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Leben der Väter und Märtyrer
ursprünglich in englischer Sprache verfaßt von Alban Butler

für Deutschland bearbeitet von Dr. Räß und Dr Weis




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Die heiligen Eustasius und Agilus, Äbte und Glaubensprediger
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Die heiligen Eustasius und Agilus, Äbte und Glaubensprediger -

  • Festtag, Gedenktag ist der
  • * in ?
  • am 29. März 625 und Agilus um 650

Der erste Glaubensprediger, der nach dem Abzug der römischen Kolonisten in unserem Vaterland auftrat, ist der heilige Eustasius, Abt von Luxeuil in Burgund. Wir müssen hier zum besserem Verständnis dieser und der folgenden Erzählungen die Hauptzüge aus dem Leben eines Heiligen kurz erwähnen, der selbst nicht zu den Heiligen des Bayerlandes gehört, aber doch zu mehreren diesem Land angehörigen Heiligen, nämlich zur heilige Theodolinde, zu dem heiligen Eustasius und zum heiligen Magnus in einer näheren Beziehung steht. Es ist dies der heilige Abt Columban.

Columban war am Anfang des sechsten Jahrhunderts in Irland geboren und wurde von einem frommen und gelehrten Mann in den Wissenschaften unterrichtet. Als heranwachsender Jüngling ging er in das Kloster des heiligen Kongall, der als Abt eine Menge junger Leute zur Frömmigkeit und Gottseligkeit anleitete. Hier verweilte er mehrere Jahre lang und machte in allen Tugenden bewunderungswürdige Fortschritte. Allein er konnte einem inneren Drang, in ferne Länder zu ziehen und den Ungläubigen das Evangelium zu predigen, nicht widerstehen. Er folgte jedoch auch hierin nicht seinem eigenen Willen, sondern erst nachdem sein Lehrmeister Kongall dies sein Verlangen gebilligt hatte, verließ er sein Heimatland und begab sich nach Frankreich.

In Frankreich stand es dazumal mit dem christlichen Leben sehr schlimm. Columban forderte durch seine Predigten und durch sein Beispiel zur Selbstverleugnung und zu einem sittlichen Ernste auf. Dann gründete er auf Einladung des Königs Guntram von Burgund in dem vogesischen Gebirge ein Kloster. Bald sammelten sich so viele Jünger um ihn, daß das ihm zur Klostergründung übergebene Schloß Anagrai für sie zu klein wurde. Jetzt suchte Columban in der Wildnis einen Ort auf, wo er ein zweites Kloster gründen konnte. Er fand nicht weit von Anagrai entfernt eine Gegend, in der noch Überreste von ehemaligen großartigen Gebäuden und viele steinerne Statuen aus den Zeiten der heidnischen Römer waren. Hier errichtete er eine Kapelle und ein Wohnungen für sich und seine Jünger. Dies neu gegründete Kloster erhielt den Namen Luxeuil. Nahe bei dem selben entstand bald darauf das Kloster Fontaine. Die vielen Brüder, die sich in diesen drei Klöstern sammelten, wurden von Columban in dem Leben der christlichen Vollkommenheit unterwiesen, kultivierten daneben die rauhe Wildnis und lebten in brüderlicher Eintracht. So wußten sie die strengsten Handarbeiten mit den Übungen der Gottseligkeit zu verbinden.

Columban hatte die Regel, nach der er mit seinen Brüdern lebte, aus Benchor im Irland mitgebracht. Es war dies die erste Ordensregel im Abendland und sie zeichnete sich durch sehr große Strenge aus. Alle Mönche mußten sich zu Handarbeiten bequemen und als der König den Mönchen verbieten wollte, über die Schwelle ihres Klosters heraus zu gehen, widersetzte sich Columban dieser Verordnung aus allen Kräften. Nach dem Tode Guntrams war Siegebert, und nach Siegeberts Tod dessen Sohn Childebert König von Burgund und Austrasien, somit vom ganzen Frankenlande geworden. Childebert starb in der Blühte seiner Jahre. Nun übernahm dessen Gemahlin Brunhilde die Regierung des Reiches, das sie für ihre zwei Söhne Theodorich und Theodebert in zwei Reiche teilte. Theodorich erhielt Burgund und Theodebert Austrasien.

Luxeuil lag im Gebiet des Königs Theodorich von Burgund. Theodorich führte ein sehr ausschweifendes Leben. Darüber wies ihn der heilige Columban zurecht. Als dies umsonst war, drohte er ihm mit dem Banne. Theodorich versprach öfters Besserung, wurde aber immer wieder von seiner gottlosen Mutter auf seinen bösen Wegen festgehalten. Auf ihr Anstiften hin, verwies endlich Theodorich, der fortwährenden Strafreden Müde, dem heiligen Columban das Land. Columban wich der Gewalt und kam nach längerem Umher wandern endlich in die Gegend des Bodensees. Dort werden wir ihn im Leben des heiligen Magnus finden.

Nach der Entfernung des heiligen Columban übernahm die Leitung des Klosters Luxeuil der Abt Eustasius. Der selbe war aus einer adeligen Familie Burgunds entsprossen und von Jugend auf zu einem frommen Leben erzogen worden. Der ausgezeichnete Ruf von der Heiligkeit Columbans hatte ihn nebst mehreren adeligen Jünglingen bestimmt, in das Kloster Luxeuil einzutreten. In dem Kloster erreicht er unter der Leitung des heiligen Lehrers eine Stufe der Tugend und Vollkommenheit, in der er allem zum Vorbilde war. Er hatte eine ganz besondere Gabe, die Fehlenden zur Einsicht ihrer Fehler und zur aufrichtigen Besserung zu bringen. Seiner himmlischen Sanftmut konnte selbst das verhärteste Gemüt nicht widerstehen. Zudem hatte ihn der Herr mit der Wundergabe ausgerüstet. Eine fromme Jungfrau, die später im Rufe der Heiligkeit verschied, hatte auf sein Gebet volle Befreiung von einer höchst schmerzlichen Krankheit erlangt. Einer anderen, Namens Salaberga, wurde durch ihn das Augenlicht wieder geschenkt. Für sie ließ der heilige Eustasius als Zufluchtsstätte ein Kloster erbauen, in dem sie als Äbtissin ein heiliges Leben führte und viele Jungfrauen zu einem frommen Leben anleitete. Nach ihrem Tode wurde sie in diesem Kloster als eine Heilige verehrt.

Um die zeit, da der heilige Eustasius die Leitung des Klosters Luxeuil übernommen hatte (613), versammelten sich die Bischöfe von Burgund und Austrasien auf einer Synode zu Bogonello um sich über die Bekehrung der in Abgötterei und Irrtümer versunkenen Nachbarn zunächst die Alemannen und die Bojoariern gemeint. Sie beschlossen, es sollten die zwei Mönche Eustasius, Abt von Luxeuil, und Agilus, später Abt von Rebais, zu den Bojoariern gesendet werden. Diese Diener Gottes begaben sich zuerst zu den Waraskern, die an der Seine und an dem Fluß Dour oberhalb Chalons an der Marne wohnten. Hier fanden sie noch Götzendienst und die rohesten Sitten. Viele von diesen Waraskern wurden durch die predigt der beiden Missionare dem Christentum gewonnen und getauft.

Hierauf zogen die Glaubensprediger gegen Osten und kamen in das Gebiet der Bojoarier. Auch hier fanden sie fast nur Heiden und Arianer. Die Wunder, die der heilige Eustasius wirkte, machten auf die Ungläubigen und Häretiker einen großen Eindruck. Viele ließen sich in den Wahrheiten des katholischen Glaubens unterrichten und wurden getauft. Über die Gläubigen stellte Eustasius weise Männer auf, welche sie im Glauben bekräftigen und zu einem christlichen Leben anhalten sollten.

Es ist dies die erste Missionstätigkeit unter unseren Vorfahren, von der eine sicher Kunde auf uns gekommen ist. Wir werden später, im Leben des heiligen Emmeram, sehen, wie sich das vom heiligen Eustasius gelegte Fundament erhalten hat, bis neue Bauleute das geistige Werk fortsetzten. Gerade die Bischöfe Emmeram und Rupert waren es, die auf den Grund der Vorarbeiten des Eustasius die kirchlichen Angelegenheiten der Bojoarier einigermaßen ordneten.

Eustasius kehrte wieder in sein Kloster zurück. Dort hatte indessen ein feindseliger Mensch den Samen der Zwietracht ausgesät. Durch Verleumdung des heiligen Columban und durch allerlei Tadel über die Ordensregel hatte der selbe eine große Verwirrung in den Klöstern angerichtet. Eustasius brachte den Lästerer zum Schweigen, stellte die klösterliche Zucht und Ordnung wieder her, errichtete eine Menge weiterer Klöster für Mönche und gottgeweihte Jungfrauen und förderte dadurch das heilige leben in der Einsamkeit und zugleich die Kultur des Landes und seiner Bewohner.

Eustasius hatte die Oberleitung über alle von ihm gestifteten Klöster der Gegend. Die Zahl der selben wuchs von Jahr zu Jahr. Gegen sechs tausend Mönche verehrten ihn als ihren gemeinsamen Vater und Lehrer. Jetzt nahte das Ende seines Lebens. Gott wollte, daß er das Tagwerk seiner vollkommenen Reinigung und Heiligung hier vollende; darum sendete er ihm noch eine dreißig tägige, schwere Krankheit. In dieser Leidenszeit zeigte der Heilige eine wunderbare Geduld. Nun wurde ihm auch noch die Stunde seines Hinscheidens offenbart. Der Heilige empfing die heilige Wegzehrung und übergab seine Seele in die Hände seines Herrn und Heilandes den 29. März 625. Seine Nachfolger in der Leitung des Klosters Luxeuil sollte der heilige Gallus werden. Als dieser sich weigerte, die schwere Last in seinen alten tagen zu übernehmen, wurde der heilige Wandelbert sein Nachfolger.

Der oben erwähnte Glaubensprediger Agilus stand viele Jahre dem neu gegründeten Kloster Rebais als Abt vor und starb im Jahre 650 eines seligen Todes. Die Gräber dieser beiden Heiligen und Glaubensprediger in unserem Vaterland wurden durch unzählige und außerordentliche Wunder verherrlicht.
(Ex Bolland. 29. Martii.)

Quelle:

  • BAVARIA SANCTA - Leben der Heiligen und Seligen des Bayerlandes
    zur Belehrung und Erbauung für das christliche Volk - Bearbeitet von Dr. Magnus Jocham, Professor der Theologie und erzbischöflicher geistlicher Rat - Mit Gutheißung des hochwürdigsten Erzbischöflichen Ordinariats München - Freising, (1861)

BAVARIA SANCTA
Leben der Heiligen und Seligen des Bayerlandes
Band I - Zweiter Abschnitt
Bayern unter der Herrschaft der Agilolfinger

  1. Ingenuin
  2. Agnellus
  3. Eustasius und Agilus
  4. Theodelinde
  5. Emmeram
  6. Rupert
  7. Ansologus
  8. Kuniald und Gisilar
  9. Ehrentrudis
  10. Vitalis
  11. Marinus und Anianus
  12. Magnus
  13. Wikterp
  14. Erhard
  15. Corbinian, (Korbinian)
  16. Joseph
  17. Bonifazius, Apostel Deutschlands
  18. Sturmio
  19. Lantfried, Waldram, Eliland usw.
  20. Adalbertus und Oktarius
  21. Willibald
  22. Wunibald
  23. Walburga
  24. Alto
  25. Virgilius
  26. Modestus
  27. Marinus und Theklanus
  28. Gamelbert
  29. Sola
  30. Archus, Herenäus und Quartanus



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