Die Beschneidung des Herrn -
- Festtag, Gedenktag ist der 1. Januar
Die Beschneidung des Herrn 1), deren Ursprung mehrere Jahrhunderte über die Verkündigung des Mosaischen Gesetzes hinausreicht, wurde Abraham unter sehr strengen Strafen befohlen. 2)
Die Vorschrift dieser Zeremonie gründete sich auf drei Hauptursachen.
Sie sollte
- das Siegel des Bundes sein, welchen der Herr mit Abraham geschlossen hatte;
- ein Zeichen, wodurch die Nachkömmlinge des hl. Patriarchen von allen anderen Völkern der Erde unterschieden wurden.;
- ein Unterpfand der Segnungen, welche in der Person Abrahams allen Jenen verheißen worden, welche die Satzungen des Herrn treu beobachten würden.
Die Beschneidung war eines der vorzüglichsten Sakramente des alten Bundes; sie war die erste erforderliche Satzung, um zu dem auserwählten Volke zu gehören; durch sie war man in den Dienst des wahren Gottes eingeweiht; durch sie verpflichtete man sich auf eine feierliche Weise, nicht nur die Wahrheiten, die er geoffenbart hatte, zu glauben, sondern auch nach den von ihm vorgeschriebenen Sittengesetzen zu leben; durch sie verpflichtete man sich, die Gebräuche und Ordnung der jüdischen Kirchen zu befolgen, wozu jedoch nur Jene gehalten waren, die an den Vorteilen und Rechten des Bundes Teil hatten.
Mehrere berühmte Theologen haben der Beschneidung noch eine ausgedehntere Kraft zugeschrieben. 3)
Sie lehrten, nach dem hl. Augustin, die selbe habe in Abrahams männlicher Nachkommenschaft die Erbsünde ausgetilgt.
Wenn aber auch ihre Meinung wahr wäre, dürfte man doch nicht glauben, Gott habe Eines der beiden Geschlechter, und alle Diejenigen, die nicht zum Bunde gehörten, ohne Rettungsmittel gelassen.
Sie hatten ein Heilsmittel gegen die Erbsünde, und dieses bestand allem Anscheine nach in irgend einer äußerlichen Glaubensübung.
Da das Beschneidungsgesetz bis zum Tode Jesu Christi verbindende Kraft hatte; geziemte es sich, daß dieser Gottmensch, der unter dem Gesetz geboren worden, und gekommen ist, den Menschen die Beobachtung der Gebote des Herrn zu lehren, sich dem selben unterwarf, um alle Gerechtigkeit zu erfüllen.
Er hat sich daher dem Gesetze unterworfen, das heißt, der Beschneidung, um Jene, die da unter dem Gesetze waren, loszukaufen, in dem er sie von der Knechtschaft befreite, die es ihnen auflegte; er hat sich ihm unterworfen, damit die Knechte in Freiheit gesetzt, an Kindes Statt angenommen würden, in der Taufe, die er zu diesem Zwecke eingesetzt hat.
An dem Tage der Beschneidung erhielt er den Namen Jesus, welchem ihm der Engel, ehe er empfangen war, gegeben hatte.
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Wie sehr bedeutend ist dieser Name! Das Evangelium enthüllt uns dessen Sinn, durch die Worte, welche es auf Jesus Christus anwendet: „Er, heißt es, wird sein Volk retten, indem er es von dem Joche der Sünde befreit.” 5)
Allein was kostete es ihn, den Namen Erlöser zu verdienen!
Alle nur erdenkliche Leiden und Demütigungen hat er erduldet.
Er hat sich selbst erniedrigt, sagt der hl. Paulus 6), nicht nur bis zum Tode, sondern bis zum Tode des Kreuzes.
Deswegen hat ihn auch Gott erhöht, und ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist, damit im Namen Jesu sich alle Kniee beugen.
7)
Jesus Christus konnte sich als Gottesmensch von der Beschneidung los sagen; allein er wollte sich aus mehreren Gründen dieser schmerzhaften und demütigsten Ceremonie des mosaischen Gesetzes unterwerfen.
1)
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4)Luk. I, 31
5)Math. I. 21
6) Philipp. II, 8, u.s.w.
7)
Quelle:
Leben der Väter und Märtyrer, ursprünglich in englischer Sprache verfaßt von Alban Butler, nach der französischen Übersetzung von Godescard für Deutschland bearbeitet und sehr vermehrt von Dr. Räß, Professor der Theologie und Direktor im bischöfl. Seminar in Mainz und Dr Weis, Geistlicher Rat und Canonicus am hohen Dom in Speier. (1823-1827)
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