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Leben der Väter und Märtyrer
ursprünglich in englischer Sprache verfaßt von Alban Butler

für Deutschland bearbeitet von Dr. Räß und Dr Weis




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Der heilige Pirmin, Bischof, Klosterstifter und Glaubensprediger
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Der heilige Pirmin, Bischof, Klosterstifter und Glaubensprediger -

  • Festtag, Gedenktag ist der 3. November
  • * in Lothringen
  • am 3. November 753

Pirmin war gebürtig in Lothringen. Seine Geburt fällt in das Ende des siebten Jahrhunderts, ungefähr 676. Die Bildung zum geistlichen Stande soll er im Kloster des heiligen Maurus erhalten haben. Wegen seiner vortrefflichen Kenntnisse und ausgezeichneten Frömmigkeit wurde er zum Priester und selbst zum Bischofe geweiht, ohne daß ihm eine eigene Diözese wäre übergeben worden. Gott der Herr hatte ihn mit einer ausgezeichneten Gabe das Wort mit Kraft zu verkünden, ausgezeichneten Gabe, das Wort mit Kraft zu verkünden, ausgezeichnet. Mit dieser Gabe wirkte der Heilige insbesondere in der Gegend des Bliesgaues, in der heutigen Rheinpfalz. Hier nahm er auf dem Schlosse Meltis, wo später das Dorf Meldesheim entstand, seinen Sitz. In der ganzen Umgegend errichtete er Missionsstationen und Einsiedeleien zur Wohnung für die Missionare. Die vorzüglichste derselben ist diejenige, auf deren Grund später die nach ihm benannte Stadt Pirmasens erbaut wurde. Hier wurde von ihm ein Kloster gegründet. Dessen gemahnt jetzt noch die Klosterwiese und der Klosterbrunnen in einem Wiesental bei Pirmasens.

Der Ruf von dem heiligen Leben und den kraftvollen Predigten des heiligen Bischofs verbreitete sich in die entferntesten Gegenden. Von allen Ländern kamen Leute, den heiligen Mann zu sehen und das Evangelium von ihm u hören. Es erfolgten zahlreiche Bekehrungen. Unter anderem war auch ein vornehmer, reich begüterter Ritter aus der Gegend das Bodensees, Namens Sinlaz, zu Pirmin gekommen. Er hatte auf der Rückkehr von einer Wallfahrt den heiligen Bischof aufgesucht und wollte den selben bewegen, die Segnungen des Evangeliums auch seinen Landsleuten zu bringen.

Die Alemannen am Bodensee hatten schon 100 Jahre früher durch den heiligen Columban und Gallus die verkündung des göttlichen Wortes gehört und standen unter den Bischöfen zu Konstanz. Aber das Christentum hatte dessen ungeachtet bei ihnen noch keine tieferen Wurzeln geschlagen. Gerade jetzt fehlte es an Männern, die durch Wort und Tat das Evangelium verkündeten. Der fromme Einlaß hörte den Bischof Pirmin predigen. Er wurde durch die Kraft und Anmut dieser Predigt ganz hingerissen. „O daß wir in Deutschland auch solche Männer hätten!” So rief er aus, dann ging er zu Pirmin und schilderte ihm den Zustand seines Landes, wie die gute Sitte allenthalben verloren gehe, die Gottesverehrung nachlasse, die Kirchen zerfallen und das Heidentum wieder einzubrechen drohe. Dann bat er ihn, er möchte doch mit ihm gehen und dem großen Verfall des Glaubens und der christlichen Zucht entgegenarbeiten.

Pirmin empfand inniges Mitleiden mit dem armen Volke, das unbeirrte, wie Schafe ohne Hirten und beständig in Gefahr war, wieder in die Abgötterei und in ein heidnisches Leben zurück zu fallen; allein er erklärte dem Sinlaz, ohne höhere Sendung könne e das Werk der Bekehrung dieses Volkes nicht unternehmen.

Sinlaz bat ihn nun, er möchte mit ihm die Wallfahrt nach Rom unternehmen und vom Papste die Sendung zu diesem Werke empfangen. Pirmin reiste nach Rom. Vor Allem empfahl er sein Anliegen den heiligen Apostelfürsten Petrus und Paulus, an deren Gräbern er seine Andacht verrichtete. Dann begab er sich zum Oberhaupte der Kirche, Papst Gregor II. Zu dem selben hatte sich auch Sinlaz begeben und ihm das Elend und die Gefahr des Heils, in der seine Landsleute stünden, treulich geschildert. Der Papst erkannte in dem frommen und demütigen Pirmin den Mann, den Gott zur Rettung vieler Seelen bestimmt hatte und erteilte ihm die Vollmacht, als apostolischer Missionar in den bezeichneten Gegenden zu predigen, die heiligen Sakramente zu spenden, Kirchen zu errichten und Priester zu weihen.

Mit dieser apostolischen Vollmacht und mit dem Segen des heiligen Vaters ausgerüstet, ging Pirmin als apostolischer Legat zuerst zum König Theodorich und überbrachte ihm den Auftrag des Papstes, eine Versammlung der Bischöfe zu berufen und sich zu beraten, wie man der Kirche in Deutschland aushelfen könne. Dann wählte sich Pirmin 40 Geistliche als seine Mitarbeiter aus. Mit diesen kam er in das Gebiet des Herzogs Gottfried von Schwaben. Der Herzog stellte es ihm frei, wo er sich ansiedeln wolle. Pirmin erwählte Anfangs eine wüste Gegend unweit Psungen zu seiner Wohnstätte. Von da aus wanderte er in der Umgegend umher, verkündete das Evangelium und wirkte viele Wunder. Ein Brünnlein in der Nähe von Psungen hat noch den Namen Pirminibrunnen.

Viele Ungläubige bekehrten sich und empfingen samt ihren Kindern und Untergebenen die heilige Taufe. Einst war die Zahl der Täuflnge so groß, daß das zur Taufe geweihte heilige Öl ausging. Auf das Gebet des Heiligen fühlte sich das bereits leere Gefäß wieder aufs Neue mit Öl an.

Nach einigen Berichten hatte der Heilige seine Bildung zum geistlichen Stande in einem Kloster erhalten und war selbst Benediktiner-Mönch gewesen. Er sah ein, daß in Deutschland das Christentum nur da Bestand habe, wo Klöster als Schutzmauern heiligen Lebens und göttlicher Wissenschaft gegründet waren. Darum wendete er der Gründung von Klöstern sein Hauptaugenmerk zu.

Nach dem Tode des gut gesinnten Herzogs Gottfried wurde er durch dessen Sohn Theobald in seiner apostolischen Wirksamkeit sehr behindert. Weil Pirmin bei Karl Martel sehr in Achtung stand, so fürchtete Theobald, die Franken könnten durch diesen Bischof in seinem Lande eine Macht gewinnen, die ihm verderblich wäre.

Pirmin verließ nun die Einsiedelei bei Psungen und begab sich auf das Schloss Sandegg zu seinem Freunde Sinlaz. Zu den Lehngütern dieses Edlen gehörte eine Insel des Bodensees, die später den Namen Reichenau erhielt. Diese Insel fand der Heilige als vorzüglich geeignet zu einem Kloster. Sinlaz übergab sie ihm, und Pirmin erbaute dort selbst das erste von vielen Klöstern, die ihn als ihren Gründer verehren.

Man hatte ihm vorgestellt, daß die Insel nicht bewohnbar sei, weil sich daselbst viele Kröten, Schlangen und giftige Tiere aufhielten. Allein Pirmin sprach im Vertrauen auf den Schutz des Herrn: „Die ganze Erde ist des Herrn. Wir haben vom Herrn die Zusicherung, daß wir unversehrt auf Schlangen und Skorpionen treten und daß es uns nicht schaden werde, wenn wir Giftiges trinken.” Sobald sie auf der Insel ankamen, errichteten sie das siegreiche Zeichen des heiligen Kreuzes; und im Augenblicke war die ganze Insel von allem giftigen Ungeziefer befreit.

Jetzt wurden die mächtigen Bäume ausgehauen, und es wurde mit dem Bau der Kirche und des Klosters der Anfang gemacht. Karl Martel übergab dem Heiligen die ganze Insel als Eigentum, und viele Edle unterstützen den Bau mit reichlichen Beiträgen. Diese Gründung geschah im Jahre 724.

Drei Jahre lang hielt sich Pirmin in der Reichenau auf. Während des Baues der Kirche und des Klosters zog er in der Umgegend umher und predigte und taufte unabläßig, um dem Herrn eine Gemeinde zu gewinnen. Aber die Feindseligkeiten des Herzogs Theobald verfolgten ihn auch hier. Darum stellte der Heilige über die junge Klostergemeinde den würdigsten aus den Mitbürgern als Abt auf und verließ die neue Pflanzung. Er wendete sich ins Elsaß und fand bei dem Grafen Eberhard freundliche Aufnahme.

Im Elsass bestanden damals schon mehrere Klöster, aber in vielen dieser Klöster war die klösterlichte Zucht verfallen. Pirmin stellte die klösterliche Zucht in mehreren Klöstern wieder her und leuchtete allenthalben als ein Vorbild heiligen Wandels. Diese Verbesserung durch den Heiligen erfreuten sich ganz besonders die Klöster Schuttern, Geugenbach, Schwarzach, Maurusmünster, Weissenburg und Neuweiler. Dann gründete er das Kloster Murbach und ließ sich auf einige Zeit mit seinen Brüdern dort nieder. Der Herzog Luitfried machte zu diesem Kloster gleich in seinem Entstehen bedeutende Stiftungen.

Von hier aus erhielt der Heilige durch den Herzog Odilo einen Ruf nach Bayern. Pirmin folgte dem Rufe und gründete in unserm Lande, das gerade damals durch den heiligen Bonifazius kirchlich geordnet wurde, eine Reihe von Klöstern. Die bayerischen Klöster Ober- und Niederalteich, Pfaffenmünster, Mondsee und Amorbach sind Stiftungen des heiligen Pirmin.

Als der Heilige noch in Bayern Klöster gründete, kam eine Gesandtschaft von dem rheinfränkischen Fürsten Werinher an ihn, mit der Bitte, der Heilige möchte in sein Gebiet kommen und in demselben ein Werk für den Herrn gründen. Voll Dankes gegen Gott für diese neue Aussicht, etwas zur Verherrlichung des Herrn zu Stande bringe können, kehrte der Heilige zu Werinher in den Bliesgau zurück, der damals zum Bistum Metz gehörte. Werinher empfing ihn auf das ehrenvollste und stellte ihm sein ganzes Gebiet frei, um sich darin einen Ort für ein Gotteshaus und für ein Kloster auszusuchen. Der Heilige wählte sich die Stelle, wo sich die beiden Flüßchen Trualb und Sualb zum Hornbach vereinigen und gründete dort ein Kloster, das von dem Hornbach seinen Namen erhielt. Dieser Platz soll ihm von einem armen Hirten gezeigt worden sein. Als nämlich Pirmin noch unschlüssig war, wo er sich niederlassen sollte, kam einst ein Hirte zu ihm und sprach: „Lieber Vater, an der Stelle, wo die zwei Flüßchen zusammen fließen, mögest du nach dem Wohlgefallen Gottes dir eine Ruhestätte bereiten.” Sobald Pirmin den Ort sah, rief er aus: „Hier ist der Ort meiner Ruhe!”

Jetzt begann der Heilige in seinem hohen Alter mit seinen Gefährten den Bau einer Kapelle und der notwendigen Zellen. Bald kamen viele Leute aus der Nachbarschaft, um aus dem Munde des Heiligen die Verkündigung des Evangeliums zu vernehmen. Werinher schenkte dem neuen Kloster Wiesen und Äcker und Waldungen. Auch andere Begüterte dieser Gegend brachten dem Pirmin für diese neue Stiftung große Geschenke. So entstand die später so berühmte Abtei Hornbach. „Sie trug Vieles dazu bei, in der dortigen, damals noch wilden Umgegend den christlichen Glauben auszubreiten, christliche Sitten zu pflegen, den Anbau des Bodens und die Verbreitung nüzlicher Gewerbe, Wissenschaften und Künfte zu befördern.”

In diesem Kloster Hornbach wurde Pirmin von Bonifazius dem Apostel Deutschlands besucht. Er empfing dieses Werkzeug der göttlichen Erbarmung mit Jubel und Freude. Bisher hatten sich die beiden Diener Gottes noch nicht gesehen. Dem heiligen Pirmin war der Umgang mit diesem geistlichen Vater Deutschlands zu einem außerordentlichen Gewinn. Er hatte sich nämlich für viele Jahre hindurch fast ausschließlich dem tätigen Leben gewidmet. Von nun an erkannte er Alles, was er getan hatte, als ganz wertlos. Alles, was Gutes durch ihn zu Stande gekommen war, schrieb er einzig der Erbarmung des Herrn zu. Die noch übrigen Tage seines Lebens widmete er fast ausschließlich dem trauten Umgange mit Gott in heiliger Betrachtung und im Gebete.

Sei Leben dauerte nur mehr kurze Zeit. Am 3. November 753 wurde er aus seiner zeitlichen Ruhestätte zu Hornbach, in der er sich auf die große Wanderung vorbereitete, in die himmlische Wohnung abgerufen. Zwei Jahre später folgte ihm der große Apostel Deutschlands. Pirmin wurde alsbald nach seinem Tode als Heiliger verehrt. Nicht bloß die von ihm gegründeten Klöster eigneten sich ihn als ihren Patron an; auch viele Kirchen wurden ihm zu Ehren erbaut. So die Kirche Godromstein im Jahre 1469, die Kirche zu Eimsheim bei Oppenheim und die zu Walsheim, im Dekanat Zweibrücken. Sein heiliger Leichnam ruhte über achthundert Jahre im Gotteshause zu Hornbach. In den Reformationsstürmen kam er im Jahre 1577 nach Innsbruck, wo er in der Dreifaltigkeitskirche verehrt wird. Einzelne Reliquien von ihm brachte man in das Kloster St. Blasien und in andere von ihm gegründete Klöster und zu seiner Ehre erbaute Kirchen. Er gehört zu Hauptpatronen der Rheinpfalz und ist Schutzpatron der Stadt Innsbruck.

(Mitteilungen von H. Dekan Nardini.)

Quelle:

  • BAVARIA SANCTA - Leben der Heiligen und Seligen des Bayerlandes
    zur Belehrung und Erbauung für das christliche Volk - Bearbeitet von Dr. Modestus Jocham, Professor der Theologie und erzbischöflicher geistlicher Rat - Mit Gutheißung des hochwürdigsten Erzbischöflichen Ordinariats München - Freising, (1861)
BAVARIA SANCTA
Leben der Heiligen und Seligen des Bayerlandes
Band I - Zweiter Abschnitt
Die Heiligen der Rheinpfalz und des Frankenlandes
(Zur Zeit der Agilolfinger)

  1. Fridolin
  2. Goar
  3. Kilian, Colomann, Totnan
  4. Disibod
  5. Sebaldus
  6. Philipp
  7. Pirmin
  8. Burkhard
  9. Amor von Amorbach
  10. Lioba
  11. Hadeloga (Adela)
  12. Gumarus oder Gumbert
  13. Bilhildis
  14. Megingoz
  15. Gertrudis



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