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Leben der Väter und Märtyrer
ursprünglich in englischer Sprache verfaßt von Alban Butler

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Der heilige Sturmio, erster Abt von Fulda
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Der heilige Sturmio, erster Abt von Fulda -

  • Festtag, Gedenktag ist der 17. Dezember
  • * in ?
  • am 17. Dezember 779

Unter den Jüngern, welche der Apostel Deutschlands in Bayern gewann, war einer der ausgezeichnetsten der heilige Sturmio. Sturmio wurde von christlichen Eltern geboren und schon als Knabe dem heiligen Bonifazius übergeben worden. Dieser hatte ihn nebst anderen Jünglingen mit sich nach Fritzlar genommen und dem weisen Abt Wigbert zur Erziehung übergeben. Sturmio war eben so liebevoll und bescheiden als heiter und talentvoll. Wigbert erkannte bald das ausgezeichnete Talent und die aufrichtige Frömmigkeit des jungen Zöglings, und er gab sich nun alle Mühe, ihn für den Dienst des Herrn heran zu bilden.

Sobald Sturmio das vorgeschriebene Alter erreicht hatte, wurde er zum Priester geweiht, und alsbald trat er als Glaubensbote auf, verkündete allenthalben die Lehre des Heils und taufte diejenigen, welche den Glauben angenommen hatten. Er traf aber auch viele, die den Christennamen trugen, aber in heidnischen Aberglauben versunken waren und in schändlichen Lastern lebten. Diese zog er heraus aus ihren Irrtümern und Lastern. Erbitterte Feinde söhnte er miteinander aus, und viele Kranke und Leidende heilte er durch Auflegung seiner Hände und durch Gebet.

So arbeitete er ungefähr drei Jahre im Dienste des Herrn. Jetzt erwachte auf einmal in ihm der Gedanke, er sollte als Einsiedler in einer Wüstenei ein strenges Leben führen und so vor allem für seine eigne Seele sorgen. Dieser Gedanke ließ ihm keine Ruhe, und schon war der Entschluß in ihm gereift, einen einsamen Ort sich auszuwählen, wenn der heilige Bonifazius dieses Vorhaben billige. Dieser wollte eben an der Grenze der Sachsen eine christliche Pflanzstätte gründen und erkannte das Vorhaben seines Jüngers als eine göttliche Eingebung. Mit dem Segen des Bonifazius ausgerüstet begab sich Sturmio in Begleitung zweier Genossen in den Teil des hercynischen Waldes, der Buchonia hieß. Es war dies an der Grenze der wilden Sachsen. Die drei Einsiedler versuchten es, hier eine bleibende Wohnstätte zu gründen. Sie beteten zum Herrn, daß er diesen Ort segnen wolle, errichteten kleine Hütten von Baumrinden und verharrten dort einige Zeit, mit Fasten, Wachen, und Beten Gott dienend. An dieser Stelle wurde nach dem Tode des heiligen Bonifazius das Kloster Hersfeld gegründet, dass in kurzer Zeit eine Genossenschaft von hundertfünfzig Mönchen zählte.

Sturmio begab sich nach einiger Zeit zum heiligen Bonifazius und gab ihm die Nachricht über die gewählte Einsiedelei. Dem Heiligen gefiel der Ort nicht. Er gab den Rat, sie sollten eine entferntere, dieser in der Wildnis gelegene Stätte aufsuchen, wo sie vor den wilden Sachsen gesichert wären. Dies geschah. Der Mann Gottes Sturmio, setzte sich in einen Kahn, ruderte auf der Fulda aufwärts und kam dahin, wo jetzt die Stadt Fulda steht. Hier traf er einen Mann, der sich in der ganzen Gegend gar wohl aus kannte, und entdeckte ihm sein Vorhaben. Dieser hielt die Gegend an der Fulda hierzu ganz geeignet und ermahnte ihn, sich hier näher umzusehen. Sturmio durchwanderte die Täler und Hügel, fand dort einen ausgezeichnet fruchtbaren Boden und alles nach Wunsch. Mit innigstem Dankgebet zu Gott, daß er ihm diese Gegend hatte finden lassen, bezeichnete er die liebliche Stätte, segnete sie und kehrte dann wieder zu den Brüdern nach Hersfeld zurück. Diesen verkündete er die freudige Botschaft, daß er endlich die lang ersehnte Stätte gefunden habe. Dann begab er sich zum heiligen Bonifazius und brachte ihm die freudige Nachricht. Der heilige Bischof dankte Gott, der seinen treuen Diener eine Wohnung hatte finden lassen, sendete diesen wieder zu den Brüdern und ging selber zum Hausmaier Karlmann. Diesen bat er, es möchte an der bezeichneten Stätte ihm so viel Grund und Boden geschenkt werden, als zur Gründung eines Klosters notwendig wäre. Karlmann schenkte ein Gebiet von viertausend Schritten in die Länge und in die Breite zu diesem Zwecke her und ermunterte auch die benachbarten Fürsten, von ihren Besitzungen in der Gegend etwas dem hause des Herrn, das da gegründet werden sollte, als ein Opfer hin zu geben. Auch dieses geschah.

Mitten im Winter, am 12. Januar 744, begab sich Sturmio mit sieben Gefährten an den Ort des Segens. Psalmen und Loblieder singend errichteten sie ein Kreuz und stellten sich und das zu beginnende Werk unter den Schutz des Heilandes. Mit Fasten und wachen und Beten begannen sie ihr Werk. Dann legten sie Hand an, fällten Bäume und erbauten sich um das Kreuz herum Zellen.

Gegen das Frühjahr kam der Heilige Bonifazius in diese Einsiedelei, um von dem neuen Unternehmen Augenschein zu nehmen. Er brachte eine Menge Arbeiter mit sich. Sein ganzes Herz war voll Freude und Dankes, als er die liebliche Stätte des Friedens in jeder Hinsicht so ausgezeichnet fand. Er wohnte in einer Zelle auf der nahe gelegenen Anhöhe, die jetzt Frauenberg heißt, früher Bischofsberg genannt wurde. Nachdem die schwersten Vorarbeiten geschehen waren, und er den Brüdern seinen Segen erteilt hatte, kehrte er samt den mitgebrachten Arbeitern wieder zurück.

Drei Jahre lang arbeiteten die Mönche unablässig an dem Bau des Klosters und an der Kultur der Umgegend. Während dieser zeit kam Bonifazius öfters zur Baustätte und verweilte mehrere Tage auf dem genannten Bischofsberge in seiner Zelle. Den Abt Sturmio belehrte er, wie er die Brüder in Liebe leiten und zur Vollkommenheit des christlichen Lebens führen solle. Die Brüder ermahnte er, wie sie bei ihren schweren Arbeitern dem Herrn dienen und ihr mühevolles Tagewerk zu einem Gottesdienste heiligen könnten. Insbesondere schärfte er ihnen Gehorsam gegen ihren Abt ein. Allen galt die Regel des hl. Benedikt als die Richtschnur ihres Wandels.

Nun sorgte Bonifazius dafür, daß die Gründung des Klosters und der Fortbestand seines Besitztums gesichert werde. Er verfaßte eine Urkunde, in welcher die Grenzen des Klostergebietes genau angegeben waren. Diese wurde durch seine Unterschrift und durch die des Bischofs Burchard von Würzburg, des Abtes Sturmio, der Priester Megenhelm und Folchram und der Präfekten Troant, Luitfried und Rumolf bekräftigt, und von den beiden Hausmaiern Karlmann und Pipin dem Kleinen genehmigt.

Der äußere Bau des Klosters und der Kirche war schon weit voran geschritten. Jetzt gedachten die Brüder, wie sie bezüglich des inneren Baues ihres geistigen Lebens am sichersten gehen könnten. Die Klöster des heil. Benedikt in Italien standen gerade damals in ihrer schönsten Blüte. Von diesen Pflanzstätten des Friedens und der Gottseligkeit hatten sie den heil. Bonifazius schon oft erzählen hören. Nach diesen Vorbildern sollte auch ihre Genossenschaft auf blühen. Darum wurden sie einig, es sollten verständige Männer aus ihrer Mitte nach Italien, zumal nach Monte Cassino reisen, und während eines längeren Aufenthaltes dort mit der ganzen Ordnung des inneren Lebens in diesen heiligen Stätten vertraut werden. Der heil. Bonifazius billigte dieses Vorhaben. Er sendete den Abt Sturmio selbst mit zwei Brüdern nach Rom ab. Diese blieben ein volles Jahr in den Klöstern Roms und Italiens und vorzüglich auf Monte Cassino. Aufs neue angeeifert und in vielen Stücken belehrt, kehrten sie zu Bonifazius zurück. Dieser freute sich des herrlichen geistigen Gewinnes, den Sturmio in so kurzer Zeit erlangt hatte; er segnete ihn und sprach: „ So gehe denn hin, mein Bruder, und richte, in so weit es möglich ist, das neue Kloster Fulda nach den Vorbildern ein, die du gesehen hast  —  und bewunderst.” In der Folge kam der Erzbischof selbst öfters in diese Einsamkeit, belehrte und ermunterte die Brüder und freute sich des segenvollen Aufblühens dieser herrlichen Schöpfung. Zugleich bestimmte er Fulda als seine künftige Begräbnisstätte. Den Papst bat er um Bestätigung des neu gegründeten Klosters. Dieser gewährte die Bitte und erklärte das Kloster als unabhängig von jeder geistlichen Gerichtsbarkeit außer der päpstlichen. Vor seiner letzten Reise nach Friesland ließ Bonifazius diese Exemtionsurkunde von Pipin bestätigen.

Die Mönche in Fulda machten nicht bloß die weite, wüste Gegend urbar, sondern sie ließen sich ganz besonders die christliche Bildung des Volkes als ihr Anliegen sein. Und nicht allein um die alles notwendige Kenntnis der Heilswahrheiten kümmerten sie sich, sondern sie legten auch eine Schule zur Bildung der Geistlichen an, die in kurzer Zeit eine ausgezeichnete Berühmtheit erlangte. Der erste ausgezeichnete Rektor dieser Schule war ein Schüler des berühmten Alkuin, und hieß Rhabanus Maurus. Schon mit sechs und zwanzig Jahren übernahm dieser die Leitung der Schule, die bald eine auserlesene Schar edler Jünglinge zählte, welche in ihr sich für den Priesterstand und für die höchsten Ämter des Staates vorbereiteten. Außer St. Gallen kannte man damals keine Schule, die so Großes leistete. Neben den Wissenschaften wurden hier auch die Künste gepflegt. Der herrliche Tempel, den Sturmio aufführte, war selbst ein Meisterstück der Baukunst. Die innere Zierde des selben machte es notwendig, daß sich die Brüder in der Bildhauerei und Malerkunst versuchten. Dies geschah mit ausgezeichnetem Erfolge. Außerdem wurden vortreffliche Abschriften der heiligen Schrift und der Schriften der Väter veranstaltet und mit Malereien verziert.

Während alles seinen besten Fortgang zu haben schien, brach ein Ungewitter über diese Stätte des Friedens los. Unter den vielen Brüdern   —   bis zum Tode des Sturmio war ihre Zahl vierhundert   —   waren auch drei falsche Brüder. Diese verklagten den Abt beim Könige Pipin, als wäre er feindselig gegen den König gesinnt. Pipin verbannte ihn nach Frankreich in ein Kloster, und der Erzbischof Lullus setzte einen Fremdling als Abt nach Fulda. Nun drohte eine allgemeine Auflösung. Die getreuen Brüder beteten unablässig zum Herrn um Hilfe. Diese wurde ihnen teilweise, indem Lullus ihnen erlaubte, aus ihrer Mitte einen Abt zu erwählen. Aber damit waren sie noch nicht zufrieden; sie wollten ihren rechtmäßigen Abt und flehten nun so eifriger zu Gott, daß er ihnen den selben wieder sende. Ihr Gebet wurde erhört. Pipin erfuhr, daß Sturmio verleumdet worden sei, bat ihn wegen des ihm zugefügten Unrechtes um Verzeihung und sendete ihn wieder, mit vielen Geschenken überhäuft, zu seinen Brüdern zurück. Die Brüder gingen ihm in Prozession entgegen, der einstweilige Abt trat ihm die Leitung des Klosters ab, und der heilige Stifter brachte bald wieder alles in die beste Ordnung. Dies geschah im Jahre 758.

Sturmio lebte und wirkte noch über 20 Jahre in seinem Kloster und starb am 27. Dezember 779, nachdem er den versammelten Brüdern noch ernstliche Ermahnungen gegeben und allen seinen Gegnern von Herzen verziehen hatte. Erst im Jahre 1139 wurde er durch den Papst Innocenz II. auf dem Concillium im Lateran feierlich canonisirt. Der Leichnam des Heiligen ruht in der Kirche zu Fulda. Schon in der ersten Zeit gingen aus der Schule zu Fulda eine Menge großer Gelehrten, elf Erzbischöfe, elf Bischöfe, Vierzehn Äbte, die über andere Klöster gesetzt wurden und viele der größten Staatsmänner hervor. Ein solcher Segen lag auf diesem ersten Kloster in Deutschland, und er blieb auch auf dem selben bis zu dessen Zerstörung in der neuesten Zeit.

(Mabillon. Seiters.)

Quelle:

  • BAVARIA SANCTA - Leben der Heiligen und Seligen des Bayerlandes
    zur Belehrung und Erbauung für das christliche Volk - Bearbeitet von Dr. Sturmio Jocham, Professor der Theologie und erzbischöflicher geistlicher Rat - Mit Gutheißung des hochwürdigsten Erzbischöflichen Ordinariats München - Freising, (1861)

BAVARIA SANCTA
Leben der Heiligen und Seligen des Bayerlandes
Band I - Zweiter Abschnitt
Bayern unter der Herrschaft der Agilolfinger

  1. Ingenuin
  2. Agnellus
  3. Eustasius und Agilus
  4. Theodelinde
  5. Emmeram
  6. Rupert
  7. Ansologus
  8. Kuniald und Gisilar
  9. Ehrentrudis
  10. Vitalis
  11. Marinus und Anianus
  12. Magnus
  13. Wikterp
  14. Erhard
  15. Corbinian, (Korbinian)
  16. Joseph
  17. Bonifazius, Apostel Deutschlands
  18. Sturmio
  19. Lantfried, Waldram, Eliland usw.
  20. Adalbertus und Oktarius
  21. Willibald
  22. Wunibald
  23. Walburga
  24. Alto
  25. Virgilius
  26. Modestus
  27. Marinus und Theklanus
  28. Gamelbert
  29. Sola
  30. Archus, Herenäus und Quartanus



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