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Leben der Väter und Märtyrer
ursprünglich in englischer Sprache verfaßt von Alban Butler

für Deutschland bearbeitet von Dr. Räß und Dr Weis




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Zweiter Abschnitt - Bayern unter der Herrschaft der Agilolfinger
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Vorbermerkung - Geschichte

Bald nach dem Tode des heiligen Severin zogen die römischen Kolonisten aus dem heutigen Bayern über die Alpen nach Italien. Sie nahmen, wie es Severin befohlen hatte, seinen Leichnam mit sich. Von da an haben wir mehrere Jahrzehnte gar keine Kunde mehr von diesem Lande. In der Mitte des sechsten Jahrhunderts finden wir in dem alten Norikum, in Teilen von Rhätien und Pannonien ein Volk, das den Namen Bojoarier führt und unter einem Herzog steht. Woher dies Volk stammt und wie es in diese Gegenden gekommen ist und wie es sich gebildet hat, darüber gibt es nur Vermutungen. Gewiß ist nur, daß der Name Bojoarier (Baiwarier) zuerst im Jahre 550 bei dem Geschichtsschreiber Jornandes vorkommt.

Bei dem Heereszug Odoakers nach Italien blieben wohl manche von den Stämmen, die ihn begleiteten, im Lande an der Donau zurück. Es waren dies Sciren, Rugier, Tuccelinger und Heruler. Mit diesen verbanden sich Überreste jener Völkerschaften, die ehedem das Land bewohnten, und selbst noch römische Kolonisten, die sich dem ersten Zuge nach Italien nicht angeschlossen hatten. Als das ostgotische reich in Italien immer mehr bedrängt wurde und nun um die Mitte des sechsten Jahrhunderts ein Ende nahm, mögen sich die aus Italien verdrängten Ostgoten mit dem neugebildeten Stamme der Bojoarier verbunden haben. Es ist dies um so wahrscheinlicher, weil die erst genannten Völkerschaften, die Sciren, Rugier usw. selbst dem gotischen Stamme anzugehören scheinen.

Diese Bojoarier brachten es nie zu einer gänzlichen Unabhängigkeit. So lange das Reich der Ostgoten in Italien blühte, waren sie von diesen abhängig. Unter ostgotischem Einfluß scheint auch die Familie der Agilofinger zur Herrschaft gekommen zu sein. Der erste Herzog aus dieser Familie, den wir kennen, ist Garibald, der bis zum Jahre 590 lebte. Er war ein Christ, und seiner Tochter, der longobardischen Königin Theodolinde, hat man die Bekehrung der Longobarden zum katholischen Christentum zu verdanken.

Mit dem Zerfall der ostgotischen Macht in Italien erhob sich die Macht der Frankenkönige. Chlodwig vertilgte die letzten Reste der Römerherrschaft im heutigen Frankreich und besiegte die mächtigen Alemannen. Allmählich wurden auch die Bojoarier von den Franken abhängig. Schon von den Zeiten des Herzogs Thassilo I. an finden wie die boioarischen Herzoge fortwährend in Abhängigkeit von den fränkischen Königen und ihren Hausmeiern. Wollten sie sich in Verbindung mit den Longobarden von dieser Abhängigkeit los machen, so fiel es immer schlecht aus. Die Befreiungssucht von diesem Joche kostete dem letzten Agilolfinger, Thassilo II., den Thron und die Freiheit.

Auf Thassilo I., der von 590 - 612 regierte, folgte nach gewöhnlicher Annahme Garibald II. bis 640, dann Theodo I. bis 696 und nach ihm Theodo II. Dieser teilte 702 das Land mit seinen Söhnen. Er selbst behielt den nördlichen teil des Landes mit der Hauptstadt Regensburg. Seinem Sohne Grimoald übergab er den westlichen Teil zwischen dem Inn und dem Lech mit der Hauptstadt Freising. Theodebert der älteste erhielt das südliche Gebiet, das heutige Tirol, mit der Hauptstadt Bozen, und Theodoald, der jüngste, bekam das östliche Land bis zur Ens hin. Dieser Anteil wurde nach dem bald erfolgtem Tode Theodoalds unter die Armen verteilt,

Unter Theodobert kam der heilige Corbinian nach Freising. Jetzt fängt die Geschichte Bayerns an ganz verlässig zu werden. In der frühen Zeit herrscht Unsicherheit. Theodo II. pilgerte im Jahr 716 nach Rom. Nach seiner Rückkehr lebte er nur mehr kurze Zeit. Nun teilten Grimoald und Theodebert das Land so, daß Grimoald das nördliche, Letzterer das südliche Bayern erhielt. Im Jahre 724 starb Theodebert. Ihm folgte seine Sohn Hucbert. Dieser wurde im folgendem Jahre, da Grimoald durch Meuchelmord gefallen war, der einzige Herzog in Bayern. Ihm folgte Odilo, der sich um die Kirche Bayerns große Verdienste erwarb. Leider starb er zu frühe und hinterließ das Reich seinem sechsjährigen Sohne Thassilo II. Dieser war der letzte Agilolfinger. Er wollte die Unabhängigkeit Bayerns von den Franken um jeden Preis erlangen und verband sich zu diesem Zweck mit den Longobarden, dann mit den Griechen und sogar mit den wilden Avaren, wie wir im Leben Karl des Großen sehen werden. Im Jahre 788 wurde er abgesetzt, und Bayern war nun eine Zeit lang fränkische Provinz.

Die westliche Grenze Bayerns unter den Agilolfingern gegen das Gebiet der Alemannen bildete der Lech von seinem Einfluß in die Donau bis zu seinem Ursprung, dann der Inn in seinem Laufe durch das ober Inntal, und die Etsch von ihrem Ursprung bis zu ihrer ersten Biegung nach Osten unterhalb Glurns. Als Südgrenze müssen wir uns eine Linie denken, die von den Gebirgen, welche sich südlich an den Großglockner anschließen, bis an die Quellen der Rienz sich hinzieht und noch den größten Teil des Pustertals einschließt. Von der Rienzquelle geht die Linie schräg hin zur Einmündung der Ulz in die Etsch, und von da gegen die Ortelspitze und das Wormser Joch. Die Ostgrenze bildete die Enns von ihrem Einfluß in die Donau bis zu ihrem Ursprung in den Radstädter Tauern. Von da geht es bis zu den Quellen der Mur im Lungau in gerader Linie. Als Nordgrenze finden wir eine Linie vom Einfluü des Lechs in die Donau gegen Eichstädt hin, von da längs der Altmühl nach Beilngries, von da nördlich bis zum Zusammenfluß der Vils und der Raab, dann östlich bis zum Regen, wo er sich nach Süden biegt, und am weißen Regen hin bis zu seiner Quelle im Böhmerwald; von das herab längs des bayerischen und Böhmerwaldes bis zur Donau, wo die Ens in sie einfließt.
(Rudhart)

Dies ganze Gebiet war durch die Völkerwanderung verwüstet, die Städte und Castelle, welche die Römer erbaut hatten, waren größtenteils zerstört, die christliche Religion und alle Kultur war dahin. gab es unter den durchziehenden oder im Lande bleibenden Stämmen einige, die den Namen Christi trugen, so waren es Arianer, welche die Gottheit Christi leugneten. Es mußte aufs Neue angefangen werden. Aus christlichen Ländern mußten Glaubensboten kommen, um Land und Volk zu kultivieren, den Samen des göttlichen Wortes auszustreuen und eine kirchliche Ordnung zu begründen.

Dies geschah unter der Regierung der Agilolfinger. Die ersten Verkünder des Evangeliums kamen aus Frankreich und Irland. Die Herzoge nahmen sie willig auf und unterstützten sie. Das Volk folgte dem guten Beispiele seiner Herrscher. Allenthalben wurden Kirchen und Klöster erbaut, und christliche Gemeinden gegründet. Allein noch fehlte es an einer Oberleitung dieser Gemeinden und an einer festen Vereinigung der Geistlichkeit. Da erschien derjenige, der mit Vorzug Deutschlands Apostel genannt wird, der heilige Bonifazius gegründete Bistümer mit genau bestimmten Grenzen und setzte Bischöfe ein, welche über die Reinbewahrung der Lehre und über die Tätigkeit der Geistlichen wachen sollten. Am Ende dieses Zeitraumes waren die kirchlichen Verhältnisse des Landes schon vollständig geordnet. Überall blühten die Klöster. In ihnen sah das gläubige Volk die Vorbilder eines wahrhaft christlichen Lebens; aus ihnen empfing es den Unterricht in der Lehre des Heils und die Anleitung zur Kultivierung des verwilderten Bodens. Wie dies geschehen, wird in den nachfolgenden Erzählunmgen ausführlich dar getan werden.

Quelle:

  • BAVARIA SANCTA - Leben der Heiligen und Seligen des Bayerlandes
    zur Belehrung und Erbauung für das christliche Volk - Bearbeitet von Dr. Magnus Jocham, Professor der Theologie und erzbischöflicher geistlicher Rat - Mit Gutheißung des hochwürdigsten Erzbischöflichen Ordinariats München - Freising, (1861)

BAVARIA SANCTA
Leben der Heiligen und Seligen des Bayerlandes
Band I - Zweiter Abschnitt
Bayern unter der Herrschaft der Agilolfinger

  1. Ingenuin
  2. Agnellus
  3. Eustasius und Agilus
  4. Theodelinde
  5. Emmeram
  6. Rupert
  7. Ansologus
  8. Kuniald und Gisilar
  9. Ehrentrudis
  10. Vitalis
  11. Marinus und Anianus
  12. Magnus
  13. Wikterp
  14. Erhard
  15. Corbinian, (Korbinian)
  16. Joseph
  17. Bonifazius, Apostel Deutschlands
  18. Sturmio
  19. Lantfried, Waldram, Eliland usw.
  20. Adalbertus und Oktarius
  21. Willibald
  22. Wunibald
  23. Walburga
  24. Alto
  25. Virgilius
  26. Modestus
  27. Marinus und Theklanus
  28. Gamelbert
  29. Sola
  30. Archus, Herenäus und Quartanus



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