Die heiligen Archus, Herenäus und Quartanus, genannt die drei elenden Heiligen -
- Festtag, Gedenktag ist der erste Sonntag im September
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In der Pfarrkirche Oetting (dem heutigen Etting) bei Ingolstadt werden die Reliquien von drei Heiligen aufbewahrt und verehrt, die obige Namen führen.
Die selben hatten sich aus Anlaß einer Verfolgung aus ihrer Heimat in die Gegend von Ingolstadt geflüchtet und hier als verbannte, im Elend gelebt.
Darum nannte man sie die Heiligen im Elend, d. h. in der Verbannung, oder die drei elendigen Heiligen.
Hier sollen sie Höhlen ausgegraben haben, die man jetzt noch sieht.
In diesen Höhlen lebten sie ein vor der Welt armseliges, aber in den Augen Gottes kostbares Leben, in vollkommener Entsagung und Verleugnung der Welt und in heiliger Betrachtung der himmlischen Verheißungen.
Hier wurden sie nach ihrem Tode auch begraben.
Die Verehrung, welche diese heiligen Einsiedler im Leben genossen hatten, wuchs nach ihrem Tode.
Man erbaute eine Kirche und legte das Dorf Oetting an.
Von nahe und ferne kamen Wallfahrer zum Grabe der Heiligen, und Unzählige fanden dort Erhörung ihrer Gebete, Befreiung von ihren Krankheiten und Nöten.
Im Jahre 1584 ließ sich der fromme Herzog Wilhelm V. von Bayern über diese Heiligen und deren Verehrung Bericht erstatten.
Der Bischof von Eichstätt nahm darauf eine Prüfung der an ihrem Grabe gewirkten Wunder vor, erhob ihre Reliquien und ordnete dazu eine große Festlichkeit an.
Der Kurfürst Maximilian I. erhielt darüber Nachricht und lobte die Anordnung des Bischofs. 1627.
Eine unzählige Menge Wallfahrer waren zu dieser Feierlichkeit herbei geströmt, und nun wurde verordnet, daß das Fest der Beisetzung dieser heiligen Leiber alle Jahre am ersten Sonntag im September gefeiert werde.
Die vielen Wunder, die bei diesem Anlass gewirkt wurden, sind aufgeschrieben und vom hochwürdigen Ordinariat streng untersucht worden.
Im Jahre 1632 und 1641 flüchtete man diese kostbaren Reliquien aus Furcht vor den Alles verwüstenden Schweden in die Festung Ingolstadt, wo sie ebenfalls verehrt wurden.
Nach dem Schwedenkrieg brachte man sie wieder nach Oetting zurück.
Die heiligen Gebeine wurden in Silber und Gold gefaßt und ruhen seitdem in dem aus Ebenholz gefertigten Sarg.
In der Nähe von Oetting ist ein Brunnen, der dort auf das Gebet der Heiligen der Erde entquoll und ihnen das notwendige Wasser gab.
Bei diesem Brunnen sind viele wunderbare Heilungen geschehen.
Das Wasser des Brunnens wird weithin versendet und in verschiedenen Krankheiten als Heilmittel gebraucht.
Ein schwedischer Offizier wurde durch dieses Wasser von einem schmerzlichen Fußleiden befreit und so vollkommen hergestellt, daß er frisch und gesund seinen Marsch fortsetzen konnte.
Die Verehrung dieser Heiligen besteht noch immer.
(Verhandlungen des historischen Vereins v. Regenkreise II. H. S. 158.)
Quelle:
- BAVARIA SANCTA - Leben der Heiligen und Seligen des Bayerlandes
zur Belehrung und Erbauung für das christliche Volk - Bearbeitet von Dr. Archus, Herenäus und Quartanus Jocham, Professor der Theologie und erzbischöflicher geistlicher Rat - Mit Gutheißung des hochwürdigsten Erzbischöflichen Ordinariats München - Freising, (1861)
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