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Der selige Megingoz, Bischof von Würzburg
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Der selige Megingoz, Bischof von Würzburg -

  • Festtag, Gedenktag ist der 16. März
  • *wahrscheinlich in England
  • Bischofsweihe im Jahre 751
  • am 16. März 795

Der Nachfolger des heiligen Burkhard auf dem bischöflichen Stuhle zu Würzburg war Megingoz. Dieselbe war unter den Mitarbeitern des heiligen Bonifazius in Hessen und Thüringen. Nach seiner Rückkehr von Rom 724 berief nämlich der Apostel Deutschlands mehrere Priester und Mönche aus seinem Heimatlande und aus Franken nach Hessen und Thüringen, um dort die Kirche Gottes zu begründen. Unter anderen heiligen Männern wird auch der Diakon Megingoz genannt. Spätere Geschichtsschreiber machen ihn zu einem Grafen von Rothenburg; er ist aber höchst wahrscheinlich aus England, wie der heilige Bonifazius und Burkhard.

Als der heilige Bonifazius im Jahre 732 das Kloster Fritzlar in Hessen zu Ehren des heiligen Apostels Petrus gegründet und den ehrwürdigen Wigbert zum Abte des selben eingesetzt hatte, trat auch Megingoz in dieses Kloster ein und beschäftigte sich besonders mit dem Unterricht edler Jünglinge, die sich dem Dienste der Kirche widmeten. unter diesen waren zwölf aus Sachsen, die für die künftige Verkündung des Evangeliums in ihrem Vaterlande vorbereitet wurden. Der ausgezeichnetste von diesen war der damalige Bischof Hathamar von Paderborn.

Im Jahre 747 starb der eifrige Abt Wigbert, der stets in sich gesammelt und schweigsam, zu jedem Dienste, den er einem Gläubigen erweisen konnte, willig und bereit war und nie einem Büßer, der ihn um die Beicht ansprach, diesen Liebesdienst versagte. Nach seinem Tod verordnete der heilige Bonifazius, daß der (jüngere) Priester Wigbert und der Diakon Megingoz den Mönchen die heilige Regel erklären und die Haltung der selben einschärfen sollten. Zugleich stellte er sie als Lehrer der Kinder, d. h. der Zöglinge auf, die im Kloster unterrichtet wurden. Abt des Klosters war Hiedde.

Später wurde Megingoz Abt von Fritzlar. Dieses Amt versah der Diener Gottes mit aller Treue nach der Anordnung seines heiligen Lehrers Bonifazius. Zugleich wurde unter ihm das Kloster Neustadt, früher Rohrbach oder Rorlach genannt, gegründet und seiner Leitung unterstellt. Das selbe ist nur fünf Meilen von Würzburg entfernt. Nun war Megingoz im fortwährenden Verkehr mit seinem Freunde, dem heiligen Burkhard. Mit ihm arbeitete er unermüdet an der Förderung der Kirche in Franken. In Würzburg war die Geistlichkeit, deren das Land bedurfte, herangebildet; dort wurden die Söhne und Töchter der Vornehmen des Landes christlich erzogen. Von da aus wurde das klösterliche Leben im ganzen Frankenland geordnet und überwacht. Das war zunächst das Werk des heiligen Burkhard und seines treuen Genossen Megingoz. Unter vielen Mühen und Kämpfen war es ihnen gelungen, den bisher unberührten Ort in dieser herrlichen Gegend zu einer Schutzwehr gegen das in der nächsten Nähe unaufhörlich drohende Heidentum zu erheben und nahezu zwanzig Gaue der neubegründeten, bischöflichen Kirche zu unterwerfen.

Als nun Burkhard das Ende seines Lebens heran nahen sah und die letzten Tage ganz der Vorbereitung auf einen seligen Heimgang widmen wollte, legte er die Last des Bistums auf die Schultern seines jüngeren Freundes Megingoz und weihte ihn zum Bischof im Jahre 751. Megingoz setzte das begonnene Werk in dem selben Geiste fort. Er lebte ganz für seine Gemeinde und förderte das gottgeheiligte Leben in den Klöstern mit heiligem Eifer. Wie sehr ihm dieses am Herzen gelegen war, und wie frei er sich von allen eigensüchtigen Rücksichten gehalten, bezeuget ein Brief an dem Erzbischof Lullus von Mainz vor dem Tode seiner Schwester, die bisher Äbtissin eines neu gegründeten Klosters gewesen war. „in dem großen Kummer und in den Besorgnissen, die bei dem bevorstehendem Tode meiner Schwester mich darniederdrücken, bitte ich deine Liebe um Rat. Dieser Tod ängstigt mich, wie mein eigener Tod. Ob sie Gnade finden werde, ist dem ewigen Richter, dem wir ihre Seele empfehlen, allein bekannt. Aber noch mehr liegt mir die ganz zarte Klostergemeinde am Herzen. Ich bin hier ratlos und fürchte ihre Auflösung und was noch schrecklicher ist, das Verderben der in ihr vereinten Schwestern. Bei der Liebe Christi unseres Heilandes, bei der Auferstehung der Toten bitte ich dich, komme mir in dieser Trübsal mit deinem Rat und Troste zu Hilfe. Was soll ich nach dem Tode meiner Schwester in Betreff dieses Klosters tun? Die Töchter meines Bruders leben, wie dir bekannt ist, als Nonnen in dieser Genossenschaft. Die Leute kennen sich nicht aus und wählen vielleicht eine von ihnen zur Äbtissin. Aber keine von ihnen hat bis jetzt das Alter und die notwendige Festigkeit des Charakters erlangt, um diese Last auf sich nehmen zu können. Wird nicht möglichst bald zur Wahl einer Vorsteherin geschritten, so fürchte ich die Zerstreuung und Auflösung der ganzen Genossenschaft. Berate die Sache vor dem Herrn und schreibe mir durch den Boten, was ich zu tun habe.”

Mit diesem Nachfolger des heiligen Bonifazius blieb der ehrwürdige Megingoz immer in freundschaftlicher Verbindung. im Jahr 774 assistierte er dem selben, als in Gegenwart Karls des Großen die neue Klosterkirche zu Lauresheim (Lorsch) eingeweiht wurde. Als Lullus das Leben des heiligen Bonifazius durch den Bischof Willibald von Eichstätt hatte beschreiben lassen, sendete er die Schrift dem Bischof Megingoz von Würzburg zu. Auch der heilige Wunibald, Abt von Heidenheim, hatte noch drei Jahre vor seinem Ende (758), ungeachtet seiner schmerzlichen Leiden, eine Reise zu dem ehrwürdigen Megingoz unternommen, um sich seinem Gebete zu empfehlen und ihm sein letztes Lebewohl zu sagen.

Megingoz verwaltete ungefähr vierzig Jahre sein bischöfliches Amt. Unter ihm gewann die Kirche von Würzburg nicht bloß geistigen Zuwachs, sondern auch zeitliche Güter. Viele Adelige vermachten einen Teil ihres Besitztums an die Kirche. Dem frommen Bischof war die Obsorge über dies zeitliche Gut eine unerträgliche Last. Er hatte selbst immer in klösterlicher Armut gelebt und fürchtete die Gefahren des Reichtums. Dabei war er voll Milde und Nachsicht gegen die ihm untergebenen Kanoniker, bis auf einem höheren Fuße lebten. Sein Verlangen nach der Armut und Einsamkeit des Klosters wurde mit jedem Jahre größer. Diesem Verlangen nachgebend wendete er sich an den Papst Hadrian I. mit der Bitte, daß das Bistum ihm abgenommen und einem Andern übertragen werde. Der Papst übertrug diese Angelegenheit dem heiligen Bischof Willibald von Eichstätt und dem Abte von St. Gallen. Beide kamen nach Würzburg und konnten die Gründe, die den frommen Bischof zur Ablegung seiner Last bestimmten , nicht widersprechen. Sie erklärten also den Megingoz seines bisherigen Amtes entlediget und schritten 794 zur Wahl eines neuen Bischofs.

Im Kloster des heiligen Andreas, das der heilige Burkhard gegründet hatte, war ein frommer und sehr strenger Mönch mit dem Namen Bernwolf. Dieser wurde als würdiger Nachfolger des frommen Megingoz gewählt und zum Bischof geweiht. Megingoz aber zog sich mit mehreren Geistlichen in das Kloster Neustadt zurück. Aber auch hier konnte der unermüdete Arbeiter nicht untätig sein. Der große Andrang adeliger Söhne zum Kloster forderte einen Neubau des Hauses. Dieser wurde unter der Leitung des ehrwürdigen Megingoz aufgeführt. Neustadt wurde nun eine Pflanzstätte christlicher Bildung und heiligen Lebens für das ganze Frankenland. Weil Bischof Wernwolf mit sehr großer Strenge regierte, verließen mehrere Geistliche und Mönche die bischöfliche Stadt und begaben sich unter das milde Zepter des Klosters Neustadt.

Der ehrwürdige Megingoz lebte in seiner Abgeschiedenheit nur mehr ein Jahr. Sein Tod fällt in das Jahr 795. Die älteren Geschichtsschreiber nennen ihn einen Heiligen. Das römische Martyrologium enthält seinen Namen nicht; dessen ungeachtet wird er als seliger Diener des Herrn verehrt.


(Mabillon. Annal. Damberger.)

Quelle:

  • BAVARIA SANCTA - Leben der Heiligen und Seligen des Bayerlandes
    zur Belehrung und Erbauung für das christliche Volk - Bearbeitet von Dr. Modestus Jocham, Professor der Theologie und erzbischöflicher geistlicher Rat - Mit Gutheißung des hochwürdigsten Erzbischöflichen Ordinariats München - Freising, (1861)
BAVARIA SANCTA
Leben der Heiligen und Seligen des Bayerlandes
Band I - Zweiter Abschnitt
Die Heiligen der Rheinpfalz und des Frankenlandes
(Zur Zeit der Agilolfinger)

  1. Fridolin
  2. Goar
  3. Kilian, Colomann, Totnan
  4. Disibod
  5. Sebaldus
  6. Philipp
  7. Pirmin
  8. Burkhard
  9. Amor von Amorbach
  10. Lioba
  11. Hadeloga (Adela)
  12. Gumarus oder Gumbert
  13. Bilhildis
  14. Megingoz
  15. Gertrudis



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