihn jetzt schon durch wunderbare Taten. In die zu Ehren des heiligen Martialis von ihm gebaute Kirche ließ er im feierlichen Zuge unter lautem Psalmengesang die Gebeine dieses heiligen Bischofs tragen. Der Zug ging eben vor einem Gefängnis, worin sieben Männer angekettet waren, vorüber. Plötzlich stehe die Träger der heiligen Gebeine still; denn sie können sie Last, welche immer schwerer wurde, nicht mehr weiter tragen. Während Staunen das Volk ergriff, geschah plötzlich ein Donnerschlag, der Kerker erbebte, den Gefangenen fielen die Ketten ab, die Türe sprang auf und die sieben Männer eilten heraus, schlossen sich dem Zuge an, der jetzt wieder weiter konnte, und gingen mit in die Kirche, wo sie mit dem Volke voll Jubel Gott lobten und priesen, der seine heiligen Diener so verherrlichet.

Eligius war noch ein Laie, das heißt, er war kein Geistlicher, obwohl er wie ein Priester des Herrn eiferte für seine heilige Kirche und für das Heil der Gläubigen. Nun wollte ihn Gott auf den Leuchter stellen, damit durch ihn Taufende mit dem Lichte des wahren Glaubens erleuchtet und für die ewige Glückseligkeit gewonnen würden.

Im Jahr 639 wurde durch den Tod des heiligen Acharius der Bischofssitz von Noyon erledigt, Geistlichkeit und Volk begehrte den heiligen Eligius zum Bischof. Niemand erschrak mehr über dies Begehren als der Heilige. Doch vergebens war sein Widerstreben. Er wurde zu Rouen zugleich mit seinem Freunde Audön, den man zum Bischof dieser Stadt gewählt hatte, geweiht. Der König Clodwig II. , Dagobert`s Sohn und Nachfolger, wollte ihn an seinem Hofe behalten, allein Eligius ließ sich nicht abhalten, zu seiner Herde zu eilen; denn man hatte ihn deswegen zum Bischof dieses Sprengels gewählt, weil die dortigen Einwohner noch im Heidentume lebten und so roh waren, daß sie nicht einmal die Verkündigung des Evangeliums anhören wollten.
— Um Gottes Segen und Hilfe auf sich und seine Herde herabzuflehen, übte nun der Heilige die strengste Buße und hörte nicht auf, Tag und Nacht zu beten. Zugleich setzte er seine frühere Mildtätigkeit gegen die Armen fort, denen er die letzten Bissen vom Munde gab.
Hierauf legte er Hand an die Besserung seiner Geistlichen, und dann machte er sich auf, seinen nach rohen, unwissenden, in Lastern versunkenen Schäflein die reine Lehre Jesu zu verkünden. Mit der Kraft eines Apostels fing er zu predigen an, und da er voll himmlischer Sanftmut gerade denen, welche ihn nicht anhören wollten, ja, die ihm sogar den Tod drohten, recht viel Gutes tat und die zärtlichste Liebe bewies, so schmolz endlich die Eisrinde des Unglaubens von ihren Herzen, und sie nahmen bessere Gesinnungen an.
Nach und nach bekamen sie Lust am Worte Gottes, hörten es gerne an, und, in neue Menschen umgewandelt, eilten sie von der Predigt weg, und zerstörten eigenhändig ihre Götzen Bilder und Tempel, dann kamen sie zurück und begehrten die heilige Taufe. Eligius prüfte sie gewöhnlich ein Jahr lang und nahm sie dann in die Gemeinschaft der heiligen Kirche auf. Wo Wilde, Güte und Sanftmut nicht ausreichten, wo seine Bitten und Tränen keinen Eindruck machten, da wendete er auch Strenge, aber ohne Bitterkeit an.

Am Feste des heiligen Petrus und Paulus predigte er in einem Dorfe unweit der Stadt Nimes. Die Bewohner der Umgegend waren dem Tanze und Spiele leidenschaftlich ergeben, und verbanden damit noch gottlosen Aberglauben. Dagegen erhob sich der heilige Bischof mit aller Macht der Rede, und drang auf die Abstellung dieser abscheulichen Gewohnheit. Aber die Meisten dieser Gegend waren daüber ungemein erbittert, und einige gottlose Männer aus dem Beamtenstande faßten sogar den Plan, den Heiligen zu ermorden. Als dieser davon hörte, nahm er zwei Geistliche und seinen Diakon mit sich, ging in diesen Ort und hielt nun eine ernste Strafrede über die Verachtung des götlichen Wortes. Allein die Verstockten beschimpften den Heiligen, sagten ihm in`s Gesicht, daß sie ihren alten Brauch sich nicht nehmen lassen wollten, und drohten ihm mit dem Tode. Wie nun Eligius diese Verhärtung sah, wandte er sich, von Schmerz hierüber ergriffen, im inbrünstigen Gebete zu Gott, er möge doch diesen Unglücklichen die Augen öfnen, und sie erkennen lassen, wenn sie bisher mit Tanz und Spiel gedient haben. Kaum hatte er sein Gebet geendet, als 50 von diesen Gottlosen und zwar die ärgsten aus ihnen, vom Teufel besessen wurden und wütend um sich schlugen. Alle die zugegen waren, erschraken, warfen sich dem Heiligen zu Füßen und versprachen seinen Worten Folge zu leisten. Der Heilige Mann Gottes aber sprach zu Ihnen:

„Fürchtet euch nicht, sondern preiset vielmehr das Urteil des Herrn; denn es ist nicht billig, daß jene, welche die Gebote Gottes verachten, eine Zeit lang denen überlassen werden, welchen sie dienten und jene als ihre Lehrmeister ansehen müssen, denen sie bisher Gehör gaben.”

Wie nun viele den Heiligen anflehten, er möge den Herrn um Hilfe für diese Unglücklichen bitten, gab er zur Antwort:

„Lasset sie in der Tat sehen, wem sie bisher gefolgt haben.”

Ein ganzes Jahr lang blieben sie vom Teufel besessen. Als das Fest des heiligen Apostel Petrus und Paulus wieder kam, ließ er nun die 50 Unglücklichen vor sich kommen, besprengt sie mit Weihwasser und treibt die Teufel von Ihnen aus. Dann hielt er ihnen eine ernste Strafrede, und entliß sie in Frieden.
— Ein Priester, von dem man nichts Gutes redete, wurde vom Heiligen öfters ermahnt, den ärgerlichen Lebenswandel aufzugeben. Allein dieser hörte nicht auf die Mahnung seines Bischofs. Eligius tat ihn nun in den Bann. Aber auch dies fruchtete nichts. Der Priester blieb verhärtet und wagte sogar beladen mit dem Banne den Altar zu betreten und das heiligste Opfer zu feiern; aber kaum setzte er seinen Fuß auf die Stufen des Altars, als er plötzlich tot niederfiel.
— Solche plötzliche Einschreitung des Gerichtes Gottes zu Gunsten des heiligen Bischofs machte auf alle, die ihn sahen und hörten, den größten Eindruck. Eine große Zahl bekehrte sich und allenthalben fing die christliche Religion in seinem Sprengel zu blühen und Früchte zu bringen an.
— Der liebe Gott verherrlichte in auch durch viele und große Wunder. Die Kirche und das Kloster des heiligen Martialis, das er gebaut hatte, rettete er durch sein Gebet aus Feuersgefahr. Einem Manne, der ihm und seinen Gefährten mit seinem letzten Weine einen Trunk bot, vermehrte er den Wein im Faße.
— Einem anderen Manne, der grälich aufbegehrte, weil die Gefährten des Heiligen einmal auf der Reise von seinem Nußbaum einige Nüsse nahmen,und der sich trotz Bitten des Heiligen nicht beschwichtigen ließ, obwohl er die Gefährten strafte, machte er den Nußbaum plötzlich verdorren. Die Glocken an der Kirche, wo ein böser Priester auf das Verbot des Heiligen dennoch Messe lesen wollte, schwiegen auf sein Geheiß und gaben keinen Klang mehr von sich. Auch mit der Gabe der Weissagung begnadigte ihn Gott. Dem Hofmeister Erchonald, einem sehr reichen und hoch angesehenen Manne, der ihn u einer Reise einlud, sagte er voraus, daß er in jener Stadt, wohin sie zogen, sterben werde. Auch den Tod des heiligen Bischofs Simplicius kündigte er an, sowie seine eigene Todesstunde.

Bereits war er 70 Jahre alt geworden, und 19 und ein halbes Jahr hatte er eifrig das biscöfliche Amt verwaltet. Während dieser Zeit drang er auch als Glaubensprediger bis nach Flandern und Holland, und pflanzte dort den christlichen Glauben in zahllose Herzen. Seine strenge Buße, sein vieles Fasten und seine nermüdeten Arbeiten hatten seine Kräfte verzehrt. Er war reif für den Himmel. Da ging er eines Tages mit seinen Schülern an der Kirche des heil. Madard vorüber und sah, daß eine Wand derselben baufällig geworden ist. Sogleich befahl er den Schaden auszubessern. Seine Schüler wollten, daß er den Bau auf eine bessere Zeit verschiebe, er aber gab ihnen zur Antwort:

„Dies muß jetzt geschehen, sonst wird es Eligius nicht mehr erleben.”

Als die Schüler vermerkten, daß der Heilige von seinem Tode rede, wurden sie sehr traurig, er aber tröstete sie und sprach:

„Betrübet euch nicht, meine Kinder! Ihr sollt euch vielmehr mit mir freuen. Schon lange seufze ich ja nach dem Ende dieses Lebens, und wünsche befreit zu sein von den Mühseligkeiten dieser Welt, deren Würde schwer auf mir lastet.”

Bald darauf befiel den Heilige ein Fieber, das sechs Tage dauerte, während dessen er keinen Augenblick das Gebet unterließ. Am sechsten Tage ließ er alle seine Jünger um sein Bett sich versammeln, mahnte sie eindringlich, Gott treu zu dienen, und als sie bittere Tränen vergossen, weinte er mit ihnen. Hierauf erhob er sich, kniete, obwohl ganz kraftlos, nieder, hob Augen und Hände zum Himmel, und flehte inbrünstig zu Gott, er möge seine Schüler und seine Herde nicht verlassen und ihnen einen guten Hirten geben. Um 1 Uhr Nachts, am 1. Dezember 659, gab er mit den Worten:

„Nun, o Herr, entlassest du deinen Diener in Frieden,”

sanft in dem Herrn einen Geist auf.

Er wird abgebildet mit einem Hammer oder einer Zange in der Hand.

Quelle: Legende von den lieben Heiligen Gottes, nach den besten Quellen neu bearbeitet und herausgegeben von Georg Ott, Stadtpfarrer in Abendsberg (1863)

Heilige, Seelige im Monat Dezember -
  1. • Eligius
    • Marinus, Theklanus
  2. • Bibiana
  3. • Franz Xaver
    • Konrad
  4. • Barbara
  5. • Sabas
    • Johannes de Britto
  6. • Nikolaus v. Myra
  7. • Ambrosius
  8. • Mariä Empfängnis
  9. • Petrus Fourier
    • Leocadia
    • Cyprian o. Subran
    • Wulfhilda
  10. • Eulalia
  11. • Damasus I.
    • Fuscian, Victoricus, u.
      Gentian

    Daniel
  12. • Epimachus, Alexander
    • Finian
  13. • Lucia
    • Berthold
    • Ottilia, Odilia
  14. Spyridon
  15. • Christina
  16. • Adelheid
  17. • Sturmio
    • Begga
  18. • Wunibald
  19. Nemesion
    Thimotheus
  20. Dominicus v. Silos
  21. • Thomas, Apostel
    Petrus Canisius
  22. • Flavian
  23. • Victoria von Rom
    • Servulus
  24. • Adam und Eva
    • Tharsilla u. Aemiliana
  25. • Geburt Christi
    Anastasia
  26. • Stephanus
  27. • Johannes (Apostel)
    • Walto
  28. • Fest d. unsch. Kinder
  29. • Thomas
  30. Sabinus
  31. • Silvester, Sylvester
    • Columba von Sens



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