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Leben der Väter und Märtyrer
ursprünglich in englischer Sprache verfaßt von Alban Butler

für Deutschland bearbeitet von Dr. Räß und Dr Weis




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Der heilige Tuto, Bischof von Regensburg
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Der heilige Tuto, Bischof von Regensburg -

  • Festtag, Gedenktag ist der 8. Oktober (die meisten Quellen benennen jedoch den 10. Oktober als seinen Gedenktag)
  • * in ?
  • am 8. Oktober 931 (die meisten Quellen: 10. Oktober 930 in Mondsee in Österreich)
  • Heiligsprechung: Der Abt Tritheim sagt, er sei der Zahl der Heiligen zugerechnet worden.

Tuto war der Sohn eines Adeligen in Bayern und wurde in seiner Jugend für die Staatsgeschäfte und das Hofleben gebildet. Er zeichnete sich durch seine Kenntnisse und durch die Biederkeit seines Charakters so aus, daß ihm Kaiser Arnulf das Amt eines Kanzlers übertrug. Aber dieses leben voll Unruhe und Gefahren für das Seelenheil verleidete dem ernsten und gläubigen Manne bald. Er wollte seine Seele retten und war Mönch im Kloster des heiligen Emmeram zu Regensburg.

In dieser Abgeschiedenheit von der Welt machte sich Tuto mit der Wissenschaft des Heils vertraut. Seine größte Wonne war die Betrachtung der ewigen Wahrheit und die Übung des Gebetes. Dem geringsten Bruder gleich gehalten, verrichtete der ehemalige Reichskanzler die niedrigsten Dienste im Kloster mit der größten Freude. Die Jahrbücher nennen ihn einen ganz frommen Mönch und einen heiligen Mann.

Diese ausgezeichneten Tugenden konnten nicht verborgen bleiben. Das Licht sollte auf den Leuchter gestellt werden. Demjenigen der ehedem die Angelegenheiten des reiches geleitet hatte, wurde die Leitung der kirchlichen Angelegenheiten anvertraut. Nach dem Todes des Bischofs Albert wurde Tuto zum Bischof von Regensburg erwählt im Jahre 892 unter der Regierung des Kaisers Arnulf. (von Kärnten)

Auch als Bischof bewahrte Tuto die selbe Demut und Selbstverleugnung, wie er sie als Mönch geübt hatte.

Dabei lebte er ganz für die ihm anvertraute Herde, sich und das Seinige für sie opfernd. Allem, Hohen und Niederen, war er zugänglich, und Kaiser Arnulf nahm in allen wichtigen Angelegenheiten zu ihm seine Zuflucht. Der fromme Bischof begleitete den Kaiser auf einer Reise nach Frankreich und erlangte dort den heiligen Leib des Dionysius, den man für den Areopagiten und den Jünger des heiligen Paulus hielt. Diesen heiligen Leib des Dionysius brachte Tuto nach Regensburg und ließ ihn dort in einer Gruft einmauern. Außerdem erhielt er von Arnulf ein kostbares, mit goldenen Buchstaben geschriebenes Evangelienbuch, das einst Karl der kahle hatte schreiben lassen. Dieses Evangelienbuch, wurde auf einem Altar in der Kirche des heiligen Emmeram aufbewahrt. Die Zeitgenossen bezeugen, daß man damals kein Buch gekannt, das an Kunstwerk und an kostbarem Schmucke mit diesem köstlichen Schatze wäre zu vergleichen gewesen.

Noch unter der Regierung Arnulfs ließ Tuto in der Kirche des heiligen Emmeram einen goldenen Altar bauen und den selben mit tausend Edelsteinen zieren. Auch ließ Kaiser Arnulf das Kloster mit einer Mauer umgeben und machte das selbe unabhängig von jeder anderen Macht außer der kaiserlichen und der Macht des Papstes. Dies alles geschah auf Verwendung des frommen Bischofs, dem das Wohl seiner Mitbrüder immer am Herzen lag. Der Papst bestätigte diese Vorrechte des Klosters St. Emmeram um die selbe Zeit.

Nach Arnulf trat Konrad der Salier die Regierung an. Dieser kam nach dem Sieg über den Herzog von Bayern nach Regensburg und wollte den Leib des heiligen Dionysius und das kostbare Evangelienbuch Karls des Kahlen mit sich nehmen. Den heiligen Leib fand er nicht. Die Auslieferung des Evangelienbuchs forderte er vom Bischof Tuto. Dieser erklärte, daß er es nicht ausliefern werde. Auf die Drohung Konrads hin legte er es auf den Altar und rief zugleich den heiligen Emmeram um Rache über den Räuber dieses Schatzes an. Der Kaiser ließ sich durch dieses Rufen um Rache nicht erschrecken. Er befahl seinem Diener es zu nehmen, und machte sich davon. Kaum hatte der Kaiser sein Pferd bestiegen, wurde er von heftigen Leibschmerzen befallen. Er erkannte dies als Strafe für den frevelhaften Raub und brachte das entwendete Buch wieder zurück. Aber die Krankheit ließ dessen ungeachtet nicht nach. Der Kaiser starb bald darauf und wurde in Wilnaburg begraben.

Während Tuto die Kirche Regensburgs regierte, wurde im Jahre 895 zu Tribur bei Mainz eine Provinzialsynode gehalten, der Tuto beiwohnte. In dieser Synode wurden 58 heilsame Verordnungen erlassen, insbesondere wurde bestimmt, daß ein Mönch zur Rettung seiner Seele oder um andere Seelen zu gewinnen, mit Erlaubnis seines Bischofs, seines Abtes und seiner Mitbrüder seine Kloster verlassen und in ein anderes sich begeben dürfe. Wo aber ein Mönch der geistlichen Zucht zu entfliehen trachtete und deswegen seinen Abt verlassen wollte, so sollte er von allen Brüdern gemieden und nirgend aufgenommen werden, damit er beschämt wieder zu seiner Pflicht zurück kehren müßte.

Damals gehörte das Kloster Mondsee zum Bistum Regensburg. Dieses lag in freundlicher Einsamkeit und war eben darum ein Lieblingsaufenthalt des frommen Bischofs. Oft zog er sich in dieses Kloster zurück, um den geistlichen Übungen ungestört obliegen zu können. Einst erzählte er den Mönchen des Klosters Mondsee den schrecklichen Brand, durch den in der vorhergehenden Nacht die Stadt Regensburg verwüstet worden sei, so umständlich und genau, als wenn er ihn mit leiblichen Augen gesehen hätte. Er aber hatte ihn mit den Augen des Geistes geschaut und die später ankommenden Botschafter bezeugten die Aussage des Bischofs bis auf das Kleinste.

In den letzten Jahren seines Lebens erblindete der ehrwürdige Bischof gänzlich. Voll Ergebung in den Willen Gottes sagte er öfters, gern wolle er des leiblichen Auges, das der Mensch mit den Mücken gemein habe, entbehren, wenn ihm der gnädige Gott nur die Augen des Geistes erleuchte, mit denen er in alle Ewigkeit seinen Heiland schauen werde.

Nachdem er nahezu vierzig Jahre der Kirche Regensburgs vorgestanden war, starb er den Tod des gerechten am 8. Oktober 931. (die meisten Quellen benennen jedoch den 10. Oktober als seinen Gedenktag) Der Abt Tritheim sagt, er sei der Zahl der Heiligen zugerechnet worden. Sein Leichnam ruhet bei St. Emmeram.

(Mabillon, Annales. ord. S. Bened. Raderus.)

Quelle:

  • BAVARIA SANCTA - Leben der Heiligen und Seligen des Bayerlandes
    zur Belehrung und Erbauung für das christliche Volk - Bearbeitet von Dr. Modestus Jocham, Professor der Theologie und erzbischöflicher geistlicher Rat - Mit Gutheißung des hochwürdigsten Erzbischöflichen Ordinariats München - Freising, (1861)
BAVARIA SANCTA
Leben der Heiligen und Seligen des Bayerlandes
Band I - Dritter Abschnitt
Bayern unter der Herrschaft der Karolinger

  1. Karl der Große
  2. Hildegardis
  3. Utto
  4. Gerold
  5. Winthir
  6. Simpert
  7. Totto
  8. Arno v. Salzburg
  9. Aigilis
  10. Nidgar
  11. Deochar
  12. Arno v. Würzburg
  13. Richardis
  14. Rathardus
  15. Adelindis
  16. Adalbero
  17. Tuto
  18. Rasso oder Ratho
  19. Lambertus
  20. Eberhard



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