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Der selige Adalbero, Bischof von Augsburg
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Der selige Adalbero, Bischof von Augsburg -

  • Festtag, Gedenktag ist der 12. Juni (Weitere Quellen berichten: der 28. April)
  • * um die zeit Ludwigs des Frommen
  • am 12. Juni 909 (Weitere Quellen berichten: der 28. April)

Das Benediktiner Martyrologium nennt diesen Bischof den heiligen Adalbero. Seine Verehrung hat sich indessen nur auf die Klöster dieses Ordens und auf die Stadt Augsburg beschränkt.

Adalbero stammte aus dem Geschlecht der Grafen von Dillingen und der Adeligen von Vahingen. Sein Geburtsjahr kann nicht mit Bestimmtheit angegeben werden; es fällt in die Zeiten Ludwigs des Frommen.

Verläßliches wird uns über seine Erziehung und Bildung berichtet. nach einer Verordnung Karls des Großen auf dem Konzil zu Aachen mußten in den Klöstern und an den Domkirchen Schulen errichtet werden und die Jugend in den Wissenschaften gebildet werden. In diesen Schulen wurden nebst den künftigen Priestern besonders auch die Söhne der Adeligen erzogen. Im Kloster Elwangen hatte diese Schule in kurzer Zeit einen solchen Ruhm erlangt, daß von Nahe und von ferne Schüler herbei strömten. Auch Adalbero wurde nach Elwangen gebracht. Hier verlegte er sich mit solchem Fleiß auf die Studien, daß er in kurzer Zeit alle seine Mitschüler an Kenntnissen übertraf. Zugleich aber gewann er auch ein solche Vorliebe für das Leben der Gottseligkeit, daß er mit Verachtung aller irdischen Güter, die ihm zu Gebote standen, den Mönchsstand erwählte und um Aufnahme in das ihm so lieb gewordene Kloster bat. Seine Bitte wurde ihm gewährt. Als Mönch setzte er neben den Übungen der Frömmigkeit seine Studien mit größtem Eifer fort und erwarb sich einen hohen Grad von Gelehrsamkeit. Er erlangte ein solches Ansehen unter seinen Mitbrüdern, daß sie ihn nach dem Tode Hatto‘s zu ihrem Abte wählten.

Wie lange Adalbero diesem Kloster als Abt vorgestanden hat, kann nicht angegeben werden. Elwangen gehörte damals zum Bistum Augsburg. Nach dem Todes des Bischofs Witgar von Augsburg wurde Adalbero zu dessen Nachfolger erwählt. Wegen seiner Weisheit und Rechtschaffenheit schenkte ihm der Kaiser Arnulf sein größtes Vertrauen und beriet sich mit ihm über die wichtigsten Angelegenheiten des Reiches. Adalbero mußte im Jahr 895 dem Kaiser nach Rom folgen und Zeuge seiner Kaiserkrönung sein. Als dem Kaiser ein Sohn und dem deutschen Reiche der letzte Thronerbe aus dem hause der Karolinger, Ludwig das Kind, geboren war, beschied Arnulf den Adalbero nebst dem Erzbischof Hatto von Mainz zur Taufe des kaiserlichen Prinzen nach Altötting und höchstwahrscheinlich hat Adalbero die feierliche Taufhandlung vorgenommen, indessen Hatto die Patenstelle vertrat.

Der Kaiser übergab später diesen seinen Sohn dem Bischof Adalbero zur Erziehung. Ludwig das Kind ehrte seinen bischöflichen Erzieher auch fortwährend in ausgezeichneter Weise. In allen Urkunden, die er auf Adalbero‘s Veranlassung ausstellte, nennt er ihn seinen Lehrer, seinen geistigen Vater. Auf die Bitten des Bischofs von Augsburg schenkte er mehreren Klöstern Güter und Privilegien.

Als die Mönche im Kloster Lorch nach dem Tode ihres Abtes Gerhard sich allerlei Unordnungen zu Schulden kommen ließen, übertrug der Kaiser Arnulf diese Abtei dem hoch verehrten und ehrwürdigen Bischof Adalbero. Dieser begab sich in das ihm übertragene Kloster, stellte die Ordnung wieder her, gewöhnte die Mönche an eine geistliche Zucht und erwirkte dem Kloster die Freiheit, wieder einen Abt aus den Genossen wählen zu dürfen. In der hierüber ausgestellten Urkunde sagt der Kaiser: „Mit Verachtung aller zeitlichen Ehre und irdischen Vorteile, welche durch Verwaltung des Klosters zu erringen waren, hat uns Adalbero, der Bischof, gebeten, diesem Kloster wieder sein früheres Ansehen und den Mönchen die Freiheit zu geben, nach ihrem Gutdünken einen Abt aus ihrer Mitte zu erwählen. Den guten und väterlichen Ermahnungen des Bischofs, der für sich nur himmlische Schätze verlangt und das Kloster gegen die List und Ränke der Mächtigen schützen will, kommen mir freudig entgegen und bestimmen, daß die Mönche des genannten Klosters von heute an die freie Abtwahl ausüben sollen, so lange sie in ihrer Mitte einen Mann finden werden, der die notwendige Wissenschaft und Tugend besitzt, um die Genossenschaft nach der Regel des heiligen Benedikt zu leiten. Gegeben zu Regensburg am 30. Jäner 897.”

Zwei Jahre früher 895 war Adalbero bei der zu Tibur gehaltenen Synode gegenwärtig gewesen. Die dort versammelten sechs und zwanzig Bischöfe verordneten, daß mit Ausnahme der Notfälle die taufe nur an Ostern und Pfingsten gespendet werden dürfe, daß die Gläubigen zur Erlangung des Segens vom Himmel den Zehent gewissenhaft geben, die Geistlichen aber den selben in vier Teile ausscheiden, einen Teil an den Bischof, einen zweiten an die Armen abgeben, einen dritten zum Unterhalt der Kirchen und den vierten für sich selber verwenden sollten. Die Neubruchzehnten sollten den Pfarrkirchen zufallen, die Jungfrauen nicht vor dem fünf und zwanzigsten Lebensjahre den Schleier nehmen, die Unfreien erst, nachdem sie frei geworden, in den Priesterstand aufgenommen werden.

Wie Arnulf, so gewährte auch sein Sohn Ludwig das Kind auf die Bitten Adalbero‘s den Kirchen und Klöstern viele Freiheiten und beschenkte sie mit Gütern. Auf seine Fürbitte erteilte Ludwig der Kirche zu Freising das recht der freien Bischofswahl, die von der Geistlichkeit und dem Volke vorgenommen werden mußte; der Kirche Salzburg schenkte er Salzburghofen, dem Kloster St. Gallen mehrere Güter bei Feldkirch, dem Kloster St. Florian eine Entschädigung für die durch die Ungarn erlittenen Verluste.

Das Kloster Lauresheim (Lorsch), in dem der fromme Bischof wieder Zucht und Ordnung hergestellt hatte, lag ihm fortwährend am Herzen. Dem selben vermachte er die vom Kaiser ihm geschenkten Besitzungen zu Kronesheim samt dem Kirchlein und dem Kloster, das er mit Reliquien von der Mutter Gottes, von der heiligen Afra und vom heiligen Magnus beschenkt hatte. Dazu überließ er dem Kloster die Einkünfte von Winerheim, Birkenau, Gunenbach, Liebersbach u. a. und vermachte ihm diese Orte als Eigentum nach seinem Tode. Dafür sollten die Brüder an seinem Sterbetag, am Feste der heiligen Afra, Mariä Himmelfahrt und des heiligen Magnus seiner im Gebete gedenken, das Kloster aber sollte ihnen für dieses Gedenken an den bezeichneten Tagen eine Liebesgabe bei Tisch und einen Pelz oder einen Mantel geben. Würde dieser sein Wille in Lauresheim nicht beachtet, so müßte das ganze Vermächtnis an die Domkirche zu Augsburg zurück fallen.

Ganz besonders war der fromme Bischof auch dem Kloster St. Gallen zugetan. Als der Bischof Salomon von Konstanz in St. Gallen an dem Fluße Schwarzbach im Jahre 898 eine Kirche zu Ehren des heiligen Magnus erbaute, beschenkte Adalbero diese Kirche mit einem Arm des heiligen Gallus in dieses Kloster. Während seiner Anwesenheit dort geschahen am Grabe des Heiligen mehrere Wunder. Staunend sprach Adalbero:

„Die Heiligkeit dieses Ortes ist viel größer, als man mir erzählt hat.”

Als er dann gefragt wurde, ob dort wirklich die Gottseligkeit ebenso wie die Wissenschaft gepflegt und strenge Zucht gehandhabt werde, wie der Ruf allgemein sei, antwortete er:

„Was andere davon halten, weiß ich nicht, ich aber muß bekennen: ich habe nur einen Heiligen und zwar unter den Toten dort gesucht, ich habe aber unter den Lebenden lauter heilige Brüder gefunden. Von ihrer Wissenschaft und Zucht zeugen ihre Tugenden und ihre Werke.”

Im nächstfolgenden Jahre (908) kam er, wie er es verheißen hatte, wieder zu diesem Feste, und zwar in Begleitung des Bischofs Meginbert von Seben (Brixen). In der Frühe ging er in die Kirche und begab sich zum Grabe des heiligen Gallus. Auf der rechten Seite des Altars stehend legte er, von Mönchen umgeben, ein goldenes Kreuz, mit Edelsteinen besetzt, einen Kelch von Onir, in Gold gefaßt und mit kostbaren Steinen besetzt, und eine Patene auf den Altar. Dazu brachte er auch kostbare Meßgewande und eine Menge Wachs; zudem ließ er dem Kloster eine sehr große majestätisch tönende Glocke überreichen. Auch am Grabe des heiligen Othmar und in der Kirche des heiligen Petrus opferte er prachtvolle Weihgeschenke. Es wurden aber auch sämtliche Mönche mit Geschenken bedacht. Acht Tage lang blieb er im Kloster. Täglich ließ er auf seine Kosten ein herrliches Mahl für sämtliche Brüder bereiten. Seine Freigebigkeit gegen diesen Ort kannte keine Grenzen. Dafür beschlossen die Brüder, für ihn zu ewigen Zeiten, sowohl während seines Lebens als nach seinem Tode, all die Gebete zu verrichten, die sie für einen Abt zu beten verpflichtet waren.

Die Urkunden über die Privilegien und Schenkungen, die er für die Kirchen Augsburgs vom Kaiser erworben hat, sind nebst den Urkunden über die von ihm selbst gemachten Schenkungen verloren gegangen.

Diese ausgezeichnete Wohltätigkeit das heiligen Bischofs hatte ihren Grund in seiner gänzlichen Losschälung von der Welt und von aller Abhängigkeit an die irdischen Güter; sie wurde unablässig genährt durch die heilige Liebe zu Jesus Christus, den er in den Hungrigen nährte, in den Nackten bekleidete, dem er in seinen treuen Dienern so freudig und demütig diente. Nebst dieser Entsagung und werktätigen Liebe stand der heilige Bischof in dem Rufe eines eben so gelehrten als erleuchteten Dieners Gottes. Er förderte die Wissenschaften und war ausgezeichnet in der Musik. Regino, der Verfasser der Chronik in der Abtei Prum, sendete ihm sein Werk zur Begutachtung zu, und war sehr erfreut über die Gutheißung des der Geschichte ganz kundigen Bischofs.

Zwei und zwanzig Jahre regierte Adalbero die Kirche Augsburgs. Einen großen Dienst leistete er dieser Kirche durch die nächste Heranbildung seines zweiten Nachfolgers, des heiligen Ulrich, der seinen Tod auf der Pilgerfahrt in Rom erfuhr. Ulrich verehrte ihn sein leben lang in ausgezeichneter Weise und blieb mit ihm, wie aus Nachfolgendem hervor leuchtet, immer im geistigen Verkehr.

Als einst der heilige Ulrich mit seinem Priester Rambert, wie gewöhnlich, die Psalmen sang, erblickte dieser bei der Gruft der heiligen Afra den Bischof Adalbero im priesterlichen Gewande bemerkte, daß er ihm winke. Der heilige Ulrich sah, wie Rambert erschrocken auf einen Punkt hin starrte, und fragte ihn, was er sehe. Rambert sagte: „Ich sehe den Bischof Adalbero mir winken.” Ulrich befahl ihm der Erscheinung zu folgen. Rambert ging hin und vernahm von Adalbero die Worte:

„Sage deinem Bischof, er werde für seine reichliche Almosen den Lohn von Gott empfangen. Zum Zeichen dessen werden er selber und Fortunat am nächsten grünen Donnerstag mit ihm das Chrisma weihen, und diese Gruft würde einstürzen. In Zukunft soll der Bischof fester bauen.”

Dann trug er dem Rambert noch auf, den Brüdern zu sagen, sie sollten die ihm freiwillig verheissenen Gebete gewissenhaft entrichten, sonst erwarte sie eine strenge Verantwortung vor Gottes Gericht. Rambert aber soll täglich für ihn einen Psalm singen.

Der heilige Ulrich mußte einen guten Teil des Winters am königlichen Hoflager zubringen. Bei seiner Rückkehr zur Fastenzeit sah er, daß das Gewölbe der neuen Afrakirche wirklich eingestürzt war. Auch der andere teil der Vorhersagung ging in Erfüllung. In der Nacht vor dem grünen Donnerstag vernahm Ulrich in einer Vision, daß Gäste ankommen werden. Als er wach geworden, dachte er nach, wer diese Gäste wohl sein würden. Darauf schlummerte er wieder ein und hörte ganz deutlich: Dein Gebet und dein Almosen ist vor den Herrn gekommen; darum hat er dich deinen Vorfahren Fortunat und Adalbero empfohlen. Sie sollen heute und zukünftig bei den Feierlichkeiten dir am Altare assistieren und mit dir das Opfer weihen. Beim feierlichen Hochamt sah dann der heilige Ulrich wirklich die Hand des Herrn, die mit ihm das Sakrament consekrirte und das Kreuzzeichen machte. Auch mehrere Umstehende sahen es. Diesen gebot Ulrich, als er ihnen die Kommunion spendete, durch Auflegung des Fingers auf ihren Mund, das strengste Stillschweigen. Am heiligen Osterfest aber sah der Priester Heilrich, der mit mehreren Geistlichen dem heiligen Ulrich am Altare diente, eine rechte Hand, die zugleich mit der Rechten des Bischofs das heilige Sakrament consekrirte.

Adalbero starb im Jahre 909, wahrscheinlich am 4. Oktober. (Weitere Quellen berichten: der 28. April) Sein heiliger Leib wurde in der Kirche der heiligen Afra begraben, neben den Gräbern der heiligen Bischöfe Simpert, Wikterp und Nidgar.

(Ex Bolland. u. Plac. Braun)

Quelle:

  • BAVARIA SANCTA - Leben der Heiligen und Seligen des Bayerlandes
    zur Belehrung und Erbauung für das christliche Volk - Bearbeitet von Dr. Modestus Jocham, Professor der Theologie und erzbischöflicher geistlicher Rat - Mit Gutheißung des hochwürdigsten Erzbischöflichen Ordinariats München - Freising, (1861)
BAVARIA SANCTA
Leben der Heiligen und Seligen des Bayerlandes
Band I - Dritter Abschnitt
Bayern unter der Herrschaft der Karolinger

  1. Karl der Große
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