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Leben der Väter und Märtyrer
ursprünglich in englischer Sprache verfaßt von Alban Butler

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Die heilige Kunigund, Kaiserin
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Die heilige Kunigund, Kaiserin -

  • Festtag, Gedenktag ist der 3. März
  • * im Jahr 963 als Tochter des Grafen Siegfried von Luxemburg
  • am 3. März 1031 oder 1003 o. 1039

Die Gemahlin des heiligen Heinrich war Kunigund, die Tochter des Grafen Siegfried von Luxemburg. Sie wurde geboren im Jahr 963. Ihre Mutter hieß Hedwig und war eine gottesfürchtige Frau, der die gute Erziehung ihrer Kinder recht sehr am Herzen lag. Kunigund zeichnete sich vor all ihren Geschwistern durch Frömmigkeit und Barmherzigkeit gegen Notleidende aus. Als sie mit Heinrich, der damals noch Herzog in Bayern war, die Ehe einging, machten sie beide das Gelübde, lebenslänglich im jungfräulichen Stande zu verharren. So lebten denn auch beide fortwährend wie Geschwister oder Freunde zusammen.

Im Jahr 1002, nachdem ihr Gemahl deutscher König geworden war, wurde auch sie zu Paderborn am Fest des heiligen Laurentius als Königin gekrönt. Sie bedachte deshalb die Kirchen dieser Stadt mit ausgezeichneten Geschenken und Vermächtnissen. Zwölf Jahre später erhielt sie mit ihrem Gemahl aus der Hand des Papstes Benedikt VIII. in der Peterskirche zu Rom die Kaiserkrone.

In all` die großen Unternehmungen zum Heil der Gläubigen, zu denen ihr frommer Gemahl sich entschloß, stimmte die treue Gemahlin ein. Als Heinrich das Bistum Bamberg stiftete, gab sie mit Freuden die Besitzungen her, die er ihr als Eigentum beim Eingehen der Ehe übergeben hatte. Mit ihrem Gemahl widmete sie täglich eine bestimmte Zeit dem Gebet und zur Zeit, da Heinrich für die Ehre Gottes und das Wohl seines Volkes Kriege führte, oblag sie ununterbrochen dem Fasten und Beten, um Gottes Segen über seine Waffen herab zu rufen. Hatte Heinrich in der Kirche oder im Reich etwas wichtiges auszuführen, so wurde es von ihm und seiner Gemahlin Gott anbefohlen und im inbrünstigen Gebet reiflich erwogen. Oft wallfahrtete sie mit dem König an berühmte Wallfahrtsorte, um sich und das Reich dem Schutz der göttlichen Mutter und der Heiligen Gottes zu empfehlen. Zur Zeit der Krönung in Rom besuchte sie mit dem Kaiser alle Tage die Kirchen und wohnte dem Gottesdienst bei. Nie ließ sie einen Tag vorüber gehen, an dem sie nicht die heilige Messe angehört hätte. Mit unbegrenzter Freigebigkeit bereicherte sie die Kirchen mit herrlichen Ornaten und unermüdet arbeitete die Kaiserin mit eigenen Händen an kirchlichen Gewanden, die sie den armen Kirchen und Klöstern zum Opfer brachte.

Weil die eifrige Dienerin des Herrn zu einer ausgezeichneten Heiligkeit berufen war, so mußte sie auch noch außerordentlich geprüft und bewährt werden. Feindselige Menschen, die vom Geiste der Lüge sich beherrschen ließen und denen die fromme Kaiserin schon längst ein Dorn im Auge war, verschwörten sie beim Kaiser, als hätte sie mit einem jungen Mann ein sündhaftes Verhältnis. Der Kaiser konnte eine solche Lüge wohl nicht glauben; aber er wurde doch, wie es scheint, dadurch beunruhigt. Kunigunde erfuhr, daß man dem Kaiser diese abscheuliche Lüge beigebracht hatte. Sie war ihrer Unschuld ganz bewußt und wollte auch ihren Gemahl von jedem geringsten Verdacht befreien. Darum berief sie sich auf Gott, den Allwissenden, den gerechten Richter und verlangte, daß sie durch Gottes Gericht ihre Unschuld beweisen dürfe.

Dieses Gottesgericht bestand darin, daß die Angeschuldigte über zwölf glühende Pflugscharen mit bloßen Füßen gehen mußte. Wäre sie an den Füßen angebrannt worden, so hätte sie als schuldig gegolten. Die Kaiserin unterzog sich im Bewußtsein ihrer Unschuld und im Vertrauen auf die wunderbare Hilfe des Herrn dieser Feuerprobe. Ohne einen Fuß zu verletzen, ging sie über das glühende Eisen. Jetzt war Jedermann von ihrer Unschuld überzeugt. Der Kaiser aber warf sich ihr zu Füßen und bat sie um Verzeihung, daß er auch nur einen Augenblick an ihrer Unschuld gezweifelt habe. Die Kaiserin verzeih von ganzem Herzen ihm und allen ihren Verleumdern. An der Stelle, wo sie diese Feuerprobe bestanden hatte, wurde eine Kapelle erbaut.

Solche Gottesgerichte sind später von der Kirche verboten worden. Damals waren sie noch erlaubt und der großen Kaiserin mußte daran liegen, auf jede rechtmäßige und erlaubte Weise den ärgerlichen Reden, die über sie in Umlauf gekommen waren, allen Glauben zu benemen. Von dieser Zeit an war und blieb die Vereinigung der beiden gekrönten Häupter eine ungetrübte. Sie waren beide ein Herz und eine Seele. Der Kaiser tat alles, um das Unrecht des Argwohns wieder gut zu machen. Die härtesten Übungen der Abtötung waren bei ihm etwas alltägliches. Seine treue Gemahlin aber ließ sich auch hierin von ihr nicht übertreffen. Sie errichtete Spitäler für Kranke und für Greise, und es war ihr eine Luft, in denselben Christum in den Armen und Kranken zu bedienen.

Einst verließ sie den Kaiser in Frankfurt und begab sich nach Hessen. In der Nähe von Kassel, in dem heutigen Kausungen, verfiel sie in eine bedenkliche Krankheit. Sogleich machte sie das Gelübde, an diesem Ort ein Kloster u gründen, wenn ihr der Herr die Gesundheit schenken würde. Nachdem sie von der Krankheit wunderbar genesen war, erfüllte sie ihr Gelübde. Es wurde ein Kloster zur ehren des heiligen Kreuzes erbaut und mit Nonnen besetzt, die nach der Regel des heiligen Benedikt zu leben sich verpflichteten.

Im Jahr 1024 wurde die Kaiserin Witwe. Kaiser Heinrich hatte noch vor seinem Tod vor den Bischöfen, die um sein Sterbebett standen, feierlich erklärt: „Ihr habt mir meine Gemahlin als Jungfrau übergeben, als Jungfrau stelle ich sie euch wieder zurück.” Die fromme Kaiserin war durch diesen großen Verlust in die tiefste Traurigkeit versetzt; aber die selige Hoffnung, bald auf ewig und mit ihm wieder vereint zu werden, hielt sie aufrecht und ermutigte sie zur unausgesetzten Tätigkeit, wo sie nur immer die Ehre Gottes fördern und die Not der Armen lindern konnte.

Als zwei Monate nach dem Tode Heinrichs II. der Herzog Konrad von Franken zum König der Deutschen erwählt worden war, kam die Kaiserin Witwe auf den Wahlplatz und übergab dem neugewählten Kaiser die Auszeichnungen der Herrschaft über das Reich, die sie nach dem Tod ihres Gemahls in Verwahrung genommen hatte. Ihre Erscheinung war so voll Würde und die Worte, die sie an den Kaiser sprach, waren so voll Ernstes, daß alle Anwesenden tief innerlich bewegt wurden. Sie aber gab sich jetzt ganz dem Herrn hin; seiner Erbarmung und Liebe überließ sie die Sorgen für ihr Heil und suchte nichts anderes, als sein Wohlgefallen. Ihm empfahl sie die Bewahrung ihrer Jungfräulichkeit und ihn rief sie an als den Beschützer der von ihr gegründeten Kirchen und Klöster, an denen ihre Seele hing, wie an ihrem Leben. Der Tag war fortan dem tätigen Leben geweiht; den größte Teil der Nacht heiligte sie durch Betrachtung und Gebet.

In einem Brief, den sie mit einem großen Geschenke an ihr Lieblingskloster Kausungen sendete, schrieb Sie: „Diese kleine Gabe sende ich euch zur Pflege eures Leibes. Ihr sollt dafür durch das Almosen des Gebetes die Pflege für die Seele des Kaisers üben; denn die unaufhörlchen, einmütigen Gebet so vieler gerechter Seelen werden vor Gott großen Nutzen schaffen, wie der Apostel sagt : das anhaltende Gebet des Gerechten vermag viel.”

Am Todestag ihres seligen Gemahls ließ die Kaiserin in dem selben Kloster zu Kausungen für dessen Seele einen Trauergottesdienst halten. Mehrere Bischöfe und Aebte waren bei dem selben gegenwärtig. Im Angesicht dieser Kirchenfürsten wollte sie der Welt gänzlich entsagen und sich dem Herrn ganz weihen. Nach dem Evangelium legte sie einen großen Partikel vom Kreuze Christi auf den Altar, dann legte sie ihr kaiserliches Obergewand ab und nahm den Ordenshabit, den sie sich mit eigener Hand gefertigt hatte. Der Bischof von Paderborn, zu dessen Sprengel das Kloster gehörte, weihte den Schleier und gab ihn der Kaiserin. Zugleich gab er ihr den Ring, das Symbol der Treue, die sie ihrem Bräutigam Jesu Christo unversehrt bewahren sollte. Die Haupthaare, die man ihr bei diesem feierlichen Eintritt in den Orden abgeschnitten hatte, wurden als kostbare Reliquien im Kloster aufbewahrt.

So wurde die Kaiserin eine Mitschwester derjenigen, welche sie bisher als ihre Töchter und Untergebenen angesehen hatte. Sie wollte den selben durchweg gleichgestellt sein. In keinem Stück duldete sie eine Bevorzugung ihrer Persönlichkeit. Allen wollte sie dienen und für die Letzte von allen wollte sie gehalten sein. Dabei vermied sie alle Sonderlichkeit und alles zur Schau tragen ihrer Andacht und ihrer Bußübungen. Unabläßig beschäftigte sic sich außer der Zeit des kirchlichen Gebetes mit Handarbeit. „Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen” Diesen Ausspruch des Apostels hielt sie denjenigen entgegen, welche ihr das Arbeiten ausreden wollten. In ihrem ganzen Wesen und in all ihren Handlungen war die liebreichste Harmonie, die nie gestört wurde, sie mochte nun beten oder Unterricht geben, oder den Kranken dienen oder die heilige Schrift lesen oder sonst ein Werk der Gottseligkeit üben. Noch als Kaiserin auf dem Thron hatte sie die Sorge für ihren Leib vielfach vernachläßigt; dies geschah jetzt noch mehr. Denn sie war der Meinung, was bald eine Speise der Würmer werde, solle man nicht so delikat behandeln.

Fünfzehn Jahre lebte sie noch als Nonne in diesem Kloster, geehrt und bewundert von allen ihren Mitschwestern. Alle sahen in ihr ein Vorbild der Demut, der Freundlichkeit, der Geduld, der gänzlichen Losschälung von nder Welt, der Abtötung und der Gottseligkeit. Alles waren durch sie beschämt und zugleich angestachelt, ihr auf diesem Weg der Tugenden nach zu folgen. Durch ihr fortdauerndes Fasten und Wachen zog sie sich eine große Schwäche und endlich eine gefährliche Krankheit zu, die gar bald den Rest ihrer Kräfte verzehrte. Je mehr aber ihre leiblichen Kräfte dahin schwanden, desto kräftiger wurde ihr Geist, desto inniger und flammender die Liebe ihres Herzens. Als ihr Ende heran nahte, war die ganze Stadt ebenso wie das Kloster schmerzlich aufgeregt. man wußte, welch einen kostbaren Schatz man an ihr hatte und wie viel man mir ihr verliere. Die Stebende lag auf einem Bußsack, den sie sich nicht nehmen ließ. Schon betete man für sie um ein seliges Hinscheiden. Jetzt bemerkte sie daß man ein mit Gold verbräuntes Totentuch herbei brachte, um sie darauf zu legen. Augenblick nahm sie ihre letzte Kraft zusammen und sprach:

„Fort mit dieser Eitelkeit, laßt mich ohne sie hinscheiden und begrabt meinen armseligen Leichnam neben meinem Bruder und Herrn, Kaiser Heinrich. Ich sehe ihn schon wie er mir ruft. Ich scheide, ich scheide.”

Bei den letzten Worten erhielt ihr Antlitz, das beim Anblick des Gepränges ganz ernst geworden war, wider die frühere Ruhe und Heiterkeit. Sie gab ihren Geist auf in die Hände ihres Schöpfers, am 3. März 1040. Ihre Leiche wurde nach Bamberg gebracht und im Dom neben ihrem kaiserlichen Gemahl zur Erde bestattet. Bei der Übertragung ihres Leichnams nach Bamberg schloß sich eine solche Menge Menschen dem Zug an, daß ganze Ortschaften und Landstriche leer wurden. Kranke ließen sich auf ihren Betten hintragen und Mütter brachten ihre Kinder auf den Armen herbei, daß nur der Schatten ihrer Bahre auf sie falle. So groß war die Verehrung, welche die fromme Kaiserin schon damals genoß. Gott der Herr hatte sie nämlich schon im Leben mit der Wundergabe begnadigt, auch ihr Grab verherrlichte er durch viele Wunder.

Papst Cölestin III. ließ diese Wunder prüfen und leitete den Heiligsprechungsprozess ein. Sein Nachfolger Innozenz III. setzte sie wirklich in die Zahl der Heiligen um das Jahr 1200.

(Bolland. Giesebrecht)

Quelle:

  • BAVARIA SANCTA - Leben der Heiligen und Seligen des Bayerlandes
    zur Belehrung und Erbauung für das christliche Volk - Bearbeitet von Dr. Modestus Jocham, Professor der Theologie und erzbischöflicher geistlicher Rat - Mit Gutheißung des hochwürdigsten Erzbischöflichen Ordinariats München - Freising, (1861)
BAVARIA SANCTA
Leben der Heiligen und Seligen des Bayerlandes
Bayern unter Amtsherzogen des deutschen Reiches (911-1180)
Band I - Vierter Abschnitt

  1. Thiento, Abt
  2. Mathildis
  3. Ulrich von Augsburg
  4. Ruzo (Rugo)
  5. Hatto, Bruno und Bernold
  6. Piligrin
  7. Guntharius
  8. Wolfgang
  9. Adelheid
  10. Gunthildis
  11. Ramuold
  12. Albuin
  13. Tagino
  14. Kunigunda (Kunissa)
  15. Hartwig
  16. Heinrich
  17. Kunigund
  18. Aurelia
  19. Ulrich von Ebersberg
  20. Richardis
  21. Hademunda
  22. Gotthard (Godehard)
  23. Reginbald, Bischof
  24. Günther
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  36. Altmann
  37. Der heilige Ulrich, Probst von Ulrichszell
  38. Der selige Engelmar, Einsiedler
  39. Der heilige Walderich, Mönch von Clugny
  40. Die selige Richildis von Hohenwart
  41. Der selige Wolfhold, Priester zu Hohenwart
  42. Die selige Salome und Judith in Niederaltaich
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