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Leben der Väter und Märtyrer
ursprünglich in englischer Sprache verfaßt von Alban Butler

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Die heiligen Märtyrer Sisinius, Martyrius und Alexander
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Die heiligen Märtyrer Sisinius, Martyrius und Alexander -

  • Festtag, Gedenktag ist der 29. Mai 397
  • * in ?
  • am 29. Mai 397

Mit der Erhebung der christlichen Religion zur Staatsreligion im römischen Reich hatten die allgemeinen Christenverfolgungen ein Ende. Nur unter dem abtrünnigen Kaiser Julianus tauchte nochmal eine Verfolgung auf. Dessen ungeachtet kam es noch öfters zu blutigen Auftritten zwischen den verstockten Heiden und den Bekennern des christlichen Namens, in denen diese nicht selten den schrecklichsten Martertod zu leiden hatten. Dies geschah insbesondere, wenn die Christen die Tempel oder Statuen der Götzen zerstörten, oder wenn irgend ein Götzentempel nach dem Willen der Kaiser in eine christliche Kirche umgewandelt werden sollte.

Nachstehende Märtyrergeschichte hatte ihre Veranlassung in einer heidnischen Festfeier, zu welcher man Neu Bekehrte zwingen wollte.

Gegen das Ende des vierten Jahrhunderts kamen drei Männer aus Kappadozien nach Mailand zu dem berühmten Kirchenlehrer Ambrosius. Sie waren alle drei entschlossen, sich dem Dienste Gottes und der Kirche zu widmen. Ihre Namen sind Sisinius, Martyrius und Alexander. Der heilige Ambrosius erkannte in ihnen Männer, die geeignet wären, als Glaubensboten unter den Ungläubigen zu arbeiten. In dem benachbarten Bistum Trient gab es noch mehrere Gegenden, in denen das alte Heidentum herrschte. Ambrosius sendete darum die Männer an den Bischof Vigilius von Trient, daß er der selbe sie zu diesem heiligen Werke verwende.

Vigilius fand die Ansicht des heiligen Ambrosius über die Fremdlinge begründet und nahm die selben unter seine Geistlichkeit auf. Den Sisinius weihte er zum Diakon, den Martyrius zum Lektor und den Alexander zum Ostarier, dann sendete er sie in das Tal Anaunia, in dem noch durchweg der Götzendienst herrschte. Dieses Tal ist nur einige Meilen von Trient entfernt und schon in den höheren Alpen gelegen.

Die Einwohner des Tales waren ganz rohe Leute ohne alle Gesittung und Bildung. Ihre abgöttischen Religionsübungen waren die wildesten Ausbrüche von Ausgelassenheit und Schamlosigkeit. Dabei waren sie ganz hartnäckig versessen auf ihren Aberglauben und ihre Torheiten. Anfangs erfuhren die heiligen Männer nur Widerspruch und Mißhandlung. Allein die Geduld und Liebe der Diener Gottes hatte keine Grenzen. Sie lebten wie Lämmer unter den Wölfen, fortwährend bereit, zur Rettung der Seelen aus Liebe zu Jesus ihr Leben hin zu geben. Christus dem Herrn, dessen Namen man in diesem Tale noch nicht vernommen hatte, wollten sie die verwilderten Menschen gewinnen. Und wirklich wurde ihre Hoffnung nicht zu Schanden.

Am meisten Achtung hatten die Leute vor dem Greisen Sisinius. Sein Alter, seine Liebe und Freundlichkeit gewann ein kleines Häufchen armer Leute für die Lehre des Heils. Schon baute er für die kleine Herde ein Kirchlein, in der Hoffnung, es würden sich bald mehrere der Einwohner anschließen, wenn einmal mit der gottesdienstlichen Feier ein Anfang gemacht wäre. Aber seine Hoffnung war vergeblich. das kleine Häuflein war der Gegenstand des Spottes und der Mißhandlung; denn die Götzendiener wollten es nicht dulden, daß man ihre Götter verachte und Neuerungen einführe. Schon ging man damit um, die Glaubensprediger aus dem Wege zu räumen, und man wartete nur auf einen gelegenen Anlaß dazu.

Diese Gelegenheit kam bald. Gegen ende Mai feierten die Heiden ein Fest, bei dem sie ihre Götzen um ihre Gärten und Felder herum trugen, um von den selben eine gesegnete Ernte zu erflehen. Mehrere von Ihnen verabredeten sich, sie wollten die neu bekehrten Christen zwingen, an dieser Festlichkeit teil zu nehmen. Mit der Prozession waren zugleich auch Götzenopfer verbunden. Die Gläubigen konnten sich dabei nicht beteiligen, ohne der Sünde des Abfalls vom Glauben sich schuldig zu machen.

Sisinius und seine Gefährten hörten von der großen Gefahr, welche den Neubekehrten drohte. Sie bestärkten die Schwachen im Glauben und in der Verabscheuung aller abgöttlichen Frevel. Die Feinde sahen bald ein, daß es ihnen nicht möglich sei, die kleine Schar der Gläubigen wieder für sich zu gewinnen, so lange die drei Diener Gottes durch ihre Belehrungen und Ermahnungen sie immer wieder abwendig machen würden. Ihre ganze Wut wendete sich nun diesen Männern Gottes zu. Sie waren entschlossen, die selben vor ihre Götzenaltäre zu schleppen und sie zu zwingen, den Götzen zu opfern. Mit Knitteln und Aerten bewaffnet rotteten sie sich vor dem neu erbauten Kirchlein zusammen. Die heiligen Männer sangen eben das Lob ihres Herrn und Gottes. Die kleine Herde der Gläubigen war um sie versammelt. Nun drangen die Wütenden ins Kirchlein ein, schändeten das Heiligtum, durchwühlten Alles, zerschlugen, was ihnen zur Hand kam, und scheuchte die kleine Schar der betenden aus einander. Jetzt fielen sie über Sisinius, Martyrius und Alexander her und forderten sie auf, den Götzen Opfer und Weihrauch zu spenden. Als diese sich weigerten, schlugen und mißhandelten sie die selben so grausam, daß sie als Tod auf der Erde liegen blieben. Dem heiligen Sisinius hatten sie mit einem Horn vorn Erz, dessen sie sich bei ihren Götzenopfern bedienten, das Haupt zerschmettert. Er wurde in seine Wohnung getragen und auf seine Lagerstätte gelegt. Er vollendete sein Marterleben am folgenden tage durch einen seligen Tod im Herrn.

A, folgenden Tage kamen die Wüterich wieder zum Kirchlein. Martyrius und Alexander sangen die heiligen Psalmen, als wäre nichts vorgefallen, und als hätten sie durchaus nichts zu befürchten. Den Leichnam des heiligen Sisinius hatten die Unholde in seiner Wohnung gefunden. An dem selben ließen sie jetzt noch ihre Wut aus. Ihn mißhandelten sie in der schändlichsten Weise. Sie hängten dem Leichnam Schellen an den Hals und schleppten ihn unter Hohngelächter und Spottliedern auf den Straßen umher.

Jetzt suchten sie die beiden Genossen des heiligen Sisinius auf. Martyrius hatte sich in einen Garten geflüchtet. Hier trafen sie ihn und schlugen mit Steinen und Prügeln so auf ihn ein, daß er also bald mit Blut bedeckt und entkräftet zur Erde sank. dann banden sie ein Seil um seine Füße und zogen ihn über Stock und Stein durch den Ort zu dem Götzenaltar hin, wo sie ihn zum Opfern zwingen wollten. Aber noch bevor sie an die Stätte kamen, gab der heilige MÄrtyrer seinen Geist auf.

Der blutigen Rache dieser Unmenschen war jetzt nur mehr ein Opfer Alexander übrig. Dieser wurde am Tor des Kirchleins ergriffen, da er eben zum Gebete sich selber sammeln wollte. Er war der Jüngste von allen. Man glaubte,er werde noch mehr am Leben hängen, als die beiden älteren. Die blinden Verfolger erzählten ihm Anfangs nur, wie sie mit seinen beiden Gefährten verfahren seien, und drohten ihm die selbe Peinigung, wenn er in seiner Widersetzlichkeit gegen sie verharren würde. Als sie aber sahen, daß er weder durch Verheißungen noch durch Drohungen von seinem Glauben und Gottesdienste abtrünnig gemacht werden köne, schlugen sie ihn mit Prügeln, banden ihm ein Seil an die Füße und schleppten ihn in Mitte der beiden Leichname der schon verklärten Mitgenossen zu dem freien Platze vor dem Tempel des Saturnes. Hier wurde ein Scheiterhaufen errichtet und angezündet. In das brennende Feuer warf man die Leichname der beiden Märtyrer. Dadurch sollte Alexander in seinem Mut gebrochen und auf andere Gedanken gebracht werden. Darauf wurden ihm noch ausgezeichnete Geschenke verheißen, wenn er den Götzen opfern würde. Er aber blieb unerschütterlich fest. Sein einziger Trost war, bald mit seinen geliebten Gefährten der Märtyrerkrone teilhaftig zu werden. Jetzt entflammte der Zorn die Unmenschen aufs heftigste. In ihrer Wut hatten sie das Kirchlein abgebrochen und mit den Trümmern des selben ein ungeheures Feuer angerichtet. Nun warfen sie den treuen Bekenner des Herrn in das hoch auflodernde Flammenmeer, in dem dieser alsbald seinen Geist aufgab.

Diese Martergeschichte fällz in das Jahr 397, nur wenige Monate nach dem Tode des heiligen Ambrosius, Bischof von Mailand. Nach dem Zeugnisse des heiligen Vigilius, Bischof von Trient, war der 29. Junis der Tag der glorreichen Vollendung dieser Märtyrer.

Die Überreste dieser Glaubensboten wurden mit größter Sorgfalt von den Gläubigen gesammelt und in feierlicher Prozession nach Mailand gebracht. Bald darauf ließ der Bischof Vigilius zu Anaunia über dem Platze, wo die heiligen Märtyrere verbrennt wurden, eine Kirche erbauen und beschenkte die Kirche mit einem Teil der Reliquien dieser Heiligen. Die Domkirche zu Trient behielt für sich die Häupter der selben. Außerdem erhielten der heilige Bischof Simplician von Mailand, der heilige Johannes Chrystoftomus, Bischof von Konstantinopel und der heilige Bischof Gaudentius von Brescia Reliquien von diesen Märtyrern. Bei Überbringung der selben nach Mailand erhielt nach dem Bericht des Paulinus ein Blinder, der mit festem Glauben und mit gläubiger Zuversicht diese Heiligen um ihre Fürbitte anrief, augenblicklich das Augenlicht wieder. Auch viele andere Wunder wurde an den Orten gewirkt, wohin diese heiligen Reliquien gebracht wurden, und wo sie aufbewahrt werden.

Als die Nachricht von dem grausamen Frevel der Talbewohner an den Hof des Kaisers Honorius gelangt war, verlangte der selbe, daß dieser Aufstand und diese Grausamkeit streng bestraft werde. Schon waren mehrere Anführer gefangen genommen worden. Allein die Gläubigen, von den Bischöfen dazu aufgemuntert, flehten für die Verbrecher um Gnade. Dieser fürbittenden Liebe der Gläubigen konnte der Kaiser nicht widerstehen. „Das Leben und den Martertod der Diener Gottes darf man nicht durch ein Blutbad an den Feinden Jesu Christi entweihen; denn Leiden und Marter der Heiligen muß man als Triumphe der Kirche feiern.” So schrieb der heilige Augustin in einem Brief an Marcellinus, auf des Kaisers Benehmen in dieser Angelegenheit sich berufend. „Als die Kleriker von Anaunia, die jetzt als Märtyrer verehrt werden, von den Heiden grausam getötet worden waren, bat man den Kaiser um Schonung für für die Mörder. Diese waren schon gefangen, und dennoch ließ sich der Kaiser bewegen, sie zu begnadigen.” Daraus sehen wir auch, daß die Verehrung dieser heiligen Märtyrer sogleich nach ihrem Tode in der ganzen katholischen Kirche eine allgemeine geworden ist. Dazu mag das obengenannte Wunder der Heilung eines Blind geborenen in Mailand viel beigetragen haben. Die Nachrichten über diese heiligen Märtyrer sind aus den Briefen des heiligen Bischofs Vigilius von Trient, und gehören zu den sichersten, die wir über die Marter der heiligen Blutzeugen besitzen.
(Ruinart, Act. M.)

Quelle:

  • BAVARIA SANCTA - Leben der Heiligen und Seligen des Bayerlandes
    zur Belehrung und Erbauung für das christliche Volk - Bearbeitet von Dr. Magnus Jocham, Professor der Theologie und erzbischöflicher geistlicher Rat - Mit Gutheißung des hochwürdigsten Erzbischöflichen Ordinariats München - Freising, (1861)

BAVARIA SANCTA
Leben der Heiligen und Seligen des Bayerlandes
Band I - Erster Abschnitt
Bayern unter der Herrschaft der Römer
    Erster Abschnitt
    Bayern unter der Herrschaft der Römer
    »» Vorbemerkung ««
  1. Maximilian
  2. Florianus
  3. Victorin
  4. Quirinius
  5. Afra
  6. Narciissus und die Bekehrung Afra`s
  7. Cassian
  8. Sisinius, Martyrius, Alexander
  9. Vigilius
  10. Maxentia, Mutter des Vigilius
  11. Claudianus, Majorianus
  12. Romedius u. Gefährten
  13. Valentin
  14. Severin
  15. Silvinus
  16. Maximus u. die 50 Märtyrer



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