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Der heilige Benno, Bischof von Meissen, Patron in Bayern
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Der heilige Benno, Bischof von Meissen, Patron in Bayern -

  • Festtag, Gedenktag ist 16. Juni
  • * in Woltenberg, Sachsen im Jahe 1010
  • am 16. Juni 1106

Wie Wirksamkeit der Heiligen Gottes ist nicht auf ihre zeitliche Lebensdauer beschränkt. Sie leben und herrschen mit Christus in alle Ewigkeit. Diese Segenvolle Wirksamkeit der verklärten Diener Gottes erstreckt sich weit über das Gebiet ihres zeitlichen Aufenthaltes. Wo man in einem Land, das ferne von der Heimat des Heiligen ist, sein Zuflucht zu denselben nimmt, erweist er sich als getreuer Beschützer und Fürbitter.

Einen Beweis hierfür haben wir an dem heiligen Benno. Er lebte fern vom Bayernland. Erst über vier Jahrhunderte nach seinem Tode lernte man ihn in Bayern kennen. Wie viel aber unser Vaterland ihm zu verdanken habe, wie groß seine heilvolle Wirksamkeit so lange nach seinem Hinscheiden unter unseren Vorfahren gewesen, das wird einst offenbar werden an jenem Tag, der alles aufdeckt.

Der heilige Benno war aus dem gräflichen Hause Woltenberg in Sachsen entsprossen. Die früheste Erziehung erhielt er auf seinem väterlichen Schloß in der nähe von Goslar von seiner frommen Mutter Bezela. Sein Vater Friedrich von Woltenberg starb schon sehr früh, die fromme Muttter widmete sich in ihrem Witwenstande dem Dienste Gottes. Benno wurde schon mit 5 Jahren dem heiligen Bischof Bernward von Hildesheim zur Erziehung übergeben. Bernward war nämlich mit Benno verwandt. Damals war der fromme und erleuchtete Wigger Prior des Klosters zum heiligen Michael in Hildeshim und Vorstand der vortrefflichen Schule dort. Unter der Leitung dieses weisen Lehreres machte Benno die erfreulichsten Fortschritte in den Studien und in der Gottseligkeit.

Im Jahr 1022 starb der heilige Bischof Bernward. der treue Lehrer Wigger übernahm nun auch die väterliche Sorge für Benno, die bisher der heilige Bischof getragen hatte. Der Nachfolger Bernwards war der heilige Gotthard, dessen Leben wir schon kennen. Auch dieser Kirchenfürst hatte eine besondere Liebe zu dem frommen Benno, der unabläßig zunahm in allen Kenntnissen und in aller Weisheit.

Das Beispiel seines seligen Oheims Bernward, seines Lehrers Wigger und des gottseligen Gotthard erweckten in den frommen Zögling das Verlangen nach einem von der Welt ganz abgeschiedenen Leben, indem er ungestört Gott dienen könne. Er hatte die Reinheit des Herzens bewahrt und durch unabläßige Tätigkeit vor Gottes Augen sich in dem Leben der Gnade befestigt. Seine ausgezeichneten Fortschritte in den Wissenschaften hatten ihn auch jene Stufe des Wissens erhoben, auf der man einsehen kann, daß man nichts weiß, das heißt, daß alles menschliche Erkennen und Wissen nur Stückwerk ist. Mit Zustimmung seiner frommen Mutter wählte nun Benno das Ordensleben. Achtzehn Jahre alt, trat er in das Kloster zum heiligen Michael in Hildesheim (1028).

Damals leitet Adalbert das vortreffliche Kloster. Die frommen Übungen des Ordens waren eine Seligkeit für den jungen Novizen. Mit Freuden unterzog er sich allen Prüfungen in der Selbstverleugnung und Abtötung, welche ihm von seinen Obern auferlegt wurden. Nach vollendetem Probejahr setzte Benno seine Studien fort. Er betrieb das Studieum der heiligen Schrift und der gesamten Theologie mit unermüdetem Eifer und mit glänzendem Erfolg. Der gelehrte Emser berichtet, Benno sein zu seiner weiteren Ausbildung in der heiligen Wissenschaft nach Paris gesendet worden und habe sich dort der Art ausgezeichnet, daß er zum Lehrer (Doktor) der Theologie ernannt worden sei. Nach seiner Rückkehr von Paris wurde er zum Diakon geweiht. Damals war er 25 Jahre alt. 5Jahre später im Jahr 1040 empfing er auf Befehl seiner Obern die Priesterweihe. Dies geschah erst nach dem Tode des heiligen Gotthard.

Benno ehrte die ihm übertragene Priesterwürde durch unermüdetes Fortschreiten auf dem Wege der Vollkommenheit. Ganz los geschält von allem irdischen Verlangen und in allem Gott die Ehre gebend, war er die demut und Gelassenheit. Freudig diente er den Brüdern durch Übernahme der niedrigsten Dienste. Ergeben in den heiligen Willen Gottes ertrug er jedes leiden und jede Widerwärtigkeit mit himmlischer Geduld. Alle seine Mitbrüder erkannten in ihm das Bild wahrer, christlicher Vollkommenheit. Darum wählten sie ihn nach dem Tode Adalberts zu ihrem Abte. Vier Jahre vorher hatte Adalbert in Voraussicht, daß sein treuer Jünger Benno sein Nachfolger werde, denselben genötigt, die Priesterweihe zu empfangen. Benno hatte sich alle Mühe gegeben, die Wahl auf den würdigen, älteren Mitbruder Sigried zu lenken, aber es genalg ihm nicht. Drei Monate lang widersetzte er sich der Wahl seiner Brüder. Dann mußte er nachgeben und die ihm auferlegte Bürde tragen (1042).

Der einzige Trost, den ihm das übernommene Amt gewährte, war die zuversichtliche Hoffnung, daß er jetzt fortan ungestört in seiner Klostereinsamkeit werde bleiben können. Aber er konnte nur 5 Jahre in der lieb gewonnenen Zurückgezogenheit bleiben. Kaiser Heinrich III. wünschte, daß der ausgezeichnete Abt die Leitung der Stiftsschule zu Goslar übernehme. Er brachte es dahin, daß Papst Leo IX. den frommen Ordensmann seiner Gelübde enthob und ihm befahl, die Ausicht über diese Schule als Kanoniker an der Kirche zu Goslar zu übernehmen. Als solcher hatte er den Titel eines Kaplans des Kaisers. Diese Stelle übernahm er im Jahr 1049. In dieser so ehrenvollen Stellung lebte der Heilige so zurückgezogen und arm, wie ehedem im Kloster. Durch seine Bemühung kam das gemeinsame Leben der Kanoniker des Stifts zu zu Stande. Alle verehrten ihn als ihren Vorgesetzten und folgtem ihm nach als ihrem Vorbild. 17 Jahre verwaltete er sein Amt zum Heile seiner Untergebenen, zu Zierde der Schule in Goslar und zur Verherrlichung der Kirche Gottes. Nach ihm erhielt diese Schule leider eine andere Richtung und das Stift zu Goslar wurde die Pflanzschule unheilvoller Stellenjäger.

Während dieser Zeit lebte er in der innigsten Freundschaft mit dem Erzbischof Anno von Köln. Dem Gebete und dem Studium

Hier gibt es demnächst die Legende aus
BAVARIA SANCTA

()

Quelle:

  • BAVARIA SANCTA - Leben der Heiligen und Seligen des Bayerlandes
    zur Belehrung und Erbauung für das christliche Volk - Bearbeitet von Dr. Modestus Jocham, Professor der Theologie und erzbischöflicher geistlicher Rat - Mit Gutheißung des hochwürdigsten Erzbischöflichen Ordinariats München - Freising, (1861)
BAVARIA SANCTA
Leben der Heiligen und Seligen des Bayerlandes
Bayern unter Amtsherzogen des deutschen Reiches (911-1180)
Band II. - Vierter Abschnitt
(Vorbermerkung, Geschichte)

  1. Benno
  2. Edigna
  3. Diemudis
  4. Egino
  5. Ulrich
  6. Gualsard
  7. Bruno
  8. Otto
  9. Herluka
  10. Berthold
  11. Rupert
  12. Konrad
  13. Wilhelm
  14. Otto
  15. Bertha
  16. Makarius
  17. Ulrich
  18. Walto
  19. Stilla
  20. Otto der Große
  21. Mechtildis
  22. Eberhard
  23. Hartmann
  24. Arnold
  25. Gerhoh
  26. Marold
  27. Grimmo
  28. Adalbert



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