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Vorbermerkung - Geschichte
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Während die Macht der deutschen Kaiser immer abnimmt und fast zu einem Schatten wird, entwickelt sich die Macht des bayerischen Regentenhauses aus einem unscheinbarem Anfang zu einer außerordentlichen Höhe.
Nur die fortwährenden Teilungen des Landes und die daraus sich ergebenden inneren Kämpfe hemmen diese Entwicklung.
Die Herrscher des Landes kümmern sich ernstlich um das Wohl des Volkes.
Sie fördern die Religiosität und gute Sitte durch ein eigenes gutes Beispiel und durch heilsame Einrichtungen.
Die Bischöfe des Landes werden weltliche Fürsten, und sind bald Vasallen der Herzöge, bald Fürsten des deutschen Reiches.
Nur zwei Bischöfe Bayerns aus diesem Abschnitt, Albert den Großen und Heinrich II: von Regensburg, zählt die Kirche unter ihren Heiligen und Seligen.
Der Erstere von ihnen ist zudem noch ein Schüler des heiligen Dominikus und stirbt als Mönch.
Die Heiligkeit hat sich in die Zelle und in die Hütten der Armen geflüchtet und eine ausgezeichnete Pflege in den neu gestifteten Orden gefunden.
In diesem Zeitabschnitt hatte nämlich der barmherzige Gott zur Rettung und Förderung seiner Kirche zwei ausgezeichnete Männer, den heiligen Franziskus von Assisi und den heiligen Dominikus erweckt.
Im Gegensatz zu der damaligen Verweltlichung in irdischem Glanze und zeitlichem Besitztum hatten diese Männer Gottes die vollkommene Armut erwählt und in aufrichtiger und gründlicher Verachtung aller weltlichen Güter und Ehren hatten sie das Heil ihrer Mitmenschen zu fördern begonnen.
Die Jünger dieser beiden Ordensstifter kamen bald auch nach Bayern.
Bald hatten sie nicht bloß den größten Teil der Seelsorge, sondern auch den Unterricht in ihrer Hand.
Unter ihnen finden wir die gelehrtesten und die heiligsten Männer der Zeit.
Sie übten den größten und den heilsamsten Einfluß auf das Volk aus.
Selbst wo es gilt, im blutigem Kampf die Christenheit gegen die Türken zu retten, ist ein Jünger des heiligen Franziskus der gefeierte Held.
Diese Jünger des Herrn hatten einen großen Einfluß auf die übrigen Klöster und auch auf die Weltgeistlichen.
Viele von diesen Klöstern hatten sich kurz vor diesem Zeitabschnitt, vorzüglich durch die Bemühungen Otto`s des Großen von Freising und Otto des Heiligen von Bamberg, für eine strengere Zucht entschieden, wie sie dieselbe im neu errichteten Cifterzinser-Orden vor Augen sahen.
Auch die von Hirschau ausgehende Verbesserung der Klöster hatte noch weit und breit im Lande ihre Nachwirkung.
Darum finden sich auch in diesen Klöstern heilige Männer, welche in entschiedener Weltverachtung nach der Gottseligkeit strebten.
Diejenigen von diesen Dienern und Dienerinen Gottes, über die eine Kunde auf uns gekommen ist, werden wir in den nachfolgenden Seiten kennen lernen.
Quelle:
- BAVARIA SANCTA - Leben der Heiligen und Seligen des Bayerlandes
zur Belehrung und Erbauung für das christliche Volk - Bearbeitet von Dr. Magnus Jocham, Professor der Theologie und erzbischöflicher geistlicher Rat - Mit Gutheißung des hochwürdigsten Erzbischöflichen Ordinariats München - Freising, (1861)
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