Der heilige Gumarus oder Gumbert, Bekenner in Ansbach -
- Festtag, Gedenktag ist der 15. Juli
- * in ?
- † am 15. Juli circ. 790
Als der heilige Bonifazius mit seinen Jüngern das östliche Franken zum Glauben bekehrte und nebst mehreren Klöstern auch das Bistum Würzburg gründete, erwachte unter den Großen und Mächtigen des Landes ein großer Eifer für die Ehre Gottes und das Heil der Seelen.
Viele Söhne und Töchter der Adeligen verließen die Welt und begaben sich in die klösterliche Einsamkeit, um dort Gott zu dienen.
Die tüchtigsten unter ihnen wurden Verkünder des Glaubens und Mitarbeiter des großen Apostels von Deutschland.
Mehrere führen im Laienstande unter der Leitung der treuen Diener Gottes ein heiliges Leben.
Zu den letzteren gehört der heilige Bekenner Gumbert.
Als Gumbert von der segenvollen Wirksamkeit des heiligen Burkhard in Würzburg hörte, begab er sich zu ihm mit der hoch wichtigen Frage, was er tun müsse, um das ewige Leben zu erlangen.
Gumbert war nämlich einer der Reichsten und Mächtigsten des Frankenlandes und hatte viele Untergebene.
Der heilige Bischof war hocherfreut über den guten Willen dieses Edlen und bemühte sich aus allen Kräften, das himmlische Samenkorn des heiligen Lebens, das der Herr selbst in das Herz Gumberts gelegt hatte, zu pflegen und zu fördern.
Er ermahnte ihn, durch Keuschheit und Barmherzigkeit nach der Heiligung zu streben, ohne die Niemand den Herrn schauen und besitzen kann; denn der Glaube, wen er nicht in Werken sich offenbare, nütze ihm nichts.
Gumbert nahm sich die Ermahnung des Bischofs zu Herzen und richtete sein Leben nach den heilsamen Vorschriften des selben ein.
Wahrhaftig in seinem ganzen Wesen, verabscheute er alle Lüge und Verstellung.
Und weil er vom Herrn Barmherzigkeit erlangt hatte, so war er voll Mitleid und Güte gegen seine Untergebenen.
Als demütiger Jünger des Herrn entsagte er allen Prunk und aller Eitelkeit der Welt, die ihm als reichem Kriegsmann allenthalben zu Gebote stand.
Der Umgang mit weltlich gesinnten, stolzen Nachbarn vermied er, um nicht durch ihr Beispiel wieder in die Netze der Welt verstrickt zu werden.
Nun hatte er in der Erfüllung der Gebote des Herrn sich treulich geübt, wie einst der reiche Jüngling, und es erging an ihn die Forderung: „Wenn du willst Vollkommen sein,so gehe hin, verkaufe Alles, und gib es den Armen.
Dann komm und folge mir nach.
Denn wer nicht allem entsagt, was er besitzt, und nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, der kann mein Jünger nicht sein.”
Auch diese Anforderung an die Vollkommenheit schreckte den edlen Diener Christi nicht ab.
Entblößt von allem wollte er seinem Heiland nachfolgen.
Darum teilte er von seinem Vermögen unter die Armen aus und übergab seine Landgüter der Kirche des heiligen Märtyrers Kilian.
Mit dem was ihm noch blieb, wollte er in Ansbach ein Kloster und eine Kirche erbauen, die zugleich die Begräbnisstätte für seine irdische Hülle sein sollte.
Damals hatte der christliche Kaiser Karl der Große den Gipfel der Macht erreicht.
Er hatte das Reich durch gerechte Gesetze und Anordnungen im Innern befestigt und durch heilige Kriege nach Aussen geschirmt.
Zu Ihm, dem Förderer der Kirche Gottes, begab sich Gumbert und erlangte von ihm die Erlaubnis, ein Kloster samt der Kirche zu erbauen, um die Zusicherung des kaiserlichen Schutzes für sein Unternehmen.
Jetzt wurde der Bau begonnen und zu einer Wohnstätte für Jünger des heiligen Benedikt eingerichtet.
Die ersten Mönche wurden aus anderen Klöstern berufen; bald aber traten viele aus der Umgebung in das heilige Haus ein, so daß die Anzahl der selben in kurzer Zeit sehr groß wurde.
Die Kirche war der seligsten Jungfrau Maria gewidmet und wurde vom Bischof in Würzburg eingeweiht.
In dem neuen Kloster wurde strenge Zucht gehalten und mit größtem Eifer dem Herrn gedient.
Gumbert trat selbst ins Kloster ein und erbaute durch seine Frömmigkeit und gänzliche Entsagung die ganze Gemeinde.
Er erreichte ein hohes Alter und erwartete den Tod mit freudiger Zuversicht; denn er hatte mit dem trügerischen Mammon sich Freunde erworben im Himmel, die bereit waren, ihn aufzunehmen in die ewigen Hütten.
Am 11. März schied seine Seele aus diesem Leben, um nun ewig bei Christo zu sein.
Sein heiliger Leichnam wurde in der von ihm erbauten Kirche begraben.
Gottes Macht und Erbarmung offenbarte die Heiligkeit des eifrigen Jüngers Christi durch viele Wunder und Gnadenerweisungen, die den Gläubigen am Grabe Gumberts zu Teil wurden.
Die Universitätsbibliothek zu Erlangen besitzt noch ein Buch, das dem Heiligen gehörte.
Sein heiliger Leib kam später nach Holland.
Als sich nämlich Ansbach der neuen Lehre zuwendete, welche alle Verehrung der Heiligen und ihre Reliquien als Abgötterei verwarf, kümmerte man sich nicht mehr um den heiligen Leib desjenigen, dem die Stadt ihren Ursprung verdankte.
Da kam dann eine Fürstin aus Holland, Margaretha von Marka, auf ihrer Wallfahrt von Rom durch Ansbach und erhielt von einem frommen katholischen Greise die zeitlichen Überreste des heiligen Gumbert.
Sie brachte diesen kostbaren Schatz nebst vielen anderen Reliquien in ihre Heimat.
Nach ihrem Tode übergab ihre Kammerfrau diese geistigen Schätze dem Dekan Lapidan von Naelwich in Holland; von ihm kamen sie an die edle Familie von Neynegom und endlich an das Jesuitenkollegium zu Brüssel, wo sie noch fortwährend von den Gläubigen verehrt werden.
(Ex Bolland.)
Quelle:
- BAVARIA SANCTA - Leben der Heiligen und Seligen des Bayerlandes
zur Belehrung und Erbauung für das christliche Volk - Bearbeitet von Dr. Modestus Jocham, Professor der Theologie und erzbischöflicher geistlicher Rat - Mit Gutheißung des hochwürdigsten Erzbischöflichen Ordinariats München - Freising, (1861)
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