Die heilige Bilhildis, Witwe -
- Festtag, Gedenktag ist der 27. November
- * in ?
- † am 27. November circ. 790
Zur Zeit, als der heilige Kilian in der Gegend von Würzburg, und der heilige Disibod in der Rheinpfalz das Evangelium verkündete, gründete eine edle Frau, die ihrer Erziehung nach dem bayerischen Frankenlande angehört, ein Nonnenkloster in Mainz.
Es ist dies die heilige Bilhildis.
Sie wurde um das Jahr 625 geboren und war die Tochter adeliger und reicher Eltern, die zu Hochheim (unweit Mainz) lebten und in der ganzen Umgegend in hohem Ansehen standen.
Der Vater hieß Iberius, die Mutter Mechildis.
Sie hatte noch zwei Schwestern, Hildegardis und Renidis mit Namen.
Beide hatten sich dem Herrn zu einem jungfräulichen Leben verlobt und zeichneten sich durch ihren Eifer in Übung der Abtötung und in Werken der Gottseligkeit aus.
Bilhildis kam schon als Kind zu einer Verwandten nach Würzburg.
Hier wurde sie im christlichen Glauben unterrichtet und an eine gottgeheiligte Lebensweise gewöhnt.
Der Empfang des Sakraments der Taufe war bis zu ihrer Rückkehr nach Hause verschoben.
Weil ihre Heimatgegend damals durch die Einfälle der Hunnen fortwährend beunruhigt und verwüstet wurde, so verzögerte sich diese Rückkehr.
Als sie wieder in der Heimat war, verlangte sie ein mächtiger Herzog des Thüringer Landes, mit dem Namen Hettan, zur Ehe.
Der selbe war noch Heide.
Dies und die Vorliebe der Bilhildis für ein jungfräuliches Leben schreckte die fromme Jungfrau vor einer ehelichen Verbindung mit Hettan ab.
Aber der Vater drang auf diese Verehelichung.
Er hoffte, Hettan werde durch das Beispiel der frommen Bilhildis für das Christentum gewonnen.
Endlich fügte sie sich in den Willen des Vaters und in das Verlangen Hettans.
Sie war etwa sechzehn bis siebzehn Jahre alt, als sie in die Ehe trat.
Aber diese Verbindung dauerte nur kurze Zeit.
Hettan mußte in den Krieg ziehen und seine Gemahlin erhielt von ihm die Erlaubnis, zu ihrer Mutter nach Hochheim zurückzukehren.
Aber schon in der zweit folgenden Nacht fuhr sie von da auf dem Main nach Mainz.
Hier gebar sie dem herzog einen Sohn, der aber bald nach der Geburt starb.
Nicht lange darauf erfuhr sie auch den Tod ihres Gemahls, der in der Schlacht gefallen war.
Von dieser Zeit an widmete sich die junge Witwe ganz den Übungen der Frömmigkeit mit strengem Fasten, in gänzlicher Abgeschiedenheit von der Welt.
Obwohl erst achtzehn Jahre alt, wollte sie dennoch von einer zweiten Verehelichung nichts wissen.
Sie verlangte, dem Herrn allein zu leben und in seinem Dienste zu verharren bis ans Ende.
Die vielen zeitlichen Güter, mit denen sie der Herr gesegnet hatte, sollten ihr als Mittel dienen, die Ehre Gottes zu fördern und zur Heiligung ihrer Mitmenschen beizutragen.
Sie stiftete zu diesem Zweck mit Einstimmung des Bischofs von Mainz, ihres Oheims, das Kloster Altmünster in Mainz und lebte in dem selben bis zu ihrem Ende als Nonne.
Das Jahr des Todes ist nicht genau zu ermitteln.
Seit den frühesten Zeiten ist der 27. November ihrem Andenken geweiht.
Dies ist höchst wahrscheinlich der Tag ihres seligen Hinscheidens, von dem an sie immer als eine Heilige und treue Fürbitterin von den Gläubigen verehrt wurde.
(Butler, Lechner.)
Quelle:
- BAVARIA SANCTA - Leben der Heiligen und Seligen des Bayerlandes
zur Belehrung und Erbauung für das christliche Volk - Bearbeitet von Dr. Modestus Jocham, Professor der Theologie und erzbischöflicher geistlicher Rat - Mit Gutheißung des hochwürdigsten Erzbischöflichen Ordinariats München - Freising, (1861)
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