Die heilige Euphemia, Äbtissin von Altomünster -
- Festtag, Gedenktag ist der 17. Juni
- * in Andechs in Bayern
- † am 17. Juni 1180 in Altomünster bei Dachau in Bayern
Nach dem Tode des heiligen Alto kam seine Stiftung, wie wir oben vom hl. Alto aus dem Bd. I. S. 217 gesehen, sehr bald in Verfall, wurde aber wieder in wunderbarer Weise durch ihn selber erneuert.
Durch die Wohltätigkeit des Grafen Welf und seiner Mutter Itha kam das Kloster allmählich empor.
In dem selben waren Benediktiner Mönche bis zum Jahr 1047.
Es stand fortwährend unter dem Schutz der Welfen.
Dieselben waren auch Herrn von Altdorf, in späteren Zeiten Weingarten genannt und herrschten über ein großes Gebiet in Oberschwaben und am Bodensee.
In Altdorf war bis 1047 ein Nonnenkloster gewesen.
In diesem Jahre entschloß sich Irmentrudis, die Witwe des verstorbenen Grafen Welf, die Welt zu verlassen und in einem Kloster Gott zu dienen.
Die Einsamkeit von Altomünster sagte ihrem Gemüt mehr zu, als die Prachtgegend von Altdorf, in der sie ihr weltliches Leben zugebracht hatte.
Sie erwirkte sich die Erlaubnis, das Mönchskloster von Altomünster nach Altdorf zu verpflanzen und nach Altomünster die Nonnen von Altdorf versetzen zu dürfen.
Mit diesen Nonnen zog sie selber ins Bayernland.
Hier lebte sie an der geheiligten Stätte ein Leben der Selbstverleugnung und des Gehorsams unter der Äbtissin Hiltrudis bis zu ihrem seligen Ende.
Sie hatte dem Kloster mehrere Güter zugebracht und für sich und die Nonnen auch die Erlaubnis erwirkt, zur Quelle des heiligen Alto hingehen zu dürfen, um nach Bedarf nach Wasser schöpfen zu schöpfen, was bisher nur Männern erlaubt war.
In diesem Kloster trat um die Mitte des zwölften Jahrhunderts Euphemia ein.
Sie war die Tochter des Grafen Berthold von Andechs und seiner Gemahlin Sophia von Ammertal und die Schwester der seligen Mechthildis, Äbtissin von Dießen und Edelstetten.
Wie diese ihre Schwester, so verzichtete auch Euphemia auf alle Ansprüche, welche ihr die hohe Geburt und der große Reichtum ihrer Eltern darbot.
Sie wollte als demütige Magd des Herrn sich ganz ihrem Gott weihen und legte zu Altomünster die ewigen Gelübde ab.
In kurzer Zeit erwarb sie sich durch ihre demütige Selbstverleugnung und durch ihre innige Liebe zum Herrn und zu allen ihren Mitschwestern ein solches Vertrauen bei allen Nonnen, daß sie von den selben nach dem Tode der Äbtissin (Hiltrudis II.) zu ihrer Nachfolgerin erwählt wurde.
Sie stand ihrem Kloster mit großem Segen vor bis zum Jahr 1180, in welchem sie a, 17. Juni im Rufe der Heiligkeit starb.
Ihr Leichnam wurde in das Kloster Dießen gebracht und dort in dem Familiengrab neben dem Leichnam ihrer seligen Schwester Mechthildis feierlich zur Erde bestattet.
Die Urkunden von Altomünster und Raderus bezeichnen sie als eine Heilige.
Das Martyrologium der Benediktiner gibt ihr den Titel "selig".
Die neue Stiftung der Irmentrudis erhielt sich bis ins 15. Jahrhundert.
Bis dahin waren immer Benediktiner Nonnen in Altomünster.
Aber schon gegen das Ende des 14. Jahrhunderts ging es abwärts.
Die Güter des Klosters kamen an Weltliche, Vieles wurde verschleudert und am Ende kamen auch die Gebäude in gänzlichem Verfall.
Die Nonnen verliefen sich in andere Klöster.
Kein Gottesdienst wurde mehr gehalten und die Stiftung des heiligen Alto schien ihr Ende erreicht zu haben.
Inzwischen hatte Georg der Reiche, Pfalzgraf am Rhein, Herzog in Ober- und Niederbayern, die Oberherrschaft über das Gebiet von Altomünster angetreten.
Ihm ging die Verkümmerung der alten, ehrwürdigen Stiftung sehr zu Herzen.
Er entschloß sich, das Kloster aus dem Schutt neu aufzubauen und wieder Ordensleute in dieses einzuführen.
Auf anraten seiner Frau Gemahlin Hedwigis, der frommen Tochter des Polenkönigs Casimir, wählte er für das neu erbaute Kloster den Brigitten-Orden (siehe letzter Absatz u. Alto).
Er beschenkte das Kloster selbst mit fürstlicher Freigebigkeit und erwarb demselben sehr wichtige Freiheiten und Cremtionen vom Papst Innozenz VIII.
Dermalen sind im Kloster des heiligen Alto noch 27 Brigittinernonnen.
Dort wird noch die in Silber gefaßte Hirnschale des Heiligen, sein Grab, mittelst dessen er der Erde die Heilquelle entlockt und das große Messer aufbewahrt, dessen er sich zur Kultivierung seiner Wohnstätte bedient hat.
(Rader. Lechner u. A.)
Quelle:
- BAVARIA SANCTA - Leben der Heiligen und Seligen des Bayerlandes
zur Belehrung und Erbauung für das christliche Volk - Bearbeitet von Dr. Modestus Jocham, Professor der Theologie und erzbischöflicher geistlicher Rat - Mit Gutheißung des hochwürdigsten Erzbischöflichen Ordinariats München - Freising, (1861)
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