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Leben der Väter und Märtyrer
ursprünglich in englischer Sprache verfaßt von Alban Butler

für Deutschland bearbeitet von Dr. Räß und Dr Weis




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Der heilige Kilian, Bischof und Märtyrer und seine Gefährten Colomann und Totnan, Apostel Frankens
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Der heilige Kilian, Bischof und Märtyrer und seine Gefährten Colomann und Totnan, Apostel Frankens -

  • Festtag, Gedenktag ist der 8. Juli
  • * in ?
  • am 8. Juli 689

Kilian war, wie seine Gefährten Coloman und Totnan, in Irland geboren. Er war von Jugend auf fromm erzogen und in den Wissenschaften unterrichtet. Sein Lieblingsstudium war die heilige Schrift. Schon frühe erwarb er sich eine so gründliche und umfassende Kenntnis der Schrift, daß er allgemein unter der Geistlichkeit als ein ausgezeichnetes Werkzeug des heiligen Geistes geachtet wurde. Alle fragten ihn um Rat und Vernahmen von ihm die Erklärung der Geheimnisse, die im göttlichen Worte verborgen sind. Das inbrünstige Verlangen die Ehre Gottes zu fördern und Christo dem Herrn Seelen zu gewinnen, hatte in ihm den Entschluß zur Reise gebracht, sein Vaterland zu verlassen und in den Ländern der Ungläubigen das Evangelium zu verkünden. Zu diesem Zwecke wählte er sich elf Jünger, von denen drei schon Priester waren, wie er selber; einer derselben war Diakon. Zu diesen Jüngern des Herrn brannte dasselbe Verlangen nach gänzlicher Losgeschiedenheit von der Welt und nach der vollkommenen Nachfolge des Herrn. Auch sie wollten, wie er, Alles verlassen und Christo das Kreuz nachtragen. Mit ihnen zog er über das Meer, reiste durch Frankreich und kam in jene Gegend Deutschlands, die man heutzutage Franken heißt. Hier fand er das Volk noch ganz in die Finsternisse des Heidentums versunken.

Ihre Abreise von Irland geschah im Jahre 685, wenige Monate nach Erhebung des Papstes Johannes V. auf de päpstlichen Stuhl. Zu diesem Oberhirten wollte nun Kilian reisen, ehe er an der Bekehrung des Frankenlandes arbeitete. Von ihm wollte er die apostolische Sendung und den Segen zu seiner Arbeit empfangen. Er reiste darum mit Coloman und Totnan nach Rom. Kurz vor seiner Ankunft in Rom war aber dieser Papst, dem die frommen Missionäre schon besonders empfohlen waren, gestorben, und an seine Stelle war Conon gewählt worden. Auch dieser Papst nahm die Glaubensboten freundlich auf, prüfte sie in Hinsicht auf ihre Rechtgläubigkeit und weihte den Kilian zum Bischofe, ohne ihm einen bestimmten Sprengel anzuweisen. Unter den Völkern, die er zum Glauben bekehren würde, sollte er das bischöfliche Amt ausüben; für sie sollte er Priester und Kirchen weihen und dieselben überwachen. Er verlieh ihm unabhängige, apostolische Macht, Alles anzuordnen und zu verfügen, was sie für die Neubekehrten als notwendig erachten würden.

Mit dieser apostolischer Macht ausgerüstet und mit dem Segen des Vaters der Christenheit kam Kilian nach Würzburg. Hier wohnte der Herzog Gotzbert. Dieser hörte bald von dem fremden Glaubensprediger und ließ ihn zu sich rufen. Er wollte die neue Lehre, die Kilian verkündete, kennen lernen und zugleich erfahren, was man durch sie gewinne. Der heilige Bischof unterredete sich öfters mit ihm und verkündete ihm die Lehre des Heils. Gott der Herr bewegte das Herz des Herzoges, daß er nicht allein das Evangelium ungehindert verkünden ließ, sondern endlich selbst den christlichen Glauben annahm und die Taufe empfing. Dem Beispiele des Herzoges folgten viele von den Vornehmen, und in kurzer Zeit hatte die ganze Gegend eine andere Gestalt gewonnen.

Nun war aber der Herzog mit der Witwe seines Bruders verheiratet. Eine solche Ehe ist nach den kirchlichen Gesetzen ungültig. Der heilige Kilian machte Gotzbert darauf aufmerksam und verlangte von ihm, daß er sich von dieser seiner unrechtmäßigen Gemahlin trenne. Durch dieses Werk der Selbstverläugnung, welches das heilige Gesetz ihm gebot, wollte er zeigen, daß es ihm mit dem Christentum wahrer Ernst sei. Gotzbert, der aus Liebe zu seinem Heiland schon so Vieles sich versagt hatte, war auch zu dieser Trennung von Gailana, der Witwe seines Bruders, bereit, obgleich er mit zärtlicher Liebe an ihr hing. Allein ganz anders war Gailana gesinnt. Als sie vom Herzoge diesen seinen Entschluß vernahm, geriet sie ganz in Wut gegen den heiligen Bischof und sann auf seinen Tod. Gotzbert war eben in Krieg gezogen und hatte die Entfernung seiner unrechtmäßigen Gemahlin auf die Zeit seiner Rückkehr verschoben.

Der heilige Kilian und seine Gefährten erhielten Kunde von der feindseligen Absicht des bösen Weibes. Ihnen stand keine andere Schutzwache zu Gebote, als das Gebet. Damit verbanden sie besonders strenges Fasten, und so waren sie vollkommen bereit, von der Hand des Herrn hinzunehmen, was er nur immer über sie verhängen würde.

Gailana bestellte einen Meuchelmörder, der die ihr lästigen Prediger des Evangeliums aus dem Wege räumen sollte. Diese hatten einen größeren Saal zu einem Betorte eingerichtet. In demselben versammelten sie das Volk zur Predigt und zur Feier des heiligsten Opfers. Zur Nachtzeit beteten sie darin die vorgeschriebenen Psalmengebete.

Wie sie nun einmal nach Mitternacht ihre Betstunde hielten, fiel plötzlich der Mörder in den Saal ein. Der heilige Bischof hatte schon vorher eine himmlische Offenbarung erhalten, die ihm den nahen Martertod verkündete. Seine beide Gefährten hatte er auf diese Stunde vorbereitet. Wie er nun den einbrechenden Mörder gewahrte, sprach er mit aller Ruhe zu seinen Genossen: Fürchtet euch nicht vor denjenigen, die zwar den Leib töten, der Seele aber nicht schaden können.” Zu dem Mörder aber, der erklärte, er komme auf den Befehl der Herzogin, sagte er: „ Ich weiß es, wozu du gekommen. Du wirst tun, was Dir befohlen wurde. Wir aber gehen hin in das selige Leben. Gott verzeihe dir und derjenigen, die dich abgesendet hat.” Der Mörder schlug zuerst dem heiligen Bischof und dann den beiden Gefährten das Haupt ab. Der Martertod dieser drei Missionäre fällt in das Jahr 689.

Noch in derselben Nacht wurden die Leichname der drei Heiligen unter das Pflaster des Betsaales verscharrt. Über die Leichname hatte man auch die Bücher und Kirchengewande der Heiligen und in oberst das Kruzifix und das Evangelienbuch, dessen sie sich bei ihren Predigten bedienten, hinein geworfen. Dann wurde das Pflaster wieder geschlossen.

Gailana ließ nun das Gerücht verbreiten, die heiligen Missinäre hätten sich aus dem Lande gemacht. Mit dieser Lüe bediente sie auch den Herzog, der nach seiner Rückkehr sich wunderte, warum Kilian nicht sogleich zu ihm komme. Auch ihn beruhigte sie mit dieser Lüge. So glaubte sie, ihre Freveltat verheimlicht zu haben und fortan beim Herzoge bleiben zu können.

Aber vor Gott konnte sie das Verbrechen nicht verbergen. Er, der Gerechte, offenbarte es in einer schrecklichen Weise. Der Meuchelmörder, den sich Gailana zur Vollbringung ihres Verbrechens gewonnen hatte, wurde rasend und rief fortwährend: „Kilian! wie schrecklich verfolgst du mich! Mit unausstehlichem Feuer brennst du mich!” Zugleich gestand er offen, daß er die heiligen Männer ermordet habe.

Der Herzog ließ den Mörder in Fesseln schlagen, berief eine größere Anzahl seiner Untertanen, die mit ihm den christlichen Glauben angenommen hatten, und beriet sich mit ihnen, was man mit diesem Mörder anfangen sollte. In dieser Versammlung trat ein von Gailana bestochener Höfling auf und gab den Rat: Schenke, o Herzog, diesem Mörder die Freiheit. Wir wollen erproben, ob der Gott der Christen wirklich der Allmächtige, der Allwissende und der Gerechte ist, wie er uns ist verkündet worden. Ist er es in der Tat, so wird er diese seine Diener selbst rächen und den Mörder bestrafen. Tut er dieses, so wollen wir bei der Taufe bleiben. Rächt er sie nicht, so wollen wir wieder der großen Diana (Holda) dienen, wie unsere Väter ihr gedient haben und es wird auch uns gut ergehen, wie es ihnen gut ergangen ist.

Der Herzog war schwach genug, in diesen vermessenen Rat einzuwilligen. Gailana scheint eine große Macht über ihn gewonnen zu haben. Aber bald offenbarte sich die strafende Gerechtigkeit Gottes. Der Mörder verfiel in eine solche Raserei, daß er sich selbst mit den Zähnen zerfleischte und eine elenden Todes starb. Gailana wurde von einem bösen Geiste besessen und starb in der Raserei.

Das getaufte Volk wurde durch diese Offenbarung der göttlichen Gerechtigkeit mächtig im Glauben gestärkt. Auch Gotzbert blieb dem Glauben treu bis an sein Ende. Sein Sohn und Nachfolger Hedan II. ließ auf der alten Wirzeburg zur Ehre der Mutter Gottes eine Kirche erbauen. Von dieser Kirche erhielt die Anhöhe den Namen Marienberg. Neben diesem Kirchlein gründete er ein Klösterlein, in dem seine Tochter, die heilige Irminia, Vorsteherin mehrerer gottgeweihten Jungfrauen wurde. Außerdem machte der Sohn Gotzberts mehrere bedeutende Schankungen an den heiligen Willibrord, der damals Friesland und im nördlichen Deutschland das Evangelium verkündete.

Die Leichname der drei heiligen Märtyrer und Glaubensprediger blieben an dem Orte wo sie der Mörder begraben hatte, ein und sechzig Jahre verborgen. Der erste, heilige Burkhard, ließ sie dort ausgraben und in der von Hedan erbauten Marienkirche auf dem Schloßberge beisetzen. In der Folge aber wurde an der Stelle, wo sie ehedem gebetet und den Martertod erlitten hatten, eine Kirche erbaut, und die heiligen Leichname erhielten wieder ihre erste Grabstätte. Diese Kirche wurde dann auch die Kathedrale des Bistums Würzburg. Bei der Erhebung und Übertragung dieser heiligen Leiber geschahen viele Wunder. Die Verehrung der ersten Blutzeugen des Frankenlandes wurde im ganzen Lande allgemein und der heilige Kilian gilt als Hauptpatron der Diözese Würzburg. Sein Hauptfest wird am 8. Juli gefeiert.

(Bolland)

Quelle:

  • BAVARIA SANCTA - Leben der Heiligen und Seligen des Bayerlandes
    zur Belehrung und Erbauung für das christliche Volk - Bearbeitet von Dr. Modestus Jocham, Professor der Theologie und erzbischöflicher geistlicher Rat - Mit Gutheißung des hochwürdigsten Erzbischöflichen Ordinariats München - Freising, (1861)
BAVARIA SANCTA
Leben der Heiligen und Seligen des Bayerlandes
Band I - Zweiter Abschnitt
Die Heiligen der Rheinpfalz und des Frankenlandes
(Zur Zeit der Agilolfinger)

  1. Fridolin
  2. Goar
  3. Kilian, Colomann, Totnan
  4. Disibod
  5. Sebaldus
  6. Philipp
  7. Pirmin
  8. Burkhard
  9. Amor von Amorbach
  10. Lioba
  11. Hadeloga (Adela)
  12. Gumarus oder Gumbert
  13. Bilhildis
  14. Megingoz
  15. Gertrudis



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