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Leben der Väter und Märtyrer
ursprünglich in englischer Sprache verfaßt von Alban Butler

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Der selige Winthir
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Der selige Winthir, -

  • Festtag, Gedenktag ist der ?
  • * in England
  • circ. 800

In Neuhausen bei München *1) wird der selige Winthir seit unvordenklichen Zeiten als Patron verehrt. Wir haben über ihn aus den früheren Zeiten keine geschriebenen Nachrichten. Aber das wunderbare Volk hat das Andenken an diesen ersten Verkünder der Lehre des Heils treu bewahrt, und was diese mündliche Überlieferung berichtet, das soll hier erzählt werden.

Der selige Winthir ist aus England nach Deutschland gekommen, wahrscheinlich in der Gesellschaft von Mönchen, welche als Missionare in Deutschland das Evangelium verkündeten. Er war nur Laie, hatte aber eine gründliche Kenntnis des Christentums und ein aufrichtiges Verlangen, den Ungläubigen die kostbare Heilswahrheit zu verkünden. Seine vornehme Geburt verleugnend, lebte er ganz arm, wie die armen Leute, denen er das Evangelium verkündete.

Dreihundert Jahre, ehe man von der Stadt München etwas wußte, kam er in die Gegend, wo jetzt München steht. Hier traf er Menschen, die vom Christentum gar keine oder nur eine oberflächliche Kenntnis hatten. Er beschloß nun, in dieser Gegend zu bleiben und die armen Leute in den Wahrheiten des Heiles zu unterrichten. Um Gelegenheit zu bekommen, mit den Leuten zu verkehren, übernahm er das Geschäft eines Samers, d. h. er kaufte an bewohnten Orten die notwendigen Lebensbedürfnisse und führte sie auf eine, Lasttiere den vereinzelt lebenden Einwohnern der Gegend zu. Durch dieses Handelsgeschäft erwarb er sich den notwendigen Lebensunterhalt. Davon nahm er aber auch Anlaß, den Leuten im Christentume Unterricht zu geben und ihnen jene Schätze anzubieten, die man nicht für Geld kaufen kann, die aber eine ewige Dauer haben.

So wurde der fromme Diener Gottes in der ganzen Umgegend bekannt. Nun wählte er sich den Ort, der jetzt Neuhausen heißt, zum ständigen Aufenthalt und baute sich dort eine Zelle. Hier diente er Gott mit Gebet und Arbeit. Er baute das Feld an, und wenn er müde von der Arbeit in seine Zelle zurück kehrte und dort einen Nachbarn oder einen Wanderer traf, so redete er mit ihm über die Angelegenheit des ewigen Heils und über die frohe Hoffnung der Gottesfürchtigen.

Die Leute verehrten ihn wie einen Heiligen und nahmen in ihren Anliegen und Nöten ihre Zukunft zu ihm. Er erteilte allen, die zu ihm kamen, heilsamen Rat und half ihnen aus ihrer Not. Er lehrte die Leute beten und betete für sie. Aber schon sein Leben war eine beständige Predigt für die Bewohner der Gegend. Seine teilnehmende Liebe, seine Freundlichkeit und Freigebigkeit zeigte augenscheinlich, was das rechte, lebendige Christentum in den Leuten für Früchte bringen müsse. Zudem kam noch die Ehrfurcht, die sie vor ihm als einem hoch adeligen Herrn haben mußten, und die Bewunderung seiner Herablassung zu den ärmsten und armseligsten aus ihnen. Denn er war im Äußeren ganz wie diejenigen, mit denen er umging. Darum gewannen sie so großes Vertrauen zu ihm und folgten ihm willig, wo er etwas angeordnet oder abgestellt wissen wollte.

In seinen letzten Tagen wurde Winthir besonders fleißig von den Bewohnern des Ortes besucht. Da war er, obwohl dem Leibe nach schwach, dennoch unermüdet in Ermahnung und Belehrung der Besuchenden. Er betete mit den Leuten und versprach ihnen, ihrer immer zu gedenken vor Gott. Umgeben von seinen Verehrern gab er seinen Geist auf. In der ganzen Umgegend war große Trauer über seinen Tod; es war, als wenn der Vater aller dahin geschieden wäre. Sein Leichnam wurde in Neuhausen begraben und ruht noch an der Wand der dortigen Kirche.

Wie sie vorher zur Zelle des frommen Mannes gegangen waren, wenn eine Not oder ein Unglück einfiel, so begaben sich die Leute jetzt zum Grabe des Seligen und flehten zu ihm um seine Fürsprache bei Gott. Und der barmherzige Gott, der sich seiner Kinder in ihrer Not erbarmt, sendete oft wunderbare Hilfe. Man erzählt, daß während der Lebzeiten des Seligen in der ganzen Gegend nie der Blitz eingeschlagen, nie ein Schauer die Felder verheert habe. Dies schrieb man dem Gebete Winthirs zu. Auch nach seinem Tode wendeten sich die Leute, wenn ein Gewitter drohte, vertrauensvoll an Winthir, daß er Verschonung von verheerendem Unwetter ihnen bei Gott erbitten wolle. Ebenso mußte man bei seinen Lebzeiten von keiner Seuche oder ansteckenden Krankheit, weder unter den Menschen noch unter den Tieren. Deshalb nahmen die Bewohner des Ortes jedesmal ihre Zuflucht zum seligen Winthir, wenn irgendwo in der Nachbarschaft eine verderbliche Krankheit ausbrach, und immer wurde ihr Gebet erhört, so lange sie in ihrem Leben den Glauben bekannten und die Lehren befolgten, die der Selige ihren Voreltern gepredigt hatte. Auch wunderbare Heilungen geschahen am Grabe des Seligen und werden sicherlich noch geschehen, wo immer der kräftige Glaube des seligen Winthir die Herzen der Betenden belebt.

*1)
Heute ein Stadtteil von München. In diesem Stadtteil begegnet man dem seligen Winthir überall. So ist zum Beispiel auch eine Schule und ein Platz nach ihm benannt, die sogenannte Winthirschule am Winthirplatz.

(Rader)

Quelle:

  • BAVARIA SANCTA - Leben der Heiligen und Seligen des Bayerlandes
    zur Belehrung und Erbauung für das christliche Volk - Bearbeitet von Dr. Modestus Jocham, Professor der Theologie und erzbischöflicher geistlicher Rat - Mit Gutheißung des hochwürdigsten Erzbischöflichen Ordinariats München - Freising, (1861)
BAVARIA SANCTA
Leben der Heiligen und Seligen des Bayerlandes
Band I - Dritter Abschnitt
Bayern unter der Herrschaft der Karolinger

  1. Karl der Große
  2. Hildegardis
  3. Utto
  4. Gerold
  5. Winthir
  6. Simpert
  7. Totto
  8. Arno v. Salzburg
  9. Aigilis
  10. Nidgar
  11. Deochar
  12. Arno v. Würzburg
  13. Richardis
  14. Rathardus
  15. Adelindis
  16. Adalbero
  17. Tuto
  18. Rasso oder Ratho
  19. Lambertus
  20. Eberhard



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